Der Palåscht van Toatn (Märchen)

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Der Palåscht van Toatn isch a Gschicht aus Venédig, wert van Italo Calvino untern Titl „Il palazzo dell’omo morto” derzéhlt.

A Prinzéssin gip in a Lottrerin nét sóvl Geld, wia sie gern hétt; die sel wert afn sem aui zórnig. Sie sågg zu der Prinzéssin, dass sie koan Månn kriagn wart, hégschtns, wénn sie in toatn Månn fintn tat. Die Gitsch glap dés und måcht sich af der Suach nåchn toatn Månn. Sie fintet’n in galing in an marmórnen Palåscht; sie muaß’n åber oa Jåhr, drei Mónat unt oa Wóch lång pewåchn, damit er zu Lébm kimp. Iaz wó sie schón só lång gsuacht håt, pleip ihr nix åndersches ibrig, as wia mit viel Gedult ånfången zu pewåchn. Åber drei Tåg vór die Zeit fértig isch, wert sie miad. Sie kaft nåcher a Schklavin unt stéllt die sell ån zu pewåchn.

In dén Mómént wó er auwéckt, sågg die Schklavin zu ihm, dass sie ihm iaz die gånze Zeit pewåcht hat. Freila heiratet er sie, schmalt åber in galing, wås då lós isch unt låsst sie umpréngen. Dernåch heiratet er die oane, wås es sich verdeant håt.

Motiv[VE | Weakln]

In dén Gschichtl kimmp a Motiv fir, wås man aa in åndre fintet: dés va der Praut, dé verdréngg wert. Só isch és zun Peischpiel in Märchen „Die Gänsemagd“ van Grimm, in russischn Märchen „Pruader und Schweschter“, in die italienischn Märchen van Italo Calvino „Die Schlång“ (La biscia), „Die zwélf Óxn“, „As Kalbl mit die góldnen Hérn“, in norwégischn Märchen „Drei Zitrónen“. Óftramål spielt da aa a Stiafmuater a Rólle. Die Såch fliagg meischtns auf unt die Znichte muaß dés óft mitn Lébm piaßn. Umkeahrt kånn’s aa an Petruag unter die Mander gébm wia pan russischn Gschichtl „Der Zarnsuhn und sei Deaner“.

Originalliteratur[VE | Weakln]

Fiabe italiane; Italo Calvino; Oscar Mondadori Verlag; Milano 1993

Ibersetzungen[VE | Weakln]

  • Lóttrerin: Bettlerin
  • afn sem aui: daraufhin
  • in galing: nach einiger Zeit
  • schmaln: dahinter kommen, in Erfahrung bringen
  • óftramål: manchmal
  • der / die Znichte: der Bösewicht