Koistoa

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Der Artikl is im Dialekt Reichahoiarisch gschrim worn.
Aussicht vo da Amalienruah auf Koistoa

Koistoa (dt.: Karlstein) is a Ortsteil von Reichahoi und war bis zur Eingmeindung im Mai 1978 a eignständige Gmoa.

Log[VE | Weakln]

Koistoa liegt im Westn von Reichahoi, direkt am Staffa, am Zwiesl, am Kranzlstoa und am Muinaheandl und geht bis nauf hintern Thumsee bis zum Antoniberg. De Saalach trennt Koistoa – außa da Kasern, de ghert seit 1. Juli 1937 zur Stod – vo Reichahoi.

Gwässa[VE | Weakln]

Da Thumsee im Heabst

Oins da wichtigstn Gwässa is da Thumsee. Wenn der im Summa warm gnuag is, geht ma do gern zum bodn hi. Do kemmans sogar von Estareich umma, weils so sche is. Und wenns im Winter lang gnuag koid is, ko ma do a goad Schlittschuahfahrn oda Eisstockschiaßn.

Fast no wichtiga wia da Thumsee is da Listsee. Der See is zwar kloa und bodn konn ma a ned, aber von de Quelln rund um an Listsee kimmt des meiste Trinkwassa vo Reichahoi.

De Saalach lafft an Koistoa vorbei, da Kanal vom Saalachkraftwerk is aber direkt in Koistoa.

Bachal gibts aa a paar. Des san da Seeboch vom Thumsee, der späda Hosewasch hoaßt. In de Hosewasch lafft aa da Hammaboch nei, der vom Listsee nauslafft. Vom Muinaheandl kimmt no des Amerangbachl und vorn in Kirchberg de oide Kirchbergquelln, de ma bis vorn Easchdn Wejdkriag für de Kur dort hergnomma hod.[1]

Gschicht[VE | Weakln]

Dofe bei da Buag Koistoa
Bod in Kiachbeag um 1870 rum

In Koistoa ham scho in da Stoazeid Leid gwohnt.[2] Deshoib hoaßts a, Koistoa ko heid auf 4000 Jahr Siedlungsgschicht zruckschaun, de so a archäologisch bwiesn is.[3] Siedlunga warn zu der Zeit do, wo jetzt de Pankrazkirch und de Koistoana Ruin is, am Langacker und do wo jetzt de Fischzucht is. Nach da Urnenfelder- und Bronzezeit warns in da Eisnzeit de Kejtn und späda de Rema, de si in Koistoa niedalassn ham.[2] De Siedlunga warn groß, deswegn ham de Leid domois sicha scho gwußt wiavui Geid ma mit dem Reichahoia Soiz macha ko. Und weida drobn in Koistoa sans a de Hochwassa vo da Saalach auskemma.

Im Middloita hods in Koistoa an Haufa Buagn gebn, de de Peilsteina oda de Soizbuaga ghert ham. Des warn die Buag Koistoa – vo der ma heid no de Ruin oschaun ko –, de Buag Amerang, de Maut z’Koistoa, de Buag Vager, und de Buag Kiachberg.

Zwischn 1617 und 1619 hod ma de Soleleitung vo Reichahoi nach Traustoa baut. De is entlang am Muinaheandl aa durch Koistoa g’laffa. Vo de vier Brunnheisa san heid noch des Brunnhaus Fager an der Oidn Thumseestraß und des Brunnhaus Seebichl an der Straß zum Thumsee do. Vo de zwoa Brunnheisa im Nesslgrom is nix mehr do.

Bis ins 18. Joarhundad hods in Koistoa fast nur Bauern gebn. Ab 1713 is aber dann de Quelln vo Kiachbeag ois „Heilquelln“ historisch belegt, aber erst über hundad Joar späda – nämli 1822 – hod da Kurbetrieb in Kiachbeag langsam richtig o’gfangt.[4] Und deswegn steht aa de „Wiegn vom Kurort“ vo Reichahoi ned im Axlmannstoa sondan in Kiachbeag. Des Bod in Kiachbeag hods bis zum Easchdn Wejdkriag gebn. Dann hams dort a Lazarett eig’richt und nachm Kriag hod ma mitm Bod nimma weidado.

