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Bauhittn

Aus Wikipedia
Der Artikl is im Dialekt Weanarisch gschriem worn.
Urform vo ana Bauhittn
Baumaasta
(Hoizschnitt vom Jost Amman vo 1536)

Bauhittn (standarddeitsch: Bauhütte) oda aa Dombauhittn (Dombauhütte) bzeichnet heit des Bauhittnwesen vom gotischen Kathedralnbau ois Weakstottvabaund.

De Bauhittn hom se ausm romanischn Kiachnbau duach Mänche hin zum organisiatn Bauoblauf vo de gotischn Kathedraln entwicklt. Se hom de untaschiedlichstn Haundweake umfosst. A Bsundaheit hod de Organisationsfuam vo de Staametzn in da Staametzbruadaschoft büdd. De Maasta vo de aundan Geweake hom si dageng in Zünftn organisiat, do woa da Zaumanhoid ned so grouß. Deshoib muass ma genau zwischn Bauhittn, Staametzbruadaschoft und Zumft untascheidn.

Vo bsundara Bedeitung woa de qualifiziate Ausbüdung vo da gotischn Bauhittn, de wos Lehrlinge, Gsön und Waundagsön, Kunstdiena, Laubhaua, Parliere, Staabüdhaua sowia Maasta kennt hod.

Mitm End vo da Gotik woa de Bedeitung vo de Bauhittn stoak obgnumma und 1731 sans vom Kaisa Karl VI vabotn wuan. De Bauhittn, de wos heit no gibt, san in easchda Linie Dombauhüttn und wean vo kirchlichn Stiftungen trogn. Se befossn si voa oim Instaundhoitungsorbatn vo kirchlichn Staabauweakn. A Sondafuam san de Jugendbauhittn in da Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Des Wuat „Bauhütte“ is 1816 vom Johann Wolfgang von Goethe in seim Aufsotz Kunst und Alterthum am Rhein und Mayn[1] prägt wuan. Vuahea hods nua Hittn ghaßn.

Uaspringlich woa Hittn a Oat oda Plotz, dea wos vo da Witterung mit aafochn Mittln gschitzt woa. A Zuafluchtsort oda Aufbewoarungsoat mit ana Iwadochung. Im Mittlhochdeitschn is ned amoi aadeitig zwischen Hittn und Zöt untaschiedn wuan (de Vawendung vo Hittn ois oamsölige Behausung is eascht in da Neizeit aufkumma).

Soiche provisorischen Iwadochungen (Vaschläge) hod ma aa auf mittloitalichn Großbaustön aufbaut. Auf mittloitalichn Doastöllungen siecht ma Staametzn und Zimmara unta aafoch vaspauntn Zötplanen und Flugdächan oawatn. So is ned nua de Bezeichnung Hittn fia Bauhittn entstaund, sundan aa de Begriffe Gloshittn, Ziaglhitten, Koichhittn und so weida.

Ausbüdung in da gotischn Bauhüttn

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In da gotischen Bauhüttn hod da Ausbüdungsstaun aan Gipfe eareicht. Es hod a gaunze Reih vo vaschiedanen Ausbüdungsstufn gem:

Hittndiena (Leahlinge)

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Da Leahling hod mindastns 14 Joa oid und tauft sei miassn. Seine Ötan hom miteinanda vaheirat sei miassn. Bei da Aufnaume vom Lehrling is a Biagschoft vo 20 Gulden valaungt wuan. Ba Obschluss vo da sechsjäarign Ausbüdung is des Göd saumt aana Vagütung zruggzoit wuan. Waun de Leah obbrochn wuan is, is des Göd aun de Bauhittn gfoin. „Erst auf der Speyerer Tagung von 1464 wurde die Lehrzeit auf fünf Jahre verkürzt und dee der Maurer auf drei Jahre.[2] Waun a „Diena“ ba da Maurerzunft scho a Leah obgschlossn hod, is de Leahzeit auf drei Joa vakiazt wuan.

Mit da sognenntn Ledigsprechung is da junge Staametz zum Gsön wuan, hod sei Staametzzeichn eahoidn und is in de Bruadaschoft aufgnumma wuan. Ea hod des geheime Zuareiseritual beibrocht kriagt, mit dem wos a si auf oin Bauhittn ois Mitglied ausweisn hod kena. Vo dem Dog aun hoda a Mitsprocherecht bei organisatorischn Entscheidungen und in da Rechtsprechung vo da Bauhittn ghobt. Es woa eam freigstöd, ob a in aana Hüttn Orbat suachn, auf Waundaschoft gäh oda ois Kunstdiena weidaleana hod woin.

De Waundagsön woan des Bindeglied zwischn de aanzlnan Bauhittn. Dena Gsön is freigstaundn jedazeit zan Lohnobmd oda zan Saumstog sein Obschied z nehma. Nua waun a Gsö in Winta iwa ba aan Masta eigstöd woa, soit a aa „bis Johanni“ bleim. Waun a Gsö in ana Bauhittn ka Orbat gfundn hod, so soitn eam da Masta und de Gsön, de wos in Orbat woan, untastützn.

A Gsö, dea wos nia gwaundat is, oiso ned auf vaschiedanen Bauhittn gorbat hod, ho a ka Parlier ned wean kena.

