Krauthauhn

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Der Artikl is im Dialekt Ostestareichisch gschrim worn.
Krauthauhn
Lacerta viridis - couple 01.JPG

A Paarl Krauthauhna (Lacerta viridis) in da Wachau in Niedaestareich: obmat is Mandl, untarisch is Weiwal

Systematik
Ibaordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Famij: Echte Eidechsen (Lacertidae)
Unterfamij: Lacertinae
Goddung: Lacerta
Oart: Krauthauhn
Wissnschoftlicha Nama
Lacerta viridis
(Laurenti, 1768)

Da Krauthauhn (dt: östliche Smaragdeidechse, boar.dt.: Krauthahn, wiss. Naum Lacerta viridis) is a Reptü aus da Famülie vo de echtn Aadaxln (Lacertidae) und vuar oim im estlichn Middl- und in Sidosteiropa dahaam. In Kärntn kennd ma n no untam Naum Kuschka; a aundara Naum warat no greans Aadaxl. Ea is eng vawaundt mid da Gruenz; de zwaa Oatn san owa eascht im 1991a Joah aufgspäudlt wuan. Krauthauhn und Gruenz san zaumman de greßtn Aadaxl im boarischn Sprochraum. Duach sei greane Foab und sei Läng bis 40 cm is da Krauthauhn ans vo de auffölligan Aadaxl in Middleiropa.

Vabreitung[VE | Weakln]

De Hauptvabreitung geht vo Bayern, Estarreich, Tschechien, de Slowakei, Ungarn und de Ukraine iwa sämtliche Balkanstootn bis in de neadliche Tiakei eine. Klaanare, isoliade Populationan findt ma in Brandnbuag und, (ausgsetzt) in Bodn-Wiatmbeag. In Poin hods friacha aa so a poa klaane Vuakumman gebm, de wos owa meglichaweis ausgstuabm san. In Noadost-Italien gibts aa no an klaanan Laundstrich, wo se de Populationan vom Krauthauhn und da Gruenz mischn. In Kansas in de Vareinigtn Stootn is a eihgschleppt wuan.[1]

In Bayern kummt da Krauthauhn eha recht regionäu vua. Duatn findt ma n nua entlaung vo da Dona vo da Owaestarreichischn Grenz bis Passau.In Estarreich is a bedeitend heifiga. Ea kummt vastraad im gaunzn Donatoi vua, außadem aum Oipmostraund aun da Thermanlinie, im Buagnlaund, in da Siidsteiamoak und in wärmare Töla vo Kärntn. Klaanare Vuakumman san im Kaumptoi, aun da Thaya und in Osttiroi.

Wia man dakennd[VE | Weakln]

A Mandl
A Weiwal
A Jungs. De Untaseitn vaum Schädl is ausblaacht gööb

Mandl und Weiwal untascheidn si in da Foab net wiakli vo da Gruenz. Genaröö is da Krauthauhn oisa Ausgwochsana in easchta Linie höögrea mid recht feine, eihgsprenglte Tupfal. Is Mandl foid vuar oim in da Poarungszeid duach gaach hööblaue Stöön auf da auf da Seitn vaum Schädl und auf da Guagl auf. Owar aa öödare Weiwal san foiweis auf da Guagl leicht blau augfarwed, de kunnt ma unta Umständ mid an Mandl vawechsln, waumma net guat eihgschaud is. D Weiwal haum olladings oft no zwaa oda meah Straafn und a weng gräßare dungle Fleggn aufn Bugl. Außadem is da Schädl vo de Weiwal klaana und zoata wia dea vo de Mandln. Jungviecha san nochm Schlupgm aafowaig kupfabraun. Nochm easchtn Winta weans schee laungsam meah und meah grea und spoodasdns im drittn Joa sans ausgfarwet. Aundast ois wia bei da Gruenz hod a Jungs vaum Krauthauhn kaane gaach greagööbm Stöön auf da Seitn vaum Schädl und aum Hois. Bein Krauthauhn is des eha a ausblaachts Gööb. Des is aa des aanziche eißare Meakmoi, duach des si de zwaa Oatn mid Sichaheid ausanaunda hoidn lossn.

