Idiot

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Dea Aasdruck Idiot is im heudign Sprochgebrauch ois Schimpfwoat gläufig und bezeichnet an dumma Menschn. Mehr oda minda stork pejorative Synonyme san unta andam „Trottel,“ „Depp“ (besondas in den oberdeitschen Dialektn), „Dummkopf“, „Schwachkopf“, „Hornochse“, „Einfaltspinsel“, „Vollpfosten“ (nei) oda „Narr“ (boarisch: Norr).

Etymologie und Begriffsgschichtn[VE | Weakln]

Des Worat leit se vom griechischn ἰδιώτης (idiotes) ob,[1] des in etwa „Privatperson“ bedeit. Es bezeichnet in dea Polis Personen, de se aas öffentlichen-politischn Angelegnheitn aassalkoitn hab und koane Ämta wohrgnumma ham, aa des meglich wor. In dera Attischn Demokratie, de af informiertn und aktivn Biagan (Politai) beruht hod, worn de Idiotai weng gschätzt. Ma is ois Idiotes geborn woan und is es blim, wenn ned Erziehung und Buidung den politisch bewusstn Biaga gschoffa hod.[2] Wer se bei Voiksvasammlungan öffentlich dem nichtstun gwidmet hod is bestraft woan.

Ins Lateinische ois idiōta entlehnt, vaschob se die Bedeitung des Woats hin zu „Laie“, aa „Pfuscher“, „Stümper“, „unwissender Mensch“. Spada is dea Begriff oigemein af Laien oda Personen mid oan geringn Buidungsgrod ogwandt woan.


In dea Medizin und Psychologie wor „Idiotie“ ois Diagnose bestimmta Foama geistiga Behinderung bis ins frihe 20. Joargundad gebräuchlich, is aas dea heudign medizinischn Nomenklatur aba voilständig vaschwundn.

Literatur[VE | Weakln]

  • Marie Simon: Idiot von ἰδιώτης. In: Das Fortleben altgriechischer sozialer Typenbegriffe in der deutschen Sprache. Hrsg. von Elisabeth Charlotte Welskopf. Akademie, Berlin 1981 (= Soziale Typenbegriffe im alten Griechenland und ihr Fortleben in den Sprachen der Welt. Band 5), S. 291–306.

Beleg[VE | Weakln]

  1. Wilhelm Gemoll, Karl Vretska: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch, Verlag Hölder-Pichler-Tempsky, 9.
  2. Parker, Walter C. (v86 n5 p344 Jan 2005).