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Deitsche Kurrentschrift

Aus Wikipedia
Der Artikl is im Dialekt Kärntnarisch gschriem worn.
Briaf vom Goethe (1802)
Alphabet von da Kurrentschrift, um 1865 (de vorletzte Zeiln zagt Umlaute, die letzte Zeiln zagt Ligaturen:
ch, ck, th, sch (ſch), ß (ſz) und st (ſt))
Gotisk skrift (dänische Kurrent) um 1800, mit Æ und Ø åm Ende vom Alphabets

De deitsche Kurrentschrift (von lateinisch currere „laufn”) is a Årt von Schreibschrift de wo vom Ånfång von da Neizeit bis in de Mittn vom 20. Joahundat (in da Schweiz da Ånfång vom 20. Joahundat) de ållgemeine Vakehrsschrift im deitschn Språchraum woa. Se werd aa deitsche Schreibschrift oda deitsche Schrift gnånnt. Mit „deitsche Schrift“ kånn ma åba aa bestimmte gebrochene Såtzschriftn manen.

Paläographisch gseachn is de deitsche Kurrentschrift a Årt von an gebrochenen Schriftn (Kanzleibastarda). Wås sie bsundas måcht seind de spitzn Winkl („Spitzschrift“), de de runde lateinischn Schriftn nit håmp. De Kurrentschrift is åba aa oft rund. Ma håt sie aa mit klaanen Vaändarungen in Skandinavien bnutzt (in Norwegn und Dänemoak „Gotisk skrift“ gnånnt).

De Kurrentschrift håt ma åm Ånfång mit anem Fedakiel und spata mit ana Båndzuegfeda gschriem, wås dåzue gfiat håt, dåss de Strichstärkn je nåch Richtung åndas woa. Seit am 19. Joahundat håt ma sie aa mit ana Spitzfeda gschriem, wås ån- und åbschwellende Linien gmåcht håt.

Im 20. Joahundat is de Sütterlinschrift erfundn worn. Dege Variante von da Kurrentschrift is åls Ausgångsschrift fia an Schueluntaricht entwicklt und eingfiaht worn. Ma håt se mit ana Gleichzuegfeda gschriem, de a gleichmäßige Strichstärkn håt.

Seit da Mittn vom 20. Joahundat, vor ållem nåchdem se im Joa 1941 durch an Normalschriftealåss in an Schuelen åbgschåfft worn is, is de Kurrent- und Sütterlinschrift ålleweil weniga bnutzt worn. Historika, genealogisch Interessierte und åndare Wissnschåftla miaßn sie lernen, um in da Kurrentschrift gschriemene Texte lesn ze kenan.

Entwicklung (16.–19. Joahundat)

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De deitsche Kurrentschrift håt si im friahn 16. Joahundat aus da Kanzleibastarda entwicklt.[1]

Einflussreich fia ihre Entwicklung im 17. und 18. Joahundat woan de Nürnbeaga und de sächsische Schreibschuel.[2] In Preißn is 1714 zen erstn Mål durch anen Erlåss ån an Schueln a Normschrift eingfiaht worn, de da berlina Lehra Hilmar Curas (Joachimsthalisches Gymnasium) erfundn håm soll. De spitzn, nåch rechts geneigtn Formn, de Rundungn vamiedn håmp, håmp si aa in åndan deitschn Ortn eingebiagat. Deshålb woa de schulische Ausgångsschrift aa weit von Preißn wichtig fia de Entwicklung von da Kurrentschrift.[3]

  De Schrift is im 19. Joahundat durch de metallische Spitzfeda beeinflusst worn.

Schriftbeispiel von Hilmar Curas, 1714

De deitsche Kurrentschrift is rechtsschräg und håt Schleifn ån an Obalängn. De Schäfte von an Buechståbn f und ſ, wia bei an ältaren Kanzleibastardn, nåch untn valängat. Vüle Buechståbn wend in anem Fedazueg gschriem. Dås „z“ und es „h“ håmp durchgezogene Schleifn ån an Untabögn. Dås e håt a Form, de es in kana åndaren Schrift håt, de a bissl so ausschaugt wia dås n.[4] Aus dem e seind de Umlautpunkte im deitschn Alphabet entståndn.[5][6]

Weil de Buechståbn n und u sunst gleich ausschaugn, werd iba dås u a Bogn getån. A gråda Strich üba am n oda m is a Reduplikationsstrich der bedeitet, dåß da Mitlaut (Konsonant) vadopplt werd.

