De Beanmüü

Aus Wikipedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wohnhaus „Zur Beanmüü“, baut 1937–38
links am Büüdl is de Opangossn, rechts de Wienzäun

De Beanmüü (dt.Bärenmühle) haasst heit a Wohnhaus auf da rechtn Wienzäun Nummero 1 in Wean, des wos aun dea Stöö steht, wo fria a Müü gstaundn is. Im Joa 1705 hod a gwissa Georg Straub dem Müllamaastaa Georg Mackh a Haus okauft und a neiche Müü baut, de unta dem Nauman „Bärenmühle“ aane von de bekaunntastn Müün von Wean gwuan is. Am Aufaung vom 18.Joahundat is daun de Sogn mid dem Beab entstaundn. Es is zwoa a Totsoch, doss si damois wirklich no Bean bis is Weichbüüd vo da Stod vaiarrt haum. Aan so an Vuafoi, dea si 1715 in Hittlduaf ogspüüt hod, kaun ma aa nochweisn. Oba da Nauman „Bärenmühle“ geht in Wiaklichkeit auf a Wiazhaus danem zruck, des wos „Zum schwarzen Bären“ ghaassn hod. Is natialich de Frage, warum haasst daun des aso, do gibz oba kaane Quöön fia nix.

De Müü woa bis 1856 in Betrieb, daun is da Müüboch zuagschitt wuan (haast jetzan Mühlgasse).

De Gschicht[VE | Weakln]

Relief Kaumpf min Bean

Vua launga Zeit woan Nikolsduaf, Matzleinsduaf, und Reinprechtsduaf[1] no sööbständig, mid aan eiganan Buagamaasta und aan eiganan Aumzsíegl. Wea von aan Duaf ins andare woin hod, is da Weg iwa Wiesn und Weigeatn gaungan. Waun aana sei Möö in da Müü hod moin woin lossn, hoda bis zum Müüboch obe geh miassn und daun no duach an Woid durche.[2] Im Summa woa des jo kaa Gschicht, bei Wean duach de Wööda zum geh. Im Winta kunnz oba aa vuakumman, doss Wööf und Bean aus da Umgebung do woan und Ausflüg in de Stod untanumman haum. Do hod ma daun aufpassn miassn, doss aan kaana dawuscht.

Aamoi im Winta is da Mülla Johann Wachtel, da Bsitza vo da Häuligngeistmüü, spät am Omd haamkumman. Grod woit a in de Müü einegeh, do heataraa wüüde Brüllarei, und scho wiada von so aana Bestie pockt und aufd Ead prackt. Da Mülla woa jo ned grod a Zniachntl und ea hod si aa vasuacht zum weahn. Oba da Bea woa kloaraweis no steaka und ea hod sei Opfa so fest obedruckt, doss eam de Baana krocht haum. Do isn Mülla nix iwablim, ois wia mid olla Kraft um Hüüfe zum schrein.

Des hod sei Knecht gheat, da Andreas, dea wos im easchtn Stogg von da Müü sei Kaumma ghobt hod. Da Andreas woa da steakste Buasch am Grund, mid dem si kaana an Wickl aufaungan hod traut. Dea schaut oisa beim Fensta ausse und siacht sein Hean mid dem zoddign Viech raffn. Ohne aa nua iagndwos zum iwalegn, hupfta bei Fensta ausse und schoffz, dossa genau auf dem Bean sein Buggl laund. Gschrian hodaraa: „So is recht ! Woat, du Undaam, waunst raffn wüüst, kummst ma grod zrecht !“.

Ea schlingt seine Oam uman Hois vom Bean und draht eam de Gas o. Dea losst den Mülla los und wüü si von dem Knecht auf sein Buggl befrein. Oba dea losst ned noch und wiagt eam weida wia mid eisane Klaumman. Dawäu is da Mülla aufghabt und hod olle Nochban zsammgfaungt. Mit Prigln, Dreschflegln und Mistgoben sans des Viech augaungan. Jetzan hupft da Andreas von dem Bean obe, schnappt so an Dreschflegl und gibt eam a Volle iwas Happl, doss eams Hean und Segn vagaungan is. Jetz woas leicht, des Viech entgüütig zum haamdraan, noch a boa Minutn woara hi.

Da Mülla woa grettet. Ea geht zum Andreas, gibt eam de Haund und sogt: „Du bist a gstaundana Mau ! Sog, wos wüüst, und i gib das !“.
Dea oba gibt zruck: „Des woa do nix, des hätt a jeda gmocht. Oba waunst ma wos gem wüüst, so gimma de Haut vo dem Bean, do loss i ma an Bööz draus mochn, fian Winta“.
Und so is gschegn. Den Bööz hoda daun im Summa und im Winta trogn, im Winta auzogn, im Summa iwa da Schuita. Und olla haum ean jetz volla Reschpekt „Bärenhäuter“ gnennt.

Späta hod a si in da Nächn a Wirzhaus kauft und draughengt des Schüüdl: „Gasthaus zum Bärenhäuter“.[3]

Da Mülla hod si den Bean omoin lossn (natialich vuam ohäutln) und des Büüdl ois Schüüd iwa de Tia vo sein Haus ghenkt. Und de Müü hod von do aun ghaassn „Bärenmühle“.[4]

Beleg[VE | Weakln]

  1. Heute erinnern noch die Namen Nikolsdorfer Gasse, Reinprechtsdorfer Straße und der Matzleinsdorfer Platz im 5. Bezirk an diese Dörfer.
  2. Der Mühlbach war ein künstlich gemachter Arm der Wien, der in Gumpendorf begann und beim Naschmarkt wieder in die Wien einmündete. Der Mühlbach betrieb drei Mühlen: die Heumühle, die Schleifmühle und die Heiliggeistmühle (später Bärenmühle). Die Mühlen standen bis 1856; in diesem Jahre wurde der Mühlbach zugeschüttet und die Mühlen wurden weggerissen. Die heutigen Gassennamen Heumühlgasse und Schleifmühlgasse (4. Bezirk) erinnern noch an die Mühlen.
  3. An der Stelle des Gasthauses steht heute das Hotel "Zur Stadt Triest" auf der Wiedener Hauptstraße
  4. Noch heute heißt ein Mehlgeschäft auf dem Naschmarkt: "Mehlverkauf der Bärenmühle".

Im Netz[VE | Weakln]

  • Sagen.at
    • Quelle: Wiener Sagen, herausgegeben von der Wiener Pädagogischen Gesellschaft, Wien 1922, Seite 21
  • De Bärenmüü