Abu Nuwas

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Abu Nuwas (Zoachnung vom Khalil Gibran)

Da Abu Nuwas (arabisch أبو نواس,‎, Umschrift: Abū Nuwās), aa al-Hasan ibn Hani', al-Hakami ad-Dimaschqi / الحسن بن هانئ الحكمي الدمشقي‎ / , al-Ḥasan b. Hāniʾ, al-Ḥakamī ad-Dimašqī (* 757 z Ahwaz; † 815 z Bagdad), wor oana vo de berihmtasdn arabischn Dichda vom klassischn Zeidoita. Ea hod si im Lem und in da Dichdkunst voa oim da Sinnlichkeit und im Genuss gwidmet und hod de Homoerotik vahealicht.

Lem[VE | Weakln]

Da Voda vom Abu Nuwas, Hani, wor Araba und Soidot in da Armee vom Marsan II. Sei Muada, Golban, wor a Webarin aus Peasien. In Basra und Kufa hod a Philologie studiad. Ea hod fost sei ganzes Lem z Bagdad vabrochd. Bagdad wor domois de Haptstod vo Arabien und Persien.

Um sei klassisches Arabisch z perfektionian, hod a oa Joar in da Wiastn bei de Beduina glebt, dena ma as reinste Arabisch nochgsogt hod. De Sproch vom Abu Nuwas is desweng grammatisch voabuidhoft und baut af de oidn arabischn Traditiona af. Seine Themen keman owa ned aus da Wiastn sondan vom Oidog in da Stod. Ea hod iwa Jogd, Wein und Liabesgschichtn gschriem und wor fia sein Humoa und Witz bekannt.[1] Ea wor a geniala Zynika; fia seine Spottgedichtln hod man sogor gfiachdt. Des bsondare is owa, dass de moastn vo seine Dichtunga homoerotischa Natua san. Desweng hod aa a efta Probleme griagt und is aa eingspeat worn. Weng an Spottgedicht iwa a voanehme Peasafamij is misshandlt worn und is an de Foign gstoam.

Da Abu Nuwas hod zua Zeid vom Kalifen Harun ar-Raschid glebt, dea wo in 1001 Nocht a wichtige Roin spuid. Ea wead in de Gschichtn ois Hofdichda vom Kalifn z Bagdad gnennd und ois Hedonist bschriem. Des Zeidoita guit in da arabischn Literatua ois de Klassik. Da Abu Nuwas hod an Haufa Dichda und Schreiwa noch eam beeiflusst vo Khayyám bis Hafiz.

Beispui[VE | Weakln]

In ana Gschicht aus 1001 Nocht hod da Kalif Harun er-Raschid von ana Haremssklavin mid dea wo a friaa scho gschloffa ghobt hod, an Koab griagt; und zwor midm Sotz: "Des Sunnalicht vawischt as Nochtgeschwätz" (Der helle Tag verwischt das Wort der Nacht). Des wor so ungwehnlich, dass da Kalif drei Dichdan in Afdrog gem hod, a Gedicht driwa z schreim. Da Abu Nuwas so es foigende gschriem hom.(Iwasezt im Sinn noch, ohne Gedichtfoam.[2])

Des Sunnaliacht vawischt as Nochtgeschwätz[VE | Weakln]

De Liab wor lang, mia worn uns scho a bissl fremd.
Vui gstriddn homa; des wor ned so guad fia uns.
Do howis troffa im Palost, leicht bsoffa in da Nocht,
Do aa im Rausch wor se recht obweisend und woit mi ned,
Zwor is da Mantl schnej vo iare Schuitan gfoin,
So hods mi groazd! Des Gwand wor aa gschwind weg.
Am Zweigal, dro de zoartn Apfal ghängd san,
De broadn Rundunga hom zidad wia im Wind.
Do howi gsogt: "I wui di wieda hom!"
Se moant: "Na guad, du hosd mei Woat, fia moagn."
Wiar I am Moagn kim und sog: "Dei Woat?"
Na sogts: "Des Sunnaliacht vawischt as Nochtgeschwätz!"

