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Boris Georgijewitsch Pertschatkin

Aus Wikipedia

Da Boris Georgijewitsch Perchatkin (russisch: Борис Георгиевич Перчаткин; * 1. Juli 1946 z Myrhorod, Ukrainische SSR, Sowjetunion) is a sowjetisch-amerikanischer Menschenrechtsaktivist und oana vo de bekanntestn Vertreta vo da religiösn Auswanderungsbewegung, wo Ende der 1970er und Anfang der 1980er Joar z Nachodka angefanga hat. Anno 1989 hat er d’Lobby-Arbeit in de USA gleitet, womit da «Lautenberg-Zusatz» (Lautenberg Amendment) beschlossn worn is. Durch des Gesetz ham fast eine Million Angehörige vo religiösn Minderheiten aus de Länder vo da ehemalign Sowjetunion legal in d’USA auswandern kinna[1].

Früahe Joar und da Beitritt zur Kirchne

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Da Boris Perchatkin is in da Familie vo am Militärpilotn auf d’Welt kemma. Kurz nach seiner Geburt is sein Vada bei am Autounfall gestorbn. Einie Joar späder hat sei Muada an andern Militärangehörign gheiart. Aber 1953 is sei Stiefvada festgnomma worn, weil er während am Aufstand an Befehl verweigert ghabt hat; er is zu 25 Joar Zwangsarbeit in de Lager vo Workuta verurteilt worn. Im Alter vo 16 Joar hat da Boris z’Nachodka d’Pfingstkirchne entdeckt und is ihr beitreta. Danne hat er angefanga, Informationen über d’Verfolgung vo Gläubign in da Sowjetunion z’sammeln und is aktiv mit ausländischn Journalistn im Kontakt gestandn[2].

Auswanderungsbewegung und Kontakt zu Dissidentn

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Anno 1976 hat da Perchatkin z’sammen mit seine Gesinnungsgenossn Wassili Patruschew, V. A. Burlatschenko und Wladimir Stepanow Kontakt zu de Sowjet-Dissidentn z’Moskau aufgebaut. De Dissidentn ham eahna geratn, da wachsendn Auswanderungswelle an organisiertn Rahmen z’geben. Im selbn Joar hat d’L. V. Voronina, a Vertreterin vo da Moskauer Helsinki-Gruppe, Nachodka besucht. Seitdem hat da Perchatkin aktiv für d’Massenausreise vo de Pfingstler aus da Sowjetunion gekämpft[3]. Er hat Appelle an de UN, den Weltkirchenrat und an de Staatschefs geschickt, de wo d’Schlussakte von Helsinki unterzeichnet ghabt ham, um über d’ständige Verfolgung vo de Gläubign z’berichten[4].

Anno 1977 hat er im Namen vo de Pfingstler z’sammen mit em Nikolai Goreti de verhaftetn Dissidentn Alexander Ginsburg, Juri Orlow und Anatoli Schtscharanski verteidigt[3]. Im selbn Joar hat er mit Christen aus andern Konfessionen an am öffentlichn Hungerstreik teilgnomma, um Ausreisebewilligungen für verfolgte Christen z’fordern[5].

Am 20. Dezember 1978 hat da Perchatkin versucht, vo da Post vo Nachodka aus em US-Präsidentn Jimmy Carter a Neujahrs-Telegramm z’schicken, um ihn auf des Schicksal vo de Menschen aufmerksam z’machen, de wo koane Religionsfreiheit ghabt ham[3][4][6].

Seit 1979 hat er d’organisatorische Arbeit geleitet, um a Zentrum für Auswanderungswillige z’gründen. Anno 1980 is er zum Sekretär vom neu gegründetn «Rat der Sowjet-Pfingstkirchen für Auswanderung» gewählt worn[3].

Staatliche Verfolgung und Haft

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Als aktivstes Mitglied vom Auswanderungskomitee is er ins Visier vo de sowjetischn Behördn geraten. In da lokala Presse is a Hetzkampagne gegen ihn und sei Familie gestartet worn[3].

Am 21. August 1980 is da Perchatkin z’Nachodka verhaftet worn. Ende März 1981[7] is er nach Artikel 190.1 vom Strafgesetzbuch vo da RSFSR («Verbreitung verleumderischer Erfindungen gegen den sowjetischen Staat») zu zwei Joar Haft verurteilt worn[7]. Nach Berichtn vom Sender Voice of America san ihm während de Verhöre psychotrope Substanzen (Neuroleptika) verabreicht worn, so dass er mehrfach d’Besinnung verloren hat[3].

Nach seiner Entlassung im August 1982 hat er sein Kampf weitergeführt. Im Februar 1983 is er aber erneut verhaftet und wegen angeblichm illegalem Waffenbesitz zu 1,5 Joar Haft verurteilt worn[3].