Lebmsraum[VE | Weakln]

Lebmsraum vom Krauthauhn: Weinbaulaundschoft aun da Thermanlinie bei Gumpoidskiachn

Im Noadn vo sein Vabreitungsgebiet findt ma in Krauthauhn vuar oim auf truckane, sidlich ausgrichte Häng. Wichtig fia eam is, dass d Laundschoft anaseits offane Stöön oda Fösn hod, woar a si in de Sunn flakn kau, owar aa dichts, niadas Gstrauchat, woar a si vasteckn kau, wauns entrisch wiad. Genau so guat fia des san owar aa offane Staanahaufn oda Trocknstaamauan. Aa no wichtig warat a lockare Eadn odar a Saund, wo s Weiwal de Eia vagrobm kau. Laundschoftn, auf de des zuatrifft, kenna sei z.B. Weigärtn, Woidrandln odar a truckane Haad. In Sideiropa und Vuadarasien is a olladings eha in de Beag und auf feichtlate Leitn dahaam. Im Zentrum vo seina Vabreitung, z. B.in Ungarn is ar aa oft goa net auf Häng, sundan in da Ewane dahaam. Auf jeden Foi braucht ar aa no an guatn Bestaund aun Insektna und aundare Gliadahaxla, weu des is sei Fuada.

Fuatpflaunzung und Aktivität[VE | Weakln]

De Mandl kumman glei nochdem dass da Schnee gschmoizn is aus de Eadlecha, wo s iwawintat haum. Spooda kräun de Weiwal aussa. Jungviecha kenna aa während das i Winta woam is, heraussd sei. Noch da Iwawintarung dans sa si amoi aufwarma und heidln. De Mandl bsetztn daun boid amoi Reviare, de wos gegn Konkuarentn vateidigt wean. Aum End vom Aprü oda Aunfaung Mai – je noch Weda – faungt daun de Poarungszeid au. Ba da Poarung söwa beißt zeascht es Mandln in Weiwal in Schwaaf. In dera Stöllung rennans a Zeid laung duach de Gegand. Eascht spooda kummt de Kopula. Oft kauns aa no a 2. Poarungszeid im Juni gem. De easchte Eioblog is zmeist aa im Juni. De Weieal grom fia des aa eigane Lecha, de wos 15-20cm tiaf san. Je ööda das de Weiwal san, umso mehra Eia lengs. Des kennan vo 4 bis 20 Stickln sei, da Middlweat is so umma 10. Noch ca. 100 Tog schlupfn de Jungan so geng Aufaung Septemba. In da Regl dauats so 200 Tog, bis das hoibwegs ausgwochsn san. Noch da 3. Iwawintarung sans gschlechtsreif. De ausgwochsanan Viecha ziang se ob Aufaung Dezemba in eanare Lecha zruck, wo dass iwawintan. De Jungan san oft no bis in Oktowa eine herausd, weu sa si no a Enagiereservn aufressn miassn.

Vawaundtschoft[VE | Weakln]

De Goddung Lacerta[VE | Weakln]

De Goddung Lacerta Linnaeus, 1758 woa friacha a seah oatnreiche Goddung, ma hod fost olle Oatn vo Aadaxl in Eiropa, Vuadarasien und Noadafrika einegnumma. In de letzn zwaa, drei Joazehnte hod ma de Riesn-Goddung aufglest und nua da Krauthauhn und seine nächstn Vawaundtn san iwabliebm. Nemb da Gruenz ghead do no is Zaun-Aadaxl (Lacerta agilis), media, is Iberische Greane Aadaxl, (L. schreiberi), is Kaukasiche Greane Aadaxl (L. strigata) und is große Greane Aadaxl (L. trilineata) dazu.

Untaroatn[VE | Weakln]

Traditionölle Taxonomie vo Gruenz (im Westn) und Krauthaun (im Ostn)

Noch traditionölla Taxonomie wiad da Krauthauhn in 5 Untaroartn aufgspäudlt. In wia weid de Untarortn in Zukunft no a so bleibm wean, is owa net gaun kloar (schau aa is nächste Kapitl)

  • Lacerta viridis guentherpetersi Rykena, Nettmann & Mayer, 2001
  • Lacerta viridis infrapunctata Schmidtler, 1986
  • Lacerta viridis meridionalis Cyrên, 1933
  • Lacerta viridis paphlagonica Schmidtler, 1986
  • Lacerta viridis viridis (Laurenti, 1768)

Da Krauthauhn-Gruenz Oatnkomplex[VE | Weakln]

Obstaummungslinian vo Krauthauhn und Gruenz (Lacerta viridis, Lacerta bilineata). Innahoib vom Krauthauhn gibts siebm genetische Linian

