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Nutza:RobTorgel/Weanarisch

Aus Wikipedia

"nʊts͡ ts͡ nɪks ʃɔts͡ nɪks" "Nutzt's nix, schåd's nix"

Waun ma wem direkt aured, vawend ma oft eha den Titel ois den Nauman. ("Wia gez ihnan, Hea Dokta ?")

Griassn tuat ma in Östareich mid "Grüß Gott", wiar in Bayan. In Wean obaraa "Guten Tag", des is oba eha wos Neichs. Privat sogt ma "Servas" oda "Griaß di". "Servas" is obar a a Obschiedsgruass. Ois Obschied geht obaraa "Pfiat di". Oigemein und formöö warad "Auf Wiederschaun".

  • Christine Lindengrün, 2001, Wortbildung im Wiener Dialekt, München, GRIN Verlag GmbH, seminararbeit univie
  • Wolfgang Teuschl:Da Jesus & seine Hawara, Residenz Verlag, Neuauflage 2009 ISBN 978 3-7017-1523-7
  •  Peter Wehle: Sprechen Sie Wienerisch?. Ueberreuter, Wien 2012, ISBN 978-3-8000-7544-7, S. 40.
  •  Robert Sedlaczek: Wörterbuch des Wienerischen. Haymon Taschenbuchverlag, Innsbruck-Wien 2011, ISBN 978-3-85218-891-1, S. 23.
  • Max Mayr: Das Wienerische. Art und Redensart, Amalthea Verlag, Wien 1989, ISBN 3-850021211 (Erste Auflage 1923)
  • Mauriz Schuster, Hans Schikola: Das alte Wienerisch, Deuticke Verlag, Wien 1996, ISBN 3-216-30210-5
  • Roland Girtler:Rotwelsch. Die alte Sprache der Gauner, Dirnen und Vagabunden Böhlau Wien-Köln-Weimar, 1998, ISBN 3-205-98902-3
  • Jan-Hedrik Leerkamp:Die österreichische Varietät der deutschen Sprache LINSE (Linguistik-Server Essen) 2003
  • Muhr, Rudolf / Schrodt, Richard / Wiesinger, Peter (Hrsg.) (1995): Österreichisches Deutsch. Linguistische, sozialpsychologische und sprachpolitische Aspekte einer nationalen Variante des Deutschen. Wien: Hölder-Pichler-Tempsky, S.208-234
  • Hans Schikola: Schriftdeutsch und Wienerisch, Österreichischer Bundesverlag, Wien 1954, Verlagsnummer 7132-5 S. 18
  • Julius Jakob: Wörterbuch des Wiener Dialektes, Gerlach & Wiedling Verlag, Wien 1929
S.3, 4

Individuell sehr unterschiedliche Aussprachen, Vermischungen Volkssprache, Schriftdeutsch. Verschiedene Verwendung der Begriffe.

S.6
Bestimmte Artikel
  • der oder da (m), d (w) und s (n)
    • da Våta, d muada, s Kind
  • Dativ n oder in (m), der oder da (w), n' oder in (n)
    • in Våtan, da muada, in Kind
  • Akkusativ n' oder in (m), d (w), s (n) Mz. d
    • in Våtan, d muada, s Kind
Unbestimmte Artikel
  • a (m,w,n)
  • Dativ a oder an (m), aner oder ana (w), n' oder in (n)
  • Akkusativ a (m), a (w), a

Chronologie Litaratua

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  • 1800 Mundart der Österreicher
  • 1825 Hormayer Wiener Idiotikon
  • 1847 C.Loritze Idioticon Viennense
  • 1873 F.S.Hügel Der Wiener Dialekt. Lexikon der Wiener Volkssprache
  • 1890 Leopold Stieböck Darstellung des Wiener Dialektes
  • 1905 Eduard Maria Schranke Wiener Dialekt-Lexikon
  • 1929 Julius Jakob Wörterbuch des Wiener Dialekts (Nachdruck 1980)
  • 1951 Mauriz Schuster Alt-Wienerisch (Neuauflage 1984)
  • nnnn Peter Wehle Die Wiener Gaunersprache (Neuauflage 1997)
  • 1980 Peter Wehle Sprechen Sie Wienerisch ? (Neuauflage 1981/2012)
  • 1990 Wolfgang Teuschl Wiener Dialektlexikon
  • 1996 Mauriz Schuster/Hans Schikola Das alte Wienerisch
  • 1998 Maria Hornung:Wörterbuch der wiener Mundart ÖBV Pädagogischer Verlag, 1.Auflage 1998, ISBN 3-215-07347-1
  • 2011 Robert Sedlaczek Wörterbuch des Wienerischen

Wuatbüüdung

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  •  Mauriz Schuster, Hans Schikola: Das alte Wienerisch. Deuticke Verlag, Wien 1996, ISBN 3-216-30210-5, S. 314 ff.

