Làdina
| Der Artikl is im Dialekt Ståd-Såizburgarisch gschrim worn. |
| Làdina | |
|---|---|
|
|
|
|
|
|
| Bevökarungszåih: | ungefähr 35.000 |
|
|
|
| Signifikànte Bevökarungszåihn: |
Südtiroi Trentino Prowinz Belluno |
|
|
|
| Språchn: | Làdinisch, Daitsch, Italienisch |
D' Làdina san a romànischs Voik vô ebba 35.000 Laid, dés wo im Nordn vô Italien, in Südtiroi, östlich vô Bozn (Gàda- und Grödnatåi), im Trentino (Fàssatåi) und in da Prowinz Belluno (Buachnstâ und Cortina d' Ampezzo) leebt. D' Làdina håm eana eigne Språch, dé Làdinisch gnåunnt werd, dé in fünf vaschiedane Idiome gsprochn und gschriem werd. Im Kuiturbereich wern vaschiedne làdinische Haustîpm untaschiedn. D' Làdina stöin knåbbe viar Prozent vô da Bevökarung vô Südtiroi dår.
Wia bei åundare Vöika håd sé à bei d' Làdina a ethnischs Nazionàlbewusstsein im 19. Jåahundat entwiggét, wobei Micurà de Rü an erstn Vasuach untanumma håd, a làdinische Schriftspråch z' entwiggén. Haid werd d' ladinische Kuitur unta åundam in dem nåch Micurà de Rü benåunntn ladinischn Kuiturinstitut in St. Màrtin in Thurn pflegt. Im gleichn Ort befindt sé à a ladinischs Muséum.
Vüi vô d' südtirola Sång ståumman aus 'm ladinischn Raum, so wia as Nazionàlepos vô d' Làdina vôm Reich vô d' Fanes. Weidare Figurn aus da làdinischn Mîthologie san beispüisweis d' „Anguana“.
Inhoitsvazeichnis |
Kuiturinstitute [dro werkln]
Åundare Kuiturinstitute wia as Istitut Ladin Mercurà de Rü san unta åundam:
- As Istitut Cultural Ladin „Cesa de Jan“ z' Verseil/Col (Santa Lizia)/Colla Santa Lucia
-
- (Idiome: Ampezzo/Ampezzanisch, Col, Fodom/Buachnstânarisch)
- As Istitut Cultural Ladin „Majon de Fascegn“ z' Vig im Fàssatåi/Vich (de Fascia)/Vigo di Fassa
-
- (Idiom: Fascian/Fàssanisch)
- As Istito Ladin de la Dolomites z' Borcia/Borca di Cadore
-
- (Idiom: Cadorino)
Gschicht [dro werkln]
15. v. Kr. werd da Åipmraum vô d' Röma erobat. D' Åipmbevökarung dé hauptsächlich aus Räta beståundn is, üwanimmt d' lateinische Språch, dé sé untam Eîfluss vô d' hoamischn Språchn zum làdinischn (Rätoromanischn) gwåundlt håd. Es werd vüifåch d' Meinung vatretn, dass d' Röma sé néd fir d' Seitntäla intaressiart hättn und dass dé stete Besiedlung durch d' romanisiarte Bevökarung in dé Täla erst spàda ståttgfundn hätt. Funde vô Münzn und Gengständ (u. åundam a Wååg) in d' làdinischn Täla widasprechn åwa dera Åusicht. Dé Täla san dåmåis schô bereits druchgehnd besiedlt gwesn.
Friarare Språchraum [dro werkln]
Infoige vôm Vurdringa vô d' Bajuwarn und Alemannen aus 'm Nordn und vô d' Langobardn aus 'm Südn sowia da Slawn aus 'm Ostn werd as làdinische Gebiet ('s håd vôm Gotthàrd und Bodnsee bis zur Àdria greicht) nåch und nåch varingat und aufgsplittat. Es bleim vôanåunda trennte Språchinsln. In dé foingndn Jåahundate san dé weida gschrumpft. Umara 600 n. Kr. håm d' Bajuwarn Bozn eîgnumma. 800 n. Kr. san 's oware Eisåggtåi und d' Bozna Géngd no zwàspråchig. Restln vô da Làdinischn Bevökarung håitn sé no in Rengschburg, Såizburg und Minga. Umara 1000 is da gsåumte Kanton Graubündn no Romanisch.