Emigration in d’USA und da Lautenberg-Zusatz

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Anno 1987 hat er an Bericht für den US-Kongress über d’Lage vo da Religion in da Sowjetunion verfasst. Da Bericht is vor em Kongress verlesen worn und da Perchatkin is zu Treffen mit em US-Außenminister George Shultz[1] und em oberstn US-Richter William Rehnquist[1] eingeladn worn. Wo da US-Präsident Ronald Reagan und da sowjetische Führer Michail Gorbatschow im Mai 1988 den Gipfel z’Moskau abgehaltn ham, is da Perchatkin als Vertreter vo de sowjetischn Protestanten mit einer 40-köpfign Delegation zum Treffen mit da First Lady Nancy Reagan eingeladn worn[8]. Dort hat er an Appell überreicht, wo Religionsfreiheit und den ungehindertn Ausreiseentschluss gefordert hat.

Am 26. Juli 1988 is da Perchatkin mit seiner ganzer Familie in d’USA emigriert[8][3]. Am 4. August 1988 hat er a Rede vor em US-Kongress über d’Verfolgung vo Gläubign in da Sowjetunion gehalten[8][3][9]. Aus denan Bemühungen[10] is 1989 da «Lautenberg-Zusatz» (Lautenberg Amendment) entstanden, wo vom Senator Frank Lautenberg eingebracht worden is. In de erstn zehn Joar vo dem Gesetz ham rund 350.000 religiöse Flüchtlinge in de USA Asyl finden dürfen[8][2], bis 2010 is d’Zahl auf fast 1 Million Menschen gestiegen[1].

Aktivitätn in de USA

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In de USA hat da Perchatkin a eigene Website betriebn und d’Menschenrechtsorganisation ARRC (American-Russian Relief Committee) gegründet[3][1][11]. Zudem hat er a autobiografisches Buch mit em Titel «Feurige Pfade» (russisch: Огненные тропы) veröffentlicht[3].

Im Sommer 2025 hat da Perchatkin vor em US-Außenministerium und da US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) ausgesagt, um auf d’Lage vo pazifistischn Christen in da Ukraine und in Russland aufmerksam z’machen, de wo wegen Militärverweigerung verfolgt oder zwangseingezogen werden. Er hat sich für a spezielle Einreise-Quote für ukrainische Pazifisten unter em U4U-Programm eingesetzt[12].

Da bekannte sowjetische Dissident Andrei Sacharow hat den Boris Perchatkin in seiner Schrift «Die Verantwortung der Wissenschaftler» (1981) namentlich als politischn Gefangenem erwähnt[13].

Einzelnachweis

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  1. 1 2 3 4 5 Михаил Романович: Правозащитник, Борис Перчаткин, смертельно болен (ru) In: spasenie.by. 26. Septemba 2023.
  2. 1 2 Виктория Семенова: Борис Перчаткин — о том, как помогал верующим из СССР попасть в США (ru) In: usa.one. 3. Jenna 2020.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Островская О. П. Судьбы участников эмиграционного движения пятидесятников на дальнем востоке в 1970-1980-х гг. // Владивосток – точка возвращения: прошлое и настоящее русской эмиграции. — Дальневосточный юридический институт МВД РФ, 2017. — S. 68—69.
  4. 1 2 Он спас 1 млн человек. Сегодня они не могут собрать ему на операцию. Как же так? (ru) In: www.nashaamerica.com. 26. Septemba 2023. Archiviert vom Original am 26. Septemba 2023. Abgerufen am 26. Septemba 2023.
  5. Zenon Snylyk (1977-10-09). "Dissidents fast across USSR" (in en). The Ukrainian Weekly (Ukrainian National Association) LXXXIV (222): 2. https://archive.ukrweekly.com/print-media/1977/The_Ukrainian_Weekly_1977-38.pdf.
  6. Андрей Дементьев: АВЕН-ЕЗЕР. Евангельское движение в Приморье 1898-1990 годы (auf ru), S. 213, Vladivostok: Русский остров 2011, ISBN 978-5-93577-054-2
  7. 1 2 Chronology of Soviet Dissidence: January 1970 through December 1982
  8. 1 2 3 4 Гура В. О. Історія та есхатологічні мотиви релігійної еміграції пізніх протестантів із СРСР 1987–2017 рр. // Гілея: науковий вісник. — 2018. — Вып. 135. — S. 171—175.
  9. Foto - Boris Perchatkin (ru) In: russiainphoto.ru. 26. Septemba 2023.
  10. Футорный Виталий. 25-летие начала исхода // Diaspora. Slavjanskaja obščestvennaja gazeta. — 2013. — Vol. 16, no. 15. — P. 9.
  11. United States Congress Commission on Security and Cooperation in Europe: Unregistered Religious Groups in Russia: Hearing Before the Commission on Security and Cooperation in Europe (auf en). U.S. Government Printing Office 2007, ISBN 978-0-16-077910-7
  12. SlavicSac: В США обсуждают защиту христиан из Украины и России (ru) In: Slavic Sacramento. 15. Juli 2025.
  13. Сахаров. Ответственность учёных (ru) In: sakharov.space.