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Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Aus Wikipedia
Da Dostojewski, 1872

Da Fjodor Michailowitsch Dostojewski ( Фёдор Михайлович Достоевский?/i [ˈfʲodər mʲɪˈxajləvʲɪtɕ dəstʌˈjɛfskʲɪj], wiss. Transliteration Fëdor Mihajlovič Dostoevskij; * 11. Novemba 1821 z Moskau; † 9. Feba 1881 z Sankt Petersburg) wor a russischa Schriftsteja und Philosoph. Seime Haptweak san u. a. As Vabrechn und de Strof (1866, dt. Schuld und Sühne), Dea Idiot (1869) und De Briada Karamasov (1880). Sei Weak bschreibd voa oim de politischn, sozialn und geistign Vahejtniss im russischn Zarnreich am Ibagang zua Modeane. bei gähds eam voa oim um de menschliche Sej, iare Regunga, iare Zwänge und ia Befreiung. Ea wead ois oana vo de grässdn Psychologn in da WejdLiteratua ogseng (Friedrich Nietzsche: Da Dostojewski is da oanzige vo dem I wos iba Psychologie gleant hob.). De Biacha vom Dostojewski san in meara wia 170 Sprochn ibasezd worn.[1]

Sei Muada is anno 1837 an Schwindsucht (Tuberkulose) gstoam[2], wia ra eascht 15 Joar oid gwen is. Ob 1838 hod ea an da Militearischn ingenieurtechnische Universitet z St. Petersburg studiad.[3] Im Nemfoch hod ea aa russische und franzesische Literatua studiad.[4]

Anno 1849 ins a vahofdt worn, wei ra im Petraschewski-Ziakl vawicklt wor, am gehoama Vabund vo soziallibaraln Utopistn, de wo owa meara literarische Dischgariara worn.[5] Ea is zum Doud vaurteit und easchd im ollalezdn Moment vom Zarn begnadigt worn. Ea hod oba dafia via Joar in an Strofloga in Sibirien vabiassn miassn und is an Epilepsie eakrankt. Danoch is a zwunga worn zua Armee z geh. Weng seina Krankheid is a oba anno 1859 wieda entlossn worn. Danoch hod a sofoat wieda z schreim ogfangt. Ea hod zwoa Zeidschriftn grindt (Wremja und Epocha), damid a seine oagna Osichtn duachsetzn hod kina. De easchde is vaboudn worn, de zwoate Pleite ganga.

Af da Flucht voa seine Glaibiga is a draff in Westeiropa umadumgroast. Ea is spuisichti worn und hod aa desweng laffend grousse finanzielle Probleme ghobt.[6] Duach sei zuanehmende Bekanntheid und sein Eafoig hod a owa de lezdn 10 Joar vo seim Lem in Woistand vabringa kina.

Da Dostojewski hod an Haffa Schriftsteja und Philosophn beeinflusst, beispuisweis in Ernest Hemingway, in Friedrich Nietzsche und in Jean-Paul Sartre.

  • « A Lem ohne Hoffnung is koa Lem. »
  • « I hob a Projekt: varuckd z wean. »
  • « De Scheenheid is a Rätsl. » (Aus: Dea Idiot)
  • « Hosd es kapiad? Hoid mi ned zrugg! Mei Zeid is keman, I muas steam. » (Seine lezdn Woate, 9. Feba 1881, zua seina Frau Anna. De hod eam miassan a Stej aus da Bibel voalesn, de wo ra zuafälli afgschlogn ghobd hod: Matthäus 3,14-15: "[…] Und da Jesus hod zum Johannes gsogd: Hoid mi ned zrugg.")
  • « Du oba soisd mi gean hom, wei I a Schwein bin; wei wen i koa Schwein warad, dadn mi soundso olle gean hom. » (Aus: Briaf)
  • « Fia de Deitschn gibds koa grässans Vabrechn, wia ohne Gejd z sein und ned pinktlich z zoin. » (Aus: Briaf an Polina Suslova)
  • « Es gibd koa Glick im Woistand. Easchd duachs Leidn wead Glick kafft. » (Aus: Raskolnikows Dogebuach)
  • « Gejd is prägde Freiheit. » (Aus: Afzoachnunga aus am Doudnhaus)
  • « Wens koan God gibd, nacha is ois dalabd. » (Aus: Briaf)
  • « Mid da Logik aloa konsd de Natua vo de Menschn ned besiegn. Wei, de Logik siacht drei Meglichkeitn, oba es gibd Milliona davo!. » (Aus: Raskolnikow)

