Diglossi

Aus Wikipedia
Wexln zua: Navigation, Suach

Diglossi is a bsondane Foam fu Zwoaschbråchigkaid. Dés Woat beschraibt de Zwoaschbråchigkaid fu ana gãnzn Gsøschåft, bai dea s a unkloas funkzionales Fahøtnis bzw. a schdendige Konkuarenz gibt, etnweda zwischn zwoa gãns untaschiadliche Schbråch oda zwischn zwoa variantn fu relatif nå fawãntn Schbråchn. Dabai is oiwai õane fu de zwoa de hoch ãngsenge (H, fia high) und de ãndane de mid am schlechdan Imidsch (L, fia low). Baischbü san Schbanisch und Englisch in Kalifoanien, Samisch (fu de Lapn) und Finisch in Finlãnd oda a Hochdaidsch und Dialekt bai uns.


Im Detail[VE | Weakln]

Dé maisdn Schbrecha fu so ana Gsøschåft kinan baide Variedetn bzw. oi zwoa Schbråchn, de de Diglossi-Situazion ausmåchan. Sé fawendn åwa de õane Schbråch blos fia beschdimte Situazionen, wia zum Baischbü im briwatn Beraich, in da Familie oda unta Fraind. Dé hoch ãngsenge H-Schbråch is dafia fia de ofizieln Såchan resawiad, wia im Beruf, wãn ma a Ãnschbråch håit, in de Medien oda in da Schui (då a oft neta bai Brüfungen).

So a Diglossi-Situazion is åwa nia wiakli schdabil, sondan de zwoa Schbråchn konkuarian schdendig um de Geschbrechs-Situazionen, in dénan ma entweda de õane oda de ãndane fawent. D Bolitik oda ãndane Insdiduzionen kinan a aktif in dén Wétschdraid âigraifn und zu Gunstn fu õana fu de zwoa Schbråchblanung und Schdaiarung bedraim, wia zum Baischbü wãn in Frãnkraich s Gséz fia schraibt, das mindestns 40% franzesisch-schbråchige Musi im Radio gschpuid wean muas, oda wãn Mindahaitnschbråchn a in da Schui ois Zwaitschbråch untaricht wean und dés fum Schdåd gföadat wiad.


Gschicht fum Begrif[VE | Weakln]

  • Da Giánnis Psycháris (franzesisiad: Jean Psichari) håd dén Begrif fu da Diglossi 1885 fia de dåmålige Schbråchsituazion in Grichnlãnd eafundn (grichisch διγλωσσία, diglossía, „Zwoaschbråchigkaid“). Doat håd s bis in de 1970 Joa zwoa faschidane Schdandad-Variantn fum Grichischn gém, nemli de gschdudiade (und aufn Åid-Grichisch aufbauade) "Katharevousa" und de nea an da gschbrochanen Schbråch ãglõande, modeanane "Dimotiki"-Variantn.
  • Da William Marçais håd dés Woat 1930 auf de arabisch-schbråchign Lenda bezong, wo s jewails a lokale, nazionale Variantn fum Arabisch gibt und dés daném a nu s iwaregionale Hocharabisch.
  • Da Charles A. Ferguson, fu da Stanford Uni in Kalifoanien, håd 1959 in saim berümtn Aufsåz "Diglossia" a nu aufzoagt, das a faglaichbroare Situazion aigentli a im daidsch-schbråchign Gebid exisdiad, am schdeaksdn zwischn Hochdaidsch und Schwytzerdütsch, åwa a zum Baischbü auf Haiti zwischn Franzesisch und Kreol.
  • Da Joshua Fishman håd dés Konzept 1967 nu waida ausbaud und aufzoagt, das a Schbråch dé ned midanãnda fawãnt han, åwa némanãnda exisdian, genau so in a klassische Diglossi-Situazion kema kinan. Ois Baischbü håd a Hindi und Tamil in Tamil Nadu, Sidindien gnend. Dés is åwa a Såch dé unta Soziolinguistn nu schwa dischgriad wiad.
  • Da Heinz Kloss håd dafia de Untaschaidung zwischn Aussndiglossi (exoglossia) zwischn zwoa gãns faschidane Schbråchn und Inendiglossi (endoglossia) fia zwoa fawãnte Schbråch eafundn.

Wã ma in Begrif fu da Diglossi gãns åigemain siagt, dãn san sogoa ole Komunikazions-Situazionen diglossisch, wo ma zwischn zwoa oda mearane Schbråchvariantn in funkzionaln Untaschiad bedenga muas, oiso zum Baischbü bai faschidane Soziolekt, wia Jugendschbråch und Eawågsanenschbråch, oda de Ausdrukswais fu faschidane soziale Grupm.

Diglossi versus Schdandard-Dialekt-Kontinuum[VE | Weakln]

Diglossi exisdiad a zwischn Hochdaidsch und de Dialekt. Da Dialekt wiad blos fia infoamele Situazionen und aussadem sowiso neta mündlich in am lokal und funkzional begrenztn Kondext fawent (=low). Fia föamliche Komunikazionssituazionen aussahåib fu da Familie und im (lokal) Bekãntngrais wiad d Schdandard-Schbråch fawent (=high), oda a iwaregionale Umgãngsschbråch de fåst Hochdaidschn is.

