Benutzer:Mucalexx/Österreich
| Da Titl vum Artikl is meadeitig. Weidare Bedeitungen findt ma unta Mucalexx/Österreich (Begriffsklärung). |
| Republik Esterreich Republik Österreich • Republika Avstrija Republika Austrija • Osztrák Köztársaság |
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| Åmtssproch | Deitsch Regionaale Åmtssproochen: Burnglåndkroatisch, Slowenisch, Ungarisch |
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| Hauptstod | Wean | ||||
| Stootsform | Parlamentaarische Bundesrepublik | ||||
| Stootsowahaupt | Bundespresident Heinz Fischer | ||||
| Regiarungsschef | Bundeskånzler Werner Faymann | ||||
| Flächn | (112.) 83.871[1] km² | ||||
| Eiwohnazoi | (93.) 8.383.784 (erstes Quartal 2010)[2] | ||||
| Beväikarungsdichtn | (78.) 99,96 Eiwohna pro km² | ||||
| BIP Totaal (Nominaal) |
2008 |
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| HDI | (25.) 0,851[3] | ||||
| Währung | Euro (€) 1 Euro = 100 Cent | ||||
| Grindung | Morkgroofschoft: 976 Herzogtum: 1156 Erzherzogtum: 1453 Koasertum: 1804 Doppemonarchie Esterreich-Ungarn: 1867 1. Republik: 1918 2. Republik: 1945 (unobhengig seid 1955) |
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| Nazionalhymne | Land der Berge, Land am Strome | ||||
| Nazionalfeiadog | 26. Oktower (Bschluuss vom Neitraalitetsgsetz) | ||||
| Zeidzone | UTC+1 MEZ UTC+2 MESZ (Merz–Oktower) |
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| Kfz-Kennzeichn | A | ||||
| Internet-TLD | .at | ||||
| Telefonvurwoi | +43 (Details) | ||||
Esterreich, åmtlich Republik Esterreich (Deitsch: Republik Österreich), is a demokratischer Bundesstoot in Mittleiropa. Durch sei Vafossung is Esterreich seid 1920 ois semipräsidiale parlamentarische Republik eigrichtt. Da Bund bsteet seid 1922 aus de nei Länder Burnglånd, Kärnten, Niaderesterreich, Oweresterreich, Soizburg, Steiermork, Tiroi, Vorarlberg und Wean (des wos a gleichzeidig Bundeshauptstod is).
Noch da Widerdaglångung vo seiner Unobhängigkeid noch'm Zwoaten Wödkriag hod Esterreich 1955 sei dauerhofte Neitraalität daklärd und is d' Vaoanigten Nazionen (1955), 'm Eiroparoot (1956), da OECD (1965) und da OSZE (1975/1995) beidreeden. Seid 1955 iss aa Midgliad vo da Eiropäischen Union.
Mid seine 8,38 Millionen Eiwoner ligt da Stoot oanerseits zwischen Rhein und Boonsee im Westen, sowia da pannonischen Tiafewane im Osten und åndrerseits zwischen da Beemischen Massen und da Thaya im Norn, sowia de Karawånken und'm steirischm Hygllånd im Syn. Mer ois wia 62 % vom Stootsgebit san vo de Oipm bdeckt. Ois Binnenstoot grenzt Esterreich im Norn ån Deitschlånd und d' Tschechei, im Osten ån d' Slowakei und Ungarn, im Syn ån Slowenien und Italien und im Westen ån d' Schweiz und Liachtenstoa.
[drå werkln] Geograafie
Esterreich dastreckt se in west-estlicher Richtung ywer maximaal 575, in nord-sydlicher ywer 294 Kilometer.
Epper 60 % vom Stootsgebit san bergig und håm an Åteil ån d' Ostoipm (vuroim Tiroier Zentraaloipm, d' Hochen- und d' Niadern Tauern, Nerdlichen- und sydlichen Koikoipm und'm Weanerwoid, dessweng werds Lånd umgångssproochlich aa ois Oipmrepublik bzeichnet. Nerdlich vo da Doaner ligt in Ower- und Niaderesterreich as Granit- und Gneisplatoo, a Teil vom oiden Rumpfgebirg vo da Beemischen Massen, vo dem d' Ausleiffer bis in d' Tschechei und Boarn einereichen; drenter da Ostgrenzen schliassen d' Kloanen Kapraten å.
D' groossen Ewanen lingan im Osten entlång vo da Doaner, vuroim 's Oipmvurlånd und as Weaner Becken mim Marchföd, sowia in da sydlichen Steiermork, de weeng iarer Låndschoftsänlichkeit zur da Toskana aa oft „Steirische Toskana“ gnånnt werd.
's Burnglånd, estlich vom Oipm-Karpaten-Bong, lafft in d' Pannonische Tiafewane ausse und hod sowoi låndschoftlich ois wiaraa klimaatisch storke Änlichkeit zum estlichen Nochbar Ungarn, zua dems bis 1921 gherd hod.
Vo da Gsåmtflächen vo Esterreich (83.871,1 km²) entfoid guad oa Viarl auf Tiaf- und Hygeländer. Netter 32 % lingan tiafer ois 500 m, 43 % vo da Låndesflächen san bwoidet.
- De fynf Groosslåndschoften vo Esterreich san
- Åteil ån de Ostoipm (52.600 km², 62,8 % der Stootsflächen)
- Åteil vom Oipm- und Karpatenvurlånd (9.500 km², 11,3 %)
- Vurlånd im Osten, Åteil vo de Råndgebite vom Pannonischen Tiaflånd (9.500 km², 11,3 %)
- Granit- und Gneisplatoo, Åteil vom Mittlgebirgslånd vp da Beemischen Massen (8.500 km², 10,2 %)
- Åteil vom Weaner Becken (3.700 km², 4,4 %)
Tiafster Bunkt: Hedwighof (Gmoand Apetlon – Burnglånd) 114 m
[drå werkln] Berg
Schaug aa: Listen vo de heechsten Berg in Esterreich
De heechsten Berg in Esterreich san Dreitausender und bfinden se in d' Ostoipm. Mid 3.798 m is da Groossglockner in d' Hochen Tauern da heechste Berg. Es gibt mid Neemgipfen ywer 70 Dreitausender in Esterreich.
De Gebirgslåndschoft is vo groosser Bedeitung fyrn Turismus, es gibt vü Wintersportgebite, im Summer biaten se Meglichkeiten zum Bergwåndern und Klettern å.
[drå werkln] Seen
Schaug aa: Listen vo d' Seen in Esterreich
Da greesste See is da Neisidler See im Burnglånd, der mid za. 77% vo seiner Gsåmtflächen vo 315 km² auf esterreichischm Gebit ligt (da Rest gherd zu Ungarn), gfoigt vom Attersee mid 46 km² und'm Traunsee mid 24 km² in Oweresterreich. Aa da Boonsee mid seine 536 km² am Dreiländereck mid Deitschlånd (Freistoot Boarn und Lånd Boden-Wyrttmberg) und da Schweiz ligt zuaram klaanen Åteil auf esterreichischm Stootsgebit. Ollerdings san d' Stootsgrenzen auf'm Boonsee ned exakt bstimmt.
Fyrn Summerturismus in Esterreich håm d' Seen neem d' Berg a groosse Bedeitung, bsunders d' Kärntner Seen und de vom Soizkåmmerguat. De bekånntasten san da Werthersee, da Müstätter See, da Ossiacher See und da Weissensee in Kärnten. Weiderne Seen san da Mondsee und da Woifgångssee an da Grenzen zwischen Soizburg und Oweresterreich.
[drå werkln] Flyss
Da greesste Teil vo Esterreich, 80.566 km² werd ywer d' Daaner zum Schworzen Meer hi entwässerd, netter a klaans Gebit im Westen ywern Rhein (2.366 km²) und im Norn ywer d' Öm (Elbe) (918 km²) zur Nordsee hi.
Groosse Neemflyss vo da Daaner san (vo Westen noch Osten):
- Lech, Isar und Inn, de in Boarn in d' Daaner mynden; se entwässern Tiroi, de in an Inn myndande Soizoch entwässerd Soizburg (ausgenummer 'n Lungau und Teile vom Pongau);
- Traun, Enns, Ybbs, Erlauf, Pieloch, Traisen, Weanfluss und Fischa entwässern de sydlich vo da Daaner (= rechtsufrig) gleeganen Gebite vo Oweresterreich, vo da Steiermork, Niaderesterreich und vo Wean;
- Groosse- und Klaane Müh, Rodl und Aist, Kamp, Göllerschboch und Ruassboch sowia Thaya ån da Nord- und March ån da Ostgrenzen entwässern de nerdlich vo da Daaner (= linksufrig) gleeganen Gebite vo Oweresterreich und Niaderesterreich.
De Mur entwässerd'n Soizburger Lungau und d' Steiermork; se myndt in Krawozien in d' Drau, de widerrum Kärnten und Osttiroi entwässerd. De Drau myndt in Krawozien ån da Grenzen zua Serbien in d' Daaner. Da Rhein entwässerd de greessten Teile vo Vorarlberg, durchfliasst an Boonsee und myndt in d' Nordsee.
De Lainsitz ist zwor auf Grund vo iarer Greess ned vo Bedeitung, ist ower netter da aanzige esterreichische Fluss, der wos vo Niaderesterreich ywer d' Tschechei zur Öm (Elbe) hi entwässerd.
Schau aa: Listen vo d' Flyss in Esterreich
[drå werkln] Vawoitungsgliadarung
Esterreich bsteet aus nei Bundesländer (Wean, Niaderesterreich, Oweresterreich, Soizburg, Kärnten, Tiroi, Steiermork, Vorarlberg, Burnglånd); Wean ois Bundeshauptstod is aans dodavo. De åndern ocht Länder gliadern se in 84 Bezirke, de widerrum in Gmoanden unterteilt san, sowia in 15 Statutarsted, de d' Bezirksvawoitung söwer ausym.
| Bundeslånd | Hauptstod | Bevökerrung | Flächen (in km²) |
Eiwoner (pro km²) |
Sted | Gmoanden (insgsåmt) |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| (B) Burnglånd | Eisenstod | 283.954 | 3.965 | 70,9 | 13 | 171 | |
| (K) Kärten | Klongfurt | 559.019 | 9.536 | 58,8 | 17 | 132 | |
| (NÖ) Niadersterreich | St. Pöten | 1.608.590 | 19.178 | 83,3 | 75 | 573 | |
| (OÖ) Oweresterreich | Linz | 1.411.606 | 11.982 | 117,5 | 32 | 444 | |
| (S) Soizburg | Soizburg | 530.488 | 7.154 | 74,2 | 10 | 119 | |
| (St) Steiermork | Graz | 1.208.544 | 16.392 | 73,6 | 34 | 542 | |
| (T) Tiroi | Innschbruck | 707.209 | 12.648 | 55,6 | 11 | 279 | |
| (V) Vorarlberg | Bregenz (Breagaz) | 369.294 | 2.601 | 140,9 | 5 | 96 | |
| (W) Wean | Wean | 1.705.080 | 415 | 4.043,1 | 1 | 1 |
De Bundesländer mid de Eckdaaten mim 19. Mai 2010 (Daaten vo da Statistik Austria)[4]
[drå werkln] Sted & Bollungsreim
Sted & Bollungsreim schaug unter: Listen vo d' Sted in Esterreich
Des mid Obstånd greesste Sidlungsgebit in Esterreich is d' Metropolregion Wean mid aner Eiwonerzoi vo guade 2,4 Mio. (Stånd 2008). Somid konzentrird se mer ois wiara Virdl vo da Bevökerrung vom Stoot in da Hauptstodregion.
Weiderne greesserne Stodregionen umgeem d' Låndeshauptsted Graz (Steiermork), Linz (Oweresterreich), Soizburg (Soizburger Lånd) und Innschbruck (Tiroi). Zua de wichtigern Sted zöön weiders (vo West noch Ost) Födkirch (Feldkirch), Dornbirn (Dorobiro) und Bregenz (Breagaz) (Vorarlberg), Villach und Klongfurt (Kärnten), Wös (Oweresterreich), St. Pöten und Weaner Neistod (Niaderesterreich). Insgsåmt bsitzen runde 200 Gmoanden unterschiadlicher Greess as Recht, se Stod z'nenner (Stodrecht); netter bei d' 15 Statutarsted is des vo vawoitungsrechtlicher Bedeitung. A gross's Probleem, vuroim in wirtschoftlich schwoche Geganden, is d' Obwånderrung (Låndflucht) vo da ländlichen Bevökerrung in d' stodarischen Bollungsreim.
[drå werkln] Exklaven & Enklaven
Auf esterreichischm Stootsgebit findt se mim Klaawoisertoi a funkzionaale Enklave vo Deitschlånd. 's Klaawoisertoi gherd zwor z' Vorarlberg und grenzd geograafisch direkt ån des åne, is ower weng da topograafischen Loog netter ywer Deitschlånd aus auf d' Stroossen z' daglånger. A weiderne funkzionaale Enklaven vo Deitschlånd is d' Gmoand Junghoiz in Tiroi, de vo Esterreich aus z' darreichen is und netter durch'n 1.636 m hoochen Surgschrofm mid Esterreich vabunden is. De Soiforstt san esterreischischs Stootsgebit, steengan ower privaatrechtlich im Eingtum vom Freistoot Boarn.
A funkzionaale Enklaven vo Esterreich hod friarer auf schweizerrischm Stootsgebit bstånden. De Schweizer Gmoand Samnaun is långe Zeid auf'm Stroossenweeg ned vo da Schweiz, sondern netter ywer Esterreich (Tiroi) aus z' darreichen gweesen. Des hod dodazua gfyrd, dass d' rätoromanische Sprooch im 19. Jorhunderd aufgeem worn is und a'm Tiroierrischen änlicher Dialekt ågnummer worn is. Mittlererweile gibts zwor a Schweizer Stroossen noch Samnaun, es bsteet ower noch wia vur a Zoifreizoone. An änlichen Staatus wia Sammnaun hod bis 1980 de Gmoand Spiss im esterreichisch-schweizer Grenzgebit ghobt. Sie is långe Zeid aus netter ywer Samnaun aus z' darreichen gweesen und hod mid aner storken Obwånderrung z' kämpfm ghobt, weil de Gmoand im Geengsotz zua d' åndern Enklaven kaum a wirtschoftliche Entfoitungsmeglichkeit boten hod.
[drå werkln] Natur
Aufgrund vo da vaschienorting Topograafie in Esterreich kummt sowoi in da Flora ois wiaraa in da Fauna a groosse Åzoi vo Oarten vur. Um de z' schytzen, san in de letzten Jorzeente sex Nazionaalbarks und zoireiche Naturbarks vo vaschiene Kategorien eigrichtt worn. Aa bei de UNESCO-Wöderwegiater san zoireiche Flächen ned nur ois Kuiturerwe, sondern aa ois Naturerwe ausgwiesen worn.
[drå werkln] Flora
Esterreich gherd zua am Groossteil da Mittleiropäischen Floraregion å, netter as estliche Niaderesterreich und Wean unds nerdliche Burnglånd, sowia aanige inneroipinen Trockentäler ois Exklavm, zöön zur pannonischen Floraprovinz, de wos an westlichen Teil vo da pontisch-sydsibiarischen Floraregion dorstöd. Baade Regionen san a Teil vom holarktischen Florareich.[5]
In Esterreich woxen 3.165 Voistau-Gefässpflånzen-Oarten, dodazua kemman epper 600 heiffig auftreedande kuitivirde und eibyrgerde sowia ausgstorwane Oarten. Inklusiav de Unteroarten treeden in Esterreich 3.428 Elementar-Gefässpflånzen-Taxa auf, des san beispüsweis um rund 300 Elementar-Taxa mer ois wia im flächenmäässig epper 4,25-moi so groossen Nochbarlånd Deitschlånd. Begryndbor is de relatiave Oartenvüfoit dessweeng, weil Esterreich an Åteil an mererne ser vaschiedane Grooss-Naturraime hod: 'm Pannonischm Gebit, da Beemischen Massen, da Flora vo de Oipm, de Kärntner Becken- und Toilåndschoften, 'm nerdlichen und sydestlichen Oipmvurlånd, sowiam Rheintoi[6]
1.187 Pflånzenoarten (40,2 %) steengan auf da Roden Listen. Zuadem woxen in Esterreich aanige hochgrodig sötane Endemiten wia z. B. des Dickwurzl-Leffekraut.
Bsunders 's Eedlweiss, da Enzian und d' Aurikl göten ois nazionaale Symboie - obwois ned fyr gånz Esterreich typisch san und netter im Oipmgebit auftreeden - und san auf esterreichische Eiro-Mynzen obbüdt.
[drå werkln] Fauna
Epper 45.870 Viecheroarten kemman in Esterreich vur, wovo 98,6 % wirwelose Viecher san. 10.882 Oarten san bisher auf a megliche Bståndsgfärdung bewertt worn, dodraus resuitirnd san 2.804 Spezies auf d' nazionaale Rode Listen vo gfärdete Oarten gsetzt worn.[7]
Im Oipmraum san vuroim Gams, Hirsch und Greifvegl vatreeden, in da Daanerewane und am Neisidler See eher da Storch. Historisch is da Eirasische Lux, da Braunbär und de Woidrapp eemfois präsent gweesen, seid d' 1960-er Jor werd vastärkt vasuacht de Oarten wider åzsidln.
[drå werkln] Klima
's esterreichische Klima is kennzeichnet vo da Wexlwirkung vom ozeanischen Klima mim kontinentaalen bzw. pannonischen Klima. Vo d' Eingheiten vo de Klimatypm is da Osten vo Esterreich vo koide Winter und haasse Summer prägt und es foid gånzjarig netter mässig Niaderschlog.
Da Westen vom Lånd unterliagt in da Reegl wenger strenge Geemheiten, de Winter san maast müder und d' Summer eher worm. Do liengan aa d' niaderschlogreichsten Geganden. D' geograafischen Geemheiten ergeem dodrywer ausse a weiderne Klimazoone, 's oipine Klima, des in d' Berg d' Winter strenger ois im tiafer gleeganen Osten ausfoin lossen. A weiderne Bsunderheit san gleengtliche Nord- und Sydeiflyss, de aanerseits polare Köden, åndrerseits Sahara-Staab midsich bringer kenna.
Gånz oigmaan werd Esterreich dessweng am mittleiropäischen Ywergångsklima zuagrechnet, mid Rycksichtnåm auf d' Oipm im Zentrum und Westen und d' pannonische Tiafewane im Osten drym.
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Fruajor im Groossen Woisertoi, Vorarlberg
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Summer am Werthersee
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Herbst ån da Drauschleiffm bei Kloster Wernberg in Kärnten
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Winter am Ochensee in Tiroi
[drå werkln] Tempraturn
Wånn a stabüs Hoch aus'm Osten wirkt (Ideaalfoi „Omega-Hoch“ in da Form vom letzten Buachstoom vom griachischen Alfabet), kå ma mid långem, untriabten Sunnschein und bis zu zwaa Wochen ådauernder Hitzen rechner. Im Winter bwirkt des Hoch an Sunnschein und klirrerde Köden (bis −20 °C). De Sunnscheindauer is epper um 10 bis 20 Prozent länger ois beispüsweis in Norddeitschlånd.
De Haazperioden reicht vo Mitte Oktower bis Mitte Aprü und vaursocht an hochen Energievabrauch.
- Tiafste in Esterreich gmessane Tempratur: Doline Grealoch bei Lunz am See, −52,6 °C (1932, mittleiropäischer Ködenrekord)[8]
- Tiafste in Esterreich im Dauersiadlungsgebiet gmessane Temperatur: Zwettl (NÖ), −36,6 °C (11. Feewer 1929)[9]
- Hexste in Esterreich im Dauersiadlungsgebiet gemessane Tempratur: Dellach im Drautoi (K), + 39,7 °C (27. Juli 1983)[9]
Da Herbst 2006 is ois da wärmste seid 1.300 Jor bzeichnet, da Winter 2006/2007 ois da wärmste seid 1900.
[drå werkln] Fruajor
Wärend da Jänner im Oigmaanen ois da ködaste Monad in Esterreich güt, steing de Tempraturn Mitte Feewer wieder. Im März vazeichnet ma scho hecherre Tempraturen um d' 12 °C, Åfång Aprü sans scho 18 °C gmessen. Im Mai gibts numoi an erheewlichen Tempraturåstieg vo 18 auf ca. 24 °C.
[drå werkln] Summerzeid
Da Summer is in Esterreich müd bis haass. Ob'm Juni wern Tempraturn um de 25 °C gmessen, im Juli kummts zu Tempraturn um de 35 °C. Da August foid maastens müd aus, mid aner hochen Luftfeichtigkeid und oftmois ågeneeme Summerwinde.
[drå werkln] Herbst
Da Herbst is in Esterreich müd bis worm, mid Tempraturn um de 20 °C. Koide Tempraturn wern erst im November gmessen. Da Oktower 2009 is wexllaunig im Weeder und in de Tempraturn gweesen, dessweng is in da ersten Oktowerhöften a worms, mediterrans Klima gmödt worn und in da zwaaten bereits winterliche Ködeneibrych vazeichnet worn.
[drå werkln] Winter
Da Winter in Esterreich is vuroim koid, im Westen und vaanzlt im Osten foin de Tempraturn netter söten unter -2 °C, im Norn und im Syn san de Tempraturn in de Hochlåndschoften fost oiwei unter -10 °C. Wintermonate san in Esterreich vo Schneefoi bgleitt.
[drå werkln] Niaderschlog
Durch d' Obschwächung vom ozeanischen Klima vo West noch Ost nimmt aa d' Niaderschlogsmeng in söwiger Richtung ob. Dessweng san in Wean d' Niaderschläg netter no hoib so hoch wia in Soizburg, und in d' estlichen und sydestlichen Låndesteile mocht se as pannonische Kontinentaalklima bemerkbor, des in da Sydsteiermork und teilweis im sydlichen Kärtner Seengebit mediterran beeiflusst werd.