Da Dostojewski in Literatua und Fuim

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Viele Romane, Spiel- und Fernsehfilme haben das Leben Dostojewskis zum Thema:

Roman

  •  Alja Rachmanowa: Das Leben eines großen Sünders. Ein Dostojewski-Roman. Benziger, Einsiedeln, Zürich 1947.
  •  Elfriede Hashagen: Der unsichtbare Himmel. Dostojewski in Sibirien. Eugen Salzer, Heilbronn 1951.
  •  Stanisław Mackiewicz: Der Spieler seines Lebens. Thomas, Zürich 1952.
  •  Erich Fabian: Im Sturm. Hinstorff, Rostock 1961.
  •  Eva Marianne Saemann: Der Leidenschaftliche. Dostojewskis Lebensroman. Bertelsmann, Gütersloh 1961.
  •  Stephen Coulter: Dostojewskij. Ein tragisches Leben. Diana, Konstanz, Stuttgart 1962.
  •  Erich Fabian: Der Doppelgänger. Ein Dostojewski-Roman. Hinstorff, Rostock 1964.
  •  Dora Bregowa: Verschwörung in St. Petersburg. Dostojewski-Roman 1821–1849. Verlag der Nation, Berlin 1967.
  •  Dora Bregowa: Der Weg der Verdammten. Dostojewski-Roman 1950–1959. Verlag der Nation, Berlin 1978.
  •  Hasso Laudon: Der ewige Ketzer. Ein Dostojewski-Roman. 2. Auflage. Der Morgen, 1982, ISBN 3-371-00160-1.
  •  J. M. Coetzee: Der Meister von Petersburg. S. Fischer, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-10-010809-4. Deitsch vo Wolfgang Krege (Originalausgabe: The Master of Petersburg, erstmals 1994)
  •  Leonid Zypkin: Ein Sommer in Baden-Baden. Berlin Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-8270-0488-8. Aus dem Russischen von Alfred Frank

Fuim

  • F. M. D. – Psychogramm eines Spielers (Feansääfuim), BRD 1971, Regie: Georg Tressler, mit Paul Albert Krumm
  • Un amore di Dostoevskij (meateiliga Feansääfuim), Italien 1978, Regie: Alessandro Cane
  • 26 Tage aus dem Leben Dostojewskis, UdSSR 1981, Regie: Alexander Sarchi
  • Une saison dans la vie de Fedor Dostoïevski (Fernsehfilm), Frankreich 1981, Regie: Guy Jorré, mit Marcel Bozzuffi
  • The Gambler, USA 1997, Regie: Károly Makk, mit Michael Gambon
  • Dug iz Baden - Badena (Feansääfuim), Serbien 2000, Regie: Slobodan Z. Jovanovic
  • I demoni di San Pietroburgo, Italien 2008, Regie: Giuliano Montaldo
  • Dostojewski (Feansää-Meateila), Russland 2010, Regie: Wladimir Chotinenko, mit Jewgeni Mironow

Schriftn vom Dostojewski

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  • (1846) Arme Leute (russisch: Бедные люди, wissenschaftliche Transliteration: Bednye ljudi)
  • (1849) Njetotschka Neswanowa (Неточка Незванова, Netočka Nezvanova; Fragment)
  • (1861) Erniedrigte und Beleidigte (Униженные и оскорбленные, Unižënnye i oskorblënnye)
  • (1866) Schuld und Sühne (Преступление и наказание, Prestuplenie i nakazanie)
  • (1867) Der Spieler (Игрок, Igrok)
  • (1869) Der Idiot (Идиот, Idiot)
  • (1872) Die Dämonen (Бесы, Besy)
  • (1875) Der Jüngling (Подросток, Podrostok)
  • (1880) Die Brüder Karamasow (Братья Карамазовы, Brat’ja Karamazovy)
  • (1846) Der Doppelgänger (Двойник, Dvojnik)
  • (1859) Onkelchens Traum (Дядюшкин сон, Djaduškin son)
  • (1859) Das Gut Stepantschikowo und seine Bewohner (Село Степанчиково и его обитатели, Selo Stepančikovo i ego obitateli)
  • (1847) Eine Novelle in neun Briefen (Роман в девяти письмах, Roman v devjati pis’mach)
  • (1847) Die Wirtin (Хозяйка, Chozjajka)
  • (1848) Das schwache Herz (Слабое сердце, Slaboje serdce)
  • (1848) Weihnachtsbaum und Hochzeit (Ёлка и свадьба, Ëlka i svad’ba)
  • (1848) Weiße Nächte (Белые ночи, Belye noči)
  • (1864) Aufzeichnungen aus dem Kellerloch (Записки из подполья, Zapiski iz podpolʹja)
  • (1870) Der ewige Gatte (Вечный муж, Večnyj muž)
  • (1876) Die Sanfte (Кроткая, Krotkaja)
  • (1846) Herr Prochartschin (Господин Прохарчин, Gospodin Procharčin)
  • (1848) Die fremde Frau und der Mann unter dem Bett (Чужая жена и муж под кроватью, Čužaja žena i muž pod krovat’ju)
  • (1848) Polsunkow (Ползунков, Polzunkov)
  • (1848) Der ehrliche Dieb (Честный вор, Čestnyj vor)
  • (1849) Ein kleiner Held (Маленький герой, Malen’kij geroj)
  • (1862) Aufzeichnungen aus einem Totenhaus (Записки из Мёртвого дома, Zapiski iz mërtvogo doma)
  • (1862) Eine dumme Geschichte (Скверный анекдот, Skvernyj anekdot)
  • (1865) Das Krokodil – Ein ungewöhnliches Ereignis (Крокодил, Krokodil; Fragment)
  • (1873) Bobok (Бобок)
  • (1877) Traum eines lächerlichen Menschen (Сон смешного человека, Son smešnogo čeloveka)

Essay-Sammlunga

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  • (1863) Winterliche Aufzeichnungen über sommerliche Eindrücke (Зимние заметки о летних впечатлениях, Zimnie zametki o letnich vpečatlenijach)
  • (1873–1881) Tagebuch eines Schriftstellers (Дневник писателя, Dnevnik pisatelja)
  • (1843) Eugénie Grandet (Honore de Balzac)
  • (1843) La dernière Aldini (George Sand)[7]
  • (1843) Mary Stuart (Friedrich Schiller)
  • (1843) Boris Godunov (Alexander Pushkin)

Russisch:

  •  Полное собрание сочинении в тридцати томах. Nauka, Leningrad 1972‒1990. „Akademie-Ausgabe“, 30 Bände

Deitsch:

  •  Sämtliche Romane und Erzählungen. 13 Bände. Aufbau, Berlin 1994, ISBN 978-3351023003.
  •  Sämtliche Werke. 10 Bände. Piper, München 2008, ISBN 978-3492252652. Deutsch von E. K. Rahsin
  •  Sämtliche Werke. 37 Bände auf einem USB-Stick inkl. Tagebücher. anker-eBooks, 2011, ISBN 978-3942963008. (digitale Ausgabe)

Literatua iban Dostojewski

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Enzyklopedien

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Fochzeidschriftn

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  •  Materialy i issledovanija. (MiI). seit 1974. „Offizielles Fachblatt“ der sowjetischen Dostojewski-Forschung
  •  The Dostoevsky Journal. An Independent Review. Charles Schlacks, Idyllwild, CA seit 2000, ISSN 1521-1975. Webseite
  • Dostoevsky Studies , |International Dostoevsky Society | Vol. 1 - 9, 1980 -1988 | University of Toronto
  •  Dostoevsky Studies - The Journal of the International Dostoevsky Society – New Series vol. 1-16. Attempto, Tübingen seit 1998, ISSN 1013-2309.
  •  Jahrbuch der Deutschen Dostojewskij-Gesellschaft. Otto Sagner, München, Berlin, Washington D.C. seit 1993, ISSN 1437-5265.

Religion und Philosophie

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  •  Nikolai Berdjajew: Die Weltanschauung Dostojewskis. C.H. Becksche, München 1924 (Originaltitel: Миросозерцание Достоевского).
  •  Maximilian Braun: Dostojewski. Das Gesamtwerk als Vielfalt und Einheit. Vandenhoek & Rupprecht, 1976.
  •  Eugen Drewermann: Daß auch der Allerniedrigste mein Bruder sei. Dostojewski – Dichter der Menschlichkeit. Walter Verlag, Zürich 1998.
  •  Fedor Stepun: Dostojewski. Weltschau und Weltanschauung. Carl Pfeffer Verlag, Heidelberg 1950.
  •  Frank Thiess: Dostojewski. Realismus am Rande der Transzendenz. Seewald Verlag, Stuttgart 1971.
  •  Wil van den Bercken: Christian Fiction and Religious Realism in the Novels of Dostoevsky. Anthem Press, 2011, ISBN 978-0-85728-976-6.
  •  Steven Cassedy: Dostoevsky’s Religion. Stanford University Press, 2005, ISBN 978-0-8047-5137-7.
  •  George Pattison, Diane Oenning Thompson (Hrsg.): Dostoevsky and the Christian Tradition. Cambridge University Press, 2001, ISBN 978-0-521-78278-4.
  •  James Patrick Scanlan: Dostoevsky the Thinker. Cornell University Press, 2002, ISBN 978-0-8014-7670-9.
  •  Rowan Williams: Dostoevsky, Language, Faith and Fiction. Baylor University Press, 2008, ISBN 9781847064257.

Literatuawissenschoftliche Aspekte

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  •  Michail Bachtin: Probleme der Poetik Dostojewskis. Ullstein, 1988, ISBN 3-548-35228-6., erstmals 1929
  •  Horst-Jürgen Gerigk: Dostojewskijs Entwicklung als Schriftsteller. Fischer, 2013.
  •  Rudolf Neuhäuser: Fjodor M. Dostojewskij. Leben - Werk - Wirkung. 15 Essays. Böhlau, Wien 2013, ISBN 978-3-205-78925-3.
  •  Malcolm V. Jones, Garth M. Terry: New essays on Dostoyevsky. Cambridge University Press, 2010.
  •  Rudolf Neuhäuser: F. M. Dostojevskij: Die großen Romane und Erzählungen. Interpretationen und Analysen. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 1993, ISBN 3-205-98112-X.

Rezeption und Wirkung

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  •  Olga Caspers: Ein Schriftsteller im Dienst der Ideologie. Zur Dostoevskij-Rezeption in der Sowjetunion. Otto Sagner, München, Berlin, Washington D.C. 2012, ISBN 978-3-86688-159-4.
  •  Horst-Jürgen Gerigk: Dostojewskij, der vertrackte Russe. Die Geschichte seiner Wirkung im deutschen Sprachraum. Attempto, Tübingen 2000.
  •  Dostojevskij und die Literatur. Vorträge zum 100. Todesjahr des Dichters auf der 3. internationalen Tagung des "Slavenkomittees" in München. Böhlau, Köln Wien 1983, ISBN 3-412-10882-0, S. 505.

Schriftn

  1.  Geir Kjetsaa: Dostojewskij: Sträfling – Spieler – Dichterfürst. VMA, Wiesbaden 1992, ISBN 978-3-928127-02-8. Vorwort
  2.  Kenneth A. Lantz: The Dostoevsky Encyclopedia. Greenwood Press, Westport, Connecticut 2004, ISBN 0-313-30384-3, S. xviii.
  3.  Donald W. Treadgold: The West in Russia and China. Religious and Secular Thought in Modern Times. Volume 1: Russia 1472–1917. Cambridge University Press, London, New York 1973, ISBN 0-521-08552-7, S. 203. (eingeschränkte Online-Version in da Google Buachsuach);  Konstantin Mochulsky: Dostoevsky. His Life and Work. Princeton University Press, 1967, ISBN 0-691-06027-4, S. 10 f..
  4.  Joseph Frank: Dostoevsky. The Seeds of Revolt, 1821–1849. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 1976, ISBN 0-691-06260-9, S. 127.;  Kenneth A. Lantz: The Dostoevsky Encyclopedia. Greenwood Press, Westport, Connecticut 2004, ISBN 0-313-30384-3, S. 1.
  5. Dostoyevsky, Aimée (1922). "The Petrashevsky Conspiracy." In Fyodor Dostoyevsky: A Study, Yale University Press, pp. 52–61.
  6.  Andreas Guski: "Geld ist geprägte Freiheit". Paradoxien des Geldes bei Dostoevskij. In: Dostoevsky Studies, Vol. 16. Narr, Tübingen 2012, 2309 ISSN 1013 2309, S. 7–57.  Christian Kühn: Dostojewskij und das Geld. In: Deutsche Dostojewskij-Gesellschaft Band 11. Clasen, Flensburg 2004, ISSN 1437-51532-4, S. 111–138.
  7.  Joseph Frank: Dostoevsky. A Writer in His Time. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2010, ISBN 978-0-691-12819-1, S. 71.