Hans Kohlhase

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Disambig-dark.svg Dea Artikl do handlt vom historischn Hans Kohlhase; zua Novelln vom Heinrich vo Kleist schaug Michael Kohlhaas.
Hans Kohlhase, Kupferstich ausm 19. Joarhundat

Da Hans Kohlhase (* um 1500 z Tempelberg bei Müncheberg; hingricht 22. Meaz 1540 z Berlin), wor a Biaga und Kaffmo z Cölln an da Spree (heit a Tei vo Berlin), Kloakriaga (Befehda) gegn Sachsen 1534–1540 und Vorbuid fia de Titlfigua in da Novelln Michael Kohlhaas vom Heinrich vo Kleist. De Schuidarung ban Kleist is oba ned authentisch, wei eam de Untasuachungsaktn von 1539 ned vorglegn hom. Da Nama vom Kohlhase wead in de Aktn vaschiedn gschriebm, es gibt aa Variantn wia Hanns, Kolhase, Kholhase, Kolhaze und Kohlhas.

De joarhundatelange Faszination vo dea Gschicht vom Hans Kohlhase liegt do drin, dass a rechtschoffana Biaga duach ealittans Unrecht zan Mordbrenna wean ko und bis zan oagnan Untagang fia sei Recht kempft.

Lebm[VE | Weakln]

Da Hans Kohlhase wor a rechschoffana, earlicha Biaga z Cölln (heit Tei vo Berlin) und a ogsegna Kaffmo. Am 1. Oktoba 1532 is a vo Cölln af Leipzig groast, um do de Hiabstmess z bsuacha. Ea hod si in ana Wiatschoft z Wellaune (heit Tei vo Bad Düben) im Umkroas vo Leipzig afghoidn, wia eam af Oordnung vom Junker Günther vo Zaschwitz widarechtli seine zwoa Ressa obgnumma worn san, wei de ogebli gstoin gwen waradn.[1] So hod da Kohlhase an grossn Tei vo da Mess vapasst und an Valust daduach ghobt. Im Oschluss an de Mess hod da Kohlhase vasuacht, de Ressa zruckzgriagn. Dazua hod a si an in Kuafischtn Joachim I. gwendd, dea wo wiedarum in Kuafischtn vo Saxn um Huif betn hod, wei dees Owesn vom Junker in Saxn glegn is. Ea hed de Ressa a zruckgriagt, oba de san vom Junker gschundn worn und hom a schlechts Fressn griagt, deshoib hods da Kohlhase nimma hom woin, wia as gsegn ghobt hod. Stoddessn woit da Kohlhase etz Schodnseasotz vom Junker hom.[1]

Wia ra wieda dahoam z Cölln wor, hod ma eam in Kredit entzogn ghobt. Etz hod a sein gsamtn Bsitz vapfendn miassn, um a Pleite z vahindan. Nacha hod a no amoi draf drengt, dass de Kuafiaschtn an Vagleich schliassn. A Vagleichsvahandlung hod am 13. Mai 1533 af da Buag Düben stoddgfundn. A Vagleich is oba gscheitat, wei da Günther vo Zaschwitz inzwischn dod wor und seine Eabn a Entschedigung strikt vaweigat hom.[1] Ea hod an Trupp vo Ohengan gsammet, wo u.a. in da Residenzstod Wittenberg brandschatzt hom, de Herrschoft Teupitz, in Adl z Zossen und s Klosta Zinna ogriffa hom. Da Kohlhase hod si do oba nia bereichat, sondan s Raubguat ba Treihendan hintalegt oda an Oame vateit. Geistliche und Adlige hom deshoib in Kurfiaschtn Johann Friedrich I. vo Saxn drengt, de Streidarei beizlegn. Z Jüterborg is nacha za an Vagleich keman und im Kohlhase is am 7. Dezemba 1534 a Entschedigung vo 600 Guidn zuagsprocha worn. Da Kurfiascht hod in Vatrog oba a wengal spoda glei wieda wiedaruafa.

Da Kohlhase hod si deshoib per Briaf an in Martin Luther um Huif gwendd. De zwoa hom si aa troffa, um driba z redn. Da Luther hod eam Vastendnis entgegnbrocht, eam oba empfoin, in Kampf afzgebm:

Es „ist ja wahr, daß Euch Euer Schaden und Schande billig wehe tun soll und [erg.: Ihr] schuldig seid, dieselbige zu retten und zu erhalten, aber nicht mit Sünden oder Unrecht. Was gerecht ist, wirst du gerecht zu Ende führen, sagt Moses; Unrecht wird durch ander Unrecht nicht zurecht bracht. […] Was ihr mit Recht ausführen moget, da tut ihr wohl; könnt ihr das Recht nicht erlangen, so ist kein anderer Rat da, denn Unrecht leiden. […] Demnach, so Ihr meines Rats begehret (wie ihr schreibet) so rate ich, nehmt Friede an, wo er Euch werden kann, und leidet lieber an Gut und Ehre Schaden, denn daß Ihr Euch weiter sollt begeben in solch Fürnehmen“ [= in solch ein Unternehmen/Vorhaben].

