Hieb

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Der Artikl is im Dialekt Weanarisch gschrim worn.

Hieb is a Weana Nauman füa „(Stådt-)Beziak“. Z'eascht woa des nua füa'n 10. Beziak Favoritn, weu dea quasi mit an Hieb von de inna'n Beziak Wiedn und Margaretn ohtrennt wua'n is. Im Lauf von da Zeit san aa de aundan Auss'nbeziak (2., 11.–23.) damit bezeichn't wua'n, wås owa genau g'numma net richtich is. Füa de Beziak innahoib vom Giatl is da Begriff definitiv foisch.

G'schichtlich's[VE | Weakln]

Im heitich'n Bereich von Favoritn woa'n nua im Süd'n Döafa zum find'n, nämli Inzasdoaf, Rothneisiedl, Untalaa und Obalaa. Aum 27. Septemba 1874 håt de Stadthalterei an neich'n Beziak im Süd'n von Wean genehmigt und eahm de Numma 10 und in Nauman Favoritn geb'n. Weu dabei de südlich'n Spitzln vom 4. und 5. Beziak ohtrennt und dem neich'n Beziak dazuageb'n wua'n san, soi dabei da Nauma „zehnta Hieb“ entstaund'n sei.[1]

Hieb ois Synonym füa Beziak[VE | Weakln]

Wia daunn nåchanaunda de aundan Auss'n-Beziak entstaund'n san, håt ma eahna aa den Spitznauman „Hieb“ vapasst.

Beim Sedlaczek steht:

"[…] vor allem die Grenzen der äußeren Bezirke Wiens wurden immer wieder recht eigenwillig geändert […] er wohnt im 16. Hieb."[2]

Da Wehle schreibt dazua a weng meahra:

"Als 1862 eine neue Einteilung Wiens vorgenommen wurde, kam das Wort »Hieb« auf, weil die einzelnen Stadtteile gewissermaßen wie eine Torte in Stücke gehauen wurden (Eduard Schranka) […] ein Favoritner Gemeinderat behauptete, daß die Aufteilung ein 'Hieb' gegen die Rechte der Wiener Bürger war; vielleicht aber hat das Wort gar nichts mit 'hauen. hieb', sondern mit Hube, Mhd. huobe = Stück Land von gewisser Größe zu tun […]"[3]

Da Jakob maant dazua nua gaunz kuaz:

"Hieb: Stadtbezirk (der 10. –: Favoriten)"[4]

Couplet[VE | Weakln]

In dera Poss'n mit G'saung Die Gigerln von Wien vom Alexander Steinbrecher (19101982) is a Couplet mit an Text drin, mit dem da schlaumpate Begriff sein endgüitich'n Siegeszug autret'n håt:

"In Ottakring, in Ottakring, da hat man sich lieb,
in Ottakring, in Ottakring, im sechzehnten Hieb."[5]

Beleg[VE | Weakln]

  1. Werner Schubert: Favoriten. Verlag Bezirksmuseum Favoriten, 1992, S. 73 f.
  2. Robert Sedlaczek: Wörterbuch der Alltagssprache Österreichs. Haymonverlag, Innsbruck/Wien 2011, ISBN 978-3-85218-873-7, S. 135.
  3. Peter Wehle: Sprechen Sie Wienerisch? Verlag Carl Ueberreuther, Wien/Heidelberg 1980, S. 162.
  4. Julius Jakob: Wörterbuch des Wiener Dialektes. Gerlach & Wiedling, Wien 1929, S. 90.
  5. gaunza Text bei lyrix.at