Gånzjarig zeichnen se d' Gebite entlång vom Oipmhautkåmm durch hoche Niaderschläg aus, weil bei Tiaffdrucklong feichte Luftstreme aus'm Norn oder Syn aufgstaud und ois Niaderschlog wider obbaud wern. Des bewirkt im Winter groosse Schneemengen in d' Berg und Täler sowia in d' Nord- bzw. Sydstaugebite, im Summer higeeng kennan groosse Reengmengen Murn und Ywerschwemmungen bwirken. De niaderschlogreichsten Geganden san as gsåmmte Oipmvurlånd sowias Tiroier Unterlånd, 's Ausserfern und da Bregenzerwoid. Durt foin bis zu 3.000 mm Reeng oder Schnee pro Jor (Durchschnit 900 mm). De Gebite mid d' niadrigsten Niaderschlogsmengen sans nerdliche niaderesterreichische Weinvirdl (Pulkautal) sowia aanige klaanerre Låndstrich im nerdlichen Burnglånd mid 400 bis 500 mm Joresniaderschlogsmenge.[10]
Im Fruajor und Herbst is vo Schneefoi bis hi zu groosser Wärme oiss meglich. Weil d' Toogestempratur im Juli und August ned söten auf und ywer 30 °C steing und d' Luftfeichtigkeid maastens ser hoch is, kummts oft zur Büdung vo Quöwoiken und in da Foing vom Oipmstau åschliassend zua am Weeder.
In d' letzten Jor is Esterreich, wia aa d' Nochbarländer, heiffig Opfer vo Weederkaprioln worn, de vo vü Experten auf a Klimaerwärmung zruckgfyrd wern (de Durchschnitstempraturn wern bständig noch om koaregird). Durch heftige Reengfälle hods mermois vaheernde Ywerschwemmungen und Vamurungen geem, de aa Todesopfer gfordert håm. Gleengtlich iss zu orkaanortige Styrme und gwoitige Schneefälle kemma, de dodazua gfyrd håm, daas vü Orte vo da Aussenwöd obgschniden worn und vamert Laawinen obgånger san. Ower aa Dyrrn hod as Lånd in d' letzden Jor heiffiger plogt.
[drå werkln] Bevökerrung
Hauptartike: Demograafie vo Esterreich
[drå werkln] Bevökerrungsentwicklung
Schaug aa: Zuawåndererfonds
D' erste Voikszälung, de d' heiding Kriterien entspricht, hod in Esterreich-Ungarn 1869/1870 stottgfunden.[11] Seid dozmois is d' Eiwonerzoi auf'm Gebit vom heiding Esterreich bis zur letzten Zälung de 1913 stottgfunden hod, vurm Beginn vom Ersten Wödkriag, steetig ågstieng.
- Joresdurchschnitsbevökerrung laut da Statistik Austria:
| Daatum | Eiwoner |
|---|---|
| um 1527 | 1.500.000 |
| um 1600 | 1.800.000 |
| um 1700 | 2.100.000 |
| 1754 | 2.728.000 |
| 1780 | 2.970.000 |
| 1790 | 3.046.000 |
| 1800 | 3.064.000 |
| 1810 | 3.054.000 |
| 1821 | 3.202.000 |
| 1830 | 3.476.500 |
| 1840 | 3.649.700 |
| 1850 | 3.879.700 |
| 1857 | 4.075.500 |
| 1870 | 4.520.000 |
| 1880 | 4.941.000 |
| 1890 | 5.394.000 |
| 1900 | 5.973.000 |
| Daatum | Eiwoner |
|---|---|
| 1910 | 6.614.000 |
| 1913 | 6.767.000 |
| 1919 | 6.420.000 |
| 1923 | 6.535.000 |
| 1930 | 6.684.000 |
| 1939 | 6.653.000 |
| 1951 | 6.935.000 |
| 1961 | 7.086.000 |
| 1971 | 7.500.000 |
| 1981 | 7.569.000 |
| 1988 | 7.697.000 |
| 1991 | 7.755.000 |
| 2001 | 8.043.000 |
| 2006 | 8.282.000 |
| 2007 | 8.315.379 |
| 2008 | 8.336.549 |
| 2009 | 8.355.260 |
De Bevökerrungszuanåm is zuaram beträchtlichm Teil auf d' Binnenwånderrung aus d' Kronländer zruckzfyrn. Noch'm ersten Wödkriag 1919, is d' Bevökerrung weeng d' Kriagsvalustt und Ryckwånderrung in d' ehemoling Kronländer um 347.000 Leit zruckgånga. Danoch iss bis 1935 wider kontinuirlich ågstieng. Bis 1939, wia d' letzde Zälung vurm zwaaten Wödkriag stottgfunden hod, is d' Bevökerrung auf 6,65 Millionen zruckgånga, weil a storke Auswånderrung ois Foing vom Esterreichischen Byrgerkriag sowia politische und rassische Vafoigung stottgfunden håm. Wia 1946 auf da Baasis vo de ausgeewanen Leemsmittlkorten d' ersten Eiwonerzoin noch Kriagsend ermittlt worn san, hod se a Eiwonerzoi vo guade siem Millionen ergeem, des an neichen Hechststånd bedeitt hod. De hochen Kriagsvalustt san durch d' Flychtlingsstreem ywerkompensird worn.
Bis 1953 san Flychtling und „Displaced Persons“ zum groossteil in eaner Haamad zruckgånga oder weidergwånderd, desweeng is d' Eiwonerzoi auf 6,93 Millionen zruckgånga. Hoche Geburtenywerschyss håm d' Eiwonerzoi seidher auf an neichen Heechststånd im Jor 1974 åwoxen lossen, ois 7,6 Millionen Leit in Esterreich gleebt håm. Noch aner Faasen vo da Stagnazion hod d' Eiwonerzoi vo Esterreich ob'm End vo de 1980er Jor erneit merklich zum steing ågfånga - desmoi aufgrund vo aner vastärkten Zuawånderrung, z. Bsp. weeng de Jugoslawienkriag. Zum Joresbeginn vo 2009 hod Esterreich an Bevökerrungsstånd vo 8,35 Millionen dareicht.[2]
[drå werkln] Bevökerrungsbeweegung
Schaug aa: Auslåndsesterreicher, Serm in Esterreich, Tyrken in Esterreich
's heidige Bundesgebit und insbsunderner Wean san scho in d' fuchzg Jor vurm Ersten Wödkriag s' Zü vo vü Zuawånderrer aus d' vaschinen Teile vo da Esterreichisch-Ungarischen Monarchie gweesen, bsunderst aus Beemen und Märn. De Zuawånderung hod bewirkt, dass Wean 1910 mer ois wia 2 Millionen Eiwoner ghobt hod. Im Ersten Wödkriag san Bewoner vo Galizien, dodrunter aa vü jydische Leit, vur da russischen Armee noch Wean gfloon.
Mim Zafoi vo Esterreich-Ungarn und da Gryndung vo da Tschechoslowakei 1918 san hunderdtausende Tschechen wieder zruck in eaner Haamat. Aus'm neichen, klaanen Esterreich san dånn bis zum zwaaten Wödkriag in da Reegl järlich mer Esterreicher aus- ois wia Ausländer eigwånderd. 1938/39 hods a Flychtlingswöön geem: Noch'm Åschluss vo Esterreich ans Deitsche Reich håm vü Leit, aa seid 1933 aus Deitschlånd eigwånderde, Esterreich valossen miassen, dodrunter san 140.000 jydische Esterreicher gweesen.
Politisch bdingte Eiwånderungswöön hods geem:
- umara 1920 aus Ungarn (weeng byrgerkriagsortiger Ausanåndersetzungen),
- 1933–1937 aus'm Deitschen Reich (weeng der NS-Diktatur),
- 1956 aus Ungarn (noch da Niaderschlogung vom ungarischen Voiksaufstånds durch d' Sowjets),
- 1968 aus der Tschechoslowakei nach'm Ende vom Prager Frialing.
Seim Beginn vom sorken Wirtschofts- und Woiståndswoxtum, des Esterreich seid de fuchzger Jor zuaram woihoomden Lånd gmocht hod, hod se d' Wånderrungsbilanz umdraad: Gostorweiter san züd ågworm worn, spaader håm Esterreich oiwei wieder Flychtlingsstreeme daglångt, epper wärnd da Jugoslawienkriag noch'm Zafoi vo de Stooten. Aus da Tyrkei san vü Wirtschoftsflychtling noch Eiropa und dodamid noch Esterreich kemma.
In d' letzden Jor hod a vastärkte Zuawånderrung aus Deitschlånd noch Esterreich eigsetzt, weil d' Chancen auf an Orweitsblotz - epper in da Turismusbranche - ois greesser empfunden worn san oder wern.[12] Mim Beginn vo 2007 san de deitschen Stootsbyrger mid 109.000, noch d' Serm und Montenegrinern sowia de Tyrken, de drittgreessde ausländische Bevökerrungsgruppm in Esterreich gweesen.[13] Mim 1. Jänner 2008 sans deitsche Stootsågherige mid 124.710 de greessde Ausländergruppm im Lånd gweesen.[14]
[drå werkln] Prognosen
Laut da Prognosen vo da Bundesåstoit Statistik Esterreich daraden se de Geburten und Sterbefälle in Esterreich no fyr epper 20 Jor d' Woog hoiden, danoch wern d' Geburten vuraussichtlich unter de Sterwezoin lieng, wos zuaram hechern Oitersdurchnit fyrn darad. Durch Zuawånderrung darad d' Bevökerrung bis zum Jor 2050 ollerdings auf guade 9,5 Millionen åwoxen.[15]
Netter in Wean, ois aanzing vo de nei Bundesländer, darad da Oitersdurchnit niadriger unds Bevökerrungswoxtum hecher sei ois im Bundesdruchnit. De neicheste Prognosen geet voram dreimoi schnellern Woxtum fyr Wean aus, ois wia ågnumma (24 stott 7 Prozent). Wean kunntad so 2031 wieder a Zwaa-Millionen-Stod wern. Dodraus kunntaden se Probleeme in da soziaaln Infastruktur und im Wonbau ergeem, wo bereits 2013 a järliche Bauleistung vo 10.000 Woneiheiten braucht wern.
[drå werkln] Leemsdawortung
Schaug aa: Gsundheidsysteem in Esterreich
De durchnitliche Leemsdawortung in Esterreich hod 2005 bei d' Fraun 82,1 Jor und bei d' Månner 76,4 Jor (1971: Fraun 75,7 Jor, Månner 73,3 Jor) betrong. D' Kindersterwlichkeit hod 0,45 % betrong. D' Söbstmordrooten is tradizionö hoch: Etwoa 400.000 Esterreicher san generrö vo Depressionen betroffm, etwoa 15.000 pro Jor vasuachen se as Leem z' nemma; de Zoi vo de Suizidenten is in Esterreich doppet so hoch wia d' Vakersdoden: Olle sex Stund sirb a Esterreicher durch sei eigerne Hånd.[16]
[drå werkln] Sprache
Hauptartike: Esterreichischs Deitsch, Boarische Sprooch
schaug aa: Portoi ywer d' Boarische Sprooch, Minderheitensproochen in Esterreich, Kärntner Slowenen, Burnglåndkrawoden, Burnglåndungarn
Deitsch is laut'm Artike 8 vo da Bundesvafossung (Bundesvafossungsgsetz/B-VG vo 1920) de Stootssprooch vo da Republik Esterreich. 's Esterreichische Deitsch - a hochsproochliche nazionaale Standardvarietät vo da plurizentrischen Deitschen Sprooch - is sozusong d' Muadersprooch vo epper 98 % vo de esterreichischen Stootsbyrger. 's esterreichische Hochdeitsch unterscheidt se im Wortschotz und da Aussprooch, ower aa durch grammatikalische Bsunderhiten vom Hochdeitschen des in Deitschlånd, da Schweiz, Luxmburg, Liachtenstaa oder åndre Deitsche Sproochgebite gredt werd. 's Esterreichische Werterbuach, in dem da Wortschotz zåmmgfosst is, is 1951 vom Unterrichtsministerium iniziird worn und steet seidher ois åmtlichs Reeglwerk ywerm Duden.
Im oitätlichm Leem werd ower stott da deitschen Hochsprooch aane vo de vün boarischen- bzw. alemmannischen Dialekte greedt. Boarisch werd in seine Variazionen fost im gånzen Bundesgebit (bis auf Vorarlberg und'm tiroier Ausserfern), mid aner Sprecherzoi vo guade 7 Millionen, greedt. Alemannisch werd vuroim in Vorlarlberg und'm tiroier Ausserfern vo guade 300.000 Leit greedt.
Vo de autochtonen Voiksgruppm, de guade 2 % vo de esterreichischen Stootsbyrger ausmochen, håm leediglich de Kärntner Slowenen, Burnglåndkrawoden sowia de Burnglåndungarn, an åspruch auf muadersproochlichm Unterricht und Beherdenvaker. Burnglåndkrawodisch und slowenisch san zuasätzliche Åmtssproochen in de Vawoitungs- und Grichtsbezirke vo da Steiermork, 'm Burnglånd und Kärnten mid ner krawodisch oder slowenischen bzw. gmischten Bevökerrung. Weiders is in aanige Gmaanden vom Burnglånd Ungarisch neem Deitsch gleichberechtige Åmtssprooch.
Aa Romanes, de Sprooch vo da Voiksgruppm vo de Roma, is a stootlich ånerkånnte Minderheitensprooch. Eemso vahoit sa se mid Tschechisch und Slowakisch. De esterreichische Gebärdensprooch ist vafossungsrechtlich ånerkånnt. A weiderne, quasi autochtone esterreichische Minderheitensprooch, is as Poinische, des ower ned ois nazionale Minderheitensprooch ånerkånnt is, obwoi de Poin scho seid da Koaserzeit in Esterreich leem.
De jeweiling Bezeichnungen vo da Republik Esterreich in de Låndessproochen lauten wia foigt: Hochdeitsch: Republik Österreich, Alemannisch: Republik Öschtriich, Kroatisch: Republika Austrija, Slowenisch: Republika Avstrija, Ungarisch: Osztrák Köztársaság, Tschechisch: Republika Rakousko, Slowakisch: Rakúska republika, Poinisch: Republika Austrii.
[drå werkln] Glaam
Schaug aa: Gschicht vom Kristentum in Esterreich, Ånerkånnte Religionen in Esterreich, Religionsfreiheid in Esterreich, Remisch-Katholische Kirchen in Esterreich, Evangelische Kirchen A.B. in Esterreich, Evangelische Kirchen H.B. in Esterreich, Evangelische Kirchen A. und H.B. in Esterreich, Oidkatholische Kirchen in Esterreich, Baptisten in Esterreich, Buddhismus in Esterreich, Hinduismus in Esterreich
| Ywersicht: greessde Religionsgmaanschofen in Esterreich 1951 – 2009[17][18][19] | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jor | Gsåmt- bevökerrung |
Katholiken | Åteil | Evangelische Kirchen | Åteil | Islam | Åteil | Konfessionsloos, one Ågob |
Åteil |
| 1951 | 6.933.905 | 6.170.084 | 89,0 % | 429.493 | 6,2 % | — | — | 264.014 | 3,8 % |
| 1961 | 7.073.807 | 6.295.075 | 89,0 % | 438.663 | 6,2 % | — | — | 266.009 | 3,8 % |
| 1971 | 7.491.526 | 6.548.316 | 87,4 % | 447.070 | 6,0 % | 22.267 | 0,3 % | 321.218 | 4,3 % |
| 1981 | 7.555.338 | 6.372.645 | 84,3 % | 423.162 | 5,6 % | 76.939 | 1,0 % | 452.039 | 6,0 % |
| 1991 | 7.795.786 | 6.081.454 | 78,0 % | 338.709 | 5,0 % | 158.766 | 2,0 % | 672.251 | 8,6 % |
| 2001 | 8.032.926 | 5.915.421 | 73,6 % | 376.150 | 4,7 % | 338.988 | 4,2 % | 963.263 | 12,0 % |
| 2008 | 8.350.000 | 5.579.493[20] | 66,8 % | 328.346[21] | 3,9 % | k. A. | k. A. | k. A. | k. A. |
| 2009 | 8.376.761[22] | 5.530.000[23] | 66,0 % | 325.314[24] | 3,9 % | k. A. | k. A. | ||
Noch d' Ergebniss vo da Voikszälung vo 2001[25] håm se domois 73,6 % vo da Bevökerrung zur remisch-katholischen Kirchen und 4,7 % zua aner vo de evangelischen Kirchen (ywerwiangd Augschburger Bekenntnis, sötaner Helvetischs Bekenntnis). Epper 180.000 Kristen, des san 2,2 % vo da Bevökerrung, san Midgliader vo orthodoxe Kirchen gweesen. Zur Oidkatholischen Kirchen håm se guade 15.000 Gleibige bekånnt, des san guade 0,2 % vo da Bevökerrung. Wia aa in Deitschlånd san de Midgliaderzoin vo de Kirchen ryckleiffig, am End vom Jor 2009 hod de Zoi vo de Katholiken mid 5,53 Mio. vo 8,376 Mio. Eiwoner netter mer 66 % oder guade zwaa drittl vo da Bevökerrung betrong.[26] Relatiav greesser is da Ryckgång bei de evangelischen Kirchen gweesen, grod amoi 3,9 % håm se im Jor 2008 no ois Midgliader zua aner vo de Evangelischen Kirchen in Esterreich bekånnt.[27]
De greessde ned-kristliche Glaamsgmaanschoft in Esterreich is da Islam. Guade 340.000 Leit, des san 4,3 % vo da Bevökerrung, ghern am muslimischen Glaam å (da Islam in Esterreich is seid 1912 a ånerkånnte Religionsgmaanschoft).
Zum Judentum håm se 8.140 Leit bekånnt. De ywerwiangde Merheit dodavo, guade 7.000 Leit, leebt in Wean. Noch Ågoom vo da Israelitischen Kuitusgmaand vo Wean sans esterreichweid 15.000 Leit. Zum Buddhismus, der in Esterreich 1983 ois Religionsgmaanschoft ånerkånnt worn is, bekennan se guade 10.000 Leit. Zum Hinduismus, der in esterreich ois eitrogane religiese Gmaanschoft güt, bekennan se laut da Voikszälung vo 2001 3.629 Leit.
20.000 Leit san aktiave Midgliader vo de Zeing Jahova. Eaner gsetzliche Ånerkennung ois Religionsgmaanschoft is im Mai 2009 bschlossen worn.
Epper 12 % vo da Bevökerrung (za. 1.002.400 Leit) ghern kaaner vo de in Esterreich gsetzlich ånerkånnten Religionsgmaanschoften å. Schätzungen ergeem an Prozentsotz vo 18 - 26 % de Atheisten und Agnostiker san, des san za. 1.471.500 bis 2.125.500 Leit). Ma vamutt, dass der Prozentsotz ower weid hecher is.[28]
[drå werkln] Identität
Hauptartike: Esterreichische Identität
Auf Grund vo politischen, sproochlich-kuiturön und ideologischen Bedingungen, derertweng Esterreich seid'm Mittloiter maast ois Teil vo aner deitschen Identität aufgfosst worn is, hod de Entwicklung vo an eingständing esterreichischen Nazionalbewusstsein erst geng d' Mitten vom 20. Jorhunderd eigsetzt.[29][30] Da Ywerbegrif „esterreichische Nazion“ hod se ois Bezeichnung fyr kollektive kuiturelle, soziaale, historische, sproochliche und ethnische Identitäten, de se auf'm Gebit vo da Republik Esterreich entwicket und de zum Zåmmgherigkeitsgfü vo da esterreichischen Bevökerrung gfyrd håm, eibyrgerd.
Erste esterreichische Wir-Identitäten san bereits im Friamittloiter entstånden. Zua da Zeid vo da Hobsburgermonarchie, hod se de kollektiave Identifikazion hauptsächlich auf d' Dynastie beziahungsweis auf'n Monarch sowia auf kuituröe Eingschoften, de ois deitsch empfunden worn san, konzentrird. In dem Zåmmhång siagt da Bruckmüller Ernst an Åsotz fyr d' Entwicklung vo „zwaa deitsche Nazionen“.[31] Des Dilemma hod noch'm Zåmmbruch vo da Monarchie schliasslich zu aner „fundamentaln kollektiavm Identitätskrise“ gfyrd[32], de aa ois Midgrund fyrs Scheitern vo da Ersten Republik vastånden werd und de schliasslich aa zum Åschluss ans Deitsche Reich gfyrd hod.
Boid noch'm Åschluss und wärnd'm Kriag hod se ower in månche Gsöschoftsteile a esterreichische Identität zum entwicken ågfånga, de vuroim durch Opposizionshoitung zum NS-Regime und'm Hiblick auf d' Kriagsniaderlong z' erklärn is. A wichtige Identitätsfikazionsroin büidt dessweng aa da esterreichische Wiederstånd geengan Nazionoisozialismus. Mid dem Sinneswåndl hod da deitsche Politolog Löwenthal Richard 'n Spruch „Die Österreicher wollten Deutsche werden - bis sie es dann wurden“ prägt.[33]
Auf da braaden Baasis hod se's esterreichische Nazionalbewusstsein ower erst noch'm Kriagsend entwicket. Dodazua håm politische und wiaraa gsöschoftliche Erfoige wia da Obschluss vom Stootsvatrog und da Wirtschoftsaufschwung in de 1960er Jor beitrong. Heid iss Vurhåndensei vo aner esterreichischen Nazion, bwz. vom esterreichischen Voik, ywerwiangd kaa Teema mer und ånerkånnt.[34][35]
[drå werkln] Gesellschaft
[drå werkln] Gleichberechtigung der Geschlechter
In der Verfassung ist die Gleichberechtigung von Männern und Frauen festgeschrieben. Historisch entstandene Ausnahmen sind die Wehrpflicht, die nur für Männer gilt, und die Pensionsregelung. Frauen dürfen in Österreich derzeit noch fünf Jahre früher in Altersruhestand gehen als Männer (Ausnahme: Beamtenruhestand). Da dies laut Urteil des österreichischen Verfassungsgerichtshofes dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht, wurde beschlossen, das Pensionsantrittsalter der Frauen bis zum Jahr 2033 schrittweise an jenes der Männer (65 Jahre) anzupassen.
