Austriazismus

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Austriazismen san schbråchliche Bsondahaidn fu Ésdaraich

Austriazismus (Plural: Austriazismen) sogt ma auf hochdeitsch in da geamanisdidschn Schbråch- und Literaduawissnschåft zu Weata, Redewendungan und gramatische Foaman, de aigentli nua in Ésdaraich so vawent wean. Austriazismen kinan Bsondahaitn vu da ésdaraichischn Variantn vum Schdandard-Daidsch sâi, oda õafåch Såchan ausn Dialekt, dés hoast Weata aus da boarischn Schbråch so wia s in Ésdaraich grét wiad.

Austriazismen im Hochdaidschn[VE | Weakln]

Daidsch ois pluarizentrische Schbråch in da Schwaiz, Ésdaraich und Daidschlãnd

Duach dés das Ésdaraich a aigena Schdåd is, håd si a a aigane Beaumtn-Schbråch entwükit. Déswéng gibt s an Haufn Weata dé ma im ésdaraichischn Hochdaidsch ãndas sågt ois wia in Daidschlãnd oda da Schwaiz, dé åwa drozdém koarekt und Schdandard-Daidsch san - håid in saina ésdaraichischn Variant. Baischbü san:

Vokabular[VE | Weakln]

(in de Klamman steht as daidsche Hochdaidsch)

  • Fawåitung: Nationalrat[1] (Bundestag), Landeshauptmann/frau (Ministerpräsident), Bezirksgericht (Amtsgericht), Bürgermeister (Oberbürgermeister), Landesgericht (Landgericht), Landesrat (Mnister eines Bundeslandes), Klub (Fraktion), Klubobmann (Fraktionsvorsitzender), ...
  • Ausbüdung: Volksschule (Grundschule), Matura[1] (Abitur), Lehrling[2] (Azubi), Kindergarten (Kindertagesstätte, Kinderladen), Schularbeit (Klassenarbeit, Schulaufgabe), Hausübung (Hausarbeit, Hausaufgabe), ...
  • Beruf: Tischler (Schreiner), Fleischhacker (Metzger), Rauchfangkehrer (Schornsteinfeger, Kaminkehrer), Traffikant (Kioskbesitzer), ...
  • Kuchivokabular: Kren (Meerrettich), Topfen (Quark), Obers (Sahne), Zwetschke[3] (Pflaume), Rote Rüben, Rauna (Rote Beete), Marillen (Aprikosen), Pommerantschn (Orange, Apfelsine), Ribisl (Johannisbeere), Karfiol (Blumenkohl), Germ (Hefe), Fleischlaibchen (Frikadelle, Bulette), Fisolen (grüne Bohnen), Eierschwammerl (Pfifferlinge), Hendl (Hühnchen), ...
  • Zaid und Datum: heuer (dieses Jahr), in der Früh (morgens), zu Mittag (mittags), Jenna (Jenna), Karenz (Schwangerschaftsurlaub), Zwickeltag (Brückentag), fad (langweilig), viertel über (viertel nach), dreiviertel (viertel vor), ...
  • Haushåit: Sessel (Stuhl), Kasten (Schrank), Tuchent (Bettdecke), Kredenz (Anrichte), Abwasch (Spüle), Sackerl (Tüte), Stiege (Treppe), ...

Gramatik[VE | Weakln]

A in da Gramatik gibt s Untaschiad zwischn am ésdaraichischn Hochdaidsch und am daidschn.

Offiziell ois korrekt guit:

  • Vü Weata hãm a ãndas Geschlecht, dés maistns dés söbe is wia im Boarischn. Baischbü san: da Butta, es Tölla, da Meta, es Keks, es Cola, es SMS, es Joghurt, ...
  • Wãn ma vu da Vagãngenhaid rét, vawent ma in da gschbrochanan Schbråch in Ésdaraich so wia a de maisdn siddaidschn Dialekt oiwai nua s Peafekt, oiso de zãmgsézde Vagãngenhaid (sie is gångan, ned: sie ging). Dés is in Ésdaraich a schriftlich ealaubt und koarekt, wogéngs in Daidschlãnd ois gramatikalischa Föhla ãgseng wiad. De õanzingn zwoa Veam mid Impeafekt san übrigens 'sâi und woin (hochdaidsch: sein (impeafekt: i woa, du woasd, ea/se/és woa, mia woan, iah woads, se woan), wollen (impeafekt.: i woit, du woitast, er/se/és woit, mia woitn, iah woitats, se woitn)).

