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Unix

Aus Wikipedia
UNIX
Unix-Zeitdofl
Unix-Zeittafel
Entwickla Ken Thompson, Dennis Ritchie, Douglas McIlroy u. a. bei Bell Laboratories
Lizenz(n) bis 1981: keine (frei)
ob 1981: proprietär (AT&T, Novell)
ob 2005 frei (CDDL) Sun Microsystems
Obstammung UNIX (keine Vorfahren)
www.unix.org
Typischs Unix-Eigobefensta fia Kommandozeinbefehle, aa ois Terminal oda Unix-Shell bezeichnet. Zoag is de Aflistung dea Inhoite vo oan Ordna noch dea Eigob des Unix-Befehls ls -l

Unix (englisch [ˈjuːnɪks]) is a Mehrnutza-Betriabssysdem fia Computa. Es is im August 1969[1] vo Bell Laboratories zua Untastitzung dea Softwareentwicklung entwicklt woam. Heid stäid Unix oigemein fia Betriabssysdeme, di entweda ihrn Uasprung im Unix-Sysdem vo AT&T (uasprünglich Bell Laboratories) ham oda dessen Konzepte implementiat ham. Es is zuasamma mid sein Variantn und Weidaentwicklunga – oft unta andan, in dea Öffentlichkeit bekanntare Nama – eines dea vabroadstn und eiflussreichstn Betriabssysdeme dea Computagschicht. Bis in de 1990er Joar is Unix hauptsächlich in spezialisiertn Owendungsbereichn wia etwa bei Workstations und Servan eigesetzt woan, insbesondare an Universitätn und Forschungseirichtunga. De heidige massnhofte Owendung in fast olln Bereichn dea Computatechnik hod eascht ob den 2000er Joarn ogfangt.

Maßgebliche Entwickla vo Unix woan Ken Thompson und Dennis Ritchie, de es zuanächst in Assemblersproch, dann in dea vo Ritchie entwickeltn Programmiasproch C gschrim ham. Mid Unix wsan vui bis heid maßgebliche Konzepte dea Informationstechnik easchtmois eigfihrt woan, etwa des hierarchische, baumartig afaude Dateisysdem mid Ordnerstruktur. De frihan Entwickla definiertn aa a Reih vo Konzeptn und Regln ffia de Software-Entwicklung, de ois Unix-Philosophie bekannt woan san und bis heid Eifluss in dera Informatik ham. Unix is bis in de 1980er Joar ois quelloffas Betriabssysdem vor ollm an US-Universitätn weidaentwickelt woan und hod erheblichn Eifluss af de Hackerkultur.

In den 1980ern is UNIX vo AT&T kommerzialisiat woan, wos zua oana Reih vo unobhängign Weidaentwicklunga und Obspoitunga gfihrt hod und in den sognanntn „Unix-Kriegen“ (Unix Wars) zwischn vaschiedna Sysdema und Heaschteja gmindet hod. De diversn af Unix basiadn bzw. davo obgleitn Betriabssysdeme san heid zuasammagnumma de moastvabroadtn Betriabssysdeme fia Computer und fia vui Ortn vo elektronischn Gerätn, de an Computa enthoitn. Dbei reicht de Eisatz-Bandbreite vo Mobilgerätn wia Smartphones iwa Personal Computa und Webserva bis hin zua den gresstn Supacomputan. Ferner wiad insbesondere des Unix-ortige Linux aa ois Embedded Sysdem in industrielln Mess- und Steiagerätn, in Gerätn deaMedizintechnik, Unterhaltungselektronik und elektronisch gesteuerten Gebrauchsgegnständn wia zum Beispui Haashhoitsgerätn, Kraftfohrzeign oda WLAN-Routan eigsetzt. De heid moastvabroate kommazieje, proprietäre Unix-Variantn is macOS vo Apple bzw. dessen Mobilvariante iOS, de moastvabroate Unix-ortige Open-Source-Variantn is Linux bzw. des davo obgleite Android.

