Krippl

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Zeichnung eines „verkrüppelten“ Mannes mit Krücken

Dea Aasdruck Krippl (deitsch: Krüppel) bezeichnet uaspringlich oan in seina Bewegungsfähigkeit physiologisch dauahaft behindertn Menschn. Aa jemand, dem vo Geburt o oda duach äussare Einwirkunga Gliedmaßn fehln, wiad ois vakripplt bezeichnet.

Etymologie[VE | Weakln]

Dea Auasdruck Küppel im Deitschn entstammt dem middlniedardeitsche kröpel ‚dea Gekrimmte‘, des a Erbwoat aas dem Oidsächsischn krupil und ultimativ af a rekonstruierte urgermanische Wurzel *krupilaz ‚tendiand/geneigt zu kriacha, Krüppel‘ zuruckzufihrn is. Ma konn des Nomen in vuin germanische Sprochn nochweisn, so z. B. im Englischn cripple oda isländisch kryppill.

Des dazu vawandte Verb *kreupaną‚ drehn, krimma, kriacha‘ is im Deitschn nur no af Dialektebene nochweisbor, wor aba no im Middlhouchdeitschn ois kriefen vatretn. Es bestäid unta andam in Englisch to creep und Niedalendisch kruipen foat.

Heidige Bedeitung[VE | Weakln]

Das Woat Krippl fand se wertneutral bis ins 20. Joarhundad in Begriffn wia Kripplheim, Voikrippelheim, Kripplheilanstoit, Krippelfiasorge und Kripplfiasorggsetz. No bis id dea Zeit des Nationalsozialismus, in dea des Woat „Versehrta“ an de Stej vo „Krüppel“ fia oan duach Unfall, Valetzung oda Vawundung Körperbehindatn tretn is, widmetn se Organisationen, Zeitschriftn und Kongresse dea Bekämpfung des Krippeltums und da Krippelfiasorge (im Sinne vo orthopädische Behandlung).

Des Woat „Krippl“ wiad afgrund dea fooigndn Bedeitungsvaschlechterung ois Schimpfwoat vastanden, des ned nur a körpaliche oda geistige Behindarung feststäit, sondan oan missliebign Menschn mittls dea Beleidigung a soiche Behindaung zuaspricht. De Kripplbewegung nimmt des Woat sejtbewusst im Sinn vp oan Geusenwats fia sich in Anspruch: Seit dem Krüppeltribunal in Dortmund am 13. Dezemba 1981, oana dea wichtigstn Protestaktionen dea autonomen deitschen Behindatnbewegung (in Konfrontation mid dea etablierten Behindatnhuife) gegn des Intanationoie Joar dea Behindaten 1981, gegn Menschenrechtsvaletzunga in Pflegeheimen, in Weakstättn fea Behindate und in dea Psychiatrie sowia gegn Mängl des öffentlichn Personennahvakehrs setzt aa in Deitschland a Umdenkn ei[1]. Zwischn 1980 und 1985 easchien de „Krüppel-Zeitung“, a Zeitschrift dea Behindatnbewegung.[2]

Literatur[VE | Weakln]

  • Doris Schwarzmann-Schafhauser: Krüppelheime. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 810 f.

Im Netz[VE | Weakln]

Beleg[VE | Weakln]

  1. Krüppeltribunal 1981+20 , abgerufen am 2.
  2. siehe Nachweis der Zeitung in der Deutschen Nationalbibliothek unter GND 7695385-3