Dialektkontinuum

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A Dialektkontinuum is a Grupn fu faschidane Dialekt dé iwa a gressane geagrafische Region fadailt san, dé si blos a klõans bissl untaschaidn, doat wo s geografisch nå bainãnd han und wo da Untaschiad (Åbschdãnd) oiwai gressa wia, jé waida ma geografisch ausanãnd is. Soichane Dialekt dé waid fu anãnda weg han, kinan dãn fu eanare Schbrecha neama géngsaidig faschãndn wean (reziproge Faschdendlichkaid).

Nåchn Åbschdãndschbråch-Ausbauschbråch-Dåchschbråch Paradigma, kinan soiche waid ausanãnda ligade Dialekt ois Åbschdãndschbråchn gseng wean (= aigane Schbråch). Auf da ãndan Sait kã ma s åwa a ois Dialekt fu da õa und da søbn Schbråch ãseng, wãn da Ausbau faid und wãn s an iwaregionaln Schdandad gibt (Dåchschbråch), dea fia Schbrecha fu zwoa entfeande Dialekt doch de Komunikazion megli måcht.

In da Soziolinguisdik rét ma doat fu am Dialektkontinuum, wo zwoa oda mea faschidane Schbråchn zãm keman und si iwaschnaidn, one das ma a genau Grenz ziang kã.

Skandinawischs Dialektkontinuum[VE | Weakln]

D skandinawischn Schbråchn:
blau - Féstlãndschbråchn, grêa - Inslschbråchn

De geamanischn Schbråchn in Skandinawien san a klassisches Baischbü fia a Dialektkontinuum. Fu de schwedischn Dialekt in Finland bis zum Standard-Schwedisch, Gutniska, Älvdalsmål, Scanian , da denischn Schbråch, Bokmål-Noawegisch, Nynorsk-Noawégisch, Feröisch, Islendisch, und nu an Haufn ãndane klõane skandinawische Dialekt, büdn ole a grosses Dialektkontinuum.

Dés hoast da Schbrecha oda de Schbrecharin fu am denische Dialekt fu Noad-Denemak, kã si guad mid õam fu Süd-Schwédn untahåidn, one das a Schwedisch leana muas, wai de jewailign Nåchba-Dialekt nå fawãnt san. A West-Schwede kã in saim Dialekt a mid am Ost-Noawéga rédn, one das a Noawégisch leana muas. Õana fu de Feröar-Insln kã in saim Dialekt one Probleme mid am Islenda rédn oda mid am Nynorsk-redadn Noawéga. Umgekead kinan si a Islenda und a Déne néd wiakli faschdê, wai dé zwoa Schbråch geografisch und linguisdisch zwaid ausanãnd san (oft kinan de Islenda a Dénisch ois Fremdschbråch, oda sé rédn glai auf Englisch, wås am woaschainlichstn is).

Islendisch und Feröisch san fu dé ãndan skandinawischn Schbråch liguisdisch so waid wég, das dé ãndan Skandinawia dés néd faschdê kinan, one Schbråchkuas und Wöatabuach. Dés hoast dé san aindaitig Åbschdãndschbråchn fu dé ãndan. Ãndarasaits san Dénisch, Schwedisch und Bokmål-Noawégisch so nå fawãnt, das ma fum foamalisdischn wissnschåftlichn Schdãndbunkt sogoa sång kintad, sé san Dialekt fu õa und da søbn Schbråch. Und obwoi dé Skandinawia zB d Feanse-Brogrm fu eanane jewailign Nåchbalenda one Untaditl faschdêngan, wean s néd gråd fraindli reagian, wãn ma so wås behaupt, wai s doch recht schdoiz auf eana jewailigs Lãnd und d Schbråch san.

Slawischs Dialektkontinuum[VE | Weakln]

d slawische Schbråchn

Ostslawisch[VE | Weakln]

A bai de slawischn Schbråch in Sid- und Ost-Airopa gibt s so wås wia a Dialektkontinuum. Bai de Ost-Slawischn Schbråchn, zu dénan Ukrainisch, Waisrussisch und Russisch ghean. Obwoi s zwischn dénane Schbråchn schã grosse Untaschiad gibt, san dé jewailign benåchbatn Dialekt schbråchlich so nå bainãnda, das si di Laid a iwa de Schdådsgrenzn driwa one waitas faschêngan. Ukrainisch is dabai neha baim Waisrussisch, und dés wida is nå zum Russischn. Es gibt a Mischfoamen, wia zB des Surschik (von ukrainisch суржик = 'Mømischung'), wås a Iwagãngsdialekt fu Ukrainisch zu Russisch is.