Typische grafische Nutzaobaflechn vo oan Unix-ortign Sysdem, basiand af dem weit vabroadn X Window System.

Des Sysdem hod uaspringlich vo oan Midoabata den Nam Unics eahoitn, a Akronym vo Uniplexed Information and Computing Service und a Ospuiung af Multics.[2] Wia spada de kirzare Schreibweis des Aasklangs ois oanzlna Buachstob „x“ entstandn is is unklor.[3][4]

Ob die Schreibweis Unix oda stottdessn UNIX richtig is, wiad scho lang diskutiat. Gschichtlich is de Schreibweis Unix de ältae, de Schreibweis UNIX is as rein ästhetischn Grindn eascht spada aftaucht .[5] Heid ham sie untaschiedliche Bedeitunga: In dea Fachliteratua vawendt ma iblichsweise Unix ois Bezeichnung fia unixortige Sysdeme, während ma UNIX zura Kennzeichnung zertifizierta Sysdeme nutzt. Ois Plural is im Deitschn „Unixe“ und des an de 3. Deklination des Lateinischn oglehnte „Unices“ im Gebrauch, im Englischn „Unixes“ und ebnfois „Unices“.

UNIX-Derivate und unixähnliche Betriabssysdeme

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Bis Unix V7 1979 eachien, is dea Quellcode vo Unix gegn Eastattung dea Kopia- und Datnträgakostn an Universitätn vateilt woan. Unix hod domid den Charakta vo oan freien, portablen Betriabssysdems kod. Dea Code is in Voalesunga und Vaöffentlichunga vawendt woan hod noch eigna Voastellunga gändat und eagänzt wean kinnt. De Universität Berkeley hod mid Berkeley Software Distribution (BSD) a eigne Distribution mid wesntlichn Eaweidarunga entwickelt.

In den frihan 1980er Joarn hod AT&T beschlossn Unix zua vamorktn; dea AT&T-Quellcode hod ab dem Zeitpunkt nimma öffentlich zuagänglich gmocht wean deafa. Aa de Vawendung in Voalesunga wor aasgschlossn. Fia af BSD basiande Sysdeme san houhe Lizenzgebihrn valangt woan, wei a Teil des Cods vo AT&T gstammt hod.

Vui Firmen lizenziertn den UNIX-Quellcode und brochtn ihre eigna Variantn af den Morkt, sejbt Microsoft hod mid Xenix a Zeit lang a Unix im Angebot kobt. Siemens adaptierte Xenix 1984 zua an deitschn Unix mid dem Nam Sinix.

De Nedvafigborkeit des Quellcodes hod Richard Stallman 1983 vaolosst dess GNU-Projekt („GNU’s Not Unix“) ins Lem zua ruafa. Zui des Projekts wor de Schaffung vo oan frein Unix-kompatibln Betriabssysdem. Bis 1990 hod des Projekt olle wesentlichen Teile – inklusive des GNU-C-Compilers (gcc) – entwicklt, jedoch mid Aasnahm des Kernels.

Linus Torvalds, Entwickla vo Linux

1987 is des Lehrsysdem Minix, des vo Andrew S. Tanenbaum entwickelt woan is an dea Frein Universität Amsterdam easchina. Minix wo a Unix-Klon mid a Mikrokernel, C-Compiler, Texteditor und vuin Kommandos, des ois relativ ospruchsloss Sysdem aa af schwacha PC-Hardware gloffa is. Da Quellcode wor Teil des Liefaumfangs. Es wor zwor kommazij und proprietär, hod aba an niedrign Preis kobt. Wia voamois Unix hod des Sysdem vuin ois Aasgangspunkt fia eigne Experimente dient.