Am 15. Mai 1890 san de „Elektricitäts-Werke Reichenhall“ in Betrieb ganga. Des war des erschde Wechslstromkraftwerk in Deitschland und des erschde öffntliche E-Werk in Bayern.[5] Gspeist wordn is des Kraftwerk vom „Kiachbeaga Muiboch“. Der is am „Soizbuaga Wea“ – obahoib vom Triftwea – obzweigt wordn und hod fünf Muin in Kiachbeag otriebn. Des Kraftwerk war ungefähr do, wo heid de Kretabruckn is.

1899 hods a Hochwassa in da Saalach gebn, bei dem aa a Trum von da Luitpoldbruckn eigstürzt is.

Wia ab 1914 des Saalachkraftwerk in Betrieb ganga is, war im Kiachbeaga Muiboch koa Wassa mea und des oide Kraftwerk war nur no Dampfreserv und Trafostation.

Wia Reichahoi am 25. April 1945 vo de Amis bombardiert wordn is, is Koistoi guad wegkemma. Nur in Kiachbeag hods zwoa oda drei Heisa dawischt.[6]

Am 3. Mai 1945[7] ham a paar SS-ler de Luitpoldbruckn g'sprengt, weils gmoant ham, sie kanntn de Amis so aufhoitn. Am 8. Mai, kurz vor da Waffnruah, san am Kuglboch zwölf SS-ler von de Franzosn unter Jacques-Philippe Leclerc „nach einer kurzen Inaugenscheinnahme“ daschossn wordn.[8]. De Todn hod ma dann oafach flackalossn, erst drei Tag späda san Amis kemma und hams eigrobn.[8]

Nachm Kriag is in Koistoa nimma so vui passiert. Vui vo de Bauern ham aufg’head und ab de 60er Jahr is in Kiachbeag und Koistoa vui baut wordn, vor oim Wohnheisa und aa de neue Staatsstraßn. Am 1. Mai 1978 is Koistoa samt Kiachbeag, Nonn und Thumsee nach Reichahoi eigmeindt wordn.

Wappn[VE | Weakln]

Wappn vo Koistoa

Koistoa hod aa nach da Gebietsreform a eigns Wappn, des so seit de 1960er Jahr gibt. Es is a suibana, gehada Pantha auf am blauan Grund. Des is des Wappn da Peilstoana, die auf da Koistoana Buag warn.

Kuitur[VE | Weakln]

De „Kranzlstoana Karlstein e.V.“ san da Trachtnverein vom Ort und machan bei Auftritt und Preisplattln mit und machan alle paar Jahr a Trachtnfest.

Wos ganz b’sonders aber san de Koistoana Perchten. Des san „Scheeperchtn“, de ohne Maskn und nur mit am weißn Gwand, schwarze Haum und Kuaglockn laffan. Und aa sunst is ois genau festg’legt. Se deafan – mit da Perchtnmuadda – nur zwölfe sei, weil wenn a dreizehnta mitlaffa dad, waar des da Deife. Jeda von de Perchtn deaf ned vaheirat sei – ma sogt a „Jungherren“ dazua – und deaf nur zwölf Moi laffa.[9] De Perchtn laffan um drei Namittag beim Mesnerbauern weg und laffan dann kreiz und quer duach Koistoa vo Haus zu Haus bis dann am End beim Kuglbochbauan san. Ungefähr dreißg Kilometa sans und oft kemmans erst in da Friah bei Kugei o.

Sport[VE | Weakln]

In Koistoa gibts de „Schützengesellschaft Karlstein-Kaitl“, an „Eisstockclub Karlstein“ und an „Tauchclub Thumsee Reichenhall e. V.“. Da „Reichenhaller Tennisclub“ und da „1. Eisstock-Club Bad Reichenhall e. V.“ ham eanane Vereinsheima samt Sportplätz in der Nonner Au. Dort is a des Nonner Stadion mit am Naturrasenplatz.

