Eisenhans

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Da Eisenhans im Käfi mitm kloan Prinz
Da Prinz ois mysteriesa Ridda

Da Eisenhans (dt. Der Eisenhans, engl. Iron John) is a Märchn vo d Briada Grimm iba an wuidn rostfoarbnan Mo und an kloan Prinz. Im Aarne-Thompson-Index gheat d Gschicht zum Typ 502, "The wild man as a helper" (Da wuide Mo ois Hejfa).[1]

Es geht do drum, wia aus am vawehntn und vawoachlichtn Muadabuali a gonza Mo wead.[2][3] Ea muaß se vo da gluckahoftn Muada lossogn, afd Roas ind weide Wejt geh, si mit seina wuidn Seej eihlossn, zig Moi afs Mai foin, an Hafa Kempf kempfn, d woahre Liab kena leana und so wia a Phenix aus da Oschn steign.

D Gschicht is aa d Grundlog zum Bestseller Iron John: A Book About Men vom Robert Bly. Des Buach woar 1990/91 62 Wocha long af da Bestsellerlistn vo da New York Times. Davo 39 Wocha d Nummara 1.[4]

D Gschicht[VE | Weakln]

Da wuide Mo[VE | Weakln]

A Kini schickt an Jaga in an groussn Woid in da Nachn und da Jaga kimmt nia mehr zruck. Do schickt da Kini imma mehr Jaga in en Woid, oba koana kimmt zruck. Vo do oo deaf neamd mehr in en Woid eine geh. De Zeit vageht und do taucht a fremda Jaga bam Kini af. Dea frogt, ob a in den Woid eine deaf. Da Kini wuis zwor net, oba ea losst eam nacha do geh. Wia da Jaga mit seim Hund in en Woid geht, nimmt da Hund boid a Widdarung af und rennt zua an diafn Timpe. Do taucht af amoi a Hand ausm Wossa af, pockt en Hund und reisst eam in de Diafn. Do hoid da Jaga drei Manna und losst de en Timpe ausschepfa. Do segns an wuidn Mo hucka mit ana rostfoarbnan Haut und Hoar bis zua d Gnia. Se fanga eam und bringan eam ins Schloos. Do wead a in an Käfi eihgspiat. Es woar ba Doudesstrof vabotn, s Tial vo dem Käfi aa nua afzmocha. D Kinigin sejm hod en Schlissl in iam Bett untam Poista vasteckt.

D Prinznprob[VE | Weakln]

Da Kini hod an Suhn, wo 8 Joar is. Dea spuit gean mit an goidnan Boi, bis a eam in an Käfi einefliagt. Da wuide Mod wui en Boi oba eascht heagem, wann da kloa Prinz en Käfi afspiat. Da Bua wui zeascht net, oba wia seine Leit amoi wegga san, hoit a do en Schlissl uns spiat en Käfi af. Da wuide Mo wui wegga renna, da Kinigssuhn wui oba mitkema. Nacha nimmt da wuide Mo en Buam af seine Schuitan und geht mit eam en Woid. Do soi da Prinz zua Prob afn Goidbrunn vom wuidn Mo afbassn, doss do nix einefoid. Wei ois, wo in en Brunn follad za Goid wean dad. Oba dreimoi mocht da Kinigssuhn an Faila. Zun easchtn Moi is s sei Daam, ban zwoatn Moi a Hoar und ban drittn Moi sei hoiwa Schädl mit olle Hoar. Etz is sei Daam vagoidd und seine Hoar leichtn wia d Sun. Oba ea hod d Priafung net bstandn und muaß en Woid valossn. Da wuide Mo vaspricht eam owa, wonn a eam dringad braucht, na soit a en Woid kema und noch eam schrein.

D Roas und da Kinihof[VE | Weakln]

So is da Prinz duach de Wejt groast, is zun Mo woarn, hod oba nirgendwo a Orbat gfundn. Bis a amoi in an fremdn Lond zua an Kinihof keman is. Do hod si da Kooch daboarmt und hod eam ois Hejfa in da Kuchl bschäftigt. Mit an Daamling hod a sein goidnan Daam vasteckt und mit an Kappä seine goidnan Hoar. Wiara en Kini oba amoi d Speisn servian hod miass, hod dea valongt, doss a sei Hiadl obnehma dad. Weira des net woin hod, hod a gsogt, ea häd an Grindschädl. Do hod da Kini zun Kooch gsogt, ea soit den Grindschädl zun Deife schickn. Wieda hod se da Kooch daboarmt und hod en Prinz zun Gärtna gschickt, wo ra ois Gärtnabua orbatn hod deafa. Wia ra amoi gonz aloa im Goartn woar und wei s grod so hoaß woar, hod a sei Hiadl obgnumma. Do hod de Prinzessin s Glitzan und Blitzn vo seine goidnan Hoar vom Fensta aus gseng. Do hod sa se in eam valiabt. Se hod eam zuagruafa, ea soit ia oan Buschn Bleamen bringa. Ea hod Fejdbleamen brockt und is nacha zua ia ganga. Da Gärtna hod eam gseng, wia ra d Bleamen zua Prinzessin bringa woit und woit eam net mit so oafochn Bleamen zua ia lossn. De Prinzessin hod se oba iba de Fejdbleamen gfreid, hod eam a boar Dugodn gem und woit, doss a sei Hiadl obnehma dad. Ea hod des Hiadl oba net obgnumma und hod de Dugodn nacha em Gärtna fia seine Kindln gem.