De freche owa intelligente Antwoat vo da Sklavin soi in Kalifn so beeindruckt hom, dassa ia vaziehn hod.[2]

Recht direkte, homoerotische Passage aus XLV/1[VE | Weakln]

Come right in, boys. I'm
a mine of luxury -- dig me.
Well-aged brilliant wines made by
monks in a monastery! shish-kebabs!
roast chickens! Eat! Drink! Get happy!
and afterwards you can take turns
shampooing my tool.[3]

Wein und Koran[VE | Weakln]

Schenk mir und schenk Joseph ein
den köstlichen Wein
der uns schaudern lässt

Meide die Wirrnis in deinem Leben
und nimm nur den Frieden

Schenk mir ein bis zum Rand
ich mag keine Becher
die nur halbvoll sind

Die Flasche auf dem Tisch
und das Buch daneben

Trink drei Gläser
und zitiere einen Vers

Das Gute hat sich mit Bösem vermischt
und -Gott möge mir verzeihen-

Der wird gewinnen in dem das eine
das andere überwand: genug!

Zitat[VE | Weakln]

  • Kritika, lossts ned noch, wei enka Hoffnung auf Reie wead si ned eafuin. Wei des is des Lem und ned a Wiastnzejt und koa Kamejmilli. (Diwan, 11-12)
  • Du bist bled, wensd vo mia Reie dawoatsd. Zareiß dei Gwand, dua wosd wuist. I wead nia ned berein. (Diwan, 11-12)
  • Mein frein Geist bin i gfoigt. Und nia wead i de Lust afgem. (Diwan, 164)
  • O mei, de Sodomie is a Freid. So weads Sodomistn ia Araber! Weichts nia ned davo ow. Do liegt a wundabora Genuss drin! (Perfumed Garden)

Voikskuitua[VE | Weakln]

Da Abu Nuwas is a Bstandtei vo da arabischn Voikskuitua woan. In vui Gschichtn von 1001 Nocht kimp a fia. Ea is da Begleita vom Kalifn und sei Hofnarr. Bsondas aa in Ostafrika is da Abu Nuwas ois Tricksta Figua populea woan. Ea is do a Art Till Eulenspiegel, a Hofnarr Prangerl, a weisa Norr, iwa den vui Gschichtn vazejt wean.

Da tansanische Kinstla Godfrey Mwampembwa (Gado) hod a Swahili Komikbuach vaeffentlicht: Abunuwasi.[4]

Schriftn[VE | Weakln]

  • O Tribe That Loves Boys. Hakim Bey (Entimos Press / Abu Nuwas Society, 1993). With a scholarly biographical essay on Abu Nuwas, largely taken from Ewald Wagner's biographical entry in The Encyclopedia of Islam.
  • Carousing with Gazelles, Homoerotic Songs of Old Baghdad. Seventeen poems by Abu Nuwas translated by Jaafar Abu Tarab. (iUniverse, Inc., 2005).
  • Jim Colville. Poems of Wine and Revelry: The Khamriyyat of Abu Nuwas. (Kegan Paul, 2005).
  • Abû-Nuwâs (préf. et trad. Vincent-Mansour Monteil), Le vin, le vent, la vie, Sindbad, coll. « La petite bibliothèque de Sindbad », Arles, 1998 (éd. précédentes 1979, 1990), 190 p. ISBN 978-2-7427-1820-7.
  • Abû Nuwâs (préf. et trad. Omar Merzoug, calligraphies Lassaâd Métoui), Bacchus à Sodome : poèmes, Paris Méditerranée, Paris, La Croisée des chemins, Casablanca, 2004, 153 p. ISBN 978-2-84272-213-5 .

Musi[VE | Weakln]

  • Da Komponist Thomas Lauck hod si vo am Weingedicht vom Abu Nuwas zu seina klassischn Komposition Klang II (und Reben – die Babylonische) inspirian lossn. Des Weak is fia oa Fagott und oan Sprecha gschriem. Da Sprecha zitiad ausm Gedicht vom Abu Nuwas.[5]
  • Da tunesische Jazzmusika Dhafer Youssef hod eam 2010 a Oibum gwidmet : Abu Nawas Rhapsody (Jazzland/Universal).