Umara 1200 redn bereits za. zwà drittl vô dé Laid im haiding Südtiroi bereits Daitsch. Zu dera Zeid san néd nur as haidige Làdinien no làdinisch sondan à no Vilnöss, Kàstlruth, Völs, Tiers, Aua sowia da Vinschgau.
Zum Beginn vôm 17. Jåahundat håd ma in da Kàstlrutha Frakzion St. Michael no Làdinisch gredt, wia eemso in Wöischnofn (Welschnofen/Neva Ladinia). Làdinisch san à as Fleimståi, Cadore, Zoldo, Agordo, da oware Vinschgau (wöicha im 17. Jåahundat mid am Vabot vôm Làdinischn germanisiart worn is. Jenseits vô da nåhn Grenz in Müstair redt ma haid no Romanisch) gwesn.
Faschismus [dro werkln]
1919 is Làdinien zåumm mid Südtiroi zu Italien kemma. D' Làdina håm an Vableib dei Tiroi und bei Östareich gfordat und dé Åuerkennung åis ethnische Mindaheit (dé unta Östareich-Ungarn néd gewährt worn is), d' politische Autonomie sowia 'n Schutz vô da Làdinischn Språch.
Da Faschismus in Italien håd Làdinisch zum italienischn Dialekt erklärt, obwoih dé Theorie néd d' språchwissnschåftlichn Forschungen entsprochn håd. Mid dera Theorie san a Gebietsåusprüche vô Italien géngüwa da Schweiz vabundn gwesn: Da Tessin, sowia d' italienischspråching und rätoromànischspråching Teile vô Graubündn hättn somid zu Italien ghert. In dera Zeid (1938) håd Schweiza Bevökarung mid âna üwawöitigndn Meaheit Rätoromànisch åis viarte Låundesspråch åuerkåunnt und somit a daitlichs Zeichn gengüwa Italien gsétzt.
Bei am Treffm vô Làdinavatretan 1920 is d' làdinische Fàhne entståundn: „Blau firn Himmé, Weis fir d' schneebedéggtn Berg, Greâ fir d' Wiesn in da Dolomitnlåundschåft“
1923 is Làdinien vô d' Faschistn dreiteilt worn: Anpezo und Fodom mid Col san zur Prowinz Belluno kemma, 1927 is Gàda- (Val Badia) und Grödnatåi (Gherdëina) zur nai gschåffanen Prowinz Bozn kemma und Fàssatåi (Fascia) is bei da Prowinz Treant bliem. 's erklärte Züi vô da Dreiteilung is d' råsche Assimiliarung vô d' Làdina gwesn. D' Dreiteilung is nåch 'm Faschismus néd rüggängig gmåcht worn und haid no aufrecht. 1946 san d' Grenzn vô dé Diözesn åun d' Dreiteilung åuglichn worn.
1939 wern d' Làdina vô da Prowinz Bozn und Belluno åis fremdstämmig eîgstuft und miassn optiarn, obwoih da Faschismus d' Làdina offiziell åis Italiena eîgstuft håd.
Nåch 1945 bis haid [dro werkln]
Runde Dreitausnd Làdina håm 1946 am Sella-Joch géng d' Dreiteilung vô Làdinien demonstriart und håm mehr Rechte fir d' Mindaheit gfordat. Dé Rechte san greestnteils bis haid no néd gewährt worn und dé Dreiteilung vô d' Làdina besteht bis haid no. In da Prowinz Trento sowia in da Prowinz Belluno is d' rein italienische Schui wieda eîgfihrt worn. In dé làdinischn Täla vô Südtiroi håd 's Vasuache geem, a rein daitsche Schui eîzfihrn.