1991 hod dea Student Linus Torvalds an an goabat, mid dem ea af oan Uni-Computer zuagreifa woit. Mid dea Zeit hod ea an Dateisysdem-Zuagriff und vui andare nitzliche Features ei baut. Boid hod ea bemerkt, das ea mehr ois an Terminalemulator programmiat hod und hod den Quellcode in dea Newsgroup comp.os.minix ois vo Minix inspirierta Kernel vaöffentlicht, dea af oan Intel-386er-PC laaffähig sa soit. Zeascht soit sei Projekt Freax hoasn. Wei dea Administrator dea Universität ihm ois Login fia sein FTP-Repository „Linux“ vagem hod, hod ea des Projekt noch dem gnannt. Im Quelltext dea Version 0.01 vo Linux kummt no dea Nam Freax vor („Makefile for the FREAX kernel“).

Freie BSD-Derivate

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1992 is mid 386BSD vo Bill und Lynne Jolitz a weidas freis Sysdem fia 80386-Prozessoan easchina. Des Sysdem is aas an Patch fia de ned vo AT&T stammandn frein Teile dea BSD-Distribution bstandn und hod a waidas freis sehr foatgschrittns Betriabsysdem fia Intel-Prozessoan botn.

1994 hod Berkeley mid 4.4BSDLite de letzte Vasion dea inzwischn vo AT&T-Quellcode befreitn Distribution vaöffentlicht.

4.4BSDLite hod zusamma mid 386BSD de Grundlog fua NetBSD, FreeBSD und kuaz draf OpenBSD botn.

Seit 2005 is aa Solaris (Vasion 10) in dea jeweils aktuejn Fassung fia de kostnlose nutzung eahältlich. Solaris lafft af 32-Bit- und 64-Bit-Prozessoan (x86/AMD64, EM64T) vo AMD und Intel sowia af 64-Bit-Sysdema mid Suns UltraSPARC. Fia Zuagriff af Quelln und Midoabat inklusiv Eaweidarung is es in dea Fassung OpenSolaris eahältlich, de se funktionej ned vo dea Binärversion untascheidt.

Eascheinungsdatn

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De foignde Zuasammastäiung gibt an grobn Iwablick. Es wean nur de wichtigstn Sysdeme erwähnt. De ham jeweils ihre eigna Vasiona und ihre eigene Entwicklungsgschicht.