Waun a Staametz vo da Bauhittn amoi Parlier wean hod wuin, daun hoda scho auf Waundaschoft gwen sei miassn und si zwaa Joa ois Kunstdiena gorbat hom. Um a Kunstdiena z wean, woa a obschlossand Leah eafoadalich und a Mitliedschoft in da Staametzbruadaschoft. Ois Kunstdiena is da Staametz in de hächan Kunstfeatigkeitn eigfiaht wuan, wia beispüsweis Konstruktion, Büdhauarei und Proportionsleahre. A Kunstdiena hod vom Maasta jedazeit ois Parlier eingsetzt wean kenna. Fia de gleistete Orbat hod da Maasta an Kunstdiena voi bezoin miassn.

Draate Fialn mit Krabbn vom Anton Pilgram

De Laubhaua woan Gsön, de wos drauf spezialisiat woan, de Blattln auf Kapitön und de sognenndn Krabbn (bogane Blattln) z haun. De Gsön san bessa bezoit wuan.[3]. De Spezialisiarung is eascht ob Mitte vom 15. Jh. nochweisboa.

No heit wiad da Voaorbata aufm Bau "Polier" gnennt. Des kummt woascheinlich vom franzäsischn "parler" (redn). Da Parlier is zwischn Masta und Gsön gstaundn. Ea hod Aunweisungen weidagem und de Orbat iwawochn miassn. Ea hod in da Fruah ois easchda ba da Orbat sei miassen und ea woa da letzte dea gaunga is. Ea hod an Masta vatretn.

Ob Staabüdhaua iwahaupt a eigana Beruf in de Hittn gwen san, woa längare Zeit umstrittn. Im Weak vom Binding findn si owa Hiweise auf Staabüdhaua in de Hittn: „1418 […] findet sich im Ulmer Rechnungsbuch erstmals die Bezeichnung bildhower, dem 5 guld an ainen künftigen Bild gem wean; 1419 wird eben diesem maister hartmann geben um zway bild 20 gildin und dez bildhowers knecht geben 6 sch. ze Drinkgeld“ und 1420 dem bildhower geben 7 lib. um die zwelff botten un um unser frowen.[4] Im Weidan wiad festghoidn: „Der Bildhauer hat im 15. Jh. nach der Steinmetzlehre und einjährigen Wanderschaft noch einmal ein bis zwei Jahre bei einem Meister gelernt und war somit höher qualifiziert als der Steinmetz.[5]

A greglde Maastaausbüdung hods ned gem. Waun ma ausgleant woa (meistns ohne Prüfung), hod ma mindastns a Joa auf Waundaschoft gäh miassn. Danoch hod da Maasta an Gsön zum Parlier mochn kena oda zwaa Joa ois Kunstdiena oda Maastaknecht eisetzt deafn. Dabei hod ma Entwuafs- und Konstruktionstechnikn leana und büdhauerische Featigkeiten eaweabn miassn. Offane Maastastön hods in de Hittn ned gem, dafia hod ma si an an Bau beweabn miassn.[6]

Aa Maastaprüfung im heitign Sinn hods aa ned gem. De Aunstöllung ois Maasta bei an Bauprojekt woa vom guadn Ruf und vom Können obhängig. De Auftrogeba, wia beispüsweise Fiaschtn und Bischöfe, hod iwa de Austöllung ois Maasta entschiedn.

Da Maasta woa am Bau de obaste Autorität. Gsön und Parliere hom gehorsam sei miassn und ea hod a des letzte Woat ghobt, waun in da Hittn a Richtspruch eafoadalich woa.

Bauhittn heit

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Schriftzug vo da Kölna Dombauhittn in Basaltlava

Bauhittn gibts aa heit no in da Schweiz, in Deitschland, in Österreich und Frankreich. De heitign Bauhittn befossn si nua mit Instaundhoitungsorbatn. Dabei wean voa oim oide staanane Weakstickln gsichat, repariat oda nei gmochd. Je noch Staamaterieu bzw. je noch Vafoi wean neie Technologien, wie beispüsweis Hydrophobiarungen, fia de Staakonserviarung eigsetzt. Voa an Einsotz vo bauchemischen Mittln wean umfaungreiche Untasuchungen vo Spezialistn duachgfiaht.

  • Karl Friederich: Die Steinbearbeitung in ihrer Entwicklung vom 11. bis zum 18. Jahrhundert, Augschburg 1932 (Reprint Ulm 1988)
  • Günther Binding: Baubetrieb im Mittelalter, Darmstadt 1993
  • Carl von Heideloff (Hrsg.): Die Bauhütte des Mittelalters in Deutschland, Nürnberg 1844
  • Alfred Schottner: „Die Ordnungen der mittelalterlichen Dombauhütten“ Münster; Hamburg 1994

Eiropa

Deitschland

Frankreich

Österreich

Schweiz

Sonstige Informationen

  1. Johann Wolfgang von Goethe: Kunst und Alterthum am Rhein und Mayn. 1. Heft; 1816; etwa auf der fünftletzten Seite
  2. Günther Binding, Baubetrieb, Seite 292, 'siehe Lit.
  3. Günther Binding: Baubetrieb, Seite 291, 'schau Lit.
  4. Günther Binding: Baubetrieb, Seite 291, 'siehe Lit.
  5. Günther Binding: Baubetrieb, Seite 294, 'siehe Lit.
  6. Günther Binding, Baubetrieb, Seite 292, siehe Lit.