  • Manfred Braun: Deutsche Schreibschrift. Kurrent und Sütterlin lesen lernen. Handschriftliche Briefe, Urkunden, Rezepte mühelos entziffern. München 2015, ISBN 978-3-426-64688-5.
  • Helmut Delbanco: Schreibschule der deutschen Schrift. Eine Anleitung zum selbständigen Erlernen der deutschen Schreibschrift. Verlag Bund für deutsche Schrift und Sprache, 2005, ISBN 3-930540-23-1 (Lern- und Anleitungsheft für die deutsche Schreibschrift, auch bekannt unter dem Namen Sütterlinschrift).
  • Berthold zu Dohna: Warum nicht mal deutsch? Übungsbuch für die deutsche Schreibschrift. 4. Auflage. Christians, Hamburg 2001, ISBN 3-7672-1241-2 (168 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen).
  • Kurt Dülfer, H. E. Korn: Schrifttafeln zur deutschen Paläographie des 16.–20. Jahrhunderts. 2 Teile, 6. Aufl., hrsg. von Günter Hollenberg. Marburg 1987 (Veröffentlichungen der Archivschule Marburg 2).
  • Karl Gladt: Deutsche Schriftfibel. Anleitung zur Lektüre der Kurrentschrift des 17.–20. Jahrhunderts. Graz 1976.
  • Paul Arnold Grun: Leseschlüssel zu unserer alten Schrift. Limburg 2002, ISBN 3-7980-0358-0 (Reprint der Originalauflage von 1935; Dokumentation der Schriftentwicklung vom 14. bis 19. Jahrhundert, mit zahlreichen Schriftproben).
  • Manfred Kobuch, Ernst Müller: Der deutsche Bauernkrieg in Dokumenten. Weimar 1977 (lei fia dås 16. Jahrhundert).
  • Lehrbrief Paläographie. Fachschule für Archivwesen, Potsdam o. J.
  • Johannes Seidl: Schriftbeispiele des 17. bis 20. Jahrhunderts zur Erlernung der Kurrentschrift. Übungstexte aus Perchtoldsdorfer Archivalien (Memento vom 19. März 2013 im Internet Archive) (PDF-Datei; 1,4 MB), 1996.
  • Harald Süß: Deutsche Schreibschrift. Lesen und Schreiben lernen. Droemer Knaur, 2002, ISBN 3-426-66753-3 (Lehrbuch für Deutsche Kurrent, Sütterlinschrift und Offenbacher Schrift).
 Commons: Deitsche Kurrentschrift – Sammlung vo Buidl, Videos und Audiodateien
  1. ↑ Karin Schneider: Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten: Eine Einführung. 3. Auflage. Walter de Gruyter & Co KG, 2014, ISBN 978-3-11-037308-0, S. 84 (books.google.de).
  2. ↑ Sonja Steiner-Welz: Von der Schrift und den Schriftarten. Reinhard Welz Vermittler Verlag e. K., 2003, ISBN 3-937636-47-1, S. 111 (books.google.de).
  3. ↑ Sonja Steiner-Welz: Von der Schrift und den Schriftarten. Reinhard Welz Vermittler Verlag e. K., 2003, ISBN 3-937636-47-1, S. 113 (books.google.de).
  4. ↑ Karin Schneider: Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten: Eine Einführung. 3. Auflage. Walter de Gruyter & Co KG, 2014, ISBN 978-3-11-037308-0, S. 84 (books.google.de).
  5. ↑ Albert Derolez: The Palaeography of Gothic Manuscript Books: From the Twelfth to the Early Sixteenth Century. Cambridge University Press, 2003, ISBN 0-521-80315-2, S. 188 (books.google.de).
  6. ↑ Bernhard Bischoff: Latin Palaeography: Antiquity and the Middle Ages. Cambridge University Press, 1990, ISBN 0-521-36726-3, S. 135 (books.google.de).
  7. ↑ Referenzfehler: Ungültige Verwendung von <ref>: Einzelnachweise ohne Namen müssen eigenen Inhalt haben.