Teutonismus

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Bedeitung[VE | Weakln]

In da wissnschaftlichn Vawendung vaschded ma unta am Teutonismus Schprachfänomene de aus da Bundesrepublik Deitschlaund kemma. Gmoa san damid "bundesdeitsche" Weata, Ausdrück oda Sprachfoamen, de in Estreich oda da Schweiz gor ned oda so ned voa kemma. Analog dazua nennt ma so ebbs Austriazismus wann des Fenomen ausm estreichischn Sprachraum kimmt oda Helvetismus wanns ausm schweiza Sprachraum kimmt.

Teutonismen san schbrochliche Bsondaheitn fu Deitschlaund

Manche deitsche Weata san in Estreich oda da Schweiz in da doatign Deitschvariantn entweda

  • komplett unbekaunnt
  • signifikant sitna ois wia in Deitschlaund, oda
  • sie wean zwa' vaschdandn, awa aktiv ned vawend

Es kennan a Weata ois Teutonismus empfundn wean, de eigantle aus ana aundan Schbrach schdauman und zum Baischbui iwa de deitschn Medien vabrait woan san. Iwa de modean Massnmedien und do foa ollem duach s deitsche Satelittnfeansehn und in Bühnendeitsch sinkronisiasde Kinofuim wern vui Teutonismen aa in winkl vo Estreich und da Schweiz vabreit, de bslang damid wenig in Berahrung kemman san und natürle aa vui heifiga ois davoa.

Deitsch ois pluarizentrische Schbroch in da Schwaiz, Estareich und Deitschlaund

Im Boarischn[VE | Weakln]

Im Boarischn Sprachgebiet san Teutonismen oda Austrizismen oftmois Variantn vom jeweilign Dialekt. Im neutral wissnschaftlichn Sinn koos dahea eigantle koan Teutonismus im Boarischn gem. Aa im oblehnadn Sinn gibts den Begriff ned, es wead awa haiffig Preissisch[1], ois huiflose Feststejjung vo da Weidaentwicklung und Vajüngung vom Boarischn, vawendt.

Begriffsfindung[VE | Weakln]

Mid am -ismus klassifizierd ma, in dem Foi neutral, wissnschaftle beobachtnd, an Einfluss vo oana Sprach auf a andane. Ma hängt nacha vor de Nochsuim (Suffix) a jeweilige Voasuim (Präfix) hi, meist a latinisierde Foam vo da Sprach wos heakummt.

Des Woat Teutonismus leit se wiedarum vo dem lateinischn Woat Teutones oda Teutoni (vo de oid-remischn Autorn ois Synonym füa Germanen vawendt) und dem oidgermanischn Woat 'thioda oda thiodisk (heid schreibt mas deutsch) ob. Aa im Ausland wead heidzdog (z.B. englisch teutonic')' ois Synonym füa deitsche Eingheitn[2][3] oda füas Deitsche gnomma.

  • Germanismus oda Germanizismus

Warad desweng inkoarekt wai Boarisch, Estreichische Standardsprach und Schwizadütsch genau so geamanische Schbrochn san wia Hochdeitsch. Des Begriff war aussadem scho vagem füa Deitsche (und damid aa boarische) Ausdrück oda Eingheitn in andane, ned deitschstämmige Sprachn. (Beispui: Kindergarten im Englischn: kindergarten oda I remember me statt I remember)

  • Binnendeutsch

Klingt easchtns hoiprig und hod zwoatns de nem-Asoziazion dass a nu a "aussndeitsch" gawad. Damid warad Deitschlaund in da Mit und de aundan Lenda in denan Hochdeitsch Aumtsschbroch is waradn daun begriflich draust und hedn a nix zum midren (zum Beispü bai ana Rechtschreibrefoam).

  • Reichsdeutsch

Fria hod ma zwischn "Reichsdeutsch" (im Deitschn Reich drinan) und "Volksdeutsch" (ois wos deitsch is, owa aussahoib fu Deitschlaund) an Untaschiad gmocht. Oi zwoa Begrif san owa komplet mim Dritn Reich und da Zeid fum Nazionalsozialismus fabundn, das ma s neama heanema kau.

  • Bundesdeutsch

So laungs de DDR nu gem hod, hod ma zwischn "bundesdeutsch" (aus da BRD) und "ostdeutsch" (aus da DDR) an Untaschiad mocha kina. Owa heit gibt s jo nua mea oa gross Deitschlaund und aussadem san a de "Republik Österreich" und de "Schweizerische Eidgenossenschaft" oi zwoa fedarale Bundesrepublikn.