In fast allen Bereichen ist das Durchschnittsgehalt von Frauen geringer als das Durchschnittsgehalt von Männern (Ausnahme: Beamte). Dies ist einerseits auf eine unvollständige Umsetzung der Gleichbehandlung in der wirtschaftlichen Praxis zurückzuführen und andererseits darauf, dass viele Frauen früher in Ruhestand gehen, einer Teilzeitarbeit nachgehen oder sich der Kindererziehung widmen und daher Aufstiegschancen nicht wahrnehmen. Die außerfamiliäre Kinderbetreuung ist auf Grund des Föderalismus sehr unterschiedlich und in Teilen des Landes mit der vollen Berufstätigkeit beider Elternteile nicht vereinbar. In leitenden Positionen sind zumeist Männer vertreten. Die Tariflöhne in Österreich sind für beide Geschlechter gleich. In Österreich nutzen nur 2 von 100 Männern die Möglichkeit der Karenz mit Kinderbetreuung.
[drå werkln] Menschenrechte
Die Menschenrechtskonvention steht in Österreich im Verfassungsrang.
In den letzten Jahren gab es bei Polizeieinsätzen zwei Vorfälle mit Personen afrikanischer Herkunft, die dabei zu Tode kamen. Diese Fälle der Schwarzafrikaner Marcus Omofuma und Seibane Wague wurden in den Medien und in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert und erörtert. Einige der involvierten Polizisten sowie ein Notarzt wurden wegen fahrlässiger Tötung zu bedingten Haftstrafen verurteilt. Nach Ansicht von Amnesty International war das Strafausmaß zu gering, jedoch werden auch bei vergleichbaren Fällen mit inländischen Opfern keine höheren Strafen verhängt.
Zum Recht auf Meinungsfreiheit haben österreichische Gerichte in den letzten Jahren gegen Journalisten mehrere Urteile gefällt, die der Überprüfung durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nicht standgehalten haben. Es wurde bemängelt, dass die österreichischen Gerichte in der Abwägung zwischen den Rechten eines (beleidigten) Politikers und dem Recht auf freie Meinungsäußerung in den Medien der Meinungsfreiheit nicht ausreichend Rechnung getragen hätten.
[drå werkln] Geschichte
[drå werkln] Urgeschichte bis 15 v. Chr.
Die ältesten Spuren der Anwesenheit von Menschen in Österreich gehören dem Mittelpaläolithikum, der Zeit der Neandertaler, an. Viele Fundstellen liegen in Niederösterreich, die bekanntesten befinden sich in der Wachau – Darunter auch die Fundorte der beiden ältesten österreichischen Kunstwerke, die figürlichen Frauendarstellungen der sogenannten Tanzenden Fanny von Stratzing/Krems-Rehberg und der Venus von Willendorf.
Nach der schrittweisen Besiedelung aller Regionen Österreichs in der Jungsteinzeit steht die Kupfersteinzeit im Zeichen der Erschließung von Rohstoffvorkommen, vor allem Kupfer. Aus dieser Zeit stammt auch der Fund der berühmten Gletschermumie Ötzi im österreichisch-italienischen Grenzgebiet.
Während der Bronzezeit zwischen dem 3. und dem 1. Jahrtausend vor Christus wurden immer größere Handelszentren und auch Befestigungen, vorwiegend in Rohstoff-Abbaugebieten, errichtet. Im Umkreis von Hallstatt begann die systematische Gewinnung von Salz; nach diesem Ort ist auch die ältere Periode der Eisenzeit, die Hallstattzeit, benannt. Die jüngere Eisenzeit, auch La-Tène-Zeit genannt, steht im Zeichen der Kelten, welche im Süden und Osten des heutigen Österreich das erste Staatsgebilde errichteten – der Westen wurde zu dieser Zeit von Rätern besiedelt.
[drå werkln] Römische Provinz und Völkerwanderung 15 v. Chr.–700 n. Chr.
Der größte Teil des heutigen, österreichischen Staatsgebiets wurde um 15 v. Chr. vom Römischen Reich besetzt. Der römische Kaiser Claudius richtete während seiner Herrschaft (41–54 n. Chr.) die römische Provinz Regnum Noricum ein, deren Grenzen einen Großteil des heutigen Österreich umfassten. Die östlich von Vindobona (dem heutigen Wien) gelegene Stadt Carnuntum war die größte römische Stadt, weitere wichtige Orte waren Virunum (nördlich des heutigen Klagenfurt) und Teurnia (nahe Spittal an der Drau).
Nach der Ausbreitung des Christentums im 2. Jahrhundert n. Chr. begann der langsame Niedergang des römischen Reiches im Zuge der Völkerwanderung. Nach kontinuierlicher Bedrängung der Provinz Noricum durch die Goten und andere germanische Völker, begann ab dem 6. Jahrhundert die Besiedlung durch die Bajuwaren und, im heutigen Vorarlberg, durch die Alamannen, sowie im Osten und Süden durch Slawen und Awaren. Im nördlichen Alpenraum hatte sich ab Mitte des 6. Jahrhunderts das baierische Stammesherzogtum gebildet, deren Herrscher aus dem Geschlecht der Agilolfinger stammten. Nur wenige Jahrzehnte später war das römische Reich schließlich endgültig zerfallen.
[drå werkln] Frankenreich und Heiliges Römisches Reich 700–1806
Weite Gebiete des heutigen Österreich gehörten im späten 8. Jahrhundert zum baierischen Stammesherzogtum im Fränkischen Reich Karls des Großen. Im folgenden Ostfrankenreich war in der Region des heutigen Niederösterreich seit 856 eine Marcha orientalis den Karolingern unterstellt. Diese Grenzmark im Südosten des Reiches wurde zur Keimzelle des späteren Österreich. Dieses Gebiet ging 907 allerdings an die Ungarn verloren. Erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld 955 konnte das ostfränkische Reich wieder nach Osten expandieren, und es entstanden neue Herzogtümer und Markgrafschaften. Damit begann auch eine weitere Welle bajuwarischer (baierischer) Siedlungstätigkeit.
Im Jahr 976 entstand die älteste Ländereinheit auf dem Boden der heutigen Republik Österreich in der Form des selbständigen Herzogtums Kärnten. Im selben Jahr wurde die Marcha Orientalis von Kaiser Otto II. einem Babenberger-Grafen übereignet. Die Marcha Orientalis wurde darin erstmals Ostarrîchi genannt; Aussprache und Schreibweise wandelten sich später zu Österreich. Die älteste bekannte schriftliche Nennung des Namens stammt aus einem in Bruchsal verfassten Dokument vom 1. November 996. Darin ist eine Schenkung Kaiser Ottos III. an den Bischof von Freising festgehalten, nämlich eines Gebietes „in der gewöhnlich Ostarrichi genannten Region“ („regione vulgari vocabulo Ostarrichi“), womit die Region um Neuhofen an der Ybbs gemeint war („in loco Niuuanhova dicto“). Diese Urkunde wird heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt. Das Gebiet wurde auch als Ostland (lat. Austria) oder Osterland bekannt und am 8. September 1156 von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) auf dem Hoftag in Kreuzhof bei Regensburg zu einem eigenständigen, von Bayern unabhängigen Herzogtum erhoben. Damit beginnt die eigentliche Geschichte Österreichs als selbständiges Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reiches.
Den Babenbergern folgten ab 1278 die Habsburger, die ihr Herzogtum Österreich durch das gefälschte Privilegium Maius (maius = größer, Komparativ zu lat. magnus = groß) zum Erzherzogtum Österreich machten, um ihren besonderen Rang zu betonen. Sie dehnten ihr Herrschaftsgebiet bis 1526 weiter aus und wurden zum Machtfaktor im Heiligen Römischen Reich. Schon die späten Babenberger hatten die Steiermark mit Österreich verbinden können, die Habsburger schufen davon ausgehend mit der Erwerbung Kärntens, Tirols, Krains und anderer Gebiete einen Länderkomplex in den Ostalpen, der Herrschaft zu Österreich genannt wurde. Ab 1438 besaß die Dynastie fast durchgehend die römisch-deutsche Königs- und die damit verbundene Kaiserwürde.
Die Reformation der Kirche konnte sich anfangs schnell durchsetzen, wurde aber im Laufe des 17. Jahrhunderts zurückgedrängt, was von den damaligen Habsburgern als wichtigste Aufgabe gesehen wurde.
Vom späten 15. Jahrhundert bis 1690 waren die habsburgischen Länder ständigen Angriffen des Osmanischen Reichs ausgesetzt, das von Ungarn aus westwärts strebte. Nach der Abwehr der Zweiten Wiener Türkenbelagerung von 1683 wurden die kriegerischen Erfolge (unter anderem des Prinzen Eugen von Savoyen) im Kampf gegen die Türken im Frieden von Karlowitz und im Frieden von Passarowitz bestätigt, indem die die bis 1908 gültige Grenze erreicht wurde; darüber hinausgehende Erwerbungen wurden im Frieden von Belgrad jedoch wieder rückgängig gemacht.
1713 wurde mit der Pragmatischen Sanktion erstmals ein für alle habsburgischen Länder gleichermaßen gültiges Grundgesetz in Kraft gesetzt. Es wurde (erstmals) festgelegt, dass nach dem absehbaren Aussterben der Herrscherdynastie in männlicher Linie die Erbfolge über die weibliche Linie zu erfolgen habe. Daraus ergab sich, dass die Tochter Kaiser Karls VI., Maria Theresia, ihm als Monarchin der Habsburgischen Erblande folgen konnte und damit den Töchtern seines älteren Bruders Joseph vorgezogen wurde. Nachbarstaaten, deren Monarchen die Pragmatische Sanktion anerkannt hatten, versuchten nach dem Tod des Kaisers dennoch, im Österreichischen Erbfolgekrieg Beute zu machen, doch konnte Maria Theresia, die mit Franz I. Stephan von Lothringen das neue Haus Habsburg-Lothringen begründete, die Erbländer großteils für sich behaupten. Als Preußen und Russland im 18. Jahrhundert Polen aufteilten, erhielt Österreich Galizien und Lodomerien zugesprochen.
Franz II. gründete 1804 das Kaisertum Österreich und nahm als Franz I. den Titel Kaiser von Österreich an, um die Gleichrangigkeit mit dem neuen französischen Kaiser zu wahren. 1806 legte er dann unter dem Druck Napoleons die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nieder, womit dieses zu bestehen aufhörte. (Somit war er für zwei Jahre der einzige Doppelkaiser der Geschichte.)
[drå werkln] Kaisertum Österreich (1804–1867) und Doppelmonarchie Österreich-Ungarn (1867–1918)
Das neue Kaisertum Österreich war ein Vielvölkerstaat, in dem außer Deutsch auch Ungarisch, Italienisch, Tschechisch, Polnisch, Ukrainisch, Rumänisch, Kroatisch, Serbisch, Slowakisch und Slowenisch gesprochen wurde. Mit seinen vormals zum Heiligen Römischen Reich gehörenden Gebieten gehörte es ab 1815 zum Deutschen Bund, in dessen Bundesversammlung der österreichische Gesandte den Vorsitz führte. Das Land Salzburg fiel im Jahr 1816 als Herzogtum an das Kaisertum Österreich, nachdem es seit 1328 ein eigenständiges Fürsterzbistum gewesen war.
Leitender Politiker des österreichischen Biedermeier war der Außenminister und spätere Staatskanzler Metternich. Ihm ging es darum, die Bevölkerung mit Zensur und Spitzelsystem ruhigzustellen, um mittels Restauration die alte Ordnung zu erhalten: die absolute Monarchie. Die gleichen Ziele hatten zu dem Zeitpunkt Preußen und Russland, gemeinsam gründeten diese drei Monarchien die Heilige Allianz. Andererseits fand in dieser Epoche auch die Industrialisierung Österreichs statt. 1837 verkehrte zwischen Floridsdorf bei Wien und Deutsch-Wagram die erste Dampfeisenbahn, erstes Teilstück der Nordbahn, der wichtigsten Bahnstrecke der Monarchie.
In der Revolution des Jahres 1848 strebten die Völker der Monarchie nach Demokratie und Unabhängigkeit; Staatskanzler Metternich wurde verjagt. Nur die k. k. Armee unter Radetzky, Jelačić und Windisch-Graetz und die Hilfe der russischen Armee sicherten der Monarchie das Überleben. Am 2. Dezember 1848 löste der 18-jährige Franz Joseph den kranken Kaiser Ferdinand I. auf dem Thron ab. Der unerfahrene neue Herrscher hielt 1849 Gericht über die aufständischen Ungarn und ließ ein Dutzend der höchsten ungarischen Heerführer hinrichten. Seine Popularität war in den ersten 20 Jahren seiner Regierung ausgesprochen gering.
Im Kampf um die Vormachtstellung im Deutschen Bund (Deutscher Dualismus) erzwang Preußen unter Bismarck eine Entscheidung im Sinne der kleindeutschen Lösung ohne Österreich. Im Deutschen Krieg 1866 unterlag Österreich, das den Deutschen Bund anführte, den Preußen und ihren Verbündeten in der Schlacht bei Königgrätz. Der Deutsche Bund löste sich auf und Österreich spielte im weiteren deutschen Einigungsprozess keine Rolle mehr.
Bereits 1859 hatte Österreich nach der Schlacht von Solferino die Vorherrschaft in Norditalien verloren. Mit der Niederlage im Deutschen Krieg musste es auch noch Venetien an das mit Preußen verbündete Italien abtreten.
Der durch die Niederlagen politisch geschwächte Kaiser musste im Inneren tiefgreifende Reformen durchführen und seine (neo-)absolutistische Regierungsweise aufgeben; gegen seinen zähen Widerstand erfolgte die Umwandlung in eine konstitutionelle Monarchie.
Der mit Ungarn erzielte Österreichisch-Ungarische Ausgleich von 1867 führte zur Umwandlung der österreichischen Monarchie in die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie. Diese Begünstigung der Magyaren, die in der Innenpolitik nun von Österreich weitestgehend unabhängig wurden, gegenüber den anderen Völkern der Monarchie heizte die Nationalitätenkonflikte nur noch weiter an. Während die Bestrebungen der tschechischen Nationalbewegung um einen Österreichisch-Tschechischen Ausgleich scheiterten, konkurrierten die slowakische Nationalbewegung und in geringerem Maße die von kroatischen Intellektuellen angeführte Illyrische Bewegung, die von Russland unterstützt wurde, mit der Magyarisierungspolitik der ungarischen Regierung.
Nach dem erzwungenen Rückzug aus Deutschland und Italien hatte die Monarchie Südosteuropa als neues Einflussgebiet erkoren. Mit der Annexion von Bosnien 1908, welche die Bosnische Annexionskrise auslöste, wurde Habsburg für viele politische Aktivisten auf dem Balkan zum Feind, der den nationalen Zusammenschluss behinderte. Außerdem trat die Monarchie dort in Konkurrenz zu Russland, das sich als Schirmherr aller Slawen bezeichnete.
Nach dem Attentat von Sarajevo führten die Selbstüberschätzung Österreich-Ungarns und die „Automatik“ der europäischen Beistandspakte 1914 zum Ersten Weltkrieg, der 1918 das Ende der k. u. k. Monarchie mit sich brachte.
[drå werkln] Gründung der Republik 1918
Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel Österreich-Ungarn. Am 21. Oktober 1918 traten die Reichsratsabgeordneten der deutschsprachigen Gebiete (sie bezeichneten sich selbst als Deutsche) einschließlich jener Böhmens und Mährens zum ersten Mal als Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich zusammen; den Vorsitz hatte Karl Seitz. Ihr Vollzugsausschuss, ebenso unter Seitz’ Vorsitz, wurde Staatsrat genannt und bestellte am 30. Oktober 1918 die erste Regierung Deutschösterreichs, deren Minister nach angelsächsischem Vorbild die Bezeichnung „Staatssekretär“ trugen; erster Staatskanzler wurde Karl Renner, der 1945 bei der Gründung der Zweiten Republik neuerlich eine wichtige Rolle spielen sollte. Erster provisorischer Außenminister war Victor Adler. Auf dem vorwiegend von Menschen mit deutscher Muttersprache bewohnten Gebiet Altösterreichs entstand so ein neuer Staat.
Die noch amtierende kaiserliche Regierung versuchte Anfang November 1918, den deutschösterreichischen Staatsrat in die Waffenstillstandsentscheidungen einzubeziehen. Der Staatsrat entschied jedoch, die Monarchie, die den Krieg begonnen habe, müsse ihn auch beenden. Der Waffenstillstand zwischen Österreich und Italien vom 3. November 1918 (die ungarischen Truppen hatten die Front bereits Ende Oktober, zum Austritt Ungarns aus der Realunion mit Österreich, verlassen) wurde somit noch von Kaiser Karl I. und seiner k. k. Regierung verantwortet.
Führende Politiker der k. k. Regierung und des Staatsrates arbeiteten gemeinsam die Erklärung aus, mit der Karl I. am 11. November 1918 auf „jeden Anteil an den Staatsgeschäften“ verzichtete. Dies war zwar nicht dasselbe wie eine Abdankung, die Entscheidung über die Staatsform war damit aber de facto gefallen. Am 12. November wurde von der Provisorischen Nationalversammlung formell beschlossen, dass der Staat Deutschösterreich eine demokratische Republik sei.
[drå werkln] Erste Republik (1918–1933)
In der Republik waren erstmals auch alle Frauen wahlberechtigt. In den Koalitionsregierungen 1918–1920 entstanden bedeutende Sozialgesetze (z. B. Schaffung der Arbeiterkammer als gesetzliche Interessensvertretung der Arbeiter und Angestellten, Acht-Stunden-Tag, Sozialversicherung). Der Adel wurde im April 1919 abgeschafft, Mitglieder der Familie Habsburg-Lothringen durften nur in Österreich bleiben, wenn sie sich als Bürger der Republik bekannten und jeden Herrschaftsanspruch aufgaben. „Der ehemalige Träger der Krone“ (wie er im Gesetz hieß) wurde, da er die Abdankung verweigerte, auf Dauer des Landes verwiesen, war aber zuvor bereits in die Schweiz ausgereist, um der drohenden Internierung zu entgehen. Die Habsburg-Lothringenschen „Familienfonds“, quasi Stiftungsvermögen zugunsten selbst einkommensloser Habsburger, wurden als Staatseigentum erklärt, individuelles Privatvermögen nicht angetastet.
Im Vertrag von Saint-Germain wurde 1919 der Staatsname „Republik Österreich“ vorgeschrieben und der laut Verfassung vorgesehene Beitritt zur neuen Deutschen Republik untersagt. Einige Gebiete, in denen die Mehrheit der Bevölkerung Deutsch sprach (z. B. Egerland, Südmähren, Südtirol) durften zudem durch den entgegenstehenden Willen der Siegermächte nicht bei Österreich verbleiben. Der Kärntner Abwehrkampf gegen die Truppen des Königreichs SHS mobilisierte hingegen die internationale Öffentlichkeit und führte auf Wunsch der Siegermächte zur Volksabstimmung in Südkärnten am 10. Oktober 1920, die eindeutig für die Zugehörigkeit des Abstimmungsgebietes südlich der Drau zur Republik Österreich ausging.
Am 21. Oktober 1919 wurde der Name in „Republik Österreich“ geändert und 1920 das neue österreichische Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) beschlossen (es gilt in der Fassung von 1929, mit der das Amt des Bundespräsidenten gestärkt wurde, im Wesentlichen bis heute). Im Jahr 1921 wurde das Burgenland, der überwiegend deutsch besiedelte Teil Westungarns, als selbständiges Land im Bund in die Republik aufgenommen. Für die natürliche Hauptstadt des Gebietes, Ödenburg (Sopron), wurde auf ungarischen Wunsch, der von Italien unterstützt wurde, die Volksabstimmung 1921 im Burgenland durchgeführt, wobei sich die Mehrheit für Ungarn entschied. In den zeitgenössischen österreichischen und ungarischen Darstellungen dieser Volksabstimmung waren zahlreiche Divergenzen zu bemerken. Die Bundesregierung stellten seit 1920 die Christlichsozialen und ihre Koalitionspartner vom rechten Flügel. Die Sozialdemokraten, Mehrheitspartei im „Roten Wien“, waren auf Bundesebene in scharfer Opposition.
Die Hyperinflation der frühen zwanziger Jahre wurde 1925 durch die Einführung der Schillingwährung beendet. Die konservative Regierung sorgte dafür, dass der Schilling stabil blieb; er wurde als Alpendollar bezeichnet. Kehrseite dieser kargen Wirtschaftspolitik war, dass in der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise kaum staatliche Maßnahmen zur Bekämpfung der enorm hohen Arbeitslosigkeit vorgesehen waren.
Politische Wehrverbände (Republikanischer Schutzbund, Freiheitsbund) zogen Männer an, die als Sozialdemokraten einen Umsturz fürchteten oder in Heimwehren als Rechte die Demokratisierung ablehnten. 1927 wurde in Schattendorf im Burgenland auf waffenlos demonstrierende Schutzbündler gefeuert. Ein Invalider und ein Kind kamen zu Tode. Die Nachricht vom Schattendorfer Urteil, in dem die Täter freigesprochen wurden, führte am Tag darauf, dem 15. Juli 1927, zur Eskalation im Wiener Justizpalastbrand. Die völlig überforderte Polizei schoss in äußerster Brutalität wahllos in die große Menschenmenge und machte dann Jagd auf flüchtende Demonstranten. Bei der so genannten Julirevolte waren 89 Tote zu beklagen, davon vier Polizisten. Bundeskanzler Prälat Ignaz Seipel („Keine Milde!“) verteidigte im Parlament das skandalöse Vorgehen der Polizei.
In den folgenden Jahren führten die schlechte Wirtschaftslage und politische Auseinandersetzungen Österreich immer tiefer in eine Krise. Der Austromarxismus sprach vom Endziel Diktatur des Proletariats und machte damit allen Konservativen Angst; allerdings wollte man dieses Ziel auf demokratischem Weg erreichen. Auf der rechten Seite des Parteienspektrums machte sich teilweise die Auffassung breit, die Demokratie sei zur Lösung der Probleme des Landes nicht geeignet. Benito Mussolini war dafür Vorbild.