D Schlocht[VE | Weakln]

A Zeitl spoda is a ibamachtiga Feind ins Kinireich eihgfoin. Da Kini is en Kriag zong, de Log woar oba hoffnungslos. Wia d Soidotn vom Kini in den Kriag zong san, woit da Gärtnabua mit. Do homs za eam gsogt, ea soit se des Roos hoin, wo no im Stoi steht. Des woar a rechte Schindmähr, wo nua no mit drei Haxn lafa hod kina. So homsa si iba en Prinzn lusti gmocht. Do is da Gärtnabua domit in den Woid grittn und hod en Eisenhans gruafa. Dea hod eam a Roos, Woffn und a Schoar rostroude Kriaga gem. So is a nacha in d Schlocht zong und hod fian Kini en Feind im leztn Moment no besiegt. Wia da Kini hoam keman is, hod d Prinzessin eam zun Sieg gratuliat. Do hod a gsogt, doss a fremda Ridda d Schlocht fia eam gwuna häd. Se woit wissn, wea des woar. Oba da Kini hods net gwisst, wei da Ridda noch da Schlocht glei vaschwundn gwen is.

D goidnan Äpfe[VE | Weakln]

Da Kini lodt olle Ridda vom Kinireich za an Siegesturnia eih. Ea dengt se, doss so aa dea Ridda keman dad, wo eam in da Schlocht ghoifn hod. Außadem soi dea Ridda, wo en goidnan Opfe vo da Prinzessin fongt, se zua Frau griagn. Da Gärtnabua geht wieda inn Woid zan Eisenhans und hoid si sei Riddaausristung. Ea fongt drei Dog hintarananda en goidnan Opfe und vaschwindt nacha glei wieda. Am drittn Dog dawischns eam fost und valezn eam am Haxn. Am naxtn Dog mochta wieda d Goartnorbat. D Prinzessin hod oba scho en Vadocht, doss ea da Ridda gwen waa. Do ruafas eam zum Kini und d Prinzessin nimmt eam sei Hiadl ob, so doss olle seine goidnan Hoar seng. Do sogt a schliaßli, dossa a Prinz waa. Do griagt a d Kinigsdochda zua Frau. Zua Hozad keman seine Leit und aa da Eisenhans, wo eam umoarmt und sogt: "I bi da Eisenhans und wor in an wuidn Mo vawunschn. Du host mi daläst. Ois wos mia gheat, so hiazt dia ghean."

Interpretation[VE | Weakln]

Literarisch[VE | Weakln]

D berihmtaste literarische Interpretation is da Bestseller vom amerikanischn Autorn Robert Bly in d 90a Joar vom leztn Joarhundat.[2] Ea is Voadenka vo da "Wildman" Mannabewegung. S Märchn Eisenhans is fia eam dozua a Parabel. So a Moweadung, moant a, braucha aa d Buama vo heit: An Transfer vo Mythen, Traditiona und Instinktn vom Voda. Vo an Vodan, wo vui Buam vo heint ibahapts neama hom. Wei Mo wead ma noch eam net vom vuin "Hobanflockafressn". Es geht um en Sinn vo d oidn Aziahungsritualn, wo da Voda no mitm Suhn afd Jogd ganga is und eam gleaht hod, wia ma si sejm und d Natua beheascht und souverän wead.[3]

Mythologisch[VE | Weakln]

D goidne Kugl is a Symboi fia Lebnsglick, Akenntnis und Sehnsuacht noch Liab. D Kugl roit im Spui zum Eisnhans, wo da Wodan sejm is. Eisn steht fia Mocht und Kroft. Da kloa Prinz stuit en Käfischlissl vo seina Muada. Ea muass mid ia brecha, domid a si weida entwickln ko. Nacha befreit a en Wodan und foigt eam in en Woid, in d Andaswejt. Da Goidbrunn symbolisiat en Schoos vo da Groußn Muada, da Quejn vo oin Lebn.[5][6] De Priafunga am Goidbrunn bsteht a scheinboar net, ea brichts Tabu dreimoi. Ea wead owa dofia im woarstn Sinn vom Woart auszoachnet: Da goidne Daam is a Symboi fia Hondweaksgschick, d goidnan Hoar san a Symboi fia a guade Ausstrohlung, a bsundas Karisma.