Südslawisch[VE | Weakln]

Zu dé ostslawischn Schbråchn am negstn fawãnt is Bulgarisch, wås wida Dail fum Südslawischn Dialektkontinuum is, dés fum Schwoazn Mea iwa Mazedonien, Seabien, Montenegro, Bosnien, Kroazien iwa Slowenien bis nåch Sid-Keantn und zu de Buagnlãnd-Kroatn ged. Obwoi dé Schbråchn linguisdisch jewails relatif nå bainãnda san und oft laicht reziprog faschdeboa san, gibt s in deara Region an Haufn ausdefiniada Ausbauschbråchn.

Westslawisch[VE | Weakln]

A de westslawischn Schbråchn Boinisch, Tschechisch, Slowakisch und Sorbisch büdn a Dialektkontinuum, wobai Tschechisch (mid saine bemischn und mearischn Dialekt) und Slowakisch neha bainãnd san, wia dé zwoa zum Boinischn. S Boinische håd a Iwagãngsdialekt zum ostslawischn Ukrainischn und Slowakisch håd auf da ãndan Saitn Gemainsãmkaidn zum sidslawischn Grawådisch (Kroatisch).

S romanische Dialektkontinuum[VE | Weakln]

Westromania[VE | Weakln]

De romanischn Schbråchn in Sid- und West-Airopa büdn a so wås wia a Dialektkontinuum. Dés hoast, das dailwais a fliassade Iwageng gibt zwischn de Dialekt fu Italienisch, Franzesisch, Okzitanisch, Katalanisch, Schbanisch iwa s Galizische bis zum Boatugisischn hî. Dazu keman nu de kleanan westromanischn Schbråchn wia Sardisch, de sizialianischn Dialekt und Korsisch, eventuel a nu da venezianische, da lombardische und piemontesisch Dialekt, so wia de Dialekt in Frãnkraich.

In da Romania (romanisch-redada Dail fu Airopa), gibt s åwa schã a lãnge litararische Dradizion in dé jewailign Lãndesschbråch, lenga wia im daidschn Schbråchraum. Déswéng san a de grossn nationaln Ausbauschbråchn schdeaka etabliad und dé Iwagãngsdialekt san oiwai mea faschwundn, obwoi si s bis haid gibt (zB zwischn Italien und Sid-Frãnkraich).

Ostromania[VE | Weakln]

A zischn dé ostromanischn Schbråchn gibt s natiali a Dialektkontinuum. Dazua ghean foa oim Rumenisch und Moldawisch, wobai fü Linguistn sång, das dés aigentlich e õa gemainsãme Schbråch is. Auf da ãndan Saitn gibt s im Moment a de Tendenz foa oim in Moldawien, das ma Moldawisch ois aigene Schbråch ãnsiagt, de zwoa nå fawãnt zum Rumenischn is, åwa håid do wås aigns. Zu deara Grupn ghean a nu de klõan ostromanischn Schbråchn Mégléno-Rumenisch und Aromunisch, dé aussahåib fu Rumenien dailwais nu in Bulgarien, Grichnlãnd, Seabien, Montenegro und Albanien grét wean.


Vulgea-Latain[VE | Weakln]

Ole romanischn Schbråchn gengan natiali auf s Vulgea-Latain zruk, wås si in da Zaid fum remischn Raich in de Brovinzn iwa de Joahundat ois dominiarade Schbråch duachgsézt håd und de foa-remischn Schbråch easézt håd. Drozdém hãm de Schbråchn, dé foam Latain in Sid- und West-Airopa grét woan san eanare Schbuan hintalåssn und wiakn ois Substrat auf de haidign romanischn Schbråchn. Aussadem keman a nu untaschiadliche Superstrate dazua, dé schbråchlich an Ainflus ghåbt hãm. So gibt s zum Baischbü auf Schbanisch und Boatugisisch fü arabische Weata, auf Franzesisch fü geamanisch (frenkische) Weata, in Italien ostgotischn und lombardischn und im Sidn a arabischn Ainflus und in Rumenien fü slawische und ungarische Weata. Daduach san de romanischn Schbråch haid do so faschidn fu anãnda, das a Franzos an Schbania néd one waitas faschded und de Schbania hãm sogoa Schwiarigkaidn, dass de Boatugisn faschdengan, obwoi de Dialekt an da schbanisch-boatugisischn Grenz genau aso fliassad in anãnda iwa gengan.