Da Dialekt håd åwa in Daidschlãnd und Ésdaraich schã fü fu saina Bedaitung faloan, a duach de Migrazionsbewegungen im und nåchn Zwoatn Wødgriag, so das de Schdandard-Schbråch haid fia ole Situazionen fawent wean kã. Des hoast es wiad a in da Familie und unta Frain auf Hochdaidsch grét und sogoa auf Hochdaidsch gfluacht und diaf dahea grét.

De Situazion is natiali im Noadn fu Daidschlãnd mea wia im Sidn und in Minga und Wean mea wia am Lãnd und in de mitlgrosn Schded. Dazua kimt a nu das in fü Regionen schã a fliassada Iwagãng zwischn am Dialekt (L) und im Schdandard (H) gibt und de Laid inahåib fu õam Såz hin und hea switschn.

A richdige klassische Diglossi-Situazion gibts im daidschn Schbråchraum neta in da Schwaiz, wo wiakli fåst ole baide Variantn (Hochdaidsch und Schwytzerdütsch) kinan und je nåch Situazion de õane oda de ãndane fawendn. Doat ged åwa wizigawais s Hochdaidsch oiwai mea zruk, so das s Büdungsminisdearium d Leara schã gschmipft håd, sé soin de Kinda wida mea Hochdaidsch baibringa, sunst leanan si goa ned.


Baischbü fia Diglossi fu fria[VE | Weakln]

S normanische Englãnd[VE | Weakln]

In da Zaid fu da normanischn Invasion fu Englãnd (Wiliam the Conquerer, Robin Hood, etc.) håd s doat a boa Genarazionen lãng a klassische Diglossi-Situation gém. D normanischn adelign hãm normanischs Åid-Franzesisch grét und de Bauan und õafåchn Laid de geamanisch angl-segsische Schbråch. Baide Grupm hãm åwa a de Schbråch fu de ãndan håibwegs kina. Nåch ainiga Zaidl san dé zwoa Schbråchn zãmgwågsn und dés haidige Englisch, des Ainflus fu baide håd is entschdãndn.


Romanische Schbråchn und Latain[VE | Weakln]

In de romanisch Schbråchigen Lenda wia Italien, Frãnkraich und Schbanien håds im Mitlåita a lãnge Diglossi-Situazion zwischn dem regionaln Dialekt und da latainischn Schriftschbråch gém. Gschrim håd ma oiwai neta auf Latain und de Gschdudiadn hãm des untaranãnda sogoa grét. Eascht wia d regionaln Schbråchn schã so waid wég fu gschriwan Latain woan, hãm s im Hochmitlåita ãgfãnga, in deara lokaln Schbråch a zum schraim (zB Mine-Liada). Daduach san eascht lãngsãm de haiding romanischn Schdandard-Schbråchn entschdãndn und de Diglossi-Situazion woa foabai, wia ma Latain goa nima braucht håd.


Baischbü fia Diglossi haid[VE | Weakln]

Aussa de fum Marçais, fum Ferguson, fum Fishman und fum Kloss Heinz aufzoagtn Baischbü gibt s haid auf da Wød nu gãns fü ãndare, wia:

  • Guaraní und Schbanisch in Paraguay
  • Ukrainisch und Russisch in da Ukraine
  • Katalanisch und Schbanisch in Katalonien
  • Maltesisch und Englisch in Malta
  • Urdu und Hindustani in Bakisdan
  • Kantonesich und Englisch in Hong Kong
  • Patois und Englisch in Dschamaika
  • etc.

Schau a unta[VE | Weakln]


Gwøn[VE | Weakln]

  • Ferguson, Charles A.: Diglossie, in „Anwendungsbereiche der Soziolinguistik“, Darmstadt 1982, S. 253–276 [Übersetzung von: Diglossia, 1959, in „Word. Journal of the Linguistic Circle of New York“ 15, S. 325–340].
  • Fishman, J. A.: Bilingualism with and without diglossia; diglossia with and without bilingualism, 1967, in „Journal of Social Issues“.
  • Fishman, Joshua A. (Hsgb.), Focus on diglossia, 185 S., Berlin: Mouton de Gruyter, 2002
  • Hansen-Jaax, Dörte: Transfer bei Diglossie. Kovač, Hamburg 1995, ISBN 3-86064-292-8.
  • Kremnitz, Georg: Gesellschaftliche Mehrsprachigkeit. Braumüller, Wien 1994, ISBN 3-7003-1071-4.
  • Rash, Felicity. 1998. The German Language in Switzerland. Multilingualism, Diglossia and Variation. Bern: Peter Lang.
  • Jochum, Barbara. Sprachgebrauch in Vorarlberg zwischen deutschschweizerischer Diglossie und bairisch-österreichischer Polyglossie. ein Vergleich der gegenwärtigen Situation an Schulen in Vorarlberg, der Schweiz und in Tirol / einger. von Barbara Jochum, 1999 - IV, 221 Bl.