De Oleitungssüübn „-er“ (gsprochn -a) wiad gern zua Büüdung vo Hauptwerta vewendt, de aan Vuagaung oda aa Haundlung bezeichnan, so wia Juchadsa („Jauchzer“), Mucksa („Muckser“) oder Schenira („Genierer“).

In Wean heat ma nuamea söötn de Endung „-in“ fia Personannauman, waun damit de Frau bezeichnet wiad, wia z.B. Huaberin fia de Frau „Huber“.

Fia Werta mit eha obföllign Neemsinn wiad oft, oba ned imma, de Nochsüübn „-ling“ vawendt: Hundling („Hund“ ois Schimpfwuat). Aa de Nochsüübn „-ian“ wiad vawendt, so wia Bledian („Blödian“)

Es gibt aa slawische Endungan, wia „-ak“ oder „-its“. Beispüü: Feschak fia aan feschn Maaun, Taschlowits fia aan Taschlziaga.

Verklaanate Verben, wie fuzln, kraxsln, schnapsln, wuzln, bekln, wüdln, fischln.

Schuster/Schikola wundan si, dass es sovüü Fremdwerta mid aan lateinischen Uasprung bis in de untastn sozialen Schichten gschofft haum. Ra („rar“), bua („pur“), schplendid („splendid“), kwasi („quasi“), draktian („traktieren“), dentian („dentieren“). Wia mar a in dn Stickln vom Nestroy und vom Raimund erkennan kau, woas a Zeitlaung Mode, Werter ausn Französischen zum vawenden, wovon si a poa bis heit dahoitn haum. Bassena („bassin“), Lawua („lavoir“), Bagasch („bagage“), Karnäulie („canaille“).

S.329ff

Waun aun a Verb des Firwuat „mir“ aughängt wiad, daun sois aan Bezug zum Sprecha ausdruckn. Waun de Muada zum Kind sogt: Foi ma ned hi („Falle mir nicht hin“), sogz damit, doss se aa betroffn waa, wauns ian Gschroppn auf de Pfeifn hauat.

Aa des „sich“ wiad aan Verb aughängt, si spüln („sich spielen“), si ärgan („sich ärgern“).

Bei Vabindungan vo Haupt- und Eigenschoftswerta wiad oft des Hauptwuat afoch wegga glossn: di Elektrische für „Straßenbahn“), dea Gache für „Jähzorn“.

Zum Steigan vo maunche Eignschoftn wiad gern aa „mords-“ (murz-) vurgstööt, wia bei Muazkerl, Muazrausch, Muazgschra („Mordsgeschrei“). S.315

Eignschoftswerta werdn meist mit Umstaundswertan gsteigat: hibsch schwà, ewich schod, bumfoi, hunzmiad, bozwaach, kaasweiss, graumpnsaua. S.330

Aa Vualiab gibz aa fia Aliteratiaunen wia Gschisti-Gschasti („Unsinn“) Wigl-Wogl („unentschieden“) krixi-kraxi („ungelenkes schreiben“)

S.332ff

Zsammngsetzte Uatsnaumen, de wos mid „-au“, „-brunn“, „-eck“, „-feld“, „-haus“, „-hilf“, „-kirchen“, „-kreuz“, „-see“, „-stätten“, „-zell“ wean im Gegnsotz zum Standarddeitschn auf dera Endung bedaunt. (Ausnahmen wia z.B. „Wörthersee“ stamman ned aus da weana Mundart).

Bei Endungan wia „-bach“, „-berg“, „-dorf“, „-grund“, „-stadt“ wird der erste Wuattäu bedount. Ned so kloa isses bei Naumen mit „-burg“, „-stein“, ma sogt zwoa „Hainburg“,obar a „Kalksburg“. Schuster/Schikola fian des auf Widersprüch mit aundan österreichischn Dialektn zruck, de a Unsichaheit eazeugn.

Entgegn dera Regel werdn Petroleum, Linoleum und prosit auf da letztn Süübn bedaunt.

S 240 ei mid an m oda n

Des güüt bei mhd. laungan "i", des wos zuaran "ei" gwuan is; vur an "m" oda "n" wiaz stoak nasaliat, am Wuatend wiad an "n" oba komplett gschlickt. (Wein -> Wei)

S 241 ei bleibt

Fleisch, Geist, Kaiser, etc.

  •  Max Mayr: Das Wienerische. Art und Redensart. Amalthea Verlag, Wien 1980, ISBN 3-85002-121-1, S. 23 ff.