Einer der christlichsozialen Politiker, die diese Haltung vertraten (es gab auch christlichsoziale Demokraten wie Leopold Kunschak), war Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Als der Nationalrat nach dem Rücktritt aller drei Präsidenten (wegen einer Streitfrage um eine Abstimmung) auseinanderging, verhinderte er im März 1933, auf Grund dieser Geschäftsordnungskrise, sein Wiederzusammentreten mit Polizeigewalt und verkündete die „Selbstausschaltung des Parlaments“. Eine von mehr als einer Million Menschen unterzeichnete Petition an Bundespräsident Miklas, für die Wiederherstellung des verfassungsmäßigen Zustandes zu sorgen, blieb erfolglos, obwohl Miklas die Verfassungswidrigkeit von Dollfuß’ Vorgehen klar war.
[drå werkln] Bundesstaat Österreich auf ständischer Basis (1934–1938)
Dollfuß nützte das nach wie vor gültige Kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz von 1917, um fortan eigenmächtig Gesetze durch Verordnungen der Bundesregierung zu ändern oder einzuführen. Am 12. Februar 1934 fanden die bis dahin schwelenden Auseinandersetzungen zwischen den regierenden Christlichsozialen (Vaterländische Front) und den oppositionellen Sozialdemokraten im Österreichischen Bürgerkrieg ihren gewaltsamen Höhepunkt. Die Regierung setzte das Bundesheer und seine Kanonen ein. Es folgten einige Todesurteile gegen Schutzbündler, die Absetzung des Wiener Bürgermeisters und das Verbot der Sozialdemokratischen Partei und ihrer Vorfeldorganisationen. Dollfuß proklamierte hierauf am 1. Mai 1934 in der autoritären „Maiverfassung“ den Bundesstaat Österreich auf ständischer Grundlage (Ständestaat).[36] Es handelte sich um eine Diktatur, die schon damals (z. B. in einem Privatbrief von Bundespräsident Miklas, wie Friedrich Heer berichtet), mit dem Begriff Austrofaschismus bezeichnet wurde.
Wenige Wochen danach kam es zum Juliputsch von Anhängern der in Österreich seit 1933 verbotenen NSDAP. Einigen Putschisten gelang es am 25. Juli 1934, in das Bundeskanzleramt vorzudringen, wo Dollfuß so schwer verletzt wurde, dass er kurz darauf, da ihm medizinische Hilfe verweigert wurde, im Amt verstarb. Der Putschversuch wurde innerhalb weniger Stunden niedergeschlagen. Neuer Bundeskanzler wurde Kurt Schuschnigg.
Die Politik des Ständestaates zielte darauf, Österreich als den „besseren deutschen Staat“ darzustellen. In der Tat war Österreich vor dem Anschluss an Deutschland die um vieles mildere Diktatur: Zahlreiche von den Nationalsozialisten verfolgte Menschen, vor allem Schauspieler und Schriftsteller, suchten 1934–1938 in Österreich Zuflucht. Im äußeren Erscheinungsbild kopierte das Regime (dies wurde später Konkurrenzfaschismus genannt) Elemente aus dem faschistischen Italien und aus dem nationalsozialistischen Deutschland: Aufmärsche mit einem Fahnenmeer, die Einheitsorganisation Vaterländische Front, das Führerprinzip, das Verbot der Parteien.
Hatte Adolf Hitler beim Juliputsch noch den Unbeteiligten gespielt, weil Mussolini Österreich damals noch unabhängig erhalten wollte, so verstärkte sich der Druck des Dritten Reiches auf Österreich nach 1934 von Jahr zu Jahr. Schuschnigg wurde bei Treffen von Hitler eingeschüchtert und erpresst, nationale (= deutschnationale) Minister in seine Regierung aufzunehmen. Als der Kanzler im März 1938 in einem Verzweiflungsakt eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Österreichs ankündigte, erzwang Göring durch telefonische Drohungen von Bundespräsident Miklas die Einsetzung einer NS-Regierung. Parallel zu deren Amtsantritt am 12. März 1938 fand der längst vorbereitete Einmarsch der deutschen Truppen (Unternehmen Otto) statt. Zu diesem Zeitpunkt hatten mancherorts, z. B. in Graz, die einheimischen Nationalsozialisten bereits die Macht ergriffen. Am 13. März 1938 erließ Hitler, von der Begeisterung seiner österreichischen Anhänger motiviert, das ursprünglich von ihm nicht für diesen Zeitpunkt vorgesehene Anschlussgesetz. Sofort begann der Terror gegen jüdische Österreicher, der auch in sogenannten „Arisierungen“, das heißt dem Raub an jüdischem Eigentum, seinen Ausdruck fand.
[drå werkln] Drittes Reich (1938–1945)
Die gravierendste Folge des „Anschlusses“ war der sofort einsetzende Terror gegen jüdische Österreicher, der später im Massenmord gipfelte. Aus rassischen oder politischen Gründen unerwünschte Menschen flüchteten, sofern sie nicht sehr bald im KZ landeten, zu Zehntausenden ins Ausland.
Österreich blieb im Reich zunächst als Land erhalten, am 14. April 1939 wurden dann aber die ehemaligen Bundesländer und Wien durch das „Ostmarkgesetz“ zu nationalsozialistischen Reichsgauen umgebildet, der Name Österreich sollte verschwinden: So wurde das zunächst Land Österreich genannte Gebiet kurz darauf als Ostmark und ab 1942 schließlich als Alpen- und Donau-Reichsgaue bezeichnet. Dabei wurde das Burgenland zwischen den Gauen Niederdonau und Steiermark aufgeteilt, Osttirol an den Gau Kärnten angeschlossen und der steirische Teil des Salzkammerguts zum Gau Oberdonau geschlagen. Wiens Fläche wurde auf Kosten des Umlandes verdreifacht (Groß-Wien).
Der gebürtige Österreicher Adolf Hitler führte nach seinem beruflichen Scheitern in seinem Heimatland und seiner politischen Karriere in Deutschland Österreich in die nationalsozialistische Willkürherrschaft und ließ in der Folge alle Hinweise auf eine Eigenständigkeit des Landes tilgen. An Hitlers Politik und Verbrechen beteiligten sich zahlreiche Österreicher mit großer Intensität: Bekannte Täter wie Arthur Seyss-Inquart, Adolf Eichmann und Alexander Löhr waren Österreicher. Aber auch unter den KZ-Aufsehern, SS-Männern und Gestapo-Mitarbeitern waren viele Österreicher tätig.
1938 wurde das Doppellagersystem Mauthausen/Gusen errichtet, welches das KZ Mauthausen und KZ Gusen umfasste. Im Laufe der Jahre wurde diesem Lagersystem ein Netz von Außenstellen angeschlossen, das sich über ganz Österreich erstreckte. Aus ganz Europa wurden in diesen Konzentrationslagern Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen u. a. in der Rüstungsproduktion und im Straßenbau eingesetzt. Allein in Mauthausen kamen etwa 100.000 Häftlinge ums Leben.
Der Zweite Weltkrieg endete schließlich mit dem Untergang des Dritten Reiches (vgl. Chronologie des Zweiten Weltkrieges).
[drå werkln] Nachkriegszeit und Zweite Republik
Mit dem Kriegsende 1945, der Niederlage des Großdeutschen Reiches, wurde Österreich als unabhängiger Staat wiederhergestellt. Dies hatten die späteren Siegermächte bereits 1943 in der Moskauer Deklaration angekündigt. Bereits am 27. April trat eine provisorische Staatsregierung mit Karl Renner als Staatskanzler zusammen und proklamierte die Wiedererrichtung der (Zweiten) Republik. Bald darauf wurde die Bundesverfassung vom 1. Oktober 1920 in der Fassung von 1929 durch das Verfassungsüberleitungsgesetz wieder in Geltung gesetzt. Ausnahme waren Bestimmungen, die die Umwandlung des Bundesrates in einen Länder- und Ständerat vorsahen. Österreich gewann damit den Status einer gewaltenteilenden, repräsentativen, parlamentarischen und föderalistischen Demokratie zurück.
Eines der ersten von der provisorischen Staatsregierung erlassenen Gesetze war das Verbotsgesetz, mit dem die NSDAP, ihre Wehrverbände, sowie sämtliche Organisationen, die mit ihr zusammenhängen, aufgelöst und verboten wurden.
Die Volkswahl des Bundespräsidenten wurde, wie schon 1932, sistiert und Karl Renner von der Bundesversammlung einstimmig zum Staatsoberhaupt gewählt.
Nach Renners Tod wurde Theodor Körner als Kandidat der SPÖ am 27. Mai 1951 zum Bundespräsidenten gewählt. Dies war somit die erste Volkswahl eines Staatsoberhauptes in der österreichischen Geschichte. Von 1945 bis 1947 wird Österreich nach dem Willen der Besatzungsmächte durch eine Allparteienregierung (ÖVP, SPÖ, KPÖ) regiert. Ab 19. November 1947 bildeten ÖVP und SPÖ eine große Koalition. Diese wurde bis 1966 fortgeführt.
Bis 1955 war Österreich, wie auch Nachkriegs-Deutschland, in Besatzungszonen aufgeteilt. Die größte Zone war die sowjetische, zu der Oberösterreich nördlich der Donau (Mühlviertel), Niederösterreich in den Grenzen von 1937 (d. h. vor der Errichtung Groß-Wiens), das wieder errichtete Burgenland und in Wien die Bezirke 2, 4, 10, 20, 21 und 22 gehörten. Von Seiten der Sowjetunion wurden als Deutsches Eigentum beschlagnahmte Betriebe in einem USIA genannten Konzern zusammengefasst, was, gemäß den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz, Teil der von Österreich zu leistenden Reparationen war.
Unter den Österreichern, sowohl der Bevölkerung wie auch der Politik, war nach 1945 und bis weit in die folgenden Jahrzehnte hinein die Ansicht weit verbreitet, Österreich sei (wie in der Moskauer Deklaration 1943 formuliert) „erstes Opfer Hitlers“ gewesen, womit die Mitschuld am Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust heruntergespielt oder geleugnet werden sollte. Der überwiegende Teil rechtfertigte sich später damit, es sei ihm „nichts anderes übrig geblieben“[37]. Eine Folge dieser „Opferthese“ ist die bis heute nur sehr schleppend durchgeführte Restitution geraubten Vermögens.
Mit der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages am 15. Mai 1955 durch die Bundesregierung und Vertreter der Siegermächte und mit dem formal davon unabhängigen (also im Staatsvertrag nicht verankerten) Bekenntnis zur Neutralität sowie der Verpflichtung, keinen erneuten Anschluss an Deutschland anzustreben, erlangte die Republik ihre volle Souveränität am 27. Juli 1955.
Am 26. Oktober 1955, nach dem Abzug der Besatzungssoldaten, erfolgte vom Nationalrat der Beschluss über die Immerwährende Neutralität Österreichs, dieser Tag ist seit 1965 österreichischer Nationalfeiertag. Die Neutralität (heute besser: Bündnisfreiheit) ist eine militärische und bedeutete von Anfang an keine Äquidistanz zu den Wertesystemen von West und Ost; dies wurde 1956 beim ungarischen Aufstand gegen das kommunistische Regime bewiesen, ebenso 1968, als Truppen des Warschauer Paktes die Tschechoslowakei besetzten. Bedingt durch die Neutralität konnten sowohl mit den westlichen Ländern als auch mit den damaligen Ostblockländern gute kulturelle und wirtschaftliche Bande geknüpft werden, was dem Land in der Zeit des Wiederaufbaues noch lange half.
Am 14. Dezember 1955 trat Österreich der UNO bei und war 1973–74 sowie 1991–92 Mitglied des Sicherheitsrates (siehe: Österreich in den Vereinten Nationen). Bereits 1956/57 nahm die IAEO, die Internationale Atomenergieorganisation, ihren Sitz in Wien, 1969 kam die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) dazu, später folgten weitere UN-Agenturen. Für die Periode 2009/2010 wurde Österreich 2008 wieder als nichtständiges Mitglied in den Sicherheitsrat gewählt[38].
Den Konflikt mit Italien wegen des mehrheitlich deutschsprachigen Südtirol, das bis 1918 zur österreichischen Reichshälfte gehört hatte und von Italien nach dem Ersten Weltkrieg annektiert worden war, brachte Österreich in den sechziger Jahren vor die UNO. Die in der Folge (1969) für die Südtiroler Bevölkerung erreichte Autonomieregelung hat sich bewährt und wurde seither noch weiter ausgebaut.
1966–1970 gab es die erste Alleinregierung der Zweiten Republik, gestellt von der christdemokratischen ÖVP unter Josef Klaus. 1970–1983 folgten sozialistische Alleinregierungen unter Bruno Kreisky. Bedeutend für Österreich war in dieser Zeit die weit gespannte Außenpolitik Kreiskys, die unter anderem durch den Bau der Wiener UNO-City und die Internationalisierung der Palästinenserfrage, die Kreisky erstmals vor die UNO brachte, symbolisiert wurde.
1978 fand die Volksabstimmung über die von der Regierung Kreisky befürwortete Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Zwentendorf statt; sie ging negativ aus. Österreich produziert bis heute keine Kernenergie und lehnt dies auch für die Zukunft ab.
1979 wurde Wien nach der Fertigstellung seiner UNO-City offiziell dritter Amtssitz der Vereinten Nationen neben New York und Genf. Unabhängig davon siedelte sich die OPEC in Wien an.
1983 fädelte der abtretende Bruno Kreisky eine kleine Koalition der Sozialdemokraten (SPÖ) mit der damals nationalliberalen FPÖ (Freiheitliche Partei) ein; die FPÖ hatte ihm durch Stillhalten bereits 1970 an die Macht verholfen. Bundeskanzler wurde Fred Sinowatz (SPÖ). Nach der Wahl des Rechtspolitikers Jörg Haider zum Parteiobmann der FPÖ 1986 wurde die Koalition von der SPÖ auf Betreiben Franz Vranitzkys beendet.
Der Zerfall des Ostblocks 1989/1990 ließ den Eisernen Vorhang verschwinden, der die Entwicklung Ostösterreichs 1945–1989 beeinträchtigt hatte.
1987–1999 bildeten die Sozialdemokraten (SPÖ) „große Koalitionen“ mit der christdemokratischen ÖVP (Bundeskanzler Vranitzky und Viktor Klima, beide SPÖ). In diesen Zeitraum fiel der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union (1995), für den sich insbesondere Alois Mock und Vranitzky eingesetzt hatten. Bei der Volksabstimmung 1994 stimmten zwei Drittel der Teilnehmer dafür.
[drå werkln] Gegenwart
Seit der Öffnung der Grenzen des früheren Ostblocks 1989/1990 liegt Österreich nun nicht mehr an der Ostgrenze des kapitalistisch ausgerichteten Europas. Österreich wird einer der stärksten Investoren in den Reformländern. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre werden Menschen aus den einander bekriegenden jugoslawischen Nationalitäten verstärkt in Österreich aufgenommen.
Nach dem Ende des Kalten Krieges 1991 und insbesondere nach dem EU-Beitritt 1995 ist die Neutralitätspolitik alten Stils für Österreich obsolet. Der Begriff Neutralität ist auf Grund der unterzeichneten EU-Verträge im Wesentlichen auf eine Bündnisfreiheit reduziert und hat hauptsächlich identitätspolitische Bedeutung; de facto hat Österreich als Vollmitglied der EU, die eine gemeinsame Verteidigungspolitik anpeilt, diesem Vorhaben zugestimmt und kann daher nicht mehr neutral oder bündnisfrei sein.
Österreich hat in der zweiten Hälfte 1998 sowie in der ersten Hälfte 2006 die Präsidentschaft des Rats der Europäischen Union inne. 1999 wurde der Euro als Buchgeld eingeführt, ab 1. Jänner 2002 ersetzt der Euro auch als Bargeld den Schilling. Österreich unterzeichnet 1995 das Schengener Abkommen und beseitigt 1997 die Grenzkontrollen zu Deutschland und Italien.
Die SPÖ-ÖVP-Koalitionsregierungen 1986–2000 werden 2000–2006 von Regierungen der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) mit der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) abgelöst. Die damals 14 anderen EU-Mitgliedstaaten reagieren auf die Regierungsbeteiligung der von ihnen als rechtsradikal eingeschätzten FPÖ mit einer vorübergehenden bilateralen Kontaktsperre auf Regierungsebene („EU-Sanktionen“), die wirkungslos bleibt. Nach der Spaltung der FPÖ 2005 wird das neugegründete Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) Regierungspartner.
Nach der Erweiterung des Schengenraum Ende 2007 (Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien) bzw. Ende 2008 (Schweiz), ist Österreich mit Ausnahme der Grenze zu Liechtenstein völlig von Schengenstaaten umgeben.
Von der ÖVP ausgelöste vorgezogene Nationalratswahlen im September 2008 führten zu einer Neuauflage der rot-schwarzen Koalition unter den neuen Parteichefs Werner Faymann (SPÖ) und Josef Pröll (ÖVP)[39].
[drå werkln] Politik
Vorlage:Siehe auch Vorlage:Siehe auch
[drå werkln] Politisches System
Österreich ist nach der Bundesverfassung von 1920 in der Fassung von 1929, die 1945 wieder in Kraft gesetzt wurde, eine föderale, parlamentarisch-demokratische Republik, bestehend aus neun Bundesländern. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident, der (laut Verfassungsnovelle 1929) für 6 Jahre direkt vom Volk gewählt wird; eine einmalige Wiederwahl ist zulässig.
Regierungschef ist der Bundeskanzler, der vom Bundespräsidenten ernannt wird. Üblicherweise wird der Parteiobmann der stärksten Parlamentsfraktion mit der Regierungsbildung beauftragt. Dies ist aber keine Verfassungsregel. Der Bundeskanzler ist jedoch, wie seine Regierung insgesamt, auf das Vertrauen des Nationalrates und damit auf eine Mehrheit in dieser Parlamentskammer angewiesen, weshalb Minderheitsregierungen bisher nur in Ausnahmefällen ernannt wurden.
Die Bundesregierung wird vom Bundespräsidenten auf Vorschlag des Bundeskanzlers ernannt (wobei der Bundespräsident Vorschläge auch ablehnen kann). Spricht der Nationalrat der Regierung das Misstrauen aus, muss sie der Bundespräsident abberufen. Er kann die Regierung aber gem. Art. 70(1) B-VG auch von sich aus entlassen. Der Nationalrat kann vom Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung aufgelöst werden, worauf Neuwahlen auszuschreiben sind.
[drå werkln] Institutionen
Das österreichische Parlament besteht aus zwei Kammern. Der Nationalrat mit seinen 183 Abgeordneten wird nach dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht von allen Staatsbürgern nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Seine Gesetzgebungsperiode dauert vier, seit 2007 fünf Jahre, wenn sie nicht vom Nationalrat selbst oder von Bundespräsident und Bundesregierung durch Auflösung verkürzt wird, um frühere Neuwahlen zu ermöglichen. Der Nationalrat ist die dominierende Kammer der österreichischen Gesetzgebung. Eine 4-Prozent-Hürde verhindert eine zu große Zersplitterung der Parteienlandschaft im Nationalrat.
Der Bundesrat wird von den einzelnen Landtagen (den Parlamenten der Bundesländer) nach der Bevölkerungszahl beschickt. Er besitzt in den überwiegenden Fällen nur ein aufschiebendes Vetorecht, das durch einen Beharrungsbeschluss des Nationalrates überstimmt werden kann. Nur in Fällen, in denen in die Rechte der Bundesländer eingegriffen wird, besitzt der Bundesrat ein absolutes Vetorecht. Da der Bundesrat nach Parteienproporz beschickt wird, wird häufig kritisiert, dass dort nicht nach Länder-, sondern nach Parteieninteressen abgestimmt werde.
Vom 1. Juli 2003 bis 31. Jänner 2005 tagte ein Verfassungskonvent („Österreich-Konvent“), der Vorschläge für eine Reform der österreichischen Bundesverfassung erarbeitete. Der Vorsitzende Franz Fiedler erarbeitete einen eigenen Schlussbericht, da über die zukünftige Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern keine Einigung erzielt wurde.
Eine Besonderheit des politischen Systems in Österreich sind öffentlich-rechtliche Interessenvertretungen mit Pflichtmitgliedschaft, gesetzlich als Kammern bezeichnet, die oft durch privatrechtliche Vereine ergänzt werden. Als „große Kammern“ gelten die Wirtschaftskammer Österreich, die Kammer für Arbeiter und Angestellte und die Landwirtschaftskammer. Dazu kommen als Vereine Industriellenvereinigung, Österreichischer Gewerkschaftsbund und Bauernbund. Wird ein Gesetzentwurf als Regierungsvorlage ausgearbeitet, so erfolgt ein Begutachtungsverfahren, bei dem die Kammern Änderungsvorschläge usw. einbringen.
Die großen Interessenvertretungen werden als Sozialpartner bezeichnet, wenn sie gemeinsam nach Kompromissen in Streitfragen suchen; dadurch sind Streiks in Österreich sehr selten geworden. Gelegentlich werden sie nicht gewählte Nebenregierung bezeichnet, Österreich wird als Kammerstaat kritisiert. SPÖ und ÖVP haben die Kammern 2007 in Verfassungsrang gehoben, um Änderungen zu erschweren.
[drå werkln] Politische Parteien
Seit der Gründung der Republik Österreich wird die Politik von zwei großen Parteien, der christlich-konservativen Volkspartei ÖVP (bis 1934 Christlichsoziale Partei, 1934–1938 Vaterländische Front) sowie der sozialdemokratischen SPÖ (seit 1991, vorher seit 1945 Sozialistische Partei Österreichs bzw. bis 1934 Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs), geprägt. Beide entstanden schon während der Monarchie und wurden nach der Befreiung Wiens am Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 neu beziehungsweise wieder gegründet. 1945–1966 und 1986–1999 regierten diese beiden Parteien trotz ihrer weltanschaulichen Gegensätze in einer Großen Koalition. Die positiven Auswirkungen dieser Kooperation wurden unter dem Begriff der Sozialpartnerschaft, die negativen als parteipolitischer Proporz thematisiert.
