Nutza:Giftzwergin

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Über mich[Weakln | Am Quelltext weakln]

Hinter Giftzwergin verbirgt sich eine in München wohnhafte, überzeugte Dialektsprecherin. Eigentlich kommt sie aus der oberbayerischen, tiefkatholischen Provinz, was man ihr sofort anhört, wenn sie den Mund aufmacht. Schon früh lernte sie, dass der Mensch anders schreibt als er spricht - eine Lehre, die sie schon in der ersten Klasse aus ihren ersten Schreibversuchen zog. Ihren Dialekt betrachtet Giftzwergin daher als Privileg: Sie kann klar unterscheiden zwischen für die Ohren und für die Augen bestimmte Sprache. Dialekt für die Ohren und fürs Herz, Hochdeutsch für die Augen und für das Gehirn.

Wikipedia gehört daher in ihren Augen ins Reich des Hochdeutschen, weswegen sie das Projekt "bairische Wikipedia" ablehnt. Giftzwergin hat sich die Abschaffung dieser Sprachverirrung und -vergewaltigung zur Aufgabe gemacht. Auf verschiedenen Diskussionsseiten leistet sie Überzeugungsarbeit, um die Beteiligten zur Einsicht zu bringen und das Projekt freiwillig aufzugeben oder zumindest die übelsten Verirrungen zu löschen.


Über die Sprache an sich[Weakln | Am Quelltext weakln]

Leider hat mancher Hochdeutschsprecher bis ins Erwachsenenalter nicht gelernt, die schriftliche und die mündliche Sprache in Vokabular, Stil, Sprachebene und Satzbau voneinander abzugrenzen. Wer immer meint, er schreibe genauso wie er spricht, der muss noch viel lernen. Das betrifft genauso die Menschen, die allzusehr "nach der Schrift reden", wie diejenigen, die den bairischen Dialekt verschriftlichen. Wobei es nicht einmal den bairischen Dialekt gibt, sondern sogar jeder einzelne anders spricht. In ihrem Heimatdorf hat Giftzwergin drei verschiedene Aussprachevarianten des Wortes "Brot" gehört. Bairisch ist individuell, nicht objektivierbar, nicht in Schrift zu pressen - kurz gesagt: pure Anarchie!


Ein persönliches Schlüsselerlebnis[Weakln | Am Quelltext weakln]

Einst diskutierte ich in einem Französischkurs mit den deutschen Teilnehmern über Dialekte und outete mich - auf französisch - als starke und überzeugte Dialektsprecherin, die die ersten zwanzig Jahre ihres Lebens nicht hochdeutsch sprechen konnte und auch nicht wollte oder musste. Mit großen Augen sahen mich die übrigen Teilnehmer an und fragten ungläubig, wie ich mit so schauderhaften Deutsch-Aufsätzen meine Schulkarriere gemeistert haben könne.
- Und daran hakt es. Meine Deutschaufsätze waren nämlich gut. Hochdeutsch schreiben konnte ich immer. Wozu sprechen, wenn mich jeder verstand? Hochdeutsch sprechen ist ein Hilfskonstrukt, das anzubringen ist, wenn es eine conditio-sine-qua-non für Verständigung mit anderen Menschen ist. Als solches habe ich es sukzessive auch gelernt.
In dieser Geschichte stecken meiner Ansicht nach die zwei Grundprobleme im Verhältnis des Dialektes zum Hochdeutschen:

  1. Der Dialektsprecher muss sich unbedingt auf Hochdeutsch schriftlich adäquat ausdrücken können, um sich in unserer Gesellschaft verständlich zu machen und derartigen Vorurteilen keinen Vorschub zu leisten.
  2. Der Dialektlose wiederum, der Nach-der-Schrift-Redende, darf sich nicht als dem Dialektsprecher überlegene Spezies begreifen. Vom Dialekt besteht keine Querverbindung zur Intelligenz oder zur Ausdrucksfähigkeit. Eher noch ist der Dialektlose der Benachteiligte, weil ihm gewisse Feinheiten in der Sprache und Ausdrucksfähigkeit fehlen.

Zu alledem gehört unabdingbar eine klare Abgrenzung und Trennung von Dialekt und hochdeutscher Schriftsprache. Beide haben ihren individuellen Wert und ihre speziellen Aufgaben. Ich prüfe beim Sprechen und Schreiben stets genau den Sinn und Zweck und passe meine Sprache genau den Bedürfnissen an. So kann mich jeder verstehen, der deutsch spricht. Und ich kann mich mit meiner Sprache stets identifizieren, also meiner Identität Ausdruck verleihen.