Da Kohlhase hod trotzdem weidakempft. Zeascht is a nua in Saxn gsuacht und vo Brandnburg untastitzt worn. Oba duachn permanentn Druck vo Saxn hod Brandnburg ealaubt, dass a vo de Saxn aa af brandburgischm Gebiet vafoigt worn is. Draf hod da Kohlhase an Suibatransport vom Kuafiaschtn Joachim II. vo Brandenburg ibafoin. Etz hod eam aa da Kuafiascht vo Brandnburg vafoign lossn und anno 1540 z Berlin vahoft. Ea is zan Dod vaurteit und z Berlin gradlt worn.

Beleg[VE | Weakln]

  1. 1,0 1,1 1,2 Hans Kohlhase. In: Der Stralauer Fischzug. Sagen, Geschichten und Bräuche aus dem alten Berlin. Verlag Neues Leben Berlin 1987, ISBN 3-355-00326-3; S. ff.

Literadua[VE | Weakln]

Historische Quejn[VE | Weakln]

  • Sächsische Untersuchungsakten zur Fehde Kohlhases, handschriftlich, Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, Ernestinisches Gesamtarchiv, Reg. Ss pag. 360 Nr. 1 b Vol. I–XII sowie Reg. H. pag. 295 Nr. 121 Vol. 1 b.
  • Martin Luther: Brief an Hans Kohlhase vom 8. Dezember 1534. D. Martin Luthers Werke, Kritische Gesamtausgabe. Briefwechsel, 7. Bd., Weimar 1937, Nr. 2151, S. 124–125.
  • Martin Luther: No. MDCXII. An einen Ungenannten [= Hans Kohlhase, Bürger zu Berlin] (December 1534); in: Wilhelm M. L. de Wette (Hrsg.): Dr. Martin Luthers Briefe, Sendschreiben und Bedenken, Band 4; Berlin 1827; S. 567–569
  • Christian Schöttgen, Georg Christoph Kreysig: Diplomatische und curieuse Nachlese der Geschichte von Chur-Sachsen (…). Dritter Theil; Dresden, Leipzig 1731. Darin: Märkische Chronik des Peter Hafftitz, verfasst um 1600, S. 528–541 zur Fehde Kohlhases.

Sekundealiteradua[VE | Weakln]

  • C.A.H. Burkhardt: Der historische Hans Kohlhase und Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas. Leipzig 1864. Burkhardt war Archivar und entdeckte die Kohlhase-Untersuchungsakten in Weimar. Sein Bericht ist mit rund 60 Seiten recht kurz. (auf Google Books)
  • Christoph Müller-Tragin: Die Fehde des Hans Kolhase. Jur. Diss. Zürich 1997.
  • Kurt Neheimer: Der Mann, der Michael Kohlhaas wurde. Ein historischer Bericht. Diederichs, Düsseldorf/Köln 1979. Populärwissenschaftliche Darstellung aus dem politisch-historischen Blickwinkel der damaligen DDR-Forschung. Es erfolgen keinerlei Nachweise der verwendeten Akten und Literaturstellen.
  • Malte Dießelhorst, Arne Duncker: Hans Kohlhase. Die Geschichte einer Fehde in Sachsen und Brandenburg zur Zeit der Reformation. Frankfurt/Main u.a. 1999. Auf S. 171–424 werden die wichtigsten Kohlhase-Akten im Original wiedergegeben und eingehend kommentiert. Auf S. 511–560 Namens- und Ortsverzeichnis zur Fehde Kohlhases.
  • Albrecht Beutel: Luther und Kolhase. Eine Fallstudie zur cura conscientiae des Reformators; in: Luther 73, Göttingen 2002, S. 119–140.
  • Corinna Bethke: Bis vor den Richterstuhl Gottes: Die Fehde des Hans Kohlhase, Halle: Projekte-Verlag, 2007, ISBN 3-86634-327-2
  • Rochus von Liliencron: Kohlhase, Hans. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 448–450.
  • Wolfgang Ribbe: Kohlhase, Hans. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12. Duncker & Humblot, Berlin 1980, S. 427 f.
  • Dietmar Langberg: Hans Kohlhase – ein rechtschaffener Mordbrenner; Theaterstickl, Schwerin/Flensburg 2002/2007

Im Netz[VE | Weakln]


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