Boarische Språch
Aus Wikipedia
| Der Àrtikl is im Dialekt „Stådt-Såizburgarisch“ gschriem worn. |
|
Boarische Språch (-) |
||
|---|---|---|
| Vabreitungsgebiet | Daitschlãnd, Östareich, Italien, Tschechei, Ungarn, Schweiz | |
| Sprecha | etwa 12 Millionen | |
| Linguistische Klassifikazion |
|
|
| Offiziella Stàtus | ||
| Ãmtsspråch in | - | |
| Språchcodes | ||
| ISO 639-1: | - | |
| ISO 639-2: | (B) gem | (T) - |
| ISO 639-3: | bar} | |
| SIL: | BAR | |
D' Boarische Språch is a Grubbm vô Dialekte im Südostn vôm Daitschn Språchraum. s' büidet zãmm mid 'm Alemannischn und Ostfränkischn dé obadaitschn Mundårtn, wird deswéng à Ostobadaitsch gnãnnt. Mehr åis dé Höiftn vô dé boarisch rédendn Laid wohnan außahåib vô Bayan in Östareich, Südtiroi und dé zimbrischn Språchinsln in Owaitalien.
Inhoitsvazeichnis |
[dro werkln] Etîmologie
Da boarische (bajuwàrische) Nãm leitt sé vamutlich vôm germànischn "baio-warioz" åb und bedaitt so vüi wia "dé Laid aus Böhmen bzw. Mãna aus Böhmen". 's Bestimmungswort geht auf 's Gebiet vô Böhmen zrugg, dés sein Nãm 'm Köitischn Voik vô dé Boia vadãnkt.
[dro werkln] 's hochdaitsche "Bairisch" und "Bayerisch"
In da Språchwissnschåft wird dé Schreibweis "Bairisch" bzw "bairisches Sprachgebiet" vawendt. Im Untaschied dazua beziacht sé 's Wort "bayerisch oda bayrisch" néd aufm Dialekt oda 'm Voiksstãmm vô dé Baian, sondan ausschliaßlich aufm Freistååt Bayan oda auf dé dort lebendn Laid. Dés hàßt åiso à auf dé Schwåbm und dé Frãnkn dé à im Freistååt lebm. Dé hochdaitsche Schreibweis "Bayern" is erst durchn Kenig Ludwig I. im 19. Jåhrhundàt eîgfirt worn[1]. Vurher is dé Schreibweis "Baiern" gängig gwesn.
[dro werkln] Ausbreitung
s' Boarische håd sé im Zug vô dé Wãndabewegungen vô dé Laid üwas haitige Südbayan östlich vôm Lech ause und im Lauf vôm Mittlåita üwas haitige Östareich östlich vôm Àrlberg, Südtiroi und einige Gebiete in Westungarn, Italien, sowia Teile vôm haiting Slowénien und da Tschechei vabreitt. In dera Zeid håd sé s' Boarische speziell in Östareich mid slawischn und rätoromanischn Språchelementn vamischt. Ãschaulich wird dés bei bestimmte Ortsnãmen und an etla Dialektausdrüggn.
Dé boarischn Dialektgebiete san a Teil vô an Dialektkontinuum, dé sé durch geogràfische Isolazion und dåmit àna Ausprägung vô da örtlichn Kommunikazion éntwigget håm. Da südboarische Dialektraum in Tiroi umfåsst 's Gebiet vô da åidn Gråfschåft Tiroi, zua dera åwa néd 's tirola Untalãnd und 's Außafern ghert håm. Untam Kaisa "Ludwig 'm Boarn" is Kärntn 1335 - genauso wia wénig spàda dé Steiamårk - åbtrennt worn. Mid dé nordboarischn Dialekte vahåit sa sé ähnlich, weil sé à då dé Måchtvahöitnisse - vuråim in da Owapfåiz - im Lauf vô da Zeid gändat håm. Dé Mischgebiete zwischn mittl- und südboarischn Raum låssn sé durch dé Zuagherigkeit zum Herzogtum Östareich und durch Wãndabewegungen wia z. Bsp. im dåmåling Bistum Såizburg zruggführn.
Mid mehr åis 12 Millionen Sprechan büidet 's Boarische 's greßte zãmmhängate Dialektgebiet im Daitschn Språchraum. Zum Boarischn ghern dé Mundårtn voignda Gebiete:
- dé Regiarungsbezirke Owabayan, Niadabayan, Owapfåiz, sowia da Lãndkreis Aichåch-Friadberg und Teile vô dé Lãndkreise Augschburg und Donau-Rias (im Regierungsbezirk Schwåbm) dé dés sognãnnte Åidbayan büidn.