Drittes, bis in die 1990er Jahre wesentlich kleineres parteipolitisches Kontinuum ist das deutschnationale Lager, welches sich in der ersten Republik vor allem in der Großdeutschen Volkspartei, in der zweiten Republik im VdU (Verband der Unabhängigen), danach in der FPÖ, der Freiheitlichen Partei Österreichs, sammelte. In den ersten Jahren der Zweiten Republik spielte auch die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) eine Rolle in der Politik des Landes, seit den 60er Jahren ist sie jedoch als Kleinstpartei auf Bundesebene bedeutungslos. Bei regionalen Wahlen, beispielsweise in Graz, erreicht sie aber auch heute noch nennenswerte Stimmanteile.
In den 1980er Jahren brach das starre, manchmal auch als hyperstabil bezeichnete Parteiensystem (mit einer der höchsten Dichten an Parteimitgliedern weltweit) auf: einerseits durch den Auftritt der Grünen auf der linken Seite des Parteienspektrums, andererseits durch die Neupositionierung der FPÖ als rechtspopulistische Partei. Von ihr spaltete sich 1993 das Liberale Forum ab, das allerdings bald wieder von der politischen Bühne verschwinden sollte. Im Jahr 2005 erlebte die FPÖ mit der Gründung des Bündnisses Zukunft Österreich (BZÖ) ihre zweite Spaltung. Bei der Nationalratswahl in Österreich 2008 erreichten FPÖ und BZÖ in Summe etwa die Stärke der ÖVP, kamen aber weder für SPÖ noch ÖVP als Koalitionspartner in Frage.
[drå werkln] Rechtswesen
Das österreichische Bundesverfassungsrecht ist zersplittert, da es im Gegensatz zu anderen Staaten kein Inkorporationsgebot gibt, demzufolge sämtliche nach In-Kraft-Treten der Verfassung beschlossenen Änderungen oder Ergänzungen ausschließlich direkt in die Verfassung selbst aufzunehmen sind und nicht in gesonderten Verfassungsgesetzen erlassen werden dürfen. Verfassungsregeln finden sich daher in Österreich nicht nur im Verfassungstext selbst, sondern auch in vielen anderen Verfassungsgesetzen und in einfachen Gesetzen enthaltenen Verfassungsbestimmungen.
Zentrales Verfassungsdokument ist
- das Bundes-Verfassungsgesetz (vom 1. Oktober 1920) in der Fassung von 1929 (B-VG) mit den seither ergangenen Novellen, das den „Kern“ des Bundesverfassungsrechts bildet[40].
Der Grundrechtskatalog fehlt im B-VG. Er wird durch zwei in Verfassungsrang stehende Rechtstexte gebildet:
- das Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger vom 21. Dezember 1867, RGBl. 142/1867, in Verfassungsrang gemäß Art. 149 Abs. 1 B-VG[41], und
- die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) vom 4. November 1950, ratifiziert 1958 (BGBl. 210/1958), in Verfassungsrang seit 1964 (BGBl. 59/1964)[42].
Weitere wichtige Bundesverfassungsgesetze (BVG; zur Unterscheidung von der ursprünglichen Verfassung, dem B-VG, ohne Bindestrich geschrieben!) sind:
- das Verbotsgesetz 1947, das nationalsozialistische „Wiederbetätigung“ gerichtlich strafbar macht (am 8. Mai 1945, BGBl. 13/1945, erstmals publiziert)[43],
- das Finanz-Verfassungsgesetz vom 21. Jänner 1948, BGBl. 45/1948, in der geltenden Fassung, das den Finanzausgleich zwischen „dem Bund und den übrigen Gebietskörperschaften“ (Originaltitel) regelt[44],
- das Neutralitätsgesetz vom 26. Oktober 1955, BGBl. 211/1955[45],
- der per 1. Jänner 1995 vom Parlament genehmigte EU-Beitrittsvertrag (BGBl. 45/1995)[46],
- weitere Ratifizierungen von EU-Verträgen.
Daneben bestehen noch mehr als 1.300 rein formelle Verfassungsgesetze und in einfachen Gesetzen als Verfassungsbestimmung bezeichnete Rechtsregeln (diese sichern sonst verfassungswidrige Ausnahmeregelungen ab) sowie Staatsverträge in Verfassungsrang. Am 4. Jänner 2008 wurde das Erste Bundesverfassungsrechtsbereinigungsgesetz (BVRBG), BGBl. I Nr. 2/2008[47] publiziert. Damit wurden 71 Bundesverfassungsgesetze, 167 Verfassungsbestimmungen und 6 verfassungsändernde Staatsverträge außer Kraft gesetzt oder als nicht mehr geltend festgestellt, außerdem 24 Bundesverfassungsgesetze zu einfachen Bundesgesetzen heruntergestuft und 225 weitere Bestimmungen ihres Verfassungsranges entkleidet.
Die zentrale Privatrechtskodifikation Österreichs, das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch vom 1. Juni 1811 (ABGB) (in Kraft getreten am 1. Jänner 1812), ist eine Naturrechtskodifikation, die 1914–1916 unter Einfluss der Historischen Rechtsschule tiefgreifend novelliert wurde. Weit reichende Änderungen erfolgten dann erst wieder ab 1970, insbesondere im Familienrecht. Große Bereiche des Privatrechts sind allerdings außerhalb des ABGB geregelt, wobei viele dieser Sondergesetze im Zuge des „Anschlusses“ an Deutschland 1938 in Österreich eingeführt wurden und nach 1945 in gegebenenfalls entnazifierter Fassung beibehalten wurden; so etwa das Ehegesetz (EheG), das Unternehmensgesetzbuch (UGB) und das Aktiengesetz (AktG).
Das Österreichische Strafrecht ist in modernen Kodifikationen wie etwa dem Strafgesetzbuch (StGB) vom 23. Jänner 1974 oder der Strafprozessordnung (StPO) vom 31. Dezember 1975, 2004 mit Gültigkeitsbeginn 1. Jänner 2008 durchgreifend geändert, geregelt. Das StGB kennt außer Strafen auch „vorbeugende Maßnahmen“. Sowohl Strafen als auch Maßnahmen dürfen nur wegen einer Tat verhängt werden, die schon zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe bedroht war (Verwirklichung des Rückwirkungsverbotes im Strafrecht:Nulla poena sine lege, § 1 StGB). Die Todesstrafe ist im ordentlichen Verfahren seit 1950, im außerordentlichen Verfahren seit 1968 abgeschafft.
1995 erfolgte die Übernahme des Acquis communautaire, des gemeinsamen Rechtsbestandes der EU, der durch die seit dem EU-Beitritt unter Mitwirkung Österreichs erlassenen EG-Richtlinien (Rahmengesetze) und EU-Verordnungen (direkt anwendbare Gesetze) sowie durch Letztentscheidungen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) ständig weiter entwickelt wird. Im Zweifelsfall hat das Gemeinschaftsrecht Vorrang. Betroffen sind insbesondere Wirtschafts-, Unternehmens- und Kapitalrecht, lediglich bei den Baugesetzen der Verfassung, zu deren Änderung eine Volksabstimmung notwendig ist, wird von einer Höherrangigkeit österreichischen Rechts ausgegangen. Österreich hat – wie insgesamt 17 von 27 Mitgliedstaaten – den EU-Verfassungsvertrag ratifiziert; da die nötige Einstimmigkeit aller Mitgliedsstaaten dafür nicht zu erreichen war, wurde im Herbst 2007 der Vertrag von Lissabon abgeschlossen, der die wesentlichsten „Verfassungsbestimmungen“ enthält, ohne sie als solche zu bezeichnen, und der auf Symbole der Staatlichkeit der EU verzichtet. Auch diesen hat Österreich ratifiziert; Ende 2008 waren nur mehr die Entscheidungen in Irland (2. Referendum) und Tschechien ausständig.
Die Gerichtsbarkeit ist in Österreich ausschließlich Angelegenheit des Bundes. Sie wird in Zivilrechts- und Strafrechtssachen von Bezirksgerichten, Landesgerichten, Oberlandesgerichten und dem Obersten Gerichtshof als höchster Instanz wahrgenommen. Die Gerichtsbarkeit des öffentlichen Rechts wird vom Verwaltungsgerichtshof (VwGH) und vom Verfassungsgerichtshof (VfGH) wahrgenommen. 2008 wurde ein eigener Asylgerichtshof zur Entlastung des VwGH eingerichtet (BGBl. I Nr. 2/2008, Art. 129)[47]. Soweit zu den Kompetenzen der EU zählende Materien betroffen sind, ist laut EU-Beitrittsvertrag der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Letztinstanz über den österreichischen Gerichten; in menschenrechtlichen Fragen laut Menschenrechtskonvention der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR).
[drå werkln] Staatshaushalt
Für 2010 sind Staatseinnahmen in Höhe von rund 131,98 Mrd. Euro prognostiziert. Dem gegenüber stehen prognostizierte Staatsausgaben von ca. 145,35 Mrd. Euro. Damit ergibt sich ein geplantes Staatsdefizit von 13,37 Mrd. Euro.
Die Verschuldung des Gesamtstaates einschließlich Sozialversicherung erreichte 2009 ihren bisher höchsten Stand mit 185,1 Mrd. EUR. Im Jahr 2008 hatte die Gesamtstaatsverschuldung noch 176,8 Mrd. Euro betragen. Dieser sprunghafte Anstieg ist vor allem auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und den damit verbundenen staatlichen Hilfs- und Rettungspaketen für den Finanzsektor und auf Steuerausfälle zurückzuführen.
| Jahr | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staatsverschuldung | 67,2 % | 66,5 % | 67,1 % | 66,5 % | 65,5 % | 64,8 % | 63,9 % | 62,1 % | 59,3 % | 62,5 % | 67,5 % |
| Staatsdefizit | -2,3 % | -1,7 % | 0,0 % | -0,7 % | -1,4 % | -4,4 % | -1,7 % | -1,5 % | -0,4 % | -0,5 % | -3,5 % |
| Quelle: Eurostat [48] | |||||||||||
Die Staatsverschuldung Österreichs sank zwischen 2001 und 2007 von 67,1 % auf unter 59,3 % des BIPs. Dadurch wurde das Maastricht-Ziel von höchstens 60 % erstmals seit 1992 – vor dem Beitritt zur EU 1995 – wieder erreicht. Im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 stieg die Verschuldung Österreichs binnen 2 Jahren wieder auf über 67 % an.
[drå werkln] Außen- und Sicherheitspolitik
Österreich ist, ausgenommen die Schweiz und Liechtenstein, nur von Mitgliedstaaten der Europäischen Union umgeben. Das sicherheitspolitische Szenario konzentriert sich daher auf Terrorabwehr und auf internationale Einsätze des Heeres im Rahmen der EU und der UNO.
Im Kalten Krieg sah Österreich sich, auch im Zusammenhang mit seiner der Sowjetunion zur Erlangung des Österreichischen Staatsvertrages versprochen Neutralität, an der Schnittstelle zweier einander gegenüberstehenden Machtblöcke – der Westmächte und des Ostblocks. Seine Außenpolitik bestand oft darin, zur Stabilität der Region und zur kooperativen Neugestaltung der Ost-West-Beziehungen beizutragen. Dieses Konzept hat sich durch die politischen Umwälzungen gewandelt. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges 1989 beschloss Österreich mit dem neuen Artikel 23f Bundes-Verfassungsgesetz eine rechtliche Grundlage zur Teilnahme an friedenserhaltenden Maßnahmen. Daher nimmt das Land am NATO-Programm Partnerschaft für den Frieden teil, das keine Beistandspflicht enthält.
Der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union erfolgte 1995 mit dem innenpolitischen Argument, man gehe „als neutrales Land in die EU“. In der Westeuropäischen Union (dem militärischen Beistandspakt der EU) hat Österreich Beobachterstatus, so wie etwa das neutrale Schweden. Später hat sich Österreich dazu entschlossen, die Petersberg-Aufgaben und weitere Beschlüsse im Rahmen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) sowie der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU mitzutragen und lediglich explizit militärische Bündnisse zu vermeiden. Die weiteren Entwicklungen rund um ESVP und GASP innerhalb der EU sind offen und könnten zu weiteren Herausforderungen an neutrale EU-Staaten wie Österreich oder Schweden führen.
Seit dem 1. Jänner 2009 ist Österreich für zwei Jahre im Weltsicherheitsrat vertreten. Wien ist neben New York und Genf dritter Amtssitz des Sekretariats der Vereinten Nationen und misst daher diesem außenpolitischen Element traditionell einen großen Stellenwert bei. Insgesamt dienten bisher über 50.000 Österreicher unter der UN-Flagge als Soldaten, Militärbeobachter, Zivilpolizisten und zivile Experten in aller Welt. Neben den UN-Stellen gibt es in Wien noch eine Reihe weiterer internationaler Organisationen. Dazu gehören die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO, seit 1957 in Wien), die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Sitz der 1960 in Bagdad gegründeten OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) sowie eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen (NGOs).
Die formelle Aufhebung des Bundesverfassungsgesetzes über die immerwährende Neutralität erfordert eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat, deren Zustandekommen als generell unwahrscheinlich gilt. Einige österreichische Verfassungsjuristen halten die Neutralität für einen so wesentlichen Bestandteil der Verfassung der 2. Republik, dass sie für deren Abschaffung eine Volksabstimmung nötig halten.
Die Ressortzuständigkeit für die Außenpolitik liegt in der österreichischen Regierung beim Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten. Derzeitiger Amtsinhaber ist Michael Spindelegger.
[drå werkln] Militär
Das Bundesheer besteht aus etwa 35.000 Mann im Präsenzstand und rund 25.000 Mann der Miliz. Der Präsenzdienst dauerte bis zum 1. Jänner 2006 acht Monate und seither sechs Monate. Das Militärbudget zählt mit 0,71 % des BIP – rund 1,810 Milliarden Euro – zu den geringsten der Welt.
Die militärische Landesverteidigung fußt auf der allgemeinen Wehrpflicht aller männlichen Staatsbürger im Alter von 17 bis 50 Jahren. Frauen können einen freiwilligen Wehrdienst ableisten. Seit 1974 können Wehrpflichtige, die einen Wehrdienst aus Gewissensgründen ablehnen, einen Wehrersatzdienst ableisten. Dieser dauert seit dem 1. Jänner 2006 neun Monate und kann auch im Ausland als Friedens-, Gedenk- oder Sozialdienst abgeleistet werden, wo er jedoch 12 Monate dauert und entgeltlos sein muss.
[drå werkln] Regionale Zusammenarbeit
Die regionale Zusammenarbeit der Europaregionen ist eine länderübergreifende Kooperation mit den Nachbarstaaten, vor allem auf wirtschaftlicher Ebene. Die Europäische Union sowie die österreichische Bundesregierung und die jeweiligen Landesregierungen erhoffen sich neben dem Aspekt der länderübergreifenden Zusammenarbeit auch eine Stärkung der potenziell schwächeren Randregionen.
Europaregionen mit österreichischer Beteiligung sind: Euregio Bodensee, Raetia Nova euroregion/Nova Raetia, Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, Europaregion Adria–Alpe–Pannonia, Euregio Steiermark–Slowenien/Graz–Maribor, Euregio West/Nyugat Pannonia, Centrope, Euregio Weinviertel–Südmähren–Westslowakei/Pomoraví–Zahorie–Weinviertel euroregion, Euroregion Silva Nortica, Europaregion Donau-Moldau, Euregio Bayerischer Wald – Böhmerwald – Unterer Inn/Euroregion Šumava-Bavorský les, Euregio Unterer Inn, Inn-Salzach-Euregio, Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein, Euregio Inntal, Euregio Zugspitze-Wetterstein-Karwendel und die Euregio via salina.
[drå werkln] Klimaschutzpolitik
Im März 2007 wurde vom Ministerrat die Österreichische Klimastrategie beschlossen, um bis 2012 die Ziele des Kyoto-Protokolls zu erreichen, die dem Klimawandel, von dem der Alpenraum in besonderem Maße betroffen ist, entgegenwirken sollen.
Einer der wichtigsten Bestandteile des Umweltschutzes ist der Klimaschutz. Deshalb ist es für das Lebensministerium als zuständige Einrichtung der Bundesregierung eine der wichtigsten Aufgaben, die Klimastrategie durchzusetzen.
Das Umweltbundesamt ist die Fachstelle der Republik Österreich für Umweltschutz und Umweltkontrolle. In dieser Eigenschaft unterstützt das Umweltbundesamt die Bundesregierung bei der Durchsetzung der Klimastrategie.
klima:aktiv ist die Initiative des Lebensministeriums für aktiven Klimaschutz und Teil der Österreichischen Klimastrategie. Eine Vielzahl von klima:aktiv-Programmen gibt aktiv Impulse für Angebot und Nachfrage nach klimaschonenden Technologien und Dienstleistungen.
Der Austrian Council on Climate Change (ACCC) ist der Österreichische Klimabeirat. Der ACCC stellt sich besonders als Informationsportal der nationalen und internationalen Klimapolitik und -forschung dar in Kooperation mit dem Lebensministerium und dem Umweltbundesamt.
Das Klimabündnis Österreich hat das Ziel, die indigenen Völker zu unterstützen. Das Klimabündnis Österreich besteht aus Gemeinden und Städten, allen 9 Bundesländern, Schulen, Bildungseinrichtungen und Betrieben sowie der COICA, einem Zusammenschluss indianischer Organisationen im Amazonasraum.
Die erneuerbaren Energien waren in Österreich seit Jahrzehnten das Rückgrat der Stromerzeugung. Bis 1997 kamen 2/3 der Stromerzeugung aus der Wasserkraft. Bis zum Jahre 2010 soll die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eine Quote von 78,1 Prozent erreichen. Der Anteil des Ökostroms soll bis zum Jahre 2010 auf 10 Prozent erhöht werden.[49] Diese Zielvorgaben sind aus heutiger Sicht jedoch unrealistisch, da der Ökostromanteil kontinuierlich sinkt.[50][51][52] Die EU (Abteilung DG Tren) hat daher ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich aufgrund des sinkenden Ökostromanteils eröffnet.[53] Nicht zuletzt durch die Ökostromnovelle vom Mai 2006, seit der (Stand Juli 2007) kein einziges Windrad mehr gebaut wurde.[54]
[drå werkln] Politische Persönlichkeiten
Bekannte österreichische Staatsmänner und Politiker sind unter anderem Metternich, beim Wiener Kongress 1814/15 „Kutscher Europas“, Franz Joseph I., als Kaiser von Österreich und König von Ungarn langjähriges Oberhaupt der Donaumonarchie, sein kurzzeitiger Nachfolger, Karl I., mit dem die Monarchie zu Ende ging, Karl Renner, bei den Republikgründungen 1918 und 1945 in führender Position, die Nachkriegsbundeskanzler Leopold Figl und Julius Raab, Bruno Kreisky, bei Staatsmännern in aller Welt angesehen, und UN-Generalsekretär Kurt Waldheim, später als Bundespräsident wegen seiner fehlenden Erinnerungen an die deutsche Wehrmacht kritisiert.
Traurige Bekanntheit erlangte der gebürtige Österreicher und 1933 zum nationalsozialistischen Diktator des Deutschen Reiches aufgestiegene Adolf Hitler. Friedenspolitisch intensiv tätig war Bertha von Suttner, die als erste Frau 1905 Friedensnobelpreisträgerin wurde. Für die Einigung Europas setzte sich Richard Coudenhove-Kalergi ein, 1924 Gründer der Paneuropa-Union.
[drå werkln] Wirtschaft
In Österreich waren 2001 3.420.788 Personen in 396.288 Arbeitsstätten beschäftigt. Die größte Börse in Österreich ist die CEE Stock Exchange Group mit deren Tochtergesellschaft Wiener Börse, deren für Österreich bedeutendster Index ist der ATX.
[drå werkln] Finanzwirtschaft
Die österreichischen Banken haben sich seit 1989 in den Ländern des früheren Ostblocks stark engagiert und sind dort einer der wichtigsten Kreditgeber geworden. Seit im September 2008 die internationale Finanzkrise schlagend geworden ist, werden das von österreichischer Seite eingegangene Kreditrisiko und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Staatsschulden und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit des Landes daher besonders kritisch betrachtet:
Österreich sei laut dem US-amerikanischen Star-Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman nach Island und Irland das Land mit dem größten Risiko eines Staatsbankrotts.[55][56][57] Dem widersprach aber umgehend Dominique Strauss-Kahn, der Präsident des IWF mit der Aussage, dass er sich „derzeit keine speziellen Sorgen um die österreichische Wirtschaft“ mache.[58][59]
[drå werkln] Bergbau
Der Bergbau hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung verloren. So wurden der Bleibergbau (Bad Bleiberg) eingestellt, wie auch die meisten Eisenerz- und Braunkohle-Bergbaue. Von Bedeutung sind noch der Abbau von Salz (Salinen Austria AG, 1.336 Tonnen Steinsalz, 764.189 Tonnen Sudsalz, alle Angaben für 2006), Eisenerz (2.091.995 Tonnen Eisenerz und Eisenglimmer, fast ausschließlich vom Erzberg), Magnesit (769.188 Tonnen) Wolframerz (400.000 Tonnen 2006) sowie die Förderung von Erdöl (856.270 Tonnen) und Erdgas (1,76 Mrd. m³). Die Förderung von Braunkohle findet nur mehr an einem Standort statt (7.854 Tonnen 2006 im Vergleich zu 3,7 Millionen Tonnen 1970). Der Großteil der rund 5000 im Bergbau Beschäftigten arbeitet jedoch im Bereich der Stein-, Schotter- und Sandgruben.[60]
[drå werkln] Land- und Forstwirtschaft
Etwa 85 % der Fläche Österreichs werden land- (45 %) und forstwirtschaftlich (40 %) genutzt. (1988)
Österreich hat eine sehr kleinstrukturierte Landwirtschaft. Diese versucht sich verstärkt auf Qualitätsprodukte zu spezialisieren, da aufgrund der EU-Erweiterung der Konkurrenzdruck weiter zunimmt. Die österreichischen Bauern setzen verstärkt auf ökologische Landwirtschaft: Im Jahr 2008 bearbeiten 20.000 Biobauern ca. 15 % der landwirtschaftlichen Fläche Österreichs.[61] Mit einem Gesamtanteil von knapp 10 % hat Österreich die höchste Dichte von biologischen landwirtschaftlichen Betrieben in der Europäischen Union. Das landwirtschaftlich wichtigste Gebiet im Anbau von Feldfrüchten ist das Marchfeld in der Nähe von Wien.
