Mathias Kneißl

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Mathias Kneißl beim Prozess

Mathias Kneißl oda Raiba Kneißl (Räuber Kneißl), vulgo aa Kneißl Hias oda Schachenmüller-Hiasl (* 4. August 1875 z Untaweikatshofa; † 21. Febaa 1902 z Augschburg) wor a legendära, boarischa Raiba in da Gegnd um Dachau.

Er hod an Privatkriag gegn de stootliche Obrigkeit gfiat. Mit an Großafgebot vo Schandarm is a bei seina Vahoftung ois Unbewoffneta schwaa vawundet woarn. Zerscht hod ma eam gsundpflegt, nacha is a in Augschburg afn Schafott kepft woarn. Wei ra vo vuin oarman Leid ois a obaboarischa Robin Hood ogsegn woar is, is sei Odenka bis heint lebendi bliem.

Lebm und Steabm[VE | Weakln]

Da Kneißl Hias woars äidaste vo sechs Kindan vo oarme Leidln. De hom ob 1886 a Gostwiatschoft gfiad - de Schachermii z Suizemoos. Mid 16 is a scho des easchte Moi eingsperrt gwen, wei de ganze Familie ois Opfastockdiab vadächtigt woarn is. Sei Voda is bei da Vahoftung gstoarm. Wia ra wieda in Freiheit woar, is da Hias mit seine Briada zum Raiba worn. Mid 18 is er zum zwoatn Moi vahofdt woarn. Sei jingara Bruada hod an Schandarm ogschossn ghobt. Da Kneißl is fost 6 Joa dafia eingsperrt gwen. Danoch hod er ois Tischla gorwad. Oba scho noch an hoibn Joa hod da Moasta eam - auf Druck vo da Schandarmerie - entlossn miassn.

Do woit da Kneißl noch Amerika auswandan. Es Gäid fiad Roas woit a si duach Raibarei vadeana. Do dazua is ned kema. Zwoa Joa lang is a weng Raibarei steckbriafli gsuacht und vo Schandarma wia a wuids Viech ghetzt woarn. Wias nacha vasuachd hom, eam zan easchtn Moi festznehma, san zwoa Schandarma ogschossa woarn. Owa scho drei Monat spoda homs eam zan zwoatn Moi gstäit, im Aumacherowesn in Geisnhofa mit 60 Schandarma. Oan ganzn Dog und a ganze Nochd homs in Hof belogad. Nacha homs a Stund lang gschossn wos nua gamga os, und draff mid 45 Mo es Haisl gstiamd. Da Hiasl hod koan oanzign Schuss obgebn und woar vamuatli gor ned bewoffnet. Hintan Kamin homs eam gfundn, zsammgschossn, mearmois droffa, lemsgfeali valetzt. Ea hod de letzte Ölung kriagt und is in de Schirurgie noch Minga brochd woarn. Do is ea via Monat pflegt, fit gmocht woarn fian Henka. Des Volkslatt Halle hod glei noch da Hinrichtung vum Hias in Artikl: "Eine Menschenjagd im Baierland" gschriem und gfrogt: "ob die Gendarmerie das Recht hat, auf einen Menschen, der keinen Widerstand leistet, zu feuern."[1]

Zan Prozess homs an Kneißl im Roistui fian miassn. Ea hod olle Vabrechn - wia raibarische Erpressung und Doudschlog - zuagebm, aussa de Schandarmamorde. De Gschwornan hom eam nacha fia schuidig befundn und s Gericht hod an Hiasl dann ois Mearda zum Tod duachs Schafott vaurteit, fia de andan Stroftatn hod a no 15 Joa Zuchthaus griagt und seine biagalichn Ehrnrecht valorn. Sein bekanntestn Spruch hod a bei da Urteilvakindigung gsogt: "De Woch fangt scho guat o". Es wiad efta behauptet, er hätt des bei da Hinrichtung gsogt, oba de wor an anam Freitog. Des zoagt oba aa, wia gfosst da Hiasl sei Vaurteilung und sei Hinrichtung hingnumman hod. Des hod dena Augnzeign damois seahr imponiat.

