Hutterisch

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Hutterisch isch d Språch van da Hutterer. Die Hutterer, Mitglieder van a nichtkathólischer christlicher Gemeinschåft, ståmmen ausn sidpoarischn Språchraum. Ap uma 1530 sein sie wégn Verfólgung nåch Mährn gflichtet. Iber 20 Jåhr lång håm sie an Schlesier als Vorsteher ghåp. 90 Jåhr später sein sie zem (dort) vertriebm gwórtn, håm sich in Siebmbürgn niederglåssn, 1767 miassn sie wieder weiter und fintn a Hoamet in der Walachei. 1842 ziachn sie in Richtung zun Asow’schn Meer, wo sie nét lei (nur) mit die Russn, sóndern aa mit Mennonitn aus der Gégnt va Danzig zsåmmkémmen. Nåch 1870 ibersiedlen sie nåch Nórdamerika, weil sie mit die Russn in Konflikt kémmen. Pa der Iberfåhrt néhmen sie 15 Familiennamen mit, drei dervón ståmmen va die niederdeitschn Mennonitn; man kannt draus fólgern, dass då a genetische Vermischung ståttgfuntn håt. Hait lébm sie in Nórdamerika.

Man sigg, mit wia viele Vélker sie in die léstn Jåhrhunderte in Kontakt kémmen sein. Die Hutterer sein in deer Zeit viel unter sich pliebm unt håm déswégn ihre Språch pis hait derhåltn. Sie håm va die Vélker, mit dé sie in Kontakt gwésn sein, oanzelne Wérter aufgnummen. In der Gégnwårt isch der englische Einfluss stårk; dés måcht sich psunders pemérkpår, weil sie weit ibern Kóntinént vertoalt unt weanig in Kontakt untranånder sein.

’’’A påår Frémdwérter in Huttrischn (Huttererdeutsch):’’’

  • Schweer (Schwiegervater): aus’n Raum Thüringen, Hessen
  • Schute-Hånggelich (Süßspeise mit Topfen): aus der Språch va die Siebmbürgner Sachsn
  • Hatschitscha (Senf): ukrainisch hirčicja
  • födlaisn (kunstdüngen): engl. fertilize
  • schefn (rasieren)): engl. shave

In kärtnerischen Nåmen van Maulwurf „Wultschker“ håm sie af’n Murmele (Murmeltier) ibertrågn. In Fliager (Flugzeug) pezeichnen sie als Luftschiff. As Wórt „scheißn“ håt koan vulgärn Peigschmåck wia in haiting Daitsch. Zu unterscheidn isch die Biblspråch va der Ålltågsspråch. John Hofer, a Prediger pa Manitoba, håt gmoant: „Unsere Seele tut nicht englisch predigen.“ (aus an Zitat van W. Schabus).

As Studium van Huttrischn isch intressant fir der Kénntnis va der Geschichte van sidpoarischn Dialekt.

Piachr[VE | Weakln]

  • Die deutsche Mundart der Hutterischen Brüder in Nordamerika; Herfried Scheer; Beiträge zur Sprachinselforschung. Band 5. VWGÖ, Wean 1987.
  • Südbairische Elemente in der deutschen Mundart der Hutterer; Wilfried Schabus; in N. Berend / E. Knipf-Komlósi: Sprachinselwelten - Frankfurt M.: Peter Lang (VarioLingua 27) 2006, S. 273–299.
  • „Varietätendynamik und dialektgeografische Entwicklungstendenzen bei den Hutterern in Kanada“. Wilfried Schabus (2008). Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Heft 135. Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 219–241.