Wein ist ein wichtiges landwirtschaftliches Exportprodukt Österreichs. Der Hauptabnehmer des Weines ist, neben der Schweiz und den USA, zu zwei Dritteln Deutschland. Im Jahr 1985 wurde der Weinbau durch den Glykolwein-Skandal zwar stark in Mitleidenschaft gezogen, in der Zwischenzeit haben die Weinbauern ihre Qualitätsweine jedoch wieder so stark verbessert, dass wesentlich mehr Wein exportiert werden kann als vergleichsweise vor dem Skandal.
Durch die großen Waldflächen ist auch die Forstwirtschaft ein bedeutender Faktor, die auch die verarbeitende Holz- und Papierindustrie dementsprechend beliefert. Holz als Rohstoff wird vor allem in den südeuropäischen Raum exportiert.
Jagd und Fischerei dagegen sind eher unbedeutend und werden meist nur für den heimischen Markt oder als Hobby betrieben.
[drå werkln] Tourismus
Der Tourismus stellt in Österreich einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. 2004 wurde eine Wertschöpfung von 21,16 Milliarden Euro aus dem Tourismus erzielt, das entspricht 9 % des Bruttoinlandsprodukts. Der Fremdenverkehr verteilt sich gleichmäßig auf die Sommer- und Wintersaison, bedeutende Sparten sind auch Kultur-, Städte- sowie der Kur-, Wellness- und Tagungstourismus.
[drå werkln] Industrie
Österreich verfügt über eine moderne und leistungsfähige Industrie. Die Verstaatlichte Industrie wurde großteils privatisiert (OMV AG, Voestalpine AG, VA Technologie AG, Steyr Daimler Puch AG, Austria Metall AG). Steyr Daimler Puch wurde an den Magna-Konzern verkauft, VA Tech an die Siemens AG, die Jenbacher Werke an General Electric.
[drå werkln] Dienstleistungen
Die Dienstleistungen machen in Österreich den größten Anteil der Wirtschaftsleistungen aus. Dies wird vor allem durch den Tourismus, den Handel und die Banken erzielt. Die österreichischen Banken profitieren noch heute vom sehr strengen österreichischen Bankgeheimnis. Nach dem EU-Beitritt wurde die Anonymität der Sparkonten abgeschafft. Aufrecht bleibt aber, dass Konten durch Behörden nicht ohne ausdrückliche richterliche Anordnung geöffnet werden dürfen.
[drå werkln] Bruttosozialprodukt
Das Bruttosozialprodukt Österreichs betrug im Jahr 2009 271,46 Mrd. Euro. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wurde im Jahr 2009 mit 274,32 Mrd. Euro beziffert, das entspricht einem BIP von ca. 32.800 Euro pro Einwohner.
- Anteile am Bruttosozialprodukt und der Erwerbstätigkeit
| Bruttosozialprodukt | Beschäftigte | |
|---|---|---|
| Industrie | 33 % | 27 % |
| Landwirtschaft | 2 % | 1 % |
| Dienstleistungen | 65 % | 68 % |
[drå werkln] Arbeitslosigkeit
Im ersten Quartal 2008 waren in Österreich 175.000 Personen arbeitslos gemeldet, was nach nationalen Berechnungskriterien einer Arbeitslosenquote von 6,7 % entspricht (4,2 Prozent nach EU-Berechnung). Am stärksten ist der Dienstleistungssektor betroffen, besonders die Tourismuswirtschaft. Einschließlich der in Schulungen befindlichen Personen sind insgesamt rund 296.800 Personen ohne Arbeit. 93.600 arbeitslosen Männern stehen 81.600 Frauen gegenüber. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen (Personen unter 25 Jahren) lag bei 48.000.
Diese im europäischen Vergleich günstige Beschäftigungslage kommt auch durch die ungewöhnlich niedrige Zahl älterer Arbeitnehmer zustande: In Österreich stehen nur noch 40,7 % der 55- bis 64-Jährigen in einem Beschäftigungsverhältnis (zum Vergleich: Deutschland 38,6 %, Schweden 68 %, Großbritannien 53,5 %). Die Zunahme der frühzeitigen Pensionierungen steht auch in einem – allerdings schwer zu beziffernden – Zusammenhang mit dem Personalabbau in Staatsunternehmen bzw. Unternehmen mit privatem Rechtsmantel, die dem Staat zur Gänze oder zu bedeutenden Teilen gehören.
[drå werkln] Wirtschaftskennzahlen
Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:
| Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in % gegenüber dem Vorjahr | |||||||||||||
| Jahr | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
| Veränderung in % gg. Vj. |
3,6 | 3,3 | 3,7 | 0,5 | 1,6 | 0,8 | 2,5 | 2,5 | 3,6 | 3,7 | 2,2 | −3,9 | 1,3* |
| Quelle: Eurostat [62] | * = geschätzt | ||||||||||||
| Entwicklung des BIP (nominal) | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| absolut (in Mrd. Euro) | je Einwohner (in Tsd. Euro) | ||||||||||
| Jahr | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | Jahr | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
| BIP in Mrd. Euro | 239 | 252 | 267 | 278 | 272 | BIP je Einw. (in Tsd. Euro) |
29,6 | 31,1 | 32,8 | 34,0 | 32,8 |
| Quelle: Eurostat[62] | |||||||||||
| Entwicklung der Inflationsrate | Entwicklung des Haushaltssaldos | ||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in % gegenüber dem Vorjahr | in % des BIP („minus“ = Defizit im Staatshaushalt) |
||||||||||||||||||||||||||
| Jahr | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | Jahr | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | ||||||||||||
| Inflationsrate | 1,3 | 2,0 | 2,1 | 1,7 | 2,2 | 3,2 | 0,4 | Haushalts- saldo |
−1,4 | −4,4 | −1,7 | −1,5 | −0,4 | −0,5 | -3,5 | ||||||||||||
| Quelle: Eurostat[62] | |||||||||||||||||||||||||||
| Haupthandelspartner (2008) | |||
|---|---|---|---|
| Ausfuhr (in %) nach | Einfuhr (in %) von | ||
| Deutschland | 29,8 | Deutschland | 40,6 |
| Italien | 8,6 | Italien | 6,9 |
| Vereinigte Staaten | 4,4 | Schweiz | 4,2 |
| Schweiz | 3,8 | Volksrepublik China | 4,2 |
| Frankreich | 3,8 | Tschechien | 3,5 |
| sonstige Länder | 49,6 | sonstige Länder | 40,6 |
| alle EU-Länder zusammen | 72,7 | alle EU-Länder zusammen | 73,6 |
| Quelle: bfai[63] | |||
| Entwicklung des Außenhandels | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mrd. Euro und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % | ||||||||||||
| 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | |||||||
| Mrd. Euro | % gg. Vj. | Mrd. Euro | % gg. Vj. | Mrd. Euro | % gg. Vj. | Mrd. Euro | % gg.Vj. | Mrd. Euro | % gg.Vj. | Mrd. Euro | % gg.Vj. | |
| Einfuhr | 80,9 | 5,0 | 91,1 | 12,5 | 96,5 | 5,9 | 104,2 | 8,0 | 114,2 | 9,6 | 119,6 | 4,7 |
| Ausfuhr | 78,9 | 1,9 | 89,8 | 13,9 | 94,7 | 5,4 | 103,7 | 9,5 | 114,7 | 10,5 | 117,5 | 2,5 |
| Saldo | −2,1 | −1,2 | −1,8 | −0,5 | −0,4 | −2,0 | ||||||
| Quelle: bfai[63] | ||||||||||||
[drå werkln] Infrastruktur
[drå werkln] Verkehr
Die Verkehrsinfrastruktur ist geprägt einerseits durch die Lage in den Alpen und andererseits durch die zentrale Lage in Mitteleuropa. Dies gilt für Straßen- und Bahnverbindungen gleichermaßen. Die logistische Erschließung der Alpen erfordert viele Tunnel- und Brückenbauten, die extremen Witterungsbedingungen standhalten müssen. Durch die zentrale Lage und die schmale Form gilt Österreich als typisches Transitland, vor allem in Nord-Süd- und Nord-Südost-Richtung, durch die Öffnung des Eisernen Vorhangs auch in Ost-Westrichtung. Das bedeutet oft eine wesentlich größere Dimensionierung der Verkehrswege, auch in ökologisch sensiblen Gebieten, was oft zu Widerständen der Bevölkerung führt.
Um diese Gratwanderung zwischen Ökonomie und Ökologie zu bewältigen, wurden oft Maßnahmen bei den Kraftfahrzeugen getroffen. Es wurde in Österreich beispielsweise vergleichsweise früh gesetzlich vorgeschrieben, in jedem Kraftfahrzeug einen Katalysator einzubauen. Ebenso wurden auf bestimmten Strecken nur lärmarme LKW zugelassen.
Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung der im Personenverkehr zurückgelegten Kilometer in Österreich, aufgeteilt auf die verschiedenen Verkehrsträger (Zahlen von 2007):
| Verkehrsmittel | Bus | Bahn | Pkw | ÖPNV | Fahrrad | Einsp. Kfz | Zu Fuß |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anteil | 9 % | 9 % | 70 % | 4 % | 3 % | 1 % | 4 % |
Mit 81 Verkehrstoten pro Million Einwohner im Jahr liegt die Verkehrssicherheit in Österreich EU-weit im Mittelfeld, deutlich hinter Ländern wie Deutschland oder der Schweiz.[65]
[drå werkln] Straßenverkehr
Das österreichische Straßennetz umfasst derzeit:
- 2.000 km Autobahnen und Schnellstraßen
- 10.000 km Straßen mit Vorrang (früher Bundesstraßen)
- 24.000 km Landesstraßen
- 70.000 km Gemeindestraßen
- Rechtliche Rahmenbedingungen
- In Österreich gilt generell eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 100 km/h, 130 km/h Autobahn/Schnellstraße, und 50 km/h Ortsgebiet
- Das Straßennetz ist größtenteils in öffentlicher Hand. Auf Autobahnen und Schnellstraßen werden Personenkraftwagen mit Mautvignetten und die LKW kilometerabhängig (Go-Box) durch die ASFiNAG bemautet.
- In den Wintermonaten vom 1. November bis 15. April ist seit 2008 bei winterlichen Verhältnissen Winterausrüstung (M&S-Reifen, Mitführen von Schneeketten etc.) vorgeschrieben.[66]
- Lichtpflicht (Licht am Tag): Nur für einspurige Kfz. Vom 15. November 2005 bis 31. Dezember 2007 galt auch für mehrspurige Kraftfahrzeuge das Licht tagsüber einzuschalten.
[drå werkln] Radverkehr
Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen ist in Österreich mit rund 5 % relativ gering (zum Vergleich: Niederlande 27 %, Deutschland 10 %, Schweiz 9 %). Im Masterplan Radfahren des österreichischen Umweltministeriums aus dem Jahr 2006 wird als Ziel angegeben, den Radverkehrsanteil im Modal Split innerhalb von 10 Jahren auf 10 % zu verdoppeln. Als „Handlungsfelder“ werden angegeben: verstärkte Zusammenarbeit, Abstimmung der für den Radverkehr zuständigen AkteurInnen, attraktive und sichere Radverkehrsinfrastruktur, radfahrfreundliche und sichere Verkehrsorganisation, Mobilitätsmanagement, Optimierung der intermodalen Vernetzung, Bewusstseinsbildung und Verkehrsausbildung sowie allgemein radfahrfreundliche Rahmenbedingungen. Als Maßnahmen vorgesehen sind unter anderem Einrichtung einer bundesweiten Radverkehrskoordination, einer Informationsplattform, einer Investitionsoffensive, einer radfahrfreundlichen Verkehrsorganisation, Beratungs- und Förderprogrammen für Mobilitätsmanagement, über eine Verbesserung der Kombination von Fahrrad und öffentlichem Verkehr und dem Ausbau von Radverleihsystemen bis zu Bewusstseinsbildung für den Radverkehr,[67]
[drå werkln] Schienenverkehr
Der größte Teil der Eisenbahnstrecken wird durch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betrieben, die größte österreichische Eisenbahngesellschaft. Ein geringerer Teil sind nichtbundeseigene Eisenbahnen, teilweise privat, teilweise im Besitz der Bundesländer.
Die wichtigste Bahnverbindung Österreichs, die Westbahn, wird seit 1990 zwischen Wien und Salzburg zur Hochleistungsstrecke ausgebaut (siehe neue Westbahn zwischen Wien und St. Pölten). Dazu dienen der Wienerwaldtunnel und der Lainzer Tunnel, beide in Bau. Auch die Südbahn soll entsprechend ausgebaut werden. Der dazu vorgesehene Semmeringbasistunnel wurde durch Einspruch der niederösterreichischen Landesregierung stark verzögert. Der dem Land Kärnten zugesagte Koralmtunnel einer neuen Bahnverbindung Graz–Klagenfurt ist über Erkundungstunnel noch nicht hinausgekommen.
S-Bahnen gibt es derzeit nur in den Regionen rund um Salzburg, Wien, Graz und Tirol. Weitere Netze in Linz und im Kärntner Zentralraum [68] sind in Planung
Wien ist die einzige österreichische Stadt mit einem klassischen U-Bahn-Netz. Straßenbahnen gibt es in den Städten Gmunden, Graz, Innsbruck, Linz und Wien. Die Dorfbahn Serfaus, eine unterirdische Luftkissenschwebebahn in Serfaus in Tirol, wird manchmal auch als kleinste U-Bahn der Welt bezeichnet.
[drå werkln] Schifffahrt
Die bedeutendste Schifffahrtsstraße, sowohl für den Passagier- als auch für den Güterverkehr, ist die Donau (siehe Donauschifffahrt). Der Personenschiffsverkehr, der bereits in der Habsburgermonarchie mit der DDSG als damals größter Binnenreederei der Welt forciert wurde, dient heute hauptsächlich dem Tourismus (z. B. DDSG Blue Danube) und findet auch auf dem Inn und auf den größeren Seen statt. Mit dem Twin City Liner, der Wien mit Preßburg verbindet, existiert seit kurzem auch eine für Berufspendler interessante Verbindung. Meist werden die Gewässer nur im Sommerhalbjahr befahren.
Im Güterverkehr wird fast ausschließlich die Donau genutzt, die durch den Bau des Main-Donau-Kanals wesentlich aufgewertet wurde und so viel Transitverkehr von der Nordsee bis ans Schwarze Meer aufnehmen kann. Hauptsächlich werden Schüttgüter befördert. Die österreichischen Güterhäfen sind Linz, Enns, Krems und Wien.
[drå werkln] Luftfahrt
| Wien ↔ Bregenz | 505 km |
| Wien ↔ Bratislava (SK) | 55 km |
| Wien ↔ Mailand (I) | 630 km |
| Wien ↔ Rom (I) | 760 km |
| Wien ↔ Prag (CZ) | 250 km |
| Wien ↔ Berlin (D) | 530 km |
| Wien ↔ Zürich (CH) | 594 km |
| Wien ↔ Budapest (H) | 255 km |
| Wien ↔ Warschau (PL) | 561 km |
| Wien ↔ Kiew (UA) | 1054 km |
| Wien ↔ London (UK) | 1237 km |
| Wien ↔ Salzburg | 270 km |
| Salzburg ↔ München (D) | 116 km |
| Bregenz ↔ Paris (F) | 568 km |
| Graz ↔ Maribor (SLO) | 55 km |
| Villach ↔ Triest (I) | 109 km |
Die Fluggesellschaft mit den meisten Verbindungen von Wien aus ist die Austrian Airlines Group (Austrian Airlines, Lauda Air, Austrian Arrows, Slovak Airlines). Mit Niki besitzt Österreich seit 2003 auch eine von Wien aus operierende Billigfluggesellschaft. Daneben ist InterSky eine regionale österreichische Billigfluglinie, die von Friedrichshafen (Deutschland) aus fliegt. Andere regionale Fluggesellschaften mit Sitz in Österreich sind Welcome Air und Air Alps.
Wichtigster Flughafen ist der Flughafen Wien-Schwechat, daneben haben Graz (Flughafen Graz-Thalerhof), Linz (Flughafen Linz-Hörsching), Klagenfurt am Wörthersee (Flughafen Klagenfurt), Salzburg (Salzburg Airport W. A. Mozart) und Innsbruck (Flughafen Innsbruck) internationale Verbindungen. Für das Bundesland Vorarlberg stehen die internationalen Flughäfen Altenrhein (CH) und Friedrichshafen (D) zur Verfügung.
Von regionaler Bedeutung sind 49 Flugplätze, von denen 31 über keine asphaltierte Landebahn verfügen und von den 18 asphaltierten nur vier eine Landebahn mit über 914 Meter Länge besitzen. Geschichtlich bedeutsam ist davon der Flugplatz Wiener Neustadt, aber auch der aufgelassene Flughafen Wien Aspern. Sie waren die ersten Flugfelder Österreichs, wobei der Flughafen Aspern von seiner Eröffnung 1912 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 als größter und modernster Flughafen Europas galt. Zudem existieren noch mehrere Flugplätze der Österreichischen Luftstreitkräfte wie beispielsweise in Wr. Neustadt, Zeltweg, Aigen/Ennstal, Langenlebarn/Tulln.
In Österreich wird die Kontrolle für den oberen Luftraum (ab 28.500 Fuß oder 9200 Meter) von derzeit acht mitteleuropäischen Staaten (Österreich, Bosnien und Herzegowina, Tschechien, Kroatien, Ungarn, Italien, Slowenien und Slowakei) zusammengefasst. Dieses CEATS (Central European Air Traffic Services) genannte Programm sieht ein Kontrollzentrum für den gesamten mitteleuropäischen oberen Luftraum (CEATS Upper Area Control Centre, CEATS UAC) vor, das in Fischamend östlich von Wien Schwechat zu finden sein wird. Die nationalen Belange der Flugsicherung und Zivilluftfahrt erfüllt die staatliche Austro Control Gesellschaft für Zivilluftfahrt m.b.H. mit Sitz in Wien.
[drå werkln] Energieversorgung
[drå werkln] Elektrische Energie
Elektrische Energie wird überwiegend aus Wasserkraft (knapp unter 60 %), sowohl aus Laufkraftwerken an der Donau, der Enns, Drau und vielen kleineren Laufkraftwerken, als auch aus Speicherkraftwerken, wie dem Kraftwerk Kaprun oder den Maltakraftwerken gewonnen. Zur Deckung von Spitzenlast werden zusätzlich zu den Speicherkraftwerken auch Gasturbinenkraftwerke betrieben. 2 % der Stromerzeugung erfolgen durch Windkraftanlagen, die hauptsächlich im windreichen Osten Österreichs (Weinviertel, Pannonische Tiefebene) angesiedelt sind.
Strom aus Kernkraftwerken wird auf Grund des Atomsperrgesetzes nicht hergestellt. In den 1970er Jahren wurde zwar das Kernkraftwerk Zwentendorf errichtet, es ging aber nach einer Volksabstimmung 1978 nie in Betrieb.
Die Verteilung erfolgt hauptsächlich durch neun Landesgesellschaften, die auch die letzte Meile zum Endverbraucher haben. Daneben gibt es einige kleinere Versorger, die meist auch im Besitz der öffentlichen Hand sind.
[drå werkln] Gas- und Ölversorgung
Bei der Erdgasversorgung ist Österreich weitgehend vom Ausland abhängig. Zwar gibt es auch in Österreich Erdgasvorkommen, hauptsächlich im Marchfeld und Weinviertel, wo sich auch unterirdische Pufferspeicher als Sicherheitslager befinden, doch tragen diese nur rund 20 % des Jahreserdgasverbrauchs Österreichs bei. Traditionellerweise erfolgt die Hauptversorgung aus Russland, von wo aus Österreich seit 1968 als erstes europäisches Land westlich des Eisernen Vorhangs sein Erdgas bezieht. 5 große Erdgaspipelines durchqueren Österreich, die auch große Teile West und Mitteleuropas mit Erdgas versorgen.
Hauptimportland für Erdöl ist mit Stand 2003 Saudi-Arabien. Die einzige Raffinerie befindet sich in Schwechat und wird von der OMV AG betrieben. Die weltgrößte Binnenraffinerie wird außerdem von der Transalpinen Ölleitung und in weiterer Folge von der Adria-Wien Pipeline gespeist.
[drå werkln] Schule und Ausbildung
In Österreich wird das Schulwesen größtenteils durch den Bund geregelt. Abgesehen von Schulversuchen sind deshalb sowohl Schultypen als auch Lehrpläne österreichweit einheitlich. In Österreich besteht Unterrichtspflicht für alle Kinder, die sich in Österreich dauernd aufhalten. Diese beginnt mit dem auf die Vollendung des sechsten Lebensjahres folgenden September. Die allgemeine Unterrichtspflicht dauert neun Schuljahre. Es existiert eine im Verhältnis zur Zahl öffentlicher Schulen geringe Anzahl an Privatschulen. Jene mit Öffentlichkeitsrecht stellen staatsgültige Zeugnisse aus, die Schüler der Schulen ohne Öffentlichkeitsrecht legen Prüfungen vor staatlichen Prüfungskommissionen ab.
Auf die vierjährige Grundschule, die in Österreich Volksschule heißt, folgt – was in den letzten Jahren gelegentlich als unvorteilhaft kritisiert wird – bereits für zehnjährige Schüler eine wesentliche Entscheidung. Sie besuchen entweder die vierjährige Hauptschule oder das achtjährige Gymnasium mit abschließender Matura. Nach der achten Schulstufe kann jedoch in eine Berufsbildende höhere Schule (BHS) oder in einen einjährigen Polytechnischen Lehrgang gewechselt bzw. von der Hauptschule kommend fortgesetzt werden.
