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Viakanthof

Aus Wikipedia
(Weidagloadt vo Viakanta)
Der Artikl is im Dialekt Owaöstareichisch gschriem worn.
A Viakanta im Mostviadl
Viakanta Sumerauerhof, Noadseitn. Vuan da Wiadschofdstrakt, hintnda Wohnteu
Meierhof vom Schtift Sankt Florian, Hohenbrunn (heid a Demeterhof, mid 230 Hekta)
Unreglmaßiga Viaseithof, Migei, Beziak Rohrbo. Modö, Freiliachtmuseum Sumerauerhof.
Sumerauerhof mid da Göplhittn, rechts des Haupttoa mid da Wognhalle

A Viakanthof, aa Vierkanthof oder Viakanta is a bsundare Form vo an Bauanhof. Se san im gaunz bairischn Raum auztreffn. Oba niagans so haiffi wia im niedaöstarreichischn Mostviatl und in Owaöstareich im Traun- und im Hausruckviatl. Se san scho recht wuchtige Auwesn, mid bis 365 Fensta (Viajohreszeidnhof, St. Florian). Se hom a Seitnläng vo umma 30m bis üwa 60m. De Greßtn hom a Hofflächn vo foßt an Hekta, des san uma 5000m².

De Baufuam hod se eascht schpot entwückid. De Höf woan zeascht Boahöf oda Hocknhöf und de Moastn san eascht noch da Bauanbefreiung umbaut woan. De Ödan woan woascheinli de Meiahöf vo de Kleschta und de Schtift und san so vo umma 1770 umbaut woan. Ogseng vo Tiroi und Vuaarlberg, wo de Bauan frei woan, hod in de aundan Kronlända vo Östarreich eascht Middn vom 18. Joahundat de Ohängigkeit, da Bauan vo de Grundherrn ( Kleschta, Adl, Klerus, reiche Städta..) laungsam aufkeat. Noch da Revoluzion vo 1848 is daun in Östareich des Feudalsystem komplet ogschoft woan. De meistn Bauanheisa san oiso escht noch da Bauanbefreiung, ob da Mittn vun 18 Joahundat oda aa eascht im 19. Joahundat umbaud woan. S`Fiabüd woan woascheinli de Kloschta- oda Schlessabautn, oba da Grund dafia woa owa aa a Wiatschoftliga. Ma hod ois in an Bau ghobd und woa a in da koidn Zeit im Innanhof voan Wedda bessa gschizt. Das mas zweng da Weahoftigkeit so baut häd, hoid i fia an Bledsin. Den ois Schuz voa de Ungarn oda de Panduan, do san de Haisl z`schpot umbaud woan. Und Zwoatns, homs jo a nu laung de Schtodlseitn ( Scheunenseitn) nua mid Hoizlottna ( Loawänd zweng an Heitrokna) zuagmocht ghobd. Und wia hed ma de Bretlwaund vateidign soin?

Schtruktua vom Viakanta

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Des bsundare Mekmoi vo de Höf is, das eana Fuam a Rechteck büt, mid via Eckn, es oiso a oanziga, rundum gschlossena Bauköapa is. Es gibt so ehnliche Bauanhöf, wia de Dreiseithöf, de Eispringa oda a Doppöeispringa, de reglmassign und unreglmassign Viaseithöf oder de offna Viaseithöf. Owa des san olle koane richtign Viakanta .

Weu de Bauan im eatrogreichn Oipnvualaund imma reicha wuan san, homs de oidn Höf umbaut. Se woitn a ois in an Heisl hom, dahea hods umma 1880 in Owaöstarreich rund 8500 Viakanta gebn. Bis in `Mittn von 20. Joahundat san nua umma 2000 dazuakema. Da Baufuascha Rudolf Heckl hods amoi "ois oane vo de erfoigreichstn Ghöftfuaman da Wöd bezeichnt."

De Seitn vo de Wohn- und Oawadsteu woan mid an tiafn Kölla untabaut. De Kölla san ois Vuarotsräum gnuzt wuan. Da hod ma de Eadöpfö glogat, des Kraut und Sauakraut, de eiglogatn Öpfi und Bian, de Müch und in Budda (Buddai), und aa des Gsöchte. Und gaunz wichti, aa de grossn Mostfassl.

Wohn-und Oawadstrakt

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De Bauanhaisa, de Wohn- und Oaweitsteu, woan mid zwoa Stockweak afbaut, de mid Tramdeckn odeud wuan san. Draf san Fischbödn glegt woan (fei grodkobite Hoizlottna). Owahoib von Wohnteu haums, am Dochbodn, af de Fischbretta aa Loambett aflegn miaßn, in den Loam san daun brennde Ziagln eiglegd woan. Fois da Dochschtui brennad woan is, daun woan de Wohnkaumman duach de Ziaglbodn bessa gschizt.

Des Doch woa mid Schtroh deckt. Af Ziagldeckung is ma eascht so uma d`Joahundatwend vom 19. afs 20. umgstiegn. Bei maunche Höf is da Schtodlteu no Heid midm Schtroh deckt.

Im großn Innanhof san d`Ross augschiat woan, Wagn be- und afglod woan. Ma hod aa iwan Hof ausn Stodl und aus da Wognhalle foan kena. Bei de greßan Viakanta is a aa Göplhittn im Hof gschtaundn, unta dea ma a bei an schlechtan Wedda Maschinan oschtön hod kena. Wichti woa a das a Brunn midm Beckn drinwoa. Wossa zan Rossoschwoam, oda zan Buzn.

Da Droad- oda Schüttbodn, untam Doch hod gmauade Wand und an Estrich oda Ziaglbodn kobt, ois Schuz vuam Maisfross. Maunche hom a nu Foiblech fua de Fensta zu de Droad- oda Schüttbodn ghobt. Ois Schutz vuan Funkflug oda an Dreg. Den da Eanteeatrog hod gschizt wean miassn und gaunz bsundas de Aussaat fias nagste Joa.

In Stodl hod mas Wintafuade fia d`Viecha glogad. Bei oanige Viakanta isa a heid nu ned gmauad, sundan es san de Wand mid Loawend ( Lattnwand) zugmocht. Wauns Megli woa, is de Schtodlseitn nochm Sidn hi ausgricht gwest, zweng da Sunnaseitn zan bessan Trikan vom Hei (em trickadn Gros).

De großn Viakanta midn meran Grund, san moast Meiahöf vo Schtift oda Kleschta gwest. Dahea woans a fria, nu befuas Viakanta wuan san, oