Hendiadyoin

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Mid aan Hendiadyoin [ˌhɛnˌdiaˌdy'ɔʏn] (griachisch ἓν διὰ δυοῖν hen dia dyoin „eins durch zwei“, söötana aa Hendiadys) maant ma in da Rhetorik und Linguistik a Stüüfigua, bei dea ma an kompliziataran Begriff mid zwaa Ausdrick bezeichnet, vo denan meist aana iwahaupt ned gebreichlich is.[1] Sowos gibts a mid drei Wörta, daunn haaßt des Hendiatris. Des geht so weida, bei viere waas daun Hendiatetris oda Hendiatetrakis („-tris“ is griechisch wos mid „drei“, und „-tetra-“ wos mid „viere“).

Genauare Bschreibung[VE | Weakln]

A so a Hendiadyoin is meist a fixa Ausdruck (oda Phrasn). Wia scho gsogt, is oft aa Wuat davo total ungebräuchlich: klipp und klar (ka Sau sogt mea „klipp“ zu wos). Bei aana Tautologie is des aundas, do steht jeds vo de Weata scho fian gaunzn Begriff, de Kombinaziaun is nuameah zum Vasteakn (voll und ganz). Bei an Hendiadyoin gem eascht olle Täu midanaunda den Sinn, den wos ma maant („Hab und Gut“ fia „Bsitz“).

Hendiadyoine gibts in a poa Oatn:

  • ois Vabindung von zwaa Weatan, de eignlich es Gleiche san: „Grund und Boden“, „nie und nimmer“;
  • ois Vabindung von zwaa Weatan, de wos zwoa ähnlich san, owa midanaunda an neichn Begriff diastöön: („Feuer und Flamme“)
  • ois Vabindung von zwaa Hauptweata, de zsaumman an aanzichn Gegnstaund bzeichnan: („Haus und Hof“)
    • s kaunn owa aans in aundan untagordnet sei („von Tellern und Silber essen“ anstodd „von Silbertellern essen“).

Oft san soichane Hendiadyoine Alliterationan, des haaßt, de Weata faungan min gleichn Buchstom au.

Beispüü[VE | Weakln]

  • ab und zu („manchmal“)
  • alt und krank („altersschwach“)
  • in Amt und Würden („amtierend“)
  • angst und bange („angstdurchtrieben“)
  • dies und das („Verschiedenes“)
  • kreuz und quer („durcheinander“)
  • Lust und Laune („nach Belieben“)

Zum untascheidn vo de Tautologien:

  • einzig und allein
  • Gelaufe und Gerenne
  • Hilfe und Beistand
  • nie und nimmer
  • Ort und Stelle
  • voll und ganz

„Hendiatris“[VE | Weakln]

Gibts aa, hamma gsogt. Bei uns sogt ma owa eha Drillingsformel dazua.

  • Wein, Weib und Gesang
  • heimlich, still und leise
  • Jubel, Trubel, Heiterkeit
  • Pleiten, Pech und Pannen
  • Friede, Freude, Eierkuchen
  • Nepper, Schlepper, Bauernfänger

„Hendiatetris“, „Hendiatetrakis“[VE | Weakln]

Des is des Sööbe mit viare, is owa recht söötn.

  • Frisch, fromm, fröhlich, frei .

Schau aa[VE | Weakln]

Im Netz[VE | Weakln]

Beleg[VE | Weakln]

  1. Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. Kröner Verlag, Stuttgart 2002, S. 275, ISBN 3-520-45203-0