Jahr Name Omerkung/Heasteja
Septemba 1969 UNICS PDP-7 Vasion vo Bell Laboratories
3. Novemba 1971 UNIX Easchte Aasgob Bell Labs
12. Juni 1972 UNIX Zwoate Aasgob Bell Labs
Februar 1973 UNIX Dritte Aasgob Bell Labs
Novemba 1973 UNIX Vierte Aasgob Bell Labs
Juni 1974 UNIX Finfte Aasgob Bell Labs
Mai 1975 UNIX Sechste Aasgob Bell Labs
1977 Easchte Berkeley Software Distribution (BSD)
1978 2BSD Zwoate Berkeley Software Distribution
Januar 1979 UNIX Siebte Aasgob Bell Labs
1979 UNIX/32V Portierung der UNIX V7 auf VAX-Computer
1980 3BSD und 4BSD Berkeley-Portierung auf VAX-Computa
1980 Xenix Unix-Vasion dea Firma Microsoft, spada vo SCO weidagfihrt
1981 UNIX System III easchte kommerzieje Vasion vo Bell Labs
1982 HP-UX 1.0 Unix dea Firma Hewlett-Packard (HP)
1982 Sun UNIX, 1.0 Unix-Vasion dea Firma Sun Microsystems
1983 Start des GNU-Projekts (GNU: Gnu is Not UnixGNU is ned Unix)
1983 UNIX System V Bell Labs
1983 Ultrix Unix-Vasion dea Firma Digital Equipment Corporation (DEC)
1983 Sinix Unix-Vasion der Firma Siemens
1983 Coherent unixoides System dea Mark Williams Company
1983 4.2BSD
1984 Start des Mach-Mikrokernel-Projekts an dea Carnegie Mellon University (Kalifornien).
Februar 1985 UNIX Achte Aasgob Bell Labs
Septemba 1986 UNIX Neinte Aasgob Bell Labs
1986 AIX 1.0 Unix-Vasion der Firma IBM
1986 A/UX Unix-Vasion der Firma Apple
1987 Minix 1.0 Unix-Klon der Freien Universität Amsterdam
1988 IRIX Unix-Vasion der Firma Silicon Graphics
Oktoba 1989 UNIX Zehnte Aasgob Bell Labs
1989 NeXTStep Unix-Vasion der Firma NeXT basierend auf 4.3BSD und Mach-2.5-Kernel
1989 SORIX Unix-Vasion der Firma Siemens für Echtzeitanforderungen
1990 OSF/1 Unix-Klon der Open Software Foundation
1990 AMIX SVR4 für Commodore Amiga
1991 4.3BSD Net/2 BSD-Vasion ohne AT&T-Code, unvollständig
1991 TT/X kompatibel zu Unix System V Release 4 Unix-Vasion der Firma Atari
1991 Linux an Minix orientiert
1992 386BSD Patch für BSD4.3 Net/2 für Intel-Prozessoren
1992 Solaris 2.0 Firma Sun Microsystems
1992 UnixWare 1.0 Unix-Vasion von Univel (AT&T & Novell)
1993 NetBSD 0.8 basierend auf 386BSD
1993 FreeBSD 1.0 basierend auf 386BSD und 4.3BSD Net/2 (kurz darauf 2.0 auf 4.4BSDLite)
1994 4.4BSDEncumbered und 4.4BSDLite (ohne Bell Labs-Code)
1994 Tru64 UNIX Nachfolger von OSF/1
1995 HP-UX 10.00 Firma Hewlett-Packard (HP)
1996 OpenBSD 1.2 aasgehnd vo NetBSD 1.0
1996 AT&T gliedert die Bell Labs ins UntanehmaLucent Technologies ei
2000 Darwin, OpenDarwin von der Firma Apple aus NeXTSTEP entwickelt (vgl. macOS, XNU)
2003 DragonFly BSD ausgehend von FreeBSD
2005 OpenSolaris Firma Sun Microsystems
  • Dennis M. Ritchie, Ken Thompson: Unix Programmer’s Manual, 2. Aasgob, Bell Telephone Laboratories, Inc., 1972 (PDF; 7.4 MB)
  • Dennis M. Ritchie, Ken Thompson: The UNIX Time-Sharing System. In: The Bell System Technical Journal, Vol. 57, July–August 1978, No. 6, Part 2, S. 1897–2312
  • Brian W. Kernighan, Rob Pike: Der Unix Werkzeugkasten – Programmieren mit UNIX (deutsche Übersetzung). Hanser Verlag, München 1986, ISBN 3-446-14273-8
  • E. Foxley: Unix für Super-User. Addison-Wesley, 1988, ISBN 3-925118-24-1
  • Jürgen Gulbins, Karl Obermayr: UNIX System V.4. Begriffe, Konzepte, Kommandos, Schnittstellen. 4. Aufl. 1995, ISBN 3-540-58864-7
  • Jerry Peek, Grace Todino, John Strang: UNIX. Ein praktischer Einstieg. O’Reilly Verlag, 2002, ISBN 3-89721-157-2
  • Arnold Willemer: Wie werde ich UNIX-Guru?– Einführung in UNIX, Linux und Co. Galileo Computing <openbook>, 2003, ISBN 978-3-89842-240-6
  1. Mark Ward: 40 years of Unix. BBC, abgerufen am 28. Februar 2010.
  2. History and Timeline. Open Group, abgerufen am 24. Februar 2013 (englisch).
  3. Peter Neumann’s Home Page. SRI International, archiviert vom Original [1] am 29. Mai 2011; abgerufen am 24. Februar 2013.
  4. Susanne Nolte: Wortspiel. In: Heise online. 8. August 2009 (iX 8/2009). Abgerufen am 12. Juli 2017.
  5. Unix, Jargon File