Hobellied

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(Weidagloadt vo Hobeliad)
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Des Hobellied, weanarisch: Hobeliad is a Weana Couplet ausm Oid-Weana Zaubameachn Der Verschwender vaum Ferdinand Raimund. Es hod si ois ans vau de bekauntastn Weanaliada etabliat. Komponiat hods da Conradin Kreutzer.

Da Raimund, da Sohn vo an Tischla, hod in dem Liad de Lemsweisheit vau da Gleichheit vau oin Menschn aus da Sicht vo an Haundweaka zum Ausdruck brocht.

De Zeun „Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alles gleich“, weanarisch: Des Schicksoi setzt in Hobe aun und hobet ollas gleich, is in Wean und driwa ausse zum gfligltn Wuat wuan.

A modeane Interpretation vom Hobeliad is vom Weana Schauspüla und Sänga Ludwig Hirsch.

Text[VE | Weakln]

Da streiten sich die Leut' herum
oft um den Wert des Glücks;
der Eine heißt den Andern dumm,
am End' weiß keiner nix.
Da ist der allerärmste Mann
dem Andern viel zu reich,
das Schicksal setzt den Hobel an
und hobelt alle gleich.

Die Jugend will halt stets mit G'walt
in allem glücklich sein;
doch wird man nur ein bisserl alt,
dann find't man sich schon drein.
Oft zankt mein Weib mit mir, oh Graus,
das bringt mich nicht in Wut.
Da klopf' ich meinen Hobel aus
und denk': Du brummst mir gut!

Zeigt sich der Tod einst mit Verlaub
und zupft mich: „Brüderl, kumm!“,
da stell' ich mich am Anfang taub
und schau mich gar nicht um.
Doch sagt er: „Lieber Valentin,
mach' keine Umständ', geh!“,
dann leg' ich meinen Hobel hin
und sag' der Welt ade.

Repetition:

Ein Tischler, wenn sein War' gefällt,
hat manche frohe Stund',
das Glück ist doch nicht in der Welt
mit Reichtum bloß im Bund.
Seh' ich soviel zufried'nen Sinn,
da flieht mich alles Weh.
Da leg ich nicht den Hobel hin,
sag nicht der Kunst Adje!