1948 is mid am Dekret vôm Untarichtsminista d' paritätische Schui in d' làdinischn Täla vô Südtiroi eîgfihrt worn. Fanàtische Familien håm eanare Kinda währnd 'm Làdinischuntaricht aus d' Schuin åbzong. D' vurerst ungwohnte paritätische Schui is vô da Bevökarung dåunn greestnteils akzeptiart worn. Vasuache d' Schui weida z' germanisiarn håd 's weidahî geem.
1950 schliassn sé d' làdinischn Vareine zua Union Generala di Ladins dla Dolomites åis Dåchorganisazion fir ålle Dolomitnlàdina zåumm. D' Organisazion werd vô d' jeweiling Meaheitn in d' Prowinzn åugfeindet. Nur Rom akzeptiart d' Union Generala åis Vahåundlungspartna. Vüi Errungenschåftn vô d' Làdina in d' letztn Jåazeente gengan auf d' Bemühungen vô da Union zrugg.
1964 wüi Rom d' Làdina an eignen Wåihkreis geem. Dés Recht wird åwa vô Bozn vahindat.
In d' 70a Jåa vasuacht d' Meaheit in Südtiroi, rein daitsche Schuin in Làdinien eîzfihrn. 's Vafåssungsgricht stopt 'n Assimiliarungsvasuach schliasslich 1976.
1975: Gründung vôm Istitut Cultural Ladin "Majon di Fascegn" sowia vôm Làdinischn Schuiåumt (Bozen).
1976 Gründung vôm Istitut Cultural Ladin "Micurà de Rü" (San Martin de Tor).
1977 erhåitn d' Làdina im Fàssatåi eana territoràle Åunerkennung.
1989 wird as Vawåitungsgricht in Bozn eröffnet. Obwoih 's à üwa d' Gleichbehåundlung vô da làdinischn Språchgrubbm z' urteiln håd, san d' Làdina aus 'm Vawåitungsgricht gsetzlich ausgschlossn.
Auf Betreim vô da Union Generala wird Làdinisch Vawåitungsspråch in d' làdinischn Gmoândn in Südtiroi. Aussahåib vô dé Gmoândn miassn d' Làdina zwischn Daitsch und Italienisch wöihn.
1993 wird Làdinisch Vawåitungsspråch im Fàssatåi.
1993 is a politische Partei vô d' Làdina gründt worn, dé „Ladins“. Für zwà Legislaturperiodn håd d' Listn Ladins mid 'm Carlo Willeit 'n làdinischn Låundtågsåbgordetn gstöid.
D' Merheit im Regionàlråd beschliasst a Wåihgsetz, dés mid âna Speaklausl autonome politische Partein vô d' Làdina de fakto vabiatt bzw. aus 'm Regionàlråd ausschliasst. Dés Gsetz wird no im gleichn Jåa nåch am Rekurs vôm làdinischn Åbgeordentn im Regionàlråd vôm Vafåssungsgricht in Rom åis vafåssungswiedrig weil mindaheitnfeindlich annuliart.
Mid 2000 håd 's a Åbändarung vôm Autonomiestàtus geem, wo d' Làdina d' Möglichkeit erhåitn håm in da Låundesregiarung vatretn seî z' kenna, åwa nur wåunn d' Meaheit eîvaståundn is.
2003 wird da Mussner Florian åis ânziga Làdina in 'n Låundtåg gwöiht, d' Listn Ladins valiart eana Mandàt.
2003 wird mid am Beschluss vô da Låundesregiarung d' làdinische Schriftspråch Ladin standard in da öffmtlichn Vawåitung vorerst néd zuaglåssn.