Offiziell ned korrekt, oba trotzdem oft zum findn:

  • Dés Fugn-S bai zãm gsézde Substantif, wås in da naichn daidschn Rechtschraibung ågschoft woan is, wiad in Ésdaraich nu fu fü Laid fawent (obwoi s doat jéz a fåisch is, wa a de søwe Rechtschraibung güt). Baischbü san: Schadensersatz, Schmerzensgeld, Unternehmensprüfung, Adventskalender, ...
  • De Konjugation fu da zwaitn Beason Plural (ihr habt, ihr geht), wiad in Ésdaraich a oft in da boarischn Variantn gschrim (és håbts, és gehts), wås åwa nåch da ésdaraichischn Rechtschraibung fåisch is.

Konklusio[VE | Weakln]

Im Ésdaraichischn Schdandard-Daidsch san a boa Såchan untaschidlich wia im daidschn Hochdaidsch. Dé maisdn Bsondahaidn keman entweda fu da untaschiadlichn Beamtnschbråch, dé dailwais a nu in da Dradizion fu da habsbuaga Monachi is, oda sé keman aus de boarischn Dialekt so wia s in Ésdaraich grét wean.

Daduach san fü Austriazismen a fia Laid aus Bayern oda Iwahaupt Siddaidschlãnd greßtnteils faschdendlich, jå dailwais rén s sogoa søwa aso. Da Untaschiad is blos, das ma a boa fu de dialektaln Såchan in Ésdaraich a schraim deaf und ois koarekt gødn, wogéngs in Daidschlãnd gschrim aigentli fåisch san.

Austriazismen im Boarischn[VE | Weakln]

Im Boarischn kã ma schbråchliche Fenomen ois Austriazismen bezaichnen, dé neta in de boarischn Dialekt in Ésdaraich aso gsågt wean und in Bayern ãndas. Då gibt s oladings kõa genaue Schbråchgrenz, wai de åidn Dialekt auf da boarischn und auf da ésdaraichischn Saitn fum In fåst kõan Untaschiad ghåbt hãm. An da Grenz zwischn Såizbuag und Owabayern iss genau so.

In da modeanan Umgãngsschbråch is åwa so, das ma laicht an Untaschiad zwischn Ésdaraicha und Boan aussa head. Auf deara Ébene gibt s a eakenboare Schbråchgrenz und dãn gibt s natiali a linguisdische Fenomen, dé neta auf da ésdaraichischn Saitn gsågt wean und dé kintad ma dãn a ois Austriazismen im Boarischn bezaichnan.

Schau a unta[VE | Weakln]

Beleg[VE | Weakln]

  • Heinrich Löffler, Austriazismen, Helvetismen, Teutonismen : Zu einem tri-nationalen deutschen Wörterbuch, In: Neuphilologische Mitteilungen, Jg. 103/2002, H. 2, S. 147-159.Artikel
  • Ulrich Ammon, Hans Bickel, Jakob Ebner u. a.: [Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Berlin/New York 2004. ISBN 3-11-016574-0.
  • Wiesinger, Peter: Das österreichische Deutsch in Gegenwart und Geschichte, 2006
  • Wiesinger, Peter [Hrsg.]: Das österreichische Deutsch - Wean ; Graz: Böhlau, 1988 - 281 S. ISBN 3-205-07322-3.
  • Cillia, Rudolf de: Ist Österreich ein "deutsches" Land? : Sprachenpolitik und Identität in der Zweiten Republik / Rudolf de Cillia; Ruth Wodak - Innsbruck; Wean [u.a.]: Studien-Verl., 2006 - 94 S. ISBN 978-3-7065-4180-0
  • Jutta Ransmayr: Der Status des Österreichischen Deutsch an nicht-deutschsprachigen Universitäten. Eine empirische Untersuchung. Peter Lang, Frankfurt am Main u.a. 2006, ISBN 978-3-631-55242-1
  • Wörterbuch Deutsch–Österreichisch
  • Österreichisches Wörterbuch

Fuassnotn[VE | Weakln]

  1. 1,0 1,1 Wiad aa in da Schweiz vawendt.
  2. Wiad aa no in Deitschland vawendt, owa sötn.
  3. Zweschgn wiad in Österreich stott Pflaumen vawendt, ned nua fia de Untaoat wia in Deitschland.