Staatliche Universitäten gibt es in Österreich in der Bundeshauptstadt Wien (8), in den Landeshauptstädten Graz (4), Linz (4), Salzburg (3), Innsbruck (3) und Klagenfurt am Wörthersee sowie in Leoben und Krems. Seit einigen Jahren sind außerdem Privatuniversitäten mit z. T. großer Spezialisierung auch an anderen Orten lizenziert worden. Die Fachhochschule ist eine alternative akademische Ausbildungsform, die in Österreich seit 1994 existiert. Im internationalen Vergleich bildet Österreich zu wenige Akademiker aus.
Siehe auch: Österreichische Universitäten und Fachhochschulen, Schülerzeitung
[drå werkln] Notrufdienste
[drå werkln] Feuerwehr
Das österreichische Feuerwehrsystem basiert fast vollständig auf Freiwilligen Feuerwehren. Nur in den sechs größten Städten wird der Brandschutz von Berufsfeuerwehren wahrgenommen. In manchen Betrieben wird auch behördlich eine Betriebsfeuerwehr vorgeschrieben. Der Brandschutz fällt in die Kompetenz der einzelnen Bundesländer, während der Katastrophenschutz Kompetenz des Bundes ist, er wird aber neben dem Bundesheer über den Katastrophenhilfsdienst ebenfalls von den Feuerwehren wahrgenommen.
[drå werkln] Polizei
Der Bereich öffentliche Sicherheit fällt in Österreich in die Gesetzgebungshoheit des Bundes. Auch in der Vollziehung ist die Sicherheitspolizei überwiegend in der Hand des Bundesministers für Inneres. Eine Ausnahme bilden die örtlichen Sicherheitswachen, die von manchen Gemeinden eingerichtet werden dürfen. Österreichweit wurde 2005 die für ländliche Gebiete zuständige Bundesgendarmerie mit den in den Städten vorhandenen Bundessicherheitswachekorps und den Kriminalbeamtenkorps zum neuen Wachkörper Bundespolizei zusammengelegt. Ziel dieser Maßnahme war, Zweigleisigkeiten in der Organisation zu beseitigen und die Effizienz zu erhöhen. Die Gemeindesicherheitswachen waren von dieser Maßnahme jedoch nicht betroffen.
[drå werkln] Rettung
Das Rettungswesen fällt in Österreich in die Kompetenz der Gemeinden. Wenn auch viele Gemeinden auf gleiche Organisationen zurückgreifen, wie im ländlichen Raum vor allem auf des Rote Kreuz, so ist es doch oft sehr verschieden. Die Anforderung des verantwortlichen Rettungsdienstes erfolgt jedoch bundeseinheitlich über die Notrufnummer 144. Wo dieser Notruf aufschlägt ist jedoch schon in den einzelnen Bundesländern verschieden. Außer in der Hauptstadt Wien hat bisher nur das Bundesland Niederösterreich mit einer landesweiten Alarmzentrale, der 144 Notruf Niederösterreich Zugriff direkt auf alle einzelnen Hilfsorganisationen im ganzen Land.
Als Hilfsorganisationen unterhalten neben dem in ganz Österreich arbeitenden Roten Kreuz andere Hilfsorganisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hospitaldienst Austria und das Grüne Kreuz Rettungswachen.
[drå werkln] Wetterdienst
Wetterstationen befinden sich übers ganze Land verteilt, in größeren Städten und in allen Landeshauptstädten. Die nationale Einrichtung für meteorologische und geophysikalische Dienste ist die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit mehreren Zweigstellen in den Bundesländern. Die aktuellen Wetterdaten und Wetterentwicklungen lassen sich, auf Internetseiten gesammelt, für viele Orte abrufen und außerdem über Radio und Fernsehen verfolgen. In Zukunft soll außerdem ein zuverlässiger Unwetterwarndienst im Internet angeboten werden. Zusätzlich gibt es noch die Flugwetterdienste oder spezielle Systeme, wie das Blitzortungssystem ALDIS, die auch mit der ZAMG zusammenarbeiten und Daten austauschen.
Zusätzlich zu den Wetterdiensten gibt es in den meisten Bundesländern bedingt durch die alpinen Lagen Lawinenwarndienste, die Informationen der meist örtlich eingerichteten Lawinenkommissionen weitergeben.
Ein weiterer Dienst, der in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Hochwasserwarndienst, der vor bevorstehenden Hochwasserereignissen die betroffene Bevölkerung warnt. Er ist bei den jeweiligen Landesregierungen angesiedelt.
[drå werkln] Medien
Die österreichische „Medienlandschaft“ zeichnet sich durch hohes Ausmaß an Konzentration auf wenige Unternehmenskonglomerate und durch starken Staatseinfluss auf die den Radio- und TV-Markt beherrschende öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehanstalt Österreichs aus[69].
Öffentlich-rechtlich ist der Österreichische Rundfunk (ORF) mit den Kanälen ORF 1 und ORF 2 sowie TW1 und ORF Sport Plus, die sich eine Sendefrequenz teilen. Die wichtigsten Privatsender in Österreich sind ATV, Puls 4, Austria 9 TV, gotv sowie ProSieben Austria, Sat.1 Österreich, kabel eins austria und das kostenpflichtige Programm Premiere Austria.
Der ORF betreibt drei österreichweit sowie neun regional je Bundesland ausgesendete Radiokanäle Ö2. Bundesweite Radiosender sind: Der Kultur- und Informationskanal Ö1, der U-Musik-Sender Ö3 sowie der alternative Radiosender FM4. Die wichtigsten und beliebtesten privaten Radiosender sind KroneHit, Energy 104.2 in Wien, Radio Soundportal sowie die österreichweite Antenne-Radiokette mit Antenne Steiermark, Antenne Vorarlberg, Antenne Kärnten und Antenne Salzburg.
Der „Mediamil-Komplex“, die Kombination des „Zeitungsriesen“ Mediaprint mit der Verlagsgruppe News[70], gibt die auflagenstärkste Tageszeitung Österreichs, die Kronen Zeitung, die Printmedien NEWS, Profil und Format sowie die Tageszeitung Kurier heraus und ist somit die mächtigste Mediengruppe des Landes. Weitere Tageszeitungen sind beispielsweise Der Standard, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Vorarlberger Nachrichten, Kleine Zeitung und „Österreich“.
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[drå werkln] Kommunikation
Trotz der schwierigen topografischen Bedingungen besitzt Österreich ein gut ausgebautes Telekommunikationsnetz. Es besteht praktisch eine restlose Netzabdeckung im gesamten Bundesgebiet von Festnetz-, Mobiltelefonie und modernen Datendiensten. Zu den größten Anbietern zählen die Telekom Austria, Mobilkom Austria, Drei, Orange, T-Mobile Austria, UPC Austria und Tele2. Durch die hohe Dichte an Anbietern, sind die Tarife in Österreich relativ günstig im Vergleich zu anderen Ländern.
Die überraschend lückenlose Netzabdeckung in Österreich begründet sich zum Teil darin, dass das Land für Mobilfunkanbieter ideale Voraussetzungen für Technologie- und Marktstudien bietet. Neue Technologien im Bereich Mobilfunk und Datenübertragung werden oftmals initial in Österreich eingeführt. Die Resonanz der Bevölkerung gilt als Maßstab für den Erfolg der Technologie in anderen Ländern, in welchen ein derartiger „Feldversuch“ eine weitaus größere finanzielle Belastung erzeugen würde.
Highspeedinternet ist fast überall in Österreich möglich. Der größte österreichweite Netzbetreiber ist die Telekom Austria, gefolgt von Tele2UTA und UPC. Regionale Datennetze existieren in Ballungsgebieten und häufig auch in Gemeinden oder größeren Gebietsverbänden.
[drå werkln] Kultur
Im 18. und 19. Jahrhundert war Wien ein Zentrum des Musiklebens. Bis heute bestehen viele Opernhäuser, Theater und Orchester sowie Traditionen wie das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und zahlreiche Festspiele. Darüber hinaus gibt es eine vitale Kabarettszene. Auf kulinarischem Gebiet haben die Wiener Kaffeehauskultur, der Heurige sowie zahlreiche landestypische Gerichte eine lange Tradition. 2003 war Graz europäische Kulturhauptstadt, 2009 Linz. Zur Verbreitung der österreichischen Kultur im Ausland dient das Österreichische Kulturforum. Acht Bauten oder Landschaften Österreichs gehören zum UNESCO-Welterbe.
[drå werkln] Bräuche
Regionale Bräuche werden von Vereinen in ganz Österreich aufrechterhalten. Bräuche umfassen vor allem Musik, Tanz, Theater, Dichtung, Schnitzerei und Stickarbeiten. Eine große Anzahl von lokalen Bräuchen und Riten steht in Zusammenhang mit den Jahreszeiten (z. B. Aperschnalzen, Glöckler, Kathreintanz, Kufenstechen, Mariä Lichtmess, Fasching).
Eine lange Tradition hat in Österreich neben der Musik und den Tänzen die traditionsreiche Textilindustrie. Stickerei findet in der Verzierung von Trachten Verwendung wie bei Dirndl und Loden.
[drå werkln] Feiertage und Feste
Auf Grund der stark katholisch geprägten Geschichte sind die meisten Feiertage auf Bundes- sowie Landesebene religiöse Feiertage, wobei in den einzelnen Bundesländern die Namenstage der Landespatrone als Landesfeiertage begangen werden. Eine Ausnahme davon ist Kärnten, wo die Volksabstimmung von 1920 auch zum gesetzlichen Landesfeiertag erklärt wurde. Zusammen mit allen Sonntagen gelten die Feiertage als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung.
Gemeinsame Feiertage sind Neujahr, Heilige Drei Könige, Karfreitag, Ostermontag, Staatsfeiertag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, Mariä Empfängnis, Christtag, Stefanitag und Silvester. Der Nationalfeiertag findet am 26. Oktober statt, dem Tag der gesetzlichen Beschlussfassung der immerwährenden Neutralität im Jahre 1955. Länderspezifische Feiertage miteingerechnet hat 2009 jedes Bundesland 17 gesetzliche Feiertage außer Kärnten mit 18 Feiertagen.
Zudem steht es jeder religiösen Gemeinde frei, ihre eigenen Feiertage zu begehen und Angehörige lassen ihre Arbeit an dem Tag ruhen. So feiern etwa die israelitischen Kultusgemeinden Jom Kippur unabhängig davon, dass es nicht als gesetzlicher Feiertag gilt.
Neben den religiös motivierten Feiertagen gibt es eine Vielzahl lokaler Feste. So haben im Sommer besonders im ländlichen Raum Zeltfeste Tradition. Auch regelmäßig stattfindende Musikfestivals der Hoch- und populären Kultur besitzen ein bestimmtes Ausmaß an Festcharakter. Einen hohen Stellenwert in der Festkultur nimmt die Ballsaison ein, die mit den Maturabällen der Mittleren Schulen oft schon im November beginnt, und wiederholt finden auch noch nach Aschermittwoch Vereinsbälle statt. Als ein Höhepunkt der Ballsaison ist besonders der traditionelle Wiener Opernball zu sehen.
[drå werkln] Musik
Komponisten der klassischen und der romantischen Epoche sind etwa Wolfgang Amadeus Mozart aus Salzburg und der aus Bonn gebürtige Ludwig van Beethoven, die beide in Wien wirkten, außerdem Joseph Haydn, Franz Schubert, Anton Bruckner oder der als „Walzerkönig“ titulierte Johann Strauß (Sohn).
Die Musik des 20. Jahrhunderts revolutionierten Gustav Mahler und die Komponisten der "Neuen Wiener Schule" Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton Webern, aber auch Josef Matthias Hauer, der die tatsächliche Erfindung der 12-Ton-Musik für sich in Anspruch nimmt, sowie Ernst Krenek oder Egon Wellesz. Dieser Tradition großer Komponisten aus dem Gebiet der k. u. k. Monarchie folgten international bedeutende Dirigenten wie Arthur Nikisch, Felix Weingartner, Franz Schalk, Erich Kleiber, Karl Böhm, Hans Rosbaud, Herbert von Karajan, Michael Gielen, Nikolaus Harnoncourt und Franz Welser-Möst. Auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik konnten sich György Ligeti, Friedrich Cerha oder Georg Friedrich Haas, H.K. Gruber und Bernhard Lang etablieren.
In der „leichten Muse“ hat das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker lange Tradition. Es wird im Rundfunk in 44 Staaten übertragen; gespielt werden dabei Walzer, Polkas und Märsche, regelmäßig solche von Johann Strauß (Sohn).
Die Operette ist eine in Österreich sehr ernst genommene Kunstform, und die k. u. k. Monarchie mit ihren Nachfolgestaaten hat die Mehrzahl ihrer bekanntesten Vertreter hervorgebracht: Johann Strauß, Karl Millöcker, Oscar Straus, Edmund Eysler, Nico Dostal, Fred Raymond, Robert Stolz stammen aus dem Territorium des heutigen Österreich, Franz von Suppé, Franz Lehár, Emmerich Kálmán, Leo Fall, Paul Abraham, Ralph Benatzky aus anderen Teilen der ehemaligen Monarchie.
Im populären Musiksektor sind Bands und Einzelinterpreten aus dem speziellen österreichischen Genre Austropop äußerst erfolgreich, dabei besonders Interpreten wie Wolfgang Ambros, Georg Danzer, Rainhard Fendrich und Stefanie Werger sowie die Band S.T.S. Derzeit erfolgreichste Österreicherin auf dem Chartsektor ist Christina Stürmer. Mittlerweile als Ikone auf dem Gebiet des deutschsprachigen Chansons gilt Udo Jürgens.
International erfolgreich war Johann „Hans“ Hölzel alias Falco beziehungsweise sind Hubert von Goisern und DJ Ötzi. Auch die Band Ostbahn-Kurti & Die Chefpartie ist über Österreich hinaus bekannt. Ebenfalls internationale Bedeutung erwarb sich die elektronische Musik aus Österreich unter Kruder & Dorfmeister.
Joe Zawinul, der gemeinsam mit dem US-Amerikaner Miles Davis die Stilrichtung des Electric Jazz entwickelte, gilt als der bislang einzige europäische Musiker, der in der Geschichte des Jazz von stilprägender Bedeutung war. Seine Gruppe Weather Report zählte in Fachkreisen und beim Publikum als die bedeutendste Jazzformation der 1970er und 1980er Jahre.
Großer Beliebtheit erfreut sich sowohl die Volksmusik mit ihren regionalen Formen als auch die volkstümliche Musik. Vertreter des letzteren Genres finden in der erfolgreichen TV-Produktion "Musikantenstadel" ein internationales Publikum.
Neben dem Mainstream entwickelten sich im populären Musikbereich auch zahlreiche alternative Musikgruppen, die auch europaweit szenebekannt sind. Dazu zählen beispielsweise die Rockgruppe Denk, die Linzer Hip-Hopper Texta, die Punkband Red Lights Flash aus Graz oder die Metal-Band Belphegor aus Salzburg.
[drå werkln] Theater
Das Theater als Kunstform findet in Österreich viel Anklang und auch viel öffentliche Förderung: von der Wiener Staatsoper, einem der angesehensten Musiktheater der Welt, und vom Burgtheater, als eine der besten deutschsprachigen Bühnen bezeichnet, bis zum Bauerntheater im Dorf. Zu den ständig bespielten Bühnen in Wien, Salzburg, Graz, Innsbruck, Linz, Klagenfurt, Bregenz und St. Pölten kommen Theater- und Opernfestivals von den Bregenzer Festspielen und den Salzburger Festspielen bis zu den Seespielen in Mörbisch im Burgenland. In Wien besteht dazu eine vielfältige Szene an Kabaretts, Kleinbühnen, Kellertheatern und der Alternativkultur gewidmeten Spielstätten.
In St. Pölten wurde, nachdem es 1986 zur Landeshauptstadt erhoben worden war, ebenfalls ein Theater, das Festspielhaus St. Pölten errichtet. In Wien wurde die Musicalbühne Theater an der Wien aus Anlass des Mozartjahrs 2006 zum Operntheater umgestaltet und ist seither das dritte große Opernhaus in der Stadt; weiters wurde bis 2008 das Ronacher-Theater zur Musicalbühne ausgebaut. In Linz ist ein neues Musiktheater in Bau.
Die österreichische Theaterliteratur der letzten Jahrzehnte umfasst u. a. Peter Handkes mittlerweile legendäre „Publikumsbeschimpfung“, Wolfgang Bauers Aufreger „Silvester oder das Massaker im Hotel Sacher“, Fritz Hochwälders NS-Aufarbeitung „Der Himbeerpflücker“ und Thomas Bernhards Drama „Heldenplatz“, in dem er katholisch-reaktionäre Züge des Österreich von 1988 mit dem enthusiastischen Empfang Hitlers auf dem Wiener Heldenplatz 1938 vergleicht. Als dieses Stück 1988 unter der Regie von Claus Peymann am Burgtheater Premiere hatte, inszenierten konservative Kreise den bis heute größten Theaterskandal seit 1945.
Aus Österreich stamm(t)en international bekannte Schauspieler/innen: Romy Schneider, Oskar Werner, Curd Jürgens, Maria Schell, O. W. Fischer, Paula Wessely und ihre Tochter Christiane Hörbiger, Maximilian Schell, Senta Berger und Klaus Maria Brandauer. Unter den auch im Ausland geschätzten Regisseuren sind Max Reinhardt und Martin Kušej zu nennen. Als Kabarettisten wurden Karl Farkas und Helmut Qualtinger zu „Klassikern“.
Eine für das Theater in Österreich sehr wesentliche Gegebenheit ist der ständige personelle und kulturelle Austausch unter den Theatern des deutschsprachigen Raumes, insbesondere mit Deutschland. Dadurch werden für die großen Talente Österreichs die beschränkten Karrierechancen im Heimatland kompensiert.
[drå werkln] Kabarett
[drå werkln] Film
Filmregisseure aus Österreich sind Barbara Albert, Franz Antel, Ruth Beckermann, Dieter Berner, Robert Dornhelm, Florian Flicker, Nikolaus Geyrhalter, Michael Glawogger, Wolfgang Glück, Michael Haneke, Jessica Hausner, Michael Kreihsl, Fritz Lang, Bady Minck, Franz Novotny, Peter Patzak, Otto Preminger, Stefan Ruzowitzky, Anja Salomonowitz, Hubert Sauper, Ulrich Seidl, Götz Spielmann, Josef von Sternberg, Erich von Stroheim, Hans Weingartner, Virgil Widrich, Billy Wilder.
[drå werkln] Literatur
Namhafte Autorinnen und Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts waren Franz Grillparzer, Ferdinand Raimund, Johann Nestroy, Adalbert Stifter, die 1905 mit dem Friedensnobelpreis geehrte Bertha von Suttner, Marie von Ebner-Eschenbach, Peter Rosegger, Peter Altenberg, Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Georg Trakl, Franz Kafka, Karl Kraus, Ödön von Horvath, Joseph Roth, Stefan Zweig, Robert Musil, Gustav Meyrink, Franz Werfel, Egon Erwin Kisch, Alfred Kubin, Fritz von Herzmanovsky-Orlando, Leo Perutz, Alfred Polgar, Vicki Baum, Alexander Lernet-Holenia, Heimito von Doderer, Franz Theodor Csokor, Ingeborg Bachmann, Christine Lavant, Friedrich Torberg, Fritz Hochwälder, Jörg Mauthe, Thomas Bernhard, Ernst Jandl, H. C. Artmann, Hilde Spiel, Albert Drach, Wolfgang Bauer, Johannes Mario Simmel, Gert Jonke und Gertrud Fussenegger.
Wichtige lebende Schriftsteller/innen sind die 2004 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnete Elfriede Jelinek, Peter Handke, Felix Mitterer, Friederike Mayröcker (Büchnerpreis 2001), Christoph Ransmayr, Barbara Frischmuth, Alois Brandstetter, Peter Rosei, Norbert Gstrein, Eva Menasse, Wolf Haas, Bettina Balàka, Arno Geiger, Josef Winkler (Büchnerpreis 2008), Gerhard Roth, Daniel Kehlmann und Daniel Glattauer. Auf Slowenisch schreiben u. a. Gustav Januš, Janko Ferk und Florjan Lipuš, der von Peter Handke ins Deutsche übersetzt wurde.
[drå werkln] Bildende Kunst
Bedeutende Maler oder Graphiker sind Ferdinand Georg Waldmüller, Gustav Klimt, Koloman Moser, Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Alfred Kubin, Raoul Hausmann, Arnulf Rainer, Gottfried Helnwein, Franz West. Einen Höhepunkt erreichte die Malerei in Österreich um 1900, als Wien ein Zentrum des Jugendstils wurde.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand die Wiener Schule des Phantastischen Realismus als eine späte Strömung des Surrealismus. In dieses Umfeld gehört auch Friedensreich Hundertwasser mit seinen eher abstrakt-dekorativen Bildern. Ein eigenständiges Phänomen ist der Aktionismus der 1960er Jahre, der sich im Grenzbereich von Theater und Malerei entwickelt hat. Wichtige Vertreter dieser Bewegung sind Günter Brus, Otto Muehl, Rudolf Schwarzkogler und Hermann Nitsch.
Bedeutende Bildhauer oder Skulptoren waren Niclas Gerhaert van Leyden, Franz Xaver Messerschmidt, Fritz Wotruba, Alfred Hrdlicka und Bruno Gironcoli.
[drå werkln] Wissenschaft und Technik
Österreich war in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Wissenschaftsnation. Es brachte Denker und Forscher hervor wie die Begründer der Quantenphysik Wolfgang Pauli und Erwin Schrödinger, den Mathematiker Kurt Gödel, den Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud, die Philosophen des Wiener Kreises und Ludwig Wittgenstein, den Begründer der modernen empirischen Sozialforschung Paul Felix Lazarsfeld, den Vater der Tierpsychologie Konrad Lorenz, den Philosophen Karl Popper, den Automobilbauer Ferdinand Porsche, die Erfinder Viktor Kaplan und Josef Ressel, die Wegbereiter der Thermodynamik Josef Stefan und Ludwig Boltzmann, den Entdecker der Benzol-Struktur Johann Josef Loschmidt, den Entdecker der Blutgruppen Karl Landsteiner, den Retter der Mütter Ignaz Semmelweis sowie die Ökonomen Carl Menger, Friedrich August von Hayek und Eugen Böhm von Bawerk. 1874 entdeckte der Astronom Johann Palisa und benannte einen Asteroid Austria nach seinem Heimatland. Die Kernphysikerin Lise Meitner entwickelte gemeinsam mit Otto Frisch die erste theoretische Erklärung der Kernspaltung.