Trivia[VE | Weakln]

Seit 1976 is a Krota afm Merkur z Ehrn vom Abu Nuwas so gnennd. Dea Krota hod 116 Kilometa Duachmessa und liegt bei 17,4°N, 20,4°W.

Literatua[VE | Weakln]

  • Heinrich Ludwig Kaster (Übersetzer, Nacherzähler), Abu Nawas oder die Kunst zu lügen, Piper-Bücherei, München 1961
  • A. v. Kremer (Hg.), Diwan des Abu Nuwas, des größten lyrischen Dichters der Araber Wien 1855; wieder: Beirut 1982 (hg. und komm. von A.A. M. al-Ghazali, udT Divan)
  • Philip F. Kennedy, Abu Nuwas. A Genius of Poetry, Oneworld Publications, Oxford, 2005
  • Philip F. Kennedy, Perspectives of a Khamriyya – Abu Nuwas´ Ya Sahir al-Tarf, In: Heinrichs, Wolfhart und Gregor Schöler (Hg.): Festschrift Ewald Wagner zum 65. Geburtstag. Bd.2: Studien zur arabischen Dichtung, Stuttgart: Franz Steiner Verlag, 1994 (Beiruter Texte und Studien – Bd. 54), S. 258–276
  • Philip F. Kennedy, The Wine Song in Classical Arabic Poetry. Abu Nuwas and the Literary Tradition, Clarendon Press, Oxford, 1997
  • Vincent Mansour Monteil, Abu Nuwas: Quintette du vin, In: Heinrichs, Wolfhart und Gregor Schöler (Hg.): Festschrift Ewald Wagner zum 65. Geburtstag. Bd. 2: Studien zur arabischen Dichtung, Stuttgart: Franz Steiner Verlag; 1994 (Beiruter Texte und Studien – Bd. 54); S. 277–282
  • Julie Scott Meisami, Abu Nuwas and the Rhetoric of Parody, In: Heinrichs, Wolfhart und Gregor Schöler (Hg.): Festschrift Ewald Wagner zum 65. Geburtstag. Bd.2: Studien zur arabischen Dichtung; Stuttgart: Franz Steiner Verlag; 1994 (Beiruter Texte und Studien – Bd. 54); S. 246–257
  • Ewald Wagner, Abu Nuwas. Eine Studie zur arabischen Literatur der frühen Abbasidenzeit, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden, 1965
  • Mary Bonnaud, La poésie bachique d'Abû-Nuwâs. Signifiance et symbolique initiatique, Presses universitaires de Bordeaux, Pessac, 2008, 518 p. ISBN|2-978-2-86781-497-6
  • Abu Nuwas. Poète arabe (Ahvaz v. 762 – Bagdad v. 815). sur larousse.fr.
  • Arie Schipers: Die Knabenpoesie in der arabisch und hebräisch-andalusischen Literatur. FORUM 31, 1998
  • Anne Marie Flood: Riding the She-Calmel into the Desert. A Translation of Two Classical Arabic Poets. Bryn Mawr College, Department of Linguistics Swarthmore College, 2008

Im Netz[VE | Weakln]

 Commons: Abu Nuwas – Sammlung vo Buidl, Videos und Audiodateien

Beleg[VE | Weakln]

  1. Encyclopedia Brittanica iwa Abu Nuwas
  2. 2,0 2,1 Harald Weinrich, Lethe: Kunst und Kritik des Vergessens, S.128
  3. Archivierte Kopie. Archiviert vom Original am 10. Juni 2012, obgruafa am 29. Meaz 2014.
  4. Pilcher, Tim and Brad Brooks. (Foreword: Dave Gibbons). The Essential Guide to World Comics. Collins and Brown. 2005. 297.
  5. Badische Zeitung: Eine Liebeserklärung an die Rebe, 6. Septemba 2012
Normdatn: GND: 118646656 | LCCN: n82236538 | VIAF: 100164196