Johanneskirche Unterlaa

Aus Wikipedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der Artikl is im Dialekt Weanarisch gschrim worn.
Johanneskiach'n Unterlaa (2011)

De Kiach'n St. Johann zu Unterlaa (Johanneskiach'n) is a remisch-katholische Kiach'n im Beziaksteu Unterlaa vom 10. Weana Beziak Favoritn. Es wiad aug'numma, dass de Johanneskiach'n ane von de öitast'n, waunn net sogoa de öitaste Kiach'n vom heitich'n Wean is, weu de hochmitt'loitalich'n Bauteu mindast'ns in's easchte Dritt'l vom 11. Joahrhundats z'ruckreich'n kennt'n. Se is a Filialkiach'n von da Pfoakiach'n Oberlaa.

G'schicht'[VE | Weakln]

Da easchte Kiach'nbau, dea wo doda g'wes'n is, woa vamutlich a Temp'l aus da Remazeit, a Hoizbau auf an massiv'n Staafundament. Dass a Temp'l g'wes'n is, wiad drum aug'numma, weu rundumadum im Kraas fünf aundare Bauweak woa'n und aussadem woa'r a Hauseck'n nåch Noad'n ausg'richt'. A Hauseck, des wås nåch Noad'n zagt, soittat de bees'n Geista vajauck'n - so san in dera Geg'nd aa de aunda'n Temp'l baut g'wes'n.

De easchte Kiach' is daunn vamutli von Mönch' auf da gleich'n Stöi baut wua'n, damit da heidnische Temp'l sozusåg'n christlich wua'n is. Drum liegt de Kiach'n aa so weit aussahoib von da Uatschåft. De fünf Gräwa, de wo bei de Ausgråwungan von 1974 in da Kiach'n g'fund'n wua'n san, kenntat'n de daumålich'n Bauleit' oda Priesta g'wes'n sei. Des easchte Bauweak is a g'wehnlicha Raum g'wes'n, späda is daunn da Chor dazuabaut wua'n.

1272 is de Kiach'n von de Johannita-Ritta üwanumma wua'n und drum is aa da Schutzpatraun da heuliche Johannes. 1272 is a Hospiz baut wua'n, damit de Johannita, so wia's in eahnan Statut seht, Kraunke pfleg'n hau'm kenna (eahna oida Nauman is jå drum Hospitalita-Ritta g'wes'n). Des Hospiz is vamutli 1465 zasteat wua'n. In da Barockzeit is de daumois zwaasteckiche Hospitalkiach'n wiedarum umbaut wua'n, späda is daunn da – nåch Johannitabrauch – åchteckate Chortuam dazua kumma. Auf'n Tuam kaunn ma des Maltesakreiz sehg'n - Maltesa is da spädare Nauman füa de Johannita.

Kiach'n mit da Heulich-Gråb-Kapöi'n rechts im Büid (2015)
De Kiach'n 2002 mit de Ausgråwungan; im Vuadagrund des klaane Museum

Wäahrend da Zweit'n Weana Tiaknbelågarung (1683) is de Kiach'n zum greßt'n Teu zasteat und 1686 daunn wiedarum aufbaut wua'n, owa desmoi mit an Launghaus ois Hauptraum. De Sakristei gibt's seit 1779. De Einrichtung staummt aus'n 17. Joahrhundat, des große und bemeak'nsweate Oitoakreiz is von 1678.

Direkt neb'n da Johanneskiach'n steht a Heulich-Gråb-Kapöi'n, nåch'n Vuabüid von dera in Jerusalem. Se is um 1700 baut wua'n und zwoa aus'n gleich'n Grund ois wia'r aundaswo de Kalvarienbeag', nämli z'weg'n da Jerusalem-Sehnsucht von de Gläuwich'n. Den Bauauftråg hat da daumåliche Bischof von Wean, da Leopold Graf Kollonitsch, nåch da Zweit'n Tiaknbelågarung, geb'n. Drinnan gibt's an Vuaraum und de eigentliche Gråbkaumma mit ana Korpusnisch'n aun da Nordwaund. In dera Nisch'n liegt a Christusfigua.[1][2]

Seit de 1960ga Jahrl'n wea'n Gråwungan in und um de Kiach'n g'måcht. Rund um de Johanneskiach'n und in „Johannesberg“ auf da aundan Stråss'nseit'n san Siedlungan ausgråb'n wua'n, de a Besiedlung scho von da Uazeit au beweis'n. Neb'n Fund' aus da Hallstattzeit und da Jungstoazeit san Rest' von ana Remazeit-Siedlung freig'legt wua'n. De remische Siedlung woa'r aum Johannesbeag, da dazua g'heariche Friedhof woa rund um de heitis´che Johanneskiach'n. Es san Rest' von an remische Mületäalåga und von ana villa rustica, ana Laundvilla, aus'n 4. Joahrhundat vuahaund'n. De easchte Siedlung aus'n 1. Joahrhundat is zasteat wua'n, waunn, is unbekaunnt, owa da Gråbstaa von a Kelt'n naumens Devomarus[3] und seina Famüle beweist, dass aa weidahin duat'n g'wohnt wua'n is.[4]

A klana Schauraum is in an Häus'l glei bei da Kiach'n vuahaund'n, ea wiad vom Beziaksmuseum Favoritn betreit.

Literatua[VE | Weakln]

  • Werner Schubert: Favoriten, Verlag Beziaksmuseum Favoritn, Wien 1992; S. 35-37.
  • Christine Klusacek/Kurt Stimmer: Favoriten. Zwischen gestern und morgen, Mohl Verlag, Wien 2004, ISBN 3-901781-38-1; S 192-193.
  • Maria Kinz: Lebenswertes Favoriten, J&V Edition Wien, Wien 1992, ISBN 3-85085-083-0; S. 28-29.
  • Leopold Teifer: Die Bauern in Oberlaa, Unterlaa und Rothneusiedl, Landwirtschaftliches Casino Oberlaa (Hsg.), Wien, November 2011.

Weblinks[VE | Weakln]

 Commons: Johanneskirche (Unterlaa) – Sammlung vo Buidl, Videos und Audiodateien

Beleg[VE | Weakln]

  1. Maria Kinz: Lebenswertes Favoriten, S. 41.
  2. Leopold Teifer: Die Bauern in Oberlaa, Unterlaa und Rothneusiedl, S. 157,
  3. da Text auf dem Staa is: DEVOMARO…/CI FI(LIO) A(NORUM) LXX…/EO DEVOM[ARI F[ILIO] AN(NORUM)]/XX ET VIC[CO DEVOMARI]/FI(LIO) MONEM[A…]/SI FI(LIA) CONIUG[I ET FIL(IIS) ET]/SIBI VIVA F[AC(IUNDUM) CURAVIT] = Monema setzt ihrem mit 70 Jahren verstorbenen Gatten Devomarus und ihren Söhnen, von denen der eine 20 Jahre alt wurde, diese Tafel. Dea Staa, dea wo früacha in da Kiach'nmaua eig'mauat g#wes'n is, ist jetzt'n im Beziaksmuseum Favoritn (Werner Schubert: Favoriten, S. 15-16; Maria Kinz: Lebenswertes Favoriten, S. 8.)
  4. schaug nåch bei Villae rusticae in Unterlaa und Lainz

48.13216.420388888889Koordinaten: 48° 7′ 55″ N, 16° 25′ 13″ O