Das wissenschaftliche Niveau dieser Zeit wurde im Nationalsozialismus zerstört. Nach 1945 wurden nur sehr wenige exilierte Wissenschaftler, später als Koryphäen ihrer Fächer anerkannt, zur Rückkehr nach Österreich eingeladen. Das Begabtenreservoir in Böhmen, Mähren und Ungarn, das der österreichischen Wissenschaft lang zur Verfügung gestanden war, wurde wegen des Eisernen Vorhangs nicht mehr nutzbar.
In den 1950er Jahren wurde von den Ingenieuren der voestalpine das so genannte Linz-Donawitz-Verfahren entwickelt, das die Stahlproduktion weltweit revolutionierte. Hervorzuheben sind auch die Geländefahrzeuge Haflinger und Pinzgauer, die in der Steyr Daimler Puch AG konstruiert wurden, sowie das Steyr AUG, ein Sturmgewehr, das in vielen Armeen der Welt und sogar von der US-Küstenwache eingesetzt wird. Die in Österreich entwickelte Glock-Pistole ist eine weltweit verbreitete Polizeipistole (Österreich, Deutschland, USA)
Wirtschaftlich sehr erfolgreich haben sich Unternehmen in der produkt- bzw. anwendungsbezogenen Forschung stark spezialisiert und sind heute in der Technik weltweit erfolgreich, z. B. Glock, Rosenbauer und Wienerberger.
Seit 1971 besteht in Österreich ein eigenes Wissenschaftsministerium. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften, das Austrian Institute of Technology, die Forschungsgesellschaft Joanneum Research und andere vom Staat geförderte Institutionen stimulieren und koordinieren wissenschaftliche Forschung. Seit den neunziger Jahren sind private Universitäten zugelassen. Der Politik ist die große Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für Österreichs wirtschaftliche Zukunft bekannt; die dem Bereich gewidmeten Budgetmittel sind aber nach wie vor unzureichend.
[drå werkln] Küche
Bedingt durch die österreichische Geschichte, haben vor allem Kochkünste aus Ungarn, Böhmen, Italien und Frankreich Einfluss auf heute typisch österreichische Gerichte gehabt. Vervielfältigt wird das Angebot durch traditionelle regionale Kochkunst aus den Bundesländern. Typische Gerichte sind das Wiener Schnitzel, Backhendl, Brathendl, Gulasch und Fischgerichte wie Karpfen und Forelle. Weltweite Bekanntheit haben Süßspeisen erlangt, so zum Beispiel die Sacher-Torte, der Apfelstrudel und der Kaiserschmarrn.
Die Essenseinnahme erfolgte bis vor wenigen Jahren vorwiegend zu Hause. Heute essen – vor allem in den größeren Städten – viele Menschen häufig in Gaststätten, Restaurants, Kaffeehäusern, an Würstelständen und Döner-Imbissen, in Filialen von Fastfoodketten oder auf der Straße oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Sich ausbreitender Hedonismus führte seit den achtziger Jahren zu verstärkter Publikation gastronomischer Führer, Tipps und Rangreihungen, zu Medienberichten über Neueröffnungen von Lokalen und zu mehr gastronomiebezogenen Fernsehsendungen als jemals zuvor. Davon erfasste Lokale sind einige Zeit „in“ und erreichen überdurchschnittliche Gästefrequenz. Davon erfasste Gastronomen erreichen beachtliche Medienpräsenz und -prominenz, beispielsweise Sissy Sonnleitner, Reinhard Gerer, Toni Mörwald und Heinz Reitbauer. Der österreichische Koch Johann Lafer ist vor allem in deutschen TV-Sendungen stark präsent.
Traditionell gepflegte Kaffeevariationen bilden das Sortiment der Kaffeehäuser, die sich nach dem Muster des Wiener Kaffeehauses heute in ganz Österreich finden. Die ersten Kaffeehäuser wurden in Wien kurz nach dem Jahr 1683 eingerichtet. Heute sind sie zumeist Café-Restaurants, in denen die Kaffeehaustradition mit dem Angebot des „bürgerlichen Speisehauses“ kombiniert wird.
Große Tradition hat der Weinanbau, der in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland betrieben wird. Innereuropäisch und auch in Übersee erfreut sich der österreichische Wein großer Beliebtheit, und auch im Land selbst wird mit knapp 40 Liter pro Kopf und Jahr gern Wein getrunken. War zuvor hauptsächlich Massenproduktion (im „Doppler“, der Zweiliterflasche) üblich, so haben sich in den letzten dreißig Jahren viele Winzer auf die Produktion von Qualitätsweinen spezialisiert, die bei internationalen Blindverkostungen hervorragend abschneiden. Im Zuge dieser Entwicklung wurde österreichischen Rotweinen wesentlich mehr Beachtung geschenkt als früher. In den Weinbau treibenden Bundesländern hat sich im 19. Jahrhundert eine Heurigenkultur entwickelt, die bis heute für unkomplizierte, informelle Gastronomie steht und auch bei Touristen beliebt ist. Hier dominiert beim Speiseangebot das kalte und warme Buffet, beim Weinangebot der junge Wein der letzten Ernte.
Bier wird medial kaum beachtet, ist aber als Alltagsgetränk in Österreich sehr wichtig. Mit knapp 109 Litern Verbrauch pro Kopf und Jahr und mit 140 Brauereien – darunter überregionale Traditionsmarken wie Stiegl, Gösser, Hirter und Ottakringer – darf sich Österreich als Biernation bezeichnen.
[drå werkln] Sport
→ siehe auch: Geschichte des Sports in Österreich
[drå werkln] Wintersport
Aufgrund seiner Geographie zählt Österreich in zahlreichen Wintersportarten zur Weltspitze, wie etwa in alpinen Ski-Bewerben, im Skispringen oder im Snowboarden. Der Wintersport genießt in Österreich einen hohen Stellenwert und dessen Fernsehübertragungen, vor allem jene der Ski-Alpin-Bewerbe, erreichen weite Teile der Bevölkerung. Bekannte Ski-Sportler der letzten Jahre sind z. B. Hermann Maier, Renate Götschl, Alexandra Meissnitzer, Benjamin Raich, Michael Walchhofer, Marlies Schild und Rainer Schönfelder. An erfolgreichen Skifahrern der Vergangenheit wären Toni Sailer, Karl Schranz, Franz Klammer, Stephan Eberharter, Annemarie Moser-Pröll, Petra Kronberger oder Michaela Dorfmeister hervorzuheben. So war z. B. Fernsehmoderator Armin Assinger einst Skirennläufer, auch Schlager-Star Hansi Hinterseer fuhr früher als Profi Slalomhänge hinab.
Weitere erfolgreiche Wintersportler sind beispielsweise die Rodler Markus Prock, Wolfgang und Andreas Linger und das österreichische Skisprung-Team um Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern und Martin Höllwarth, welches in den letzten Jahren zahlreiche Olympia- und Weltcup-Siege für sich verbuchen konnte. Nicht mehr aktive Skisprung-Größen wie Anton Innauer, Hubert Neuper oder auch Andreas Goldberger sind heute als Trainer und oft auch als Co-Fernsehmoderatoren tätig.
[drå werkln] Sommersport
Auch im Sommersport, bzw. ganzjährig ausübbaren Sportarten kann Österreich immer wieder nennenswerte Erfolge für sich verbuchen, doch erreichen diese, bis auf den Fußball, bei weitem nicht die Reichweite des Wintersports, gemessen am Interesse der Bevölkerung. Bei Erfolgen im Zuge von Großereignissen wie den Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften gelangen diese Sportarten naturgemäß dennoch ins mediale Rampenlicht. Derartige Sportarten, in welchen Österreicher regelmäßig zu den potentiellen Sieganwärtern zählen, sind vor allem der Segelsport (Roman Hagara, Hans-Peter Steinacher), Judo (Peter Seisenbacher), Triathlon (Kate Allen), Schwimmen (Mirna Jukić und Markus Rogan), Beachvolleyball (Europameister 2003 und 2007) sowie die Formel 1 (Ex-Rennfahrer Niki Lauda, Jochen Rindt, Gerhard Berger).
Im Jahr 2003 holte Werner Schlager den Weltmeistertitel im Tischtennis, 1996 wurde Thomas Muster als erster Österreicher überhaupt Nummer 1 der Tennisweltrangliste, nachdem er ein Jahr zuvor den Grand-Slam-Titel von Paris – die French Open – gewonnen hatte. Im Dezember 2005 erschwamm Markus Rogan bei der Kurzbahn-Schwimm-EM über 200-m-Rücken einen neuen Weltrekord, den ersten für Österreich seit 1912. Bei der Kurzbahn-WM 2008 schwamm er über dieselbe Strecke erneut Weltrekord und wurde damit Österreichs erster Schwimmweltmeister überhaupt.
2007 wurde die Österreichische U21 Nationalmannschaft im Hallenhockey erstmals Europameister, 2008 erreichte die Nationalmannschaft der Herren die Bronzemedaille hinter Russland und Deutschland, und 2010 folgte der volle Erfolg: Das Herren Nationalteam wurde im Hallenhockey Europameister und zählt damit zum Favoritenkreis der nächsten WM, die 2011 in Polen ausgetragen wird.
[drå werkln] Vereinssport
Der Vereinssport besitzt in Österreich einen sehr hohen Stellenwert. In manchen Gemeinden und Städten sind mehr als die Hälfte der Einwohner in Vereinen sportlich aktiv. Vor allem der Fußball besitzt, besonders in Wien, lange Tradition, aber auch weniger bekannte Sportarten stoßen mancherorts auf regen Zulauf. So zählt Österreich beispielsweise im Faustball (besonders Vereine aus Oberösterreich) zur Weltspitze und wurde 2007 erstmals Herren-Weltmeister, hat außerdem eine der besten American-Football-Ligen weltweit, und manche der an der Donau oder an größeren Seen gelegenen Gemeinden haben eigene Wassersportvereine.
Hypo Niederösterreich zählt im Frauenhandball zurzeit ebenso zur europäischen Spitze wie die Vikings Vienna im American Football. Größte Erfolge im Fußball in jüngerer Vergangenheit waren das Erreichen des Finale im UEFA-Cup durch den SV Austria Salzburg 1994 sowie die drei Endspielteilnahmen im Europacup der Cupsieger durch die Wiener Austria 1978 und SK Rapid Wien in den Jahren 1985 und 1996.
- International erfolgreiche Vereine aus Österreich
- American Football: Vikings Vienna, Swarco Raiders Tirol, Graz Giants
- Eishockey: VEU Feldkirch
- Fußball: SK Rapid Wien, FK Austria Wien, First Vienna FC 1894, SV Austria Salzburg, SK Sturm Graz
- Handball: Hypo Niederösterreich, HC Linz AG, UHK West Wien
- Tischtennis: SVS Niederösterreich
- Volleyball: hotVolleys Wien
- Hockey: AHTC, SV Arminen, WAC, HC Wels
[drå werkln] Internationale Sportveranstaltungen
Österreich war bisher zweimal Veranstalter Olympischer Spiele (beide Male Olympische Winterspiele in Innsbruck, 1964 und 1976). Insgesamt holten österreichische Spitzensportler 51 Gold-, 52 Silber- und 66 Bronzemedaillen in der Geschichte Olympischer Winterspiele sowie 26 Gold-, 38 Silber- und 40 Bronzemedaillen bei Olympischen Sommerspielen (Stand: 2005).
Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gewann das österreichische Team 9 Gold-, 7 Silber- und 7 Bronzemedaillen. Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 wurden 2 Goldmedaillen (durch Roman Hagara & Hans-Peter Steinacher im Tornado-Segeln sowie Kate Allen im Triathlon), 4 Silber- sowie eine Bronzemedaille erkämpft.
Die Eishockey-Weltmeisterschaft fand 1964 in Innsbruck statt, 1967, 1977, 1987, 1996 und 2005 in Wien. Die Schwimmeuropameisterschaften fanden 1950, 1974 und 1995 in Wien statt. Die erste Eiskunstlauf-Europameisterschaft der Sportgeschichte fand 1892 in Wien statt, bis zum Jahr 2000 fanden acht weitere Europameisterschaften in Wien statt, die EM 1981 in Innsbruck.
Vom 7. bis 29. Juni 2008 war Österreich gemeinsam mit der Schweiz Veranstalter der Fußball-Europameisterschaft 2008. Die auf Österreich entfallenden Spiele fanden in Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt statt, das Finale in Wien.
[drå werkln] Siehe auch
Portal:Österreich – A Ywersicht zu Wikipedia-Inhoiten zum Thema Österreich
[drå werkln] Literatur
- Österreichische Nationalbibliothek: Österreichische Bibliographie: Verzeichnis der österreichischen Neuerscheinungen. Wien 1946–2002. Seit 2003 Online-Ausgabe
- Richard und Maria Bamberger, Ernst Bruckmüller, Karl Gutkas (Hrsg.): Österreich-Lexikon. Wien: Verlagsgemeinschaft Österreich-Lexikon, 2004, ISBN 3-85498-385-9 – Fortgeführt als Online-Ausgabe.
- Peter Berger: Kurze Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert, Wien: Facultas Universitätsverlag, 2. verb. Auflage 2008, ISBN 3-7089-0354-4
- Harald Fidler: Österreichs Medienwelt von A–Z. Das komplette Lexikon mit 1000 Stichwörtern von Abzockfernsehen bis Zeitungssterben, Wien: Falter, 2008, ISBN 3-85439-415-2
- Friedrich Heer: Der Kampf um die österreichische Identität, Böhlau: Wien 2001, ISBN 3-205-99333-0
- Peter Pleyel: Das römische Österreich, Wien: Pichler 2002, ISBN 3-85431-270-9
- Erwin Ringel: Die österreichische Seele: Zehn Reden über Medizin, Politik, Kunst und Religion, Neuauflage: Wien: Kremayr & Scheriau 2005, ISBN 3-218-00761-5
- Robert und Melita Sedlaczek: Das österreichische Deutsch, Ueberreuter 2004, ISBN 3-8000-7075-8
- Helmut Seel und Josef Scheipl: Das österreichische Bildungswesen am Übergang ins 21. Jahrhundert, Graz: Leykam 2004, ISBN 3-7011-7388-5
- Karl Vocelka: Geschichte Österreichs. Kultur – Gesellschaft – Politik, Heyne 2002, ISBN 3-453-21622-9
[drå werkln] Weblinks
| Wikinews: Österreich – Nochrichtn |
| Wiktionary: Mucalexx/Österreich – Bedeitungserklärunga, Wortherkunft, Synonyme und Ibasetzunga |
| Commons: Österreich – Buidl, Videos und/oda Audiodatein |
| Wikiquote: Österreich – Zitate |
[drå werkln] Einzelnachweise
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- ↑ 2,0 2,1 http://www.statistik.at/web_de/presse/045362
- ↑ Human Development Report 2010 (PDF), obgeruaffm am 28. November 2010
- ↑ Statistik Austria – Bevökerrung noch de Bundesländer Q2 2010
- ↑ Manfred A. Fischer: Ein Hauch Orient – pannonische Vegetation und Flora, in: Natur im Herzen Mitteleuropas, 2002, ISBN 3-85214-776-X.
- ↑ M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
- ↑ Online-Ywersicht bei www.umweltbundesamt.at
- ↑ http://www.univie.ac.at/dieuniversitaet-online/beitraege/news/meteorologinnen-auf-der-spur-des-grunloch-phanomens/69/neste/27.html
- ↑ 9,0 9,1 Zentraalåstoit fyr Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) obgeruaffm am 1. Mai 2009
- ↑ Skoda, Lorenz: Hydrologischer Atlas Österreichs, 2003
- ↑ schaug dodazua aa d' Listen vo d' Voikszälungen in Esterreich
- ↑ Statistik Austria: Zuawånderrung nimmt ob, Die Presse vom 28. Juni 2007
- ↑ Bevökerrungsstånd 2007 Statistik Austria, September 2007
- ↑ Mehr Deutsche als Türken Ausgob 4/2008 obgeruaffm am 17. Feewer 2010
- ↑ Statistik Austria: Bevökerrungsentwicklung 2006 bis 2050
- ↑ http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dssid=4170&dsmid=66602&dspaid=507401
- ↑ Statistik Austria: Bevökerrung noch 'm Religionsbekenntnis und Bundesländer 1951 bis 2001 (obgruafm am 16. Jänner 2009)
- ↑ Katholische Presseagentur Österreich: Katholikenzahl blieb in Österreich 2008 weitgehend stabil
- ↑ Statistik der katholischen Kirche in Österreich 2003 2008 (obgruaffm am 16. Jänner 2010)
- ↑ Statistik vo da katholischen Kirchen in Esterreich 2003 - 2008
- ↑ {ge} Zoin und Fakten vo da Evangelischen Kirchen in Esterreich 2001 - 2008
- ↑ Bevökerrung vo Esterreich 4. Quartaal 2009, (obgruaffm am 16. Jänner 2010)
- ↑ 5,53 Millionen Menschen sind katholisch (obgeruaffm am 16. Jänner 2010)
- ↑ {ge} Zahlen und Fakten der Evangelische Kirche in Österreich 2001 - 2009 Obgruaffm am 14 Feewer 2010
- ↑ Statistik Austria: Volkszälung vo 2001
- ↑ Oweresterreichische Nochrichten vom 13. Jänner 2009
- ↑ Zoin und Fakten zua da Evangelischen Kirchen in Esterreich 2001 - 2008
- ↑ "The Largest Atheist/Agnostic Populations" (in Englisch). http://www.adherents.com/largecom/com_atheist.html. Retrieved on 2009-08-23.
- ↑ Vortrag von Rudolf Burger
- ↑ The Library of Congress – Country Studies: Austria
- ↑ Ernst Bruckmüller: Die Entwicklung des Österreichbewusstseins, Joanneum – Demokratiezentrum
- ↑ Ernst Bruckmüller in: Österreichische Galerie Belvedere: Das neue Österreich, Wien 2005, S. 242.
- ↑ diepresse.com
- ↑ Eric Frey, Schwarzbuch USA, Frankfurt am Main 2004, S.348.
- ↑ derstandard.at
- ↑ Verfassung des Bundesstaates Österreich von 1934; abgerufen am 10. September 2010.
- ↑ Umfrage, veröffentlicht am 11. September 1987 in der Wochenpresse
- ↑ http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,584878,00.html
- ↑ NZZ: SPÖ und ÖVP einigen sich auf grosse Koalition in Österreich – Werner Faymann wird neuer Bundeskanzler, 23. November 2008
- ↑ Fred Brande, Gerlinde Weilinger: Kodex des österreichischen Rechts (Hrsg. Werner Doralt). Verfassungsrecht. 6. Auflage, Verlag Orac, Wien 1989, ISBN 3-7007-0022-9, Abschnitt 1, S. 1
- ↑ Fred Brande, Gerlinde Weilinger: a.a.O., Abschnitt 1/1, S. 40a
- ↑ Fred Brande, Gerlinde Weilinger: a.a.O., Abschnitt 2b, S. 1
- ↑ Fred Brande, Gerlinde Weilinger: a.a.O., Abschnitt 7/1a, S. 1 f.
- ↑ Fred Brande, Gerlinde Weilinger: a.a.O., Abschnitt 13/1, S. 1 f.
- ↑ Fred Brande, Gerlinde Weilinger: a.a.O., Abschnitt 5a/1, S. 1 f.
- ↑ Gesetzestext
- ↑ 47,0 47,1 Gesetzestext
- ↑ Finanzstatistik des Sektors Staat, Haupttabellen [1]
- ↑ Österreichische Klimastrategie 2007 Seite 33
- ↑ Eurostat gibt den Anteil an Erneuerbarer Stromproduktion im Jahr 2005 mit 57,9 % an.
- ↑ Der Umweltkontrollbericht des Umweltbundesamtes von 2006 gibt den Anteil der erneuerbaren Stromproduktion mit 59,1 % an Seite 8 im PDF-Dokument bzw. Seite 162 im Gesamtbericht
- ↑ Die E-Control gibt für das Jahr 2005 einen Anteil der erneuerbaren Stromproduktion für 2005 mit 59,24 % an
- ↑ (Vertragsverletzungsverfahren NR. 2004/4322 betreffend der Richtline2001/77/EG)
- ↑ Juli 2006-Juli 2007: Kein einziges Windrad errichtet
- ↑ kurier.at vom 14. April 2009
- ↑ tagesanzeiger.ch vom 14. April 2009
- ↑ sueddeutsche.de vom 14. April 2009
- ↑ Von wegen Krugman: IWF macht sich keine Sorgen um Österreich im Wirtschaftsblatt vom 17. April 2009 abgerufen am 25. April 2009
- ↑ ÖO Nachrichten
- ↑ Alle Angaben aus: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit: Österreichisches Montanhandbuch 2007. Wien, 2007. online
- ↑ Bio-Offensive: Esterhazy macht´s möglich auf ORF-€CO abgerufen am 27. November 2008
- ↑ 62,0 62,1 62,2 Eurostat [2]
- ↑ 63,0 63,1 Entwicklung des BIP von Österreich bfai, 2009, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
- ↑ VCÖ (Hrsg.): Öffentlicher Verkehr - Weichenstellungen für die Zukunft, Wien 2010, ISBN 3-901204-64-4, S. 12
- ↑ http://vcoe.at/start.asp?ID=4364
- ↑ AUTO PLUS: Winterreifenpflicht in Österreich
- ↑ Masterplan Radfahren. [umwelt.lebensministerium.at/filemanager/download/18340/ umwelt.lebensministerium.at/filemanager/download/18340/ ]
- ↑ Kärntens Nahverkehrs - Zu(g)kunft!
- ↑ Harald Fidler: Österreichs Medienwelt von A bis Z, Falter Verlag, Wien 2008, ISBN 978-3-85439-415-0
- ↑ Fidler: a.a.O., S. 271
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1 Liegt zan gresstn Tei in Asien. 2 Hod aa Gebiete aussahoib vo Eiropa.
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