Greßta Erfoig für an Koistoana Sportvarein is da Europamoastatitel bei de Eisstockmoastaschaftn in da Schweiz 1971. Da Holzner Dieter, da Kink Alois, da Scheidsach Manfred und da Strobl Harry vom EC Karlstein-Thumsee warn damois in Tarasp in da Schweiz de Bestn und ham den Titel hoambrocht.

Am Knogl – des is der Bugl glei beim Kugei – am Muinaheandl ko ma guad klettern, beide Huababuam warn aa scho do. De Routn, de da Alexander ois ersta und da Thomas spada klettert is hoaßn Shogun (XI-), Adrenalin (XI-) Headline (X+).

Sachan de ma si oschau soit[VE | Weakln]

Am scheenstn is in Koistoa de Natur. Ma braucht koan Meta mitm Auto fahrn und ko direkt vo dahoam oda vo da Untakunft aus losgeh. Staffa mit Reichahoia Haus, Zwiesl mit Zwiesloim oda auf de Heinbochoim san de üblichan Berggang. As Muinaheandl und da Kranzlstoa san zwar ned hoch, aber aa ned ungfährlich. Dafür ko ma bei da Heidi am Kuglbochbauan schee eikehrn. Am Thumsee ko ma im Sommer guad bodn, aa wenn da See mit seine um de 20 Grad für de meistn Leid z’koid is. As Saalachkraftwerk waar schee zum Oschaun, is aber nur olle paar Jahr zum „Tag des offenen Denkmal“ offn. Dafür ko ma mit da Predigtstuibahn as ganze Jahr über an Berg nauffahrn. De Buagruin vo Koistoa und as Pankrazkiachal san wundaschee und aa as Nonna Kiachal soit ma si moi oschaun. Im oidn Schlössl in Kiachbeag is jetzt a Pizzeria drin, da ko ma eikehrn wenn ma si des von außn o’gschaut hod. Und am Soleleitungsweg ko ma vo Reichahoi bis Traustoa geh.

Biacha[VE | Weakln]

  • Lieselotte Mertig: Vorgeschichtliche Siedlungsplätze im Gebiet des Karlstein bei Bad Reichenhall, Eigenverlag, Bad Reichenhall 1966
  • Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall. Ph.C.W. Schmidt, Neustadt/Aisch 2009, ISBN 978-3-87707-759-7, S. 30–54
  • Herbert Pfisterer: Bad Reichenhall in seiner Bayerischen Geschichte. Motor + Touristik-Verlag, München, 1988
  • Hubert Vogel: Vom viertausendjährigen Karlstein (Neuauflage in Geschichte von Bad Reichenhall, Anton Plenk KG, Berchtesgaden 1995)

Im Netz[VE | Weakln]

 Commons: Karlstein (Bad Reichenhall) – Sammlung vo Buidl, Videos und Audiodateien

Beleg[VE | Weakln]

  1. Georg W. Schöndorfer: Das Kirchberg-Schlößl in Bad Reichenhall und sein historisches Umfeld, Verlag A. Plenk, Berchtesgaden. Bad Reichenhall, 1992
  2. 2,0 2,1 Lieselotte Mertig: Vorgeschichtliche Siedlungsplätze im Gebiet des Karlstein bei Bad Reichenhall
  3. Hubert Vogel: Vom viertausendjährigen Karlstein
  4. Georg W. Schöndorfer: Das Kirchberg-Schlößl in Bad Reichenhall und sein historisches Umfeld
  5. Toni Schmidberger: Das erste Wechselstrom-Kraftwerk in Deutschland.
  6. Fritz Hofmann: Die Schreckensjahre von Bad Reichenhall, w.d.v.-Verlag, Mitterfelden
  7. Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall, S. 786
  8. 8,0 8,1 Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall, S. 788
  9. Perchtenlauf auf kranzlstoana-karlstein.de, abgerufen am 24. August 2019

47.72108212.850142Koordinaten: 47° 43′ 16″ N, 12° 51′ 1″ O