Obwoi da Voasitznde vo dem Prozess, da Obalandesgrichtsrat Rebholz no in am Briaf sein Minista drum betn hodt, des Urtei ned voistrecka z miassn, homs an Kneißl 1902 in Augschburg exekutiad. Da Schoarfrichta woar da Franz-Xaver Reichhart, a Onkl vom letztn Bayerischn Schoarfrichta Johann Reichart. De Rechtmäßigkeid vo am Doudes-Urtei is bis zum heintign Tog umstriddn. Sogoar da Obalandesgrichtsrod Rebholz hod ned an de Mordobsicht vum Hiasl glaabt, wei a de Fiass troffa hod, obwoira a guada Schitz gwen is.[2]

Da Kneißl - a Voikshäid?[VE | Weakln]

A Aussenseita, Widaständla, Querulant und Raiba ois Voikshäid und des in Bayern? Natiali gibts dazua vaschiedne Osichtn und Leid de wo im Kneissl-Kult no heint a Gfoa fia de Gsäischofd segn.

Da Raiba Kneißl is scho z Lebzeitn von vui Leid ausm oafochn Voik bewundat worn. Wia woar des megli fia an gschdändign Vabrecha und Doudschläga? Ea is koa gwehnlicha Gauna gwen. Im 18. und 19. Joahundat woarn de "echtn" Gauna in erschta Linie Vagantn, de Rotwelsch gredt hom, sehr mobui woarn und aa de Landbeväikarung ned vaschont hom. Im Gegnsotz dazua woar da Kneißl a Bauanbandit und Sozialrebell, wo ausm Voik kema is, imma hoamatvabundn bliem is und si an de ethischn Grundsätz vo de Bauan ghoidn hod. In de letztn zwoa Joa vo seim Lebmn is a imma populära worn; mid jedn Moi, wo ea de Schandarmen voagfiad hod.

Da Kneißl hod si gegn den bei da Meaheit vahosstn, diktatorischn Obrigkeitsstaat vo de Aristokratn, Pfoffn und Birokratn zua Wea gsetzt. Scho ois Jugendlicha is a in Sippnhoft gnumma worn und joarelang eingschperrt gwen. Noch seina Freilossung hom de Schandarmen ois Obrigkeitsvertreda bewiakt, dass a sei Orwat ois Tischla glei wieda valuan hod, wei s sein Moasta unta Druck gsetzt hom. Damid woar a Wiedaeigliedarung unmegli, de Gaunalafboh vuaprogrammiad. Sei Vahoftung woar a menschnvaochdande Hetzjogd, bei dea af an Unbewoffnetn stundnlang gschossn woarn is. Da Vuasitzende Richta woar sogor da Ansicht, dass da Kneißl koa Mearda woar und hod deshoib säim a Gnadngsuach eingreicht. De Indizien sprecha aa aus heintiga juristischa Sicht ned dafia. De Hirichtung wead desweng vo vui Qäin ois a Justizmord ogseng.

Und ned zletzt woar da Kneißl a bemearknsweata Mensch. Sei ruhigs, gfossts Vahoidn bei seina Vaurteilung - mit seim lapidarn und legendärn Kommentar "De Woch fongt scho guad o" - und bei seina Hinrichtung hod olle Owesendn stoark beeindruckt. So wia da Boarische Hiasl is a trotz massivsda Gwoidowendung ned z Kreiz krocha.[3]

Nochgliahn in da Voikskuitua[VE | Weakln]