Kritik[VE | Weakln]

Dea Begriff Teutonismus is im In- und Ausland aa negativ belegt. So vasteht ma unta am Teutonen zum oan an unghowetn Menschn, gor ois Synonym füa Biffe[4] vawendt, und zum andan ois Bezeichnung füa a üwasteigats Nationalgfui (vgl. Chauvinismus). Neiare Foaschungen bringan as Argument, daß de Teutonen gor nix mid de Deitschn z'doan ghabt hom. Drotzdem setzt se dea aa im Intanationaaln, recht griffige Begriff, aa Dank da gschwindn Vabreitung duach de Medien, oiwei mehra duach.

Dea Begriff is zudem aa no in da Diskussion, wei ma mid am -ismus[5] aa a Lemsgfui oda a Ideologie ausdrucka koo, zudem grenzt as Voahandnsei vo so am Begriff wann a ned neutral forschnd vawendt wead, de jeweilign üwagreifadn Dialektgebiet (wias Baorische) in eana Staatsgebiet ei, droogt oiso zu ana Trennung bei. Mid an Beitrog hod do aa da Duden gleist, dea bis 1996, oiso bis zua Rechtschreibreform, in da BRD (und nua do, de Estreicha und Südtirola hom des Östereichische Wörterbuch) ois amtlichs Weak füa a einheitliche Rechtschreibung bindnd war. In dem Bundesdeitschn Weak is de Sicht ausm bundesdeitschn Winkl alloa ogseng und deszweng de Schweiza und Estreicha sowia olle Variantn kennzeichned, de vom Standarddeitschn[6] obweicha, ois wia wanns aus na Fremdsprach war. As Österreichisches Wörterbuch gibt oo, an Querschnitt duach den "...gesamten deutschen Wortschatz..." im Weak vorzumhoitn und kennzeichnet deszweng ned ob nua in Esreich oda sunst wo - lasst awa, weil aus estreichischa Sicht betracht ned nua de Kennzeichnung weg, sondan aa an Großteil vo dene Weata, de z.B. nua in Norddeitschland gebreichlich san.[7]

Austriazismus, Helvetismus[VE | Weakln]

In da geamanisdischn Schbrochwissnschoft san de Weata Austriazismus fia Fenomen in na Sprach, de aus Estareich kemman und Helvetismus fia soichane aus da Schwaiz, scho laung in Vawendung. Teutonismus is blos de neichasde Woatkreazion, damid ma fia ole drai Lenda in denan Deitsch iwaregional de Aumtsschbroch is, an Begrif hod.

Beleg[VE | Weakln]

  • Ulrich Ammon, Hans Bickel, Jakob Ebner u. a.: [Variantenwörterbuch des Deutschen. Die Standardsprache in Österreich, der Schweiz und Deutschland sowie in Liechtenstein, Luxemburg, Ostbelgien und Südtirol. Berlin/New York 2004. ISBN 3-11-016574-0.
  • Ulrich Ammon: Die deutsche Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Berlin/New York 1995.
  • Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart, Band III: 19. und 20. Jahrhundert, Berlin/New York 1999. S. 412-453.
  • Nicoletta Goldack, Austriazismen, Helvetismen und Teutonismen unter den Pflanzennamen, 1996 - 246 Bl. Diplom/Doktorarbeit Duisburg; und
  • Ulrich Ammon, Zur Frage der Teutonismen und zur nationalen Symmetrie in der wissenschaftlichen Behandlung der deutschen Gegenwartssprache, überarbeitete Fassung eines Vortrags an der University of York, England, am 19. Oktober 1996
  • Heinrich Löffler, Austriazismen, Helvetismen, Teutonismen : Zu einem tri-nationalen deutschen Wörterbuch, In: Neuphilologische Mitteilungen, Jg. 103/2002, H. 2, S. 147-159.Artikel

Beleg[VE | Weakln]

  1. z.B. Isarpreissisch füa den ziemlich stark vom Standardeitschn beeinflusstn Neimünchna Dialekt
  2. Schaug http://en.wikipedia.org/wiki/Teutonic
  3. http://dictionary.reference.com/browse/teutonic
  4. http://de.wiktionary.org/wiki/B%C3%BCffel
  5. http://de.wiktionary.org/wiki/-ismus
  6. Des gleich guti aa füa Berliner, Sächsichsche oda Noaddeitsche Variantn. - Quejnn: Duden, Auflag Sept. 1991
  7. Österreichisches Wörterbuch, 40. Auflage, ISBN 978-3-209-05511-8

Schau aa[VE | Weakln]