Huansohn

Aus Wikipedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Huansohn (deitsch:Hurensohn) guit traditionej ois a besondas schwawiegnde Beleidigung, wei se de ned nur gegn den Beleidigtn sejbt, sondan aa gegn de Familienehr, speziej de Ehr dea Muada, richt. Friha woan domid im deitschn Sprochraum ollerdings ned aasschließlich de Buam vo Huan, sondan aa uneheliche Kinda gmoand, bei den die Muada den Vata ned ogem woit oda kinnt hod.

In d Jugendsproch wiad de Bezeichnung seit den 1990er Joarn in dea Regel unobhängig vom familiärn Hintagrund vawendt. Es konn se situationsobhängig um a Provokation bis hin zua oana schwarn Ofeindung handln, Ollerdings wiad es aa oftmois sarkastisch vawendet. Obgekirzt wiad se ois Huso. Entsprechende Beleidigunga san aa in andan Sprochn geläufig, z. B.: engl. son of a bitch (obgekirzt SOB).

Historische Vawendung[VE | Weakln]

Ds Deitsche Weatabuach vo Jacob und Wilhelm Grimm vazeichnet den Hurensohn ois bereits im 18. Jahrhundert etabliats Schimpfwoat und nennt ois Belegstej Friedrich SchillersDie Verschwörung des Fiesco zu Genua“ von 1783: „Heraus, Hassan! Hurensohn der Hölle! Hassan! Hassan!“ „Huren-Sohn“ findt se bereits 1710 in dea Oper Croesus vo Reinhard Keiser.[1]

De Oeconomische Encyclopädie kent im 18. Joarhundad den Huansohn - ned aba oan Huantochta - ois oa aas unehelichm Beyschlof erzeigta Sohn. De Oanzlheitn woan unta dem Begriiff Huankind dogstäid:

„Das Hurkind, in der harten Sprechart. […] Im engsten Verstande, ein von einer öffentlichen Hure erzeugtes Kind, oder ein außer der Ehe erzeugtes Kind, dessen Vater die Mutter nicht mit Gewißheit anzugeben vermag, ein Bankart […]“

Strafbore Äußerung in Deitschland[VE | Weakln]

De Benutzung des Schimpfwoats Huansohn kon in Deitschland strofrechtlich vafoigt[2] und a soiche Beleidigung noch § 185 StGB mid oana Freiheitsstrof bis zua oan Joar oda mid Gejdstrof und, wenn die Beleidigung middls oana Tätlichkeit beganga wiad, mid a Freiheitsstrof bis zua zwoa Joarn bestraft wean.

Beleg[VE | Weakln]

  1. „Daß sich ein Cavalier / Mit Federn und Rapier / Der nur von Hauen / Stechen / Erschießen / Hälsebrechen / Zu sagen wissen soll? / Von solchen kleinen Huren=Sohn / Dem Berenheuter / Ertz=Cujon / Und eingemachten Hundes...<Fott>/ Dem sogenannten Liebes=Gott / So lasset tribulieren / Daß er da in Figur / Wie eine alte Huhr / Den Jammer=Thon muß intonieren.“ In: Italienische Spieltexte der Wanderbühne V/1
  2. Gerhard Wolf, Erläuterungen zu § 185 StGB