Am oaginalstn und negstn zum Vulgea-Latain is übrigens Sardisch, wås åwa a mid da Geografi (Insl) zãm hengt.


Westgeamanischs Dialektkontinuum[VE | Weakln]

s west-geamanische Dialektkontinuum






Aussa-airopeische Dialktkontinua[VE | Weakln]

Dés schbråchliche Fenomen fu inanãnda iwagehade Dialekt und unschoafe Schbråchgrenzn gibt s natiali néd neta in Airopa. Im foigendn a klõane Aufzölung fu Baischbü, dé åwa natiali néd komplet is:

  • Arabisch: a im Arabischn gibt s a Dialektkontinuum fu Maroko, iwa Algerien, Tunesien, Egiptn, Sirien, bis in dn Irak und am peasischn Goif. De arabischn Dialekt untaschaidn si dailwais zimli schdoak, åwa de gemainsãme hocharabische Schriftschbråch fungiad braktisch ois Dåchschbråch fia de gãnze Region. Bsondas is a nu das im gschriwanen Arabisch kuaze Vokale neta ois Zuasåzzeichn gibt und déswéng a fum Schriftbüd mearare Ausschbråch-Variantn mégli san.
  • Kinesisch: Im gschbrochanen Kinesisch gibt s a an Haufn fu faschidane Variantn, schã fåst aso wia bai de faschidanen romanischn Schbråchn untaranãnda. Oladings is jå de kinesische Schrift a Zaichn-Schrift und déswéng hãm ole de faschidanen Variant fum kinesischn Dialektkontinuum komplet de søwe Schrift.
  • Hindi: Hinta da gresdn indischn Ausbauschbråch schdékt in Wiaklichkait a risigs Dialektkontinuum fu Bengali, Orija, Marathi, bis Gudschaati und Pundschabi. De Ãmtsschbråch Hindi is aigentlich "Standardized Hindi", da sanskritisiade Dialekt fu da Gégend um de Hauptschdåd Delhi.
  • Persisch: A da grosse persische Schbråchraum fum Iran bis Tadschikisdan representiad a Dialektkontinuum, fum Farsi, iwa s Dari und Paschtunisch in Afganisdan bis Tadschikisch und nu fü kleanare Dialekt dazwischn.
  • etc.

Konklusio[VE | Weakln]

  • Es gibt rain linguisdische Metodn, wia ma definian kã, ob wås a aigane Schbråch is oda ned. De õanzige neutrale und rain wisschschåftliche Metod is då åwa, das ma dén linguisdischn Åbschdãnd (Abstand lt. Heinz Kloss) zwischn zwoa Schbråchsisdem mest. Då kimt dãn iagend a Zåi dabai aussa (zB 74,3% fum Lexikon san ident, etc.), de dãn eascht wida mid unkloare Argument beweat wean kã oda muas.
  • A relatif koherentes Sisdem wia ma Schbråchn und Dialekt untaschaidn kã, schdãmd fum daidschn Linguistn Heinz Kloss, dea dés Åbschdãndschbråch-Ausbauschbråch-Dåchschbråch Paradigma eafundn håd, dés haid bai fåst ole Linguistn ois weatfois Model akzeptiad is. Dabai wiad ém néd neta da Åbschdãnd fum Vokabular, da Gramatik und da Morfologi gméssn, sondan a da Ausbau in da Gsöschåft beweat, nemli: gibt s Literadua in dea Variantn, gibt s Zaidungen, Schuiuntaricht, Feansen, Wissnschåftsbrodukzion, Intanet-Saitn, etc.
  • In da franzésischn Linguasdik såg ma a: Une langue, c'est un dialecte qui a eu de la chance (A Schbråch is a Dialekt, dea a Schãns ghåbt håd).
  • A gãns õafåche Definizion fu Schbråch und Dialekt kimt fu am jiddischn Schbråchfoascha:
Zitat: אַ שפראַך איז אַ דיאַלעקט מיט אַן אַרמײ און פֿלאָט
Umschrift: A shprakh iz a dialekt mit an armey un flot
Iwasézung: A Schbråch is a Dialekt mid ana Arme und ana Flotn.
(Gwøn: nåch Yivo-bleter, 1945, Bd. 25, Nr. 1, S. 13,
fum Max Weinreich, wiad åwa a in Joshua Fishman zuagschrim.)


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Gwøn[VE | Weakln]