- dé daitschn Språchgebiete vô Östareich mid da Ausnãhm vô Voràrlberg sowia 'm nordteil vôm tirola Außafern (Raitte).
- 's daitsche Språchgebiet vô Südtiroi.
- Samnaun unds Münstatåi in Graubündn in da Schweiz
- dé "Siebm Gmoana" und dé "Dreizehn Gmoana", wia Lusern, im Fersntåi, Sappada, Sauris, Tischlwãng - in Owaitalien, in dénen sé weng da jåhrhundatelãngen Isolazion vô dé Ortschåftn, åid- und mittlhochdaitsche Elemente vôm Boarischn (in mehrare lokàle Wariàntn) dahåitn håm kenna (Zimbrisch).
- dé vô dé Huttara in Kànàda und in da USA grédete daitsche Språchform ('s Huttarische).
- dé ehemålign daitschn Språchgebiete in Süd- und Westbéhmen und Südmährn (südlichs Sudetnlãnd und Egalãnd).
- 's Zipsarische in da Region Maramuresch in Rumänien (is a Mischdialekt aus Baian und Owaésdaraich)
- 's Landlarische in Simbiang in Rumänien (is a Mischdialekt aus Owaöstareichisch, Westschdairisch und Kärntnarisch)
- de zwoa Diaroladeafa in Brasilien: Treze Tílias (Dreizehnlinden) im Bundesschdåd Santa Catalina und d'Colônia Tirol in Espírito Santo
- s'Diaroladoaf Pozuzo in Peru
[dro werkln] Lautgeogràfische Eîdeilung:
's Boarische kã ãnhãnd språchlicha Merkmåle in drei Großraim: Nord-, Mittl- und Südboarisch eîteilt wern. Zwischn dé befindn sé jeweils Üwagãngsraim, dé Nordmittl- und Südmittlboarisch ghàßn wern.
[dro werkln] Nordboarisch
Hauptàrtikl: Nordboarisch
Nordboarisch is oane vo de drei Hàptgruppm (Nordboarisch, Mittlboarisch, Sidboarisch), in dej de boarische Spròuch spròuchwissnschaftle eitàlt wird. Nordboarisch wird gredt in grèjßtn Tàl vo da Oberpfalz, in de sidestlinga Eckn vo Oberfranken und vo Mittelfranken und in nerdlinga Eck vo Oberbayern.
[dro werkln] Mittlboarisch
Hauptàrtikl: Mittlboarisch, Westmittlboarisch und Ostmittlboarisch
Mittlboarisch wird in Niadabayan, Owabayan, im Südn vô da Owapfåiz, im Flåchgau (Såizburga Lãnd), Owaöstareich, Niadaöstareich, nördlichs Burnglãnd und Wean gredt. Es håd an großn Eîfluss auf seine Schwéstandialekte im Nordn und Südn, weil fåst ålle greßan Städte vôm boarischn Språchgebiet im Donauraum lieng, wås zur Foing håd, dass Mittlboarisch a hechas Prestiesch gniaßt und a außahåib vô seim Sprechagebiet weithî bekãnnt is. Dé regionàln Untaschiede entlãng vô da Donautiafebnen vom Lech bis zur Loatha san im åigemeinen gringa åis dé Untaschiede zwischn dé vaschiedenen Åipmtäla vôm südboarischn Raum.
[dro werkln] Südboarisch
Hauptàrtikl: Südboarisch
Südboarisch wird in Nord- Ost- und Südtiroi, Kärntn, in Teiln vô da Staiamårk (vur åim in da Weststeiamårk) und in dé daitschn Språchinsln in Kàrnien grédt. Fåst dé gãnze Steiamårk, dé Såizburga Åipmgaue und 's Tirola Untalãnd ghern zum Üwagãngsgebiet zwischn Mittl- und Südboarisch. À dés Zàrzarische und 's Gottschearische san südboarisch gwesn.
[dro werkln] Üwagãngsdialekte
Informazionen im Àrtikl: Südboarisch
Gãnz auffellige Üwagãngsdialekte san zum Beispüi im südlichn Såizburga Lãnd, im Tirola Untalãnd und im südlichn Burnglãnd zfindn, wo südboarische- und mittlboarische Merkmåle aufarànãnda treffm. s' gleiche trifft auf d' Gégnd entlãng vôm Lech südlich vô Augschburg zua. Zu dem Mischdialekt aus Süd- und Mittlboarisch spüit då no 's Schwäbische mid eine.
