Wessobrunner Schöpfungsgedicht

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Der Artikl is im Dialekt Hausrukfiatlarisch gschrim worn.
Dopisaitn ausn Manuskript Hs. clm 22053, III, 65v und 66r

S Wessobruna Schöpfungsgedicht, mãnchmåi a Wessobruna Gebed (engl. Wessobrunn Prayer) gnend, is õana fu de ödasn Dext aus åid-hochdaidscha Ziad, dea ungefea um s Joa 790 im owaboarischn Glosda Wessobrun gschrim woan is und õane fu de ödastn Gwön fia d åid-boarische Schbråch is. Da Dext Ãfãng fu dem Manuskript is åwa in Åid-Segsisch, bzw. auf Åid-Englisch gschrim. Déswéng is dés a a wichdigs Dokument fia englische Schbråchfoascha.

Hintagrund[VE | Weakln]

S Gedicht is nåchn Wessobruna Glosda im boarischn Pfåfnwünki benãnt, wo dé õanzige eahåidane Åbschrift fia Joahundat im Archif gléng is. Haid is dés åid-boarische Dokument in da Schdådsbibliodek in Minga (Signatur: Clm 22053, III, ff 65b/66a). Auf n Bladl mid da Numa 65v/66r is zwischn de latainischn Dext dés åid-boarische Gedicht dazwischn.

De Hãndschrift wiad ungefea ums Joa 790 oda a weng schbeda datiad. Dé õanzige fablime Åbschrift schdãmd åwa ausn da Zaid um s Joa 814. Da Dichda fu de Feas is unbekãnt, åwa duachn inhåitlichn Kondext und a boa linguisdische Aignhaidn (schau untn), is zimil woaschainli, das dés gãnze nåch am Anglo-Segsischn Foabud gschrim woan is, fian Zwek fum Missionian fu dé dåmåis dailwais nu haidnischn Laid in Baiern.

Wo dés Manuskript genau gschrim woan is, woas ma ned. In Wessobrun söwa woaschainli eha weniga, eha nu in Augschbuag oda Réngschbuag. Õa södsãme Bsondahaid fum Wessobruna Schöpfungsgedicht is, dass zum latainischn Alfabet dazua de geamanische Schdean-Rune ois Simbol fia de Silbn "ga-" fawent, wås sunst neta in õam ãndan Dokument, a aus Bayern, so fia kimd. Dé Refarenzhãndschrift ligt haid in da British Library in London (Arundel MS. 393).

Inhåit[VE | Weakln]

S Gedicht is in zwoa Daile daild: da easchde is in 9 Zailn a Lobpraisung auf d Schöpfung in graimta Veasfoam. Da zwoate Dail is dés Gebed söwa, in Prosa. De zwoa midanãnd han a Gebed wos iwa d Waishaid und d Gråft ged, fia ma Sindn famaidn kã.

Dé zwoa-dailige Schdrukdua earinat an geamanische Zaubaschrichal, so wia zum Baischbü bai de in Åid-Owafrenkisch schriman Mersebuaga Zaubaschbrich. Zeaschd wiad aufzöd, dass Hümmi und Eadn, Bam und Beag, Son und Mond und s Mea ned gém håd und easchd duachn Heagod ois gschåfn woan is. A boa Aspekt fu dem Gedicht earinan an de Schbråch fu de mündlich waidagéman Geamanischn Épn, zum Baischbü das Åbschdãmungs- und Âilaitungsfoamin fawent wean, wia ma s aus da Anglo-Segsische und Åid-Segsische Dradizion kent (manno miltisto, dat gafregin ih).

S Konzept fu da Schöpfung fu da Wöd aus nix (creatio ex nihilo), is åwa komplet nåch grisdlichn Glaum. Es wiad schbekuliad, das de easchdn 5 Zailn fria amåi Dail fu ana geamanischn Schöpfungsgschicht woan, dea iwanuma woan is.

Ma woas åwa das zu deara Zaid, wia dés Wessobruna Schöpfungsgedicht gschrim woan is, angl-segsische Mönch, wia da hailige Korbinian und saine Midbriada, in Boarn woan und då missioniad hãm. Dés basst oiso mid deara Famischung fu deara angl-segsische Aingãngsfoami und dém åid-boarischn Gebed dés foigt zãm.

Da Dext[VE | Weakln]

Oaginal Dext haidigs Boarisch

De Poeta
Dat gafregin ih mit firahim firiuuizzo meista
Dat ero ni uuas noh ufhimil
noh paum noh pereg ni uuas
ni <sterro> nohheinig noh sunna ni scein
noh mano ni liuhta noh der mareo seo
Do dar niuuiht ni uuas enteo ni uuenteo
enti do uuas der eino almahtico cot
manno miltisto enti dar uuarun auh manake mit inan
cootlihhe geista enti cot heilac

Cot almahtico, du himil enti erda gauorahtos enti du mannun so manac coot forgapi forgip mir in dina ganada rehta galaupa enti cotan uuilleon uuistom enti spahida enti craft tiuflun za uuidarstantanne enti arc za piuuisanne enti dinan uuilleon za gaurchanne

Iwan Schöpfa (dea Dail is Latain/Grichisch)
Dés håb I unta de Menschn ois gresds Wunda dalébt,
Das d Eadn néd woa nu da Hümmi
néd a Bam nu a Beag néd woa
nu a <Schdean> iwahaupt, nu håd d Son néd gschaind
a da Mond håd néd glaicht, nu da glenzade Se (Meer)
Wia då nix ned woa, End ned Ãfãng
und doch woa da õane Oimachtige God
fu ole Wésn dés gresde in Milde und es woan a fü mid eam
götliche Gaisda und da hailige Got

God oimachtiga, du in Hümmi und d Ead håst gmåcht und so d Menschn so fü guads fagém håst, gib mia in daina Gnåd in rechtn Glaub und an guadn Wün, Waishaid und Gschaidhaid und Gråft in Daifi zan widaschdê und Oags zan famaidn und dain Wün zan gehoachn.

Ãnmeakungen[VE | Weakln]

  • D Schrift fum latainischn Titl is in Unzial-Schrift, da Hauptdext in da karolingischn Minuskl
  • S Prefix ga- wiad mid ana Rune gschrim und dés Woat "enti" (und) duachs latainische et-Simbol.
  • In da Zailn 4 ghead fum Kontext hea woaschainli nu dés Woat "sterro" (Schdean), im Bezug auf Son und Mond und ...
  • S Woat "scein" (gschaind) is im Manuskript "stein" gschrim, kintad oiso a Schraibfela sâi.
  • In da Zailn 9 föd filaicht nu a Veab am End.

Wås a nu intresant is[VE | Weakln]

Da Carl Orff håd dén Dext in sâina Schulwerk-Serie fadondt (1950-54). S Wessobruna Schöpfungsgedicht is a fu de daidschn Band "Estampie" auf eanara CD Fin Amor (2002) faoawat woan und fu "In Extremo" auf eanara "Mein rasend Herz" CD (2005).

Schau a unta[VE | Weakln]

Gwön[VE | Weakln]

Wikisource
Boarischa Text: Wessobrunner Gebet – gmoafreie Originaltext