Owa ea muass desweng en Woid und en Eisenhans valossn. So geht a afd Roas in d Wejt, mocht seine Afoarunga und leant Demuat. D goidnan Hoar vasteckt a unta an Hiadl, en goidnan Daam unta an Daamling. Da goidne Daam huift eam ois Kooch und ois Gärtna. D goidnan Hoar bezauban d Prinzessin. Mitm Gfoige vo de Wuidn Jogd gwinnt a d Schlocht, mit da Huif vom Wodan fongt a d goidnan Äpfe vom Glick, vo da Akenntnis und Liab. So gwinnt a d Prinzessin, Reichtum und wead sejm zum Kini.

Psychologisch[VE | Weakln]

Psychologisch gseng gehts um Pubertet, um Individuation, um Sejmfindung. Da Eisnhans is d wuide Natua vom Prinzn sejm, wo befreit und zahmt wean muaß. D gonze Gschicht spuit si in da Seej vom Prinzn ob. Es geht um Konflikt, wo obgoarbat wean miassn, domit a si weida entwickln ko.

Sei Voda wui eam des vabiatn. D Muada vasteckt en Schlissl zum Käfi vo da wuidn Natua. Desweng bricht da kloa Prinz mid seine Leit, haut ob und mocht sejm seine Afohrunga. S Agebnis vo da Seejnroas mit Afoarunga und Aniedrigunga is da reife, glickliche Mo, wo in si sejm ruaht und si duachesezn ko.

Kinstlarische Buidln zua Gschicht[VE | Weakln]

Litratua[VE | Weakln]

S Märchn[VE | Weakln]

  • Friedmund von Arnim: Hundert neue Mährchen im Gebirge gesammelt. Herausgegeben von Heinz Rölleke. Erste Auflage. Eugen Diederichs Verlag, Köln 1986, S. 25–27, S. 109–115 ISBN 3-424-00891-5
  • Grimm, Brüder: Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe. Reclam-Verlag, Stuttgart 1994, S. 230–231, S. 496–497 ISBN 3-15-003193-1
  • Rölleke, Heinz (Hrsg.): Grimms Märchen und ihre Quellen. Die literarischen Vorlagen der Grimmschen Märchen synoptisch vorgestellt und kommentiert. 2., verb. Auflage, Trier 2004. S. 152–169, 561-562. (Wissenschaftlicher Verlag Trier; Schriftenreihe Literaturwissenschaft Bd. 35; ISBN 3-88476-717-8)
  • Anne Sexton: Verwandlungen – die Grimm´schen Märchen von A. S. in Form von Gedichten, vorzugsweise für Erwachsene – S. Fischer Verlag, FFM 1995;

Interpretation[VE | Weakln]

  • Robert Bly: Iron John. A Book about Men. 1990. ISBN 978-0-201-51720-0 (dt. Eisenhans. Ein Buch über Männer. München 1991)
  • Gerhardus Lang: Archetypische Bilder: „Der Eisenhans“. In: Gudjons aktuell. Vol. 18 / Nr. 2 – 4/2013, Augsburg, S. 54–70.
  • Stumpfe, Ortrud: Die Symbolsprache der Märchen. 7., verbesserte und erweiterte Auflage 1992. Münster. S. 34, 47-48, 52, 56, 58, 62, 65-69, 147, 197, 223. (Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung; ISBN 3-402-03474-3)
  • Axel Dickmann: Grimms Märchen von A bis Z: Kleines Lexikon der Märchenmotive. 2014. ISBN 9783738687903
  • Jobst Finke: Träume, Märchen, Imaginationen. Personzentrierte Psychotherapie und Beratung mit Bildern und Symbolen. Reinhardt, München 2013, ISBN 978-3-497-02371-4, S. 151–152, 158, 171-178, 202, 211-212, 215-216.
  • Gerhardus Lang: Archetypische Bilder: „Der Eisenhans“. In: Gudjons aktuell. Vol. 18 / Nr. 2 – 4/2013, Augsburg, S. 54–70.

Fuim[VE | Weakln]

  • Eisenhans, Spuifuim, BRD 1983, Regie: Tankred Dorst.
  • Gurimu Meisaku Gekijō, japanische Zoachatrickserie 1987, Foig 42: Eisenhans.
  • Der Eisenhans, DEFA-Spuifuim, 79 min., DDR 1988, Regie: Karl Heinz Lotz.
  • Der Eisenhans, Fernsengfuim, Deitschland 2011, 80 min., ausgstroit zum easchtn Moi am 24. Dezemba 2011 im ZDF.

Im Netz[VE | Weakln]

Beleg[VE | Weakln]

  1. D.L. Ashliman, "The Grimm Brothers' Children's and Household Tales (Grimms' Fairy Tales)"
  2. 2,0 2,1 Robert Bly: Iron John. A Book about Men. 1990. ISBN 978-0-201-51720-0 (dt. Eisenhans. Ein Buch über Männer. München 1991)
  3. 3,0 3,1 Männer: Archaiische Power. af spiegel.de
  4. Richard A. Shweder. What Do Men Want? A Reading List For the Male Identity Crisis , New York Times, January 9, 1994. 
  5. Der Brunnen als Märchenmotiv af märchenatlas.de
  6. Brunnen und Quellen af newsage.de