Nochn Max Mayr is es aa Eignschoft vom Weanarischn, bsundas büüdlich geoatet zum sei, ned nua wegn de büüdlichn Ausdrick, sundan aa duach de Klaugfoab vo de vawendtn Begriff. bumpern, bempern, prackn, kleschn, hatschn. Aa aundare Werta klingan bezeichnend, aa wauns streng gnumman ned onomatopoetisch san, Eignschoftswerta wia bamstig, mollert, gralawatschad, letschad und Hauptwerta wia Schlampadatsch, Gramuri oder Wampn. Emso soi jeda „echt weanarische“ Ausdruck aa immer aa eaheitande Komponentn beinhoiten. Da Schädl wiad ois Boffesenkammerl, de Glatzn ois Bauplåtz und aa Floh wia ois Hemadhusar bezeicnet. Wossa güüt ois Stanglbrunner, zum weiblichn Busn sogt ma Gspàsslaberln.

Eignschoftswerta tretn fost nie aanzln auf, in Wean sogt ma ned aafoch „naß“ oder „trocken“, sundan waschlnåss und knochentrockn. Emso brennhàss, saukålt, picksiass, krampnsauer, zãundia, wuzerlfett, grundgscheit, saubled, hautschlecht, blunzndumm oda pumperlgsund.

Max Mayr dazööt, doss da Weana gegniwa dem Standarddeitschn Änderungan von da Wuatstöllung voanimmt, damit a fia eam augenehmara Sprachrhythmus aussekummt. Bei dem Sotz „das ist eine sehr schöne Frau“ foign bei aana korrektn Betonung mit „sehr“ und „schön“ zwaa Hebungan aufanaunda. Des paast dem Weana ned, oisa sogt da des is a sehr a schene Frau.

Aa Hiatus wiad meis ibabruckt, indem ma Zwischenlauten eifügt: Seit ana Stund steh-r-i då. Da oba allaastehende Sööbstlaute aa fia gaunze Werter stehn kennan, wiad da Hiatus durtn obsichtlich in Ruah lossn: i foa e à å („Ich fahre ohnehin auch ab“).

Seite 36

aun sich tuat jo a Diminutiv de Vadunglung aufhem; Tuats obara ned, wauns um a Person geht. („Tschoppal“)

Seite 60

Des „o“ vua aan „r“ wiad zu aan „u“. Oissa „Duaf“ (Dorf), „wuan“ (geworden).

Seite 80

Ausn „ie“ und „üe“ vua an „m“ oda „n“ wiad a „ea“. Oissa „neamd“ (niemand), „Ream“ (Riemen). Dabei is des „n“ deutlich zum hean: „Wean“ (Wien), „grean“ (grün).

Seite 81

Daher sogt ma „Heanaaugn“ (Hühneraugen). Oba: Zu wiaklichn Hühnern sogt ma oba „Hendln“.

Seite 87

Aus da Endsüüm „-ben“ vaschwind jo des „e“. Des „-bn“ foit daunn zamm auf a „m“. Ossa „gem“ (geben) „schreim“ (schreiben)

Waunn noch aan Verb, des wos mid „b“ aufheat, a „ihn“ kummt, foiz weg, des „m“ davua wiad owa a Äuschpal länga gsprochn: Aus „gib ihn her“ wiad „gim hea“.

Des güüt oba wiakli nua bei „ihn“. Kummat daunn a „ihm“, muasses gsprochn wean „gib eam a Watschn“ (Gib ihm eine Ohrfeige).

Seite 139

Bei männlich und sächlich untascheid da Weana den 3. und 4. Foi ned: Ois end auf „n“. Ma sogt ned: „dem Greisler, meinem Roß, bei dem goldenen Hirschen, vom Hausmeister“ sundan „in Greißler geht’s schlecht, mein’ Roos gengan d’ Hoa aus,..“.

Seite 140

„eahm“ fia „ihm“. Es gibz ka „eahn“, und dritta oda viata Foi is wuascht. Es wiad auf kaan Foi fia a Soch vawendt, nua fia Leit.

Seite 169

„st-“ und „sp-“. Im Anlaut imma „scht-“ und „schp-“, wia im Standarddeitsch. Innahoib vom Wuat aa, oba ned, waun a Süüm mit „s“ aufheat und de Nechste mit „p“ aufaungt. Bei „st“ gibz Untaschiede. Aundas ois im Tirolarisch bleibz da a „st“, aussa bei a boa Fremdwerta. Wiada aundas beim „rst“, do wiaz imma a „rscht“ (eascht), waun ned wida des „r“ und des „st“ vaschidane Süüm san (Dunnastog).

Desööbe is beim „x“: mid an „t“ bleibz (Extrawuascht), bei an „p“ wiaz „sch“ (ekschplizian)

Seite 170

Bei Uaznauman entfoid de Regl mit de Süüm: Oissa „Augschbuag“, „Purkaschduaf“ (Augsburg, Purkersdorf).