Làdinische Gmoândn [dro werkln]
| Boarischa Nåum |
Làdinischa Nåum |
Italienischa Nåum |
Prowinz | Flächn in km² |
Eîwohna |
|---|---|---|---|---|---|
| Hàidn | Anpezo | Cortina d'Ampezzo | Belluno | 255 | 6.150 |
| St. Ulrich in Gröden | Urtijëi | Ortisei | Südtiroi | 24 | 4.569 |
| Åbtei | Badia | Badia | Südtiroi | 82 | 3.237 |
| Énneberg | Mareo | Marebbe | Südtiroi | 161 | 2.684 |
| Moena | Moéna | Moena | Treant | 82 | 2.628 |
| Woiknstâ in Grödn | Sëlva | Selva di Val Gardena | Südtiroi | 53 | 2.589 |
| Potzåch im Fàssatåi | Poza | Pozza di Fassa | Treant | 73 | 1.983 |
| Kanzenei | Cianacei | Canazei | Treant | 67 | 1.844 |
| St. Kristina in Grödn | S. Crestina-Gherdëina | Santa Cristina Valgardena | Südtiroi | 31 | 1.840 |
| St. Martin in Thurn | San Martin de Tor | San Martino in Badia | Südtiroi | 76 | 1.727 |
| Buachnstâ | Fodom | Livinallongo del Col di Lana | Belluno | 99 | 1.436 |
| Kurfàr | Corvara | Corvara | Südtiroi | 42 | 1.266 |
| Wengen | La Val | La Valle | Südtiroi | 39 | 1.251 |
| Wig im Fàssatåi | Vich | Vigo di Fassa | Treant | 26 | 1.142 |
| Kampidel im Fàssatåi | Ciampedèl | Campitello di Fassa | Treant | 25 | 732 |
| Üwawåssa | Sorèga | Soraga | Treant | 19 | 677 |
| Mazzin | Mazin | Mazzin | Treant | 23 | 440 |
| Werseil | Col | Colle Santa Lucia | Belluno | 15 | 418 |
Schui [dro werkln]
Südtiroi [dro werkln]
In Südtiroi gibt 's d' pàritätische Schui: dés hàst, dass in da erstn Klass Voiksschui Italienisch und Làdinisch oda Daitsch und Làdinisch untarichtt wird. In d' åundan Klassn vô da Pflichtschui wird d' Höiftn vô d' Fächa auf Daitsch, d' åundare Höiftn auf Italienisch untarichtt. Fir Làdinisch bleibt somid nur a winzige Eggn übrig: dés hàst, dass in da Pflichtschui zwà Wochnstundn und in da Owaschui â ânzige Stund auf Làdinisch untarichtt wird.
D' Regelung güit nur fir d' Schuin in d' làdinischn Täla, åiso 's Val Badia (Gàdatåi) und Gherdëina (Grödnatåi); aussahåib gibt 's kâ Möglichkeit, Làdinisch z' lerna. Mearare Owaschuitîpm gibt 's néd in d' làdinischn Täla. In dé Schuitîpm wird d' Làdina an Muattaspråchuntaricht prinzipiell néd ermöglicht. Durch d' Åuhewung vô da Pflichtschui miassn vüi Làdina eana létzts Jåa aussahåib vô eanam Tåi bsuachn und somid da minimàle Muattaspråchnuntaricht in da Pflichtschui néd garantiart.
Prowinz Treant [dro werkln]
Làdinisch is in d' Schuin dalaubt, sowoih åis Untarichtsfåch åis wia à åis Untarichtsspråch (seid 1993). In da Pràxis beschränkt sé da Untaricht åwa derzeid auf â Wochnstund Làdinisch und â oda zwà Stundn Untaricht auf Làdinisch in d' Pflichtschuin.
Prowinz Belluno [dro werkln]
Kâ Làdinischuntaricht in d' Schuin.
Galerie [dro werkln]
Beleg [dro werkln]
- www.vejin.com - (Informazionsseitn üwa d' Làdina)
Literadua [dro werkln]
- Caius Perathoner, Adolf Andreas Kostner: Ladinisches Vermächtnis. Natur - Mythos - Bauernkultur in den Dolomiten. Athesiadruck Bozen 1984.
- Bepe Richebuono: Kurzgefasste Geschichte der Dolomitenladiner. Institut Cultural Ladin, 1993
Im Netz [dro werkln]
- Constanze Kindel: Ladinisch für Anfänger. DIE ZEIT 4/2006.