Noch da jetzign Auffossung vo da Fochwööd seid 1991[2] san Krauthauhn und Gruenz zwaa noh vawaundte Schwesta-Oatn, de wos se anaseids in Italien und Siidfraunkreich (Gruenz) ois aa Siidosteiropa (Krauthauhn) iahn Uasprung haum. Des Gaunze hod wos mit da Eiszeid z tuan. Duach des, doss de Uasprungs-Population vo de zwaa Oatn in da Eiszeit zeidweulich ausanaunda grissn wuan san, haum sa se aa ausanaunda entwigget. Doss zwaa vaschiedane Oatn san, hod ma iwan Vagleich vo genetische Distanzn vo Allozymprofüle und mitochondriale DNA-Sequenzn aussagfundn. Außadem hod ma Kreizungsexperimente gmocht, de wos zaagt haum, dass da Krauthauhn und de Gruenz untaranaund net 100%ig fruchtboa san, wos ois Argument fiar a Aufteulung in zwaa Oatn güüt. A Laundstrich im Friaul wiad momentan ois Mischzone zwischn de zwaa Oatn gseng.

Is Konzept vo Krauthauhn und Gruenz ois zwaa separiade Oatn is owa net vau olle Fochleid oiweu aunakaunnt wuan. Anige haum eha gmaant, doss ma de zwaa liawa ois Untaoatn seng soi. A neiche Studie[3] zaagt sogoa no a aundares Eagebnis, und zwoa, doss im Krauthauhn söwa no siebm genetische Linien (davo via Hauptlinien), vuawiegand aufm Balkan, gibt, de wos a so an großn Obstaund vaum Krauthauhn in Middleiropa haum wia de Gruenz. Vo da jetzign Untateulung in Untaoatn deafatn -nebm da Nominatfuam L.v.viridis- no de L.v.meridionalis und de L.v.guentherpetersi iwableibm, weu sa si mid jeweus ana vo de genetischn Linien deckn. Wia sa si mid n Rest weidaentwigget, ob do neiche Untaoatn beschriem wean, is bis dato nu net gaunz kloar.

Literatua[VE | Weakln]

  • Wolfgang Böhme (Hrsg.) (1984): Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Band 2/I, Echsen II (Lacerta). – Wiesbaden (AULA – Verlag). ISBN 3-89104-000-8
  • Antonia Cabela, Heinz Grillitsch & Franz Tiedemann (2001): Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Amphibien und Reptilien in Österreich: Auswertung der Herpetofaunistischen Datenbank der Herpetologischen Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien. Wien (Umweltbundesamt) ISBN 3-85457-586-6
  • Günter Diesener, Josef Reichholf: Lurche und Kriechtiere (= Steinbachs Naturführer.). Mosaik-Verlag, München 1986, ISBN 3-570-01273-5.
  • Kerstin Elbing: Die Smaragdeidechsen. Zwei (un)gleiche Schwestern (= Zeitschrift für Feldherpetologie. Beiheft 3). Laurenti-Verlag, Bielefeld 2001, ISBN 3-933066-09-3.
  • Silke Rykena, Hans-Konrad Nettmann, Rainer Günther: Westliche Smaragdeidechse – Lacerta bilineata Daudin, 1802. In: Rainer Günther (Hrsg.): Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. Gustav Fischer, Jena u. a. 1996, ISBN 3-437-35016-1, S. 558–566.

Beleg[VE | Weakln]

  1. Lacerta viridis in da Rotn Listn vo de gfäadatn Oatn vo da International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) 2006. Eingestellt von: Isailovic et al., 2005. Ogruafen am 12. Mai 2006
  2. Silke Rykena: Kreuzungsexperimente zur Prüfung der Artgrenzen im Genus Lacerta sensu stricto. In: Mitteilungen aus dem Museum für Naturkunde in Berlin. Zoologisches Museum und Institut für Spezielle Zoologie (Berlin). Bd. 67, Nr. 1, 1991, S. 55–68, doi:10.1002/mmnz.19910670108.
  3. Ellen Mahrzahn,Werner Mayer, Ulrich Joger, Çetin Ilgaz, Daniel Jablonski, Carolin Kindler, Yusuf Kumlutaş, Annamaria Nistri, Norbert Schneeweiss, Melita Vamberger, Anamarija Žagar, Uwe Fritz 2016: Phylogeography of the Lacerta viridis complex: mitochondrial and nuclear markers provide taxonomic insights. Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jzs.12115/abstract

Im Netz[VE | Weakln]

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