Dorftrottel

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hoarmlose Dorftrottl bei ana Houzad (Ausschnitt: Bauernhochzeit vom Bruegel Pieter)
aggressiva Dorftrottel san friaha oft dauahoft weggspiat worn

A Dorftrottel is a oatsbekonnta Bewohna vo am Dorf, dea wo in Bezug af sei Dengn und sei Vahoidn mid dena ondanan nia ned midhoidn ko. Zweng seina Blädheit wiad a vaspottet und muass oft ois Sindnbock heahoidn.[1]

De Bezeichnung Trottel kimmt vo trotteln, wo uaspringli an longsoman Roßgong gmoant hod und mid trottn vawondt is.[2] Dorftrottel san oft geistig und keapalich Behindate gwen.

Synonyme vo Dorftrottel[VE | Weakln]

  • Dorfdepp
  • Dorftrompl (weiblicha Dorftrottel)
  • Gmoadepp

Und da Stodtrottl?[VE | Weakln]

Af'n easchtn Blick eascheinz vabliffnd, doss scheinboa koa Equivalent vom Dorftrottel fia'd Stod gibt, oiso koan Stodrottel. Des is owa a Taischung. In da Stod gibt's aa Leit, de wo de Funktion vom Dorftrottel iwanumma hom, de hoaßn nua ondasta. "De Roin vo da Stommesäjdastn, Medizina und Dorftrottel is vo Prominentn iwanumma worn, und on de Stej solida Woarnkenntnis is de Kenntnis vo Marknnama getretn."[3]

Friacha san Stodrotteltypen entweda oafoch in da Psychiatrie vaschwundn oda zu an Stodoriginal gmocht woan. A Beispui dafia is da Finessensepperl, der wo geistig und keapalich a wengal zruckbliem wor, owa afgrund vo seina Schlauheit zan Stodoriginal vo Minga woan is. Wiar a doud woa, is sei Leich makabraweis fia längare Zeit in da Pathologie z Minga ausgstejt gwen.

De Stodtrottl vo heit, de B- bis Z-Promis, wean dagegn nua in de Medien permanent ausgstejt, und zwor scho zu Lebzeidn.

Dorftrottel in da Kunst[VE | Weakln]

  • Alfons Petzold: Der Dorftrottel (Gedicht in: Der Irdische, 1923) - Zitat: "Er ist bucklig, und die Beine / schleppt er in halber Lähmung nach. / Seine Augen sind tot wie Steine, / und die brüchige Stimme ist eine, / die ein Siechtum in Stücke brach. /
  • Ludwig Hirsch: Der Dorftrottel (Liad) - Zitat: "Sie singen Halleluja und wandern zu dem Haus, wo der Dorftrottel grad blöd grinsend sei' Eselsmilch sauft."

Beleg[VE | Weakln]

  1. Ludwig Hirsch, Der Dorftrottel, Lyrics, obgruafa om 30.5.2009
  2. Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 2002, ISBN 3110174731
  3. welt.de Man muss erst drauf kommen, vom 08.01.2005