Hermann Leopoldi

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Hermann Leopoldi (* 15. August 1888 in Gaudenzdorf, heit Wean, Meidling; † 28. Juni 1959 in Wean), gebuan ois Hermann "Hersch" Kohn, woa a legendeara Weana Komponist, Kabarettist und Humorist.

Da Leopoldi woar ana vau de gfeiatstn Komponistn und Pianistn vom Weanaliad und vaum Schloga vau de 1920a, 1930a, 1940a und 1950a Joa[1]. Ea söwa hod si ois Klaviahumorist bezeichnet.

Lem[VE | Weakln]

In easchtn großn Auftritt hoda 1916 im Ronacher ghobt. Sein Duachbruch hoda in de 1920a Joa dalebt. Do hoda aa sein Nochnaum aufn Künstlanaum vau seim Voda gändat ("Leopoldi").

Im Aprü 1938 is da Leopoldi ois Jud in KZ noch Dachau kumma und späda noch Buchenwald. Do hoda in "Buchenwälder Marsch" komponiat (Text vau Löhner-Bedai).

Buchenwälder Marsch (Auszug)
O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen,
Weil du mein Schicksal bist.
Wer dich verließ, der kann es erst ermessen
Wie wundervoll die Freiheit ist!
O Buchenwald, wir jammern nicht und klagen,
Und was auch unsere Zukunft sei -
Wir wollen trotzdem "ja" zum Leben sagen,
Denn einmal kommt der Tag -
Dann sind wir frei!

Noch 9 Monatn Hoft is a vau seina Frau vau de Nazis freikauft wuan. 1939 is a daun iwa Hamburg noch New York kumma. Scho boid hoda in da Exilantnszene vau da Stod mit seine Weanaliada Eafoige gfeiat. Im „Eberhardts Café Grinzing“ hoda bei dea Glegnheit de Helly Möslein kenna gleant, sei spädare Bühnen- und Lemsgfeatin.

Mit seim Wean-Image woara in New York so populea, dass a am Broadway sogoa a Roin ois Sigmund Freud gspüd hod.

Textbeispü[VE | Weakln]

Schnucki (Auszug)
Schnucki, ach Schnucki,
foahn ma noch Kentucky!
In de Bar Old Shatterhand,
do spüd a Indianerband!
Daun in de Pampas
auf zwa Floschn Schampas.
Um hoiwa ochte geht da Zug!
Ich hab gesprochen! Hugh!

Weak (Auswoi)[VE | Weakln]

Da Lepoldi hod hundate Liada komponiat, z.B.

  • In einem kleinen Café in Hernals (Text: Peter Herz)
  • Am besten hats ein Fixangestellter (Text: Peter Herz)
  • Der Krankenkassenpatient (Text: Hanns Haller)
  • I´ bin a stiller Zecher (Text: Salpeter)
  • Beim Hauer in der A´nschicht (Text: Rudolf Skutajan)
  • Schnucki, ach Schnucki (Text: Rudolf Skutajan)
  • A guater Tropfen, so dreimal täglich (Text: Salpeter)
  • I bin a unverbesserlicher Optimist (Text: Robert Katscher und Erwin W. Spahn; Musik gemeinsam mit Robert Katscher)
  • Die Novaks aus Prag (Text: Kurt Robitschek)
  • Schön ist so ein Ringelspiel´ (Text: Peter Herz)
  • Powidltatschkerln (Text: Rudolf Skutajan)
  • Heute spielt der Uridil (Text: Robert Katscher und Hermann Leopoldi, Musik: Oskar Steiner und Oskar Virag)
  • 35 Groschen ... (Text: Erwin W. Spahn)

Wiadigung[VE | Weakln]

„Wenn ich mich an Hermann Leopldi und Helly Möslein erinnere, so denke ich zuerst an die Zeit in New York während des Krieges, wo ich sie durch Robert Stolz kennengelernt habe.
Leopoldi war für uns alle irgendwie ein Wesen von einem anderen Stern, hatte er doch das Grauen der KZ-Lager von Buchenwald und Dachau dank einer an Wunder grenzenden Rettung überstanden.
Den Glauben an das Gute im Menschen hat er sich bewahrt und ist ein Optimist geblieben, der vielen in schwerer Zeit Mut und Zuversicht geschenkt hat. [...]
Hermann Leopoldi war ein grandioser Pianist mit internationalen Erfolgen, der dem Klavier die wunderbarsten Töne entlocken konnte, und Helly Möslein begeisterte als äußerst einfühlsame Sängerin.
Beide haben sich in ihrer Kunst ergänzt und waren ein höchstprofessionelles Paar, das alle Möglichkeiten für eine große Karriere in Amerika hatte. Aber, wie genau so wie bei Robert Stolz, war auch bei ihnen das Heimweh stärker, und die Rückkehr nach Wien, in die geliebte Heimat, von der sie so lange träumten, bedeutete ihnen mehr als Ruhm und Erfolg in der Fremde. In seinen Liedern lebt bestes, unverfälschtes Wienertum“. (Einzi Stolz)[2]

Beleg[VE | Weakln]

  1. Hermann im Austria-Lexikon
  2. aus: Hermann Leopoldi und Helly Möslein. „In einem kleinen Café in Hernals ...“ Wean 1992; leicht kiazt.

Literatua[VE | Weakln]

  • Hans Weiss, Ronald Leopoldi (Hrsg.): Hermann Leopoldi und Helly Möslein. „In einem kleinen Café in Hernals …“. Eine Bildbiographie. Mit einem Werkverzeichnis von Vladimira und Hans Werner Broußka. Edition Trend S, Wien o. J. (1992), ISBN 3-7015-1001-6.
  • Franziska Ernst: Hermann Leopoldi: Biographie eines jüdisch-österreichischen Unterhaltungskünstlers und Komponisten. Diplomarbeit an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, 2010 (Online-Version)
  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 4. Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 32f.
  • Rudolf Flotzinger (Hrsg.): Oesterreichisches Musiklexikon. Band 3. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7, S. 1258.
  • Christian Klösch, Regine Thumser: »From Vienna«. Exilkabarett in New York 1938 bis 1950. Picus, Wien 2002, ISBN 3-85452-463-3, S. 31f.
  • Ronald Leopoldi (Hrsg.): Leopoldiana. Gesammelte Werke von Hermann Leopoldi und 11 Lieder von Ferdinand Leopoldi in zwei Bänden. Doblinger, Wien 2011, ISBN 978-3-902667-23-6 (Beiträge zur Wiener Musik Band 2, hrsg. vom Wiener Volksliedwerk).

Im Netz[VE | Weakln]