[dro werkln] Språch oda ned Språch
In da Språchwissnschaft wiad Boarisch meistns ned ois eigene Språch gséng, wei's kõa wiakliche Ausbauspråch is und da linguistische Åbstãnd a ned so gros is, das ma eindeutig sågn kintad es is a aigane Spåch. Des ligt dran, das Boarisch koa kodifiziads System håd, des wo seine Sprecher a voiständigs und obgschlossns, in ålle Situationa anwendbars, vor allem aba einheitlichs und kodifizierts Zeichensystem zur Kommunikation untaananda biatn kån. Ohne a anerkannte Institution, de wo Boarisch oaheitlich definiern und festsetzn dad, is und bleibt Boarisch a ungenau umrissns Dialektkontinuum. Es gabad zwoa des Institut fia s'Bairische Wöatabuach fu da Bayrischen Akademie der Wissenschaften und in Östaraich dés Dinamlex-Institut vo da Österreichischen Akademie der Wissenschaften, åwa de ham beide nu nix wiaklichs in de Richtung untanuma.
Wia fia Dialektgruppn typisch fehlt eam ois augnscheinlichstes Zeichn a oaheitliche Schreibung. Schreibunga, de sich an des fia alle Dialektsprecher gültige Hochdeitsche anlehnan, miassn immer Kompromisse bleibn. Hochdeitsch had ganz einfach ned de Zeichn, um de Vielfålt an Laute, de in de boarischn Dialekte vorkemman, darzumstelln. De Frage is, wia genau ma de lokal oft recht unterschiedlichn Lautunga folgn wui. Wenn a Mühldorfer Sprecha "Goid" sågt is des net falscher oder richtiger ois wia wenn a Tölzer "Gäid" sågt, wenn er hochdeitsch "Geld" sågn wui. Koa Institution oder allgemein anerkannts Regelwerk wia z. B. da Duden sågt, wia ma z. B. „graben“ schreiben soll: Denkbar waar z. B. „grabn“ (Anlehnung ans Hochdeitsche), „grobn“ (lautgetreuere Schreibung) oder "grom" (lautgetreu). A Schreibung, de sich an der Lautung orientiert, waar aufgrund von de Sonderzeichn, de ma zur Darstellung der Laute, de im Hochdeitschn ned vorkemman, braucht, ned spontan lesbar und miassat erst eigens glernt wern. De Schreibung in dem vorliegenden Artikel is oiso naturgemäß nicht einheitlich und spiaglt verschiedene Faktoren wia lokale und soziale Herkunft, Hörempfindn, persönliche Vorlieben, Genauigkeit und vui andere Eigenheitn von de oanzlna Autorn wider.
[dro werkln] Wissnswerts üwa d' Språch
[dro werkln] Åigemeine Informazionen
- Boarische Umschrift
- Boarische Ausspråch
- D' Wochntåg auf Boarisch
- Nordboarisch
- Westmittlboarisch
- Ostmittlboarisch
- Südboarisch
- Boarische Dialekte im Vagleich
- Bsundaheitn im boarischn Vokabulàr
[dro werkln] Grammàtik
- Boarische Grammàtik (Åigemeinüwasicht)
- Boarische Grammàtik (Adjektive)
- Boarische Grammàtik (Àdwerb)
- Boarische Grammàtik (Pronomen)
- Boarische Grammàtik (Substantive)
- Boarische Grammàtik (Werbm)
[dro werkln] Gschicht
[dro werkln] Regionàle Dialekte
[dro werkln] Refarenzn
- ↑ Karl G. Kleinmayer, Langenscheidt Lilliput - Bairisch, ISBN 978-3468200359
[dro werkln] Weblinks
- Varein Boarische Språch und Mundårtn Kiemgau e.V.
- Fördavarein Boarische Språch und Dialekte e.V.
- „Boarisch lerna“
- BY-Links.de - Bayan im Internet: Språch, Kultur, Brauchtum, Humor, Tråchtn, Vareine, Frimen...
- Konstruktive Kritik am Konzept vôm Östareichischn Daitsch
- Lexikon Mundårt vô dé Östareicha - vôm Jåhr 1811
- Östareichischs Wörtabuach
- Institut fir Dialekt- und Nãmenlexika in Wean
- Bayrischs Wertabuach