De Gschichtn vum Boarischen Hiasl woarn a wichtige Voraussetzung fia de Entstehung vo da Raiba-Kneißl-Legend und da Vaearung ois Voikshäid. Scho oan Monat noch da Vahoftung vum Hiasl hod da Amperbote Dachau vum "Kneissl-Kultus" gschriem. Es gibt Theatastickl, Gschichtn, Liada und Fuim iwan Kneißl. Es gibt a dunkes Bia, wo "Räuber Kneißl" hoasst und sogoar a Oldtimer Ralley in da Kneißl Gegend im Dauchauer Land, de wo si "Räuber-Kneißl-Classic's" nennt. Grod in letztn zwoa Joazehnt hods Interesse an eam wieda stoark zuagnumma. Da Ringsgwandl Schorsch hod a Balladn gschriem, Biermösl Blosn hod des Kneißl-Liad aufgnumma und 2008 is vom Rosenmüller a neia Fuim iwan Kneißl draad woarn.

Theata[VE | Weakln]

  • Zuagricht. . Hergricht. . Higricht—ein Stück Dichtung und Wahrheit über den Räuber Mathias Kneißl von Georg Maier, Iberlbühne in München Solln, 1990; uma 101', Video vo ana Bauantheataauffiarung (derb, oba mid Anspruch). Bayerischer Rundfunk Video / UFA, 1996; Bestell# 74321 374003

Fuim[VE | Weakln]

Musi[VE | Weakln]

  • Georg Ringsgwandl: Kneißl, eine Balladn, aus'n Album "Staffabruck", Trikont, CD 0193­E/U, 1993
  • Zither Manä & H.H. Babe: Ballade vom Matthias Kneißl, aus'n Album "Heavy Volksmusik", 1995.
  • Biermösl Blosn: Kneißl-Lied, aus'n Album Räuber & Gendarm - Bayrische Räuber- und Wildschützenlieder, 2002
  • Otto Göttler und Sepp Raith: Aufbegehren führt zu Kopfverlust. Die Lieder aus dem Programm über das Leben und Sterben des Mathias Kneißl. 2004, Audio CD
  • Walter Scherf (Hg.):Räuber- und Landsknechtlieder. Texte und Noten mit Begleitakkordeon. Mit Illustrationen. Frankfurt a.M., 1981. S.73-79

Kneißl Liad[VE | Weakln]

I bi vo Weikatshofa,
I sogs ganz unscheniad,
Mei Vodda woar a Mülla,
Da Paschkoliniwiat.
Mei Muadda woar a Zweigal
Vom Paschkolini-Kean,
Se liabt bis heut no ollaweil
Die junga Buaschn gean.[4]

Beleg[VE | Weakln]

Beleg[VE | Weakln]

  1. Volksblatt Halle, 15. März 2001: Eine Menschenjagd im Baierland.
  2. Dietz-Rüdiger Moser, Carolin Raffelsbauer (Hrsg.), geachtet & geächtet, Regensburg, 2007, S.30
  3. Michaela Karl: Sozialrebellen in Bayern. Regensburg, 2003
  4. Text nach Die Chronik Bayerns, Chronik Verlag, 3. Aflog 1994

Literadua[VE | Weakln]

  • Räuberhauptmann Kneißl vor dem Schwurgericht In: Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung. 1911-1921, Band 2, S. 192-221.
  • Wilhelm Lukas Kristl: Das traurige und stolze Leben des Mathias Kneißl -- Bayerns großer Kriminalfall". Minga, 1957 und Pfaffenhofen an der Ilm, 1972. ISBN 3-7787-3033-9 (Klassika dea Kneißl Literadua)
  • Marlene Reidl (Holzschnitte), Wilhelm Lukas Christl (Chronik): Der Räuber Kneißl. Ebenhausen bei München, 1966. ISBN 3-7846-0176-6
  • Manfred Böckl: Mathias Kneißl - Der Raubschütz von der Schachermühle, Dachau, 1998. ISBN 3-89251-258-2
  • Michael Farin: Polizeireport München 1799-1999. 2001, ISBN 3933510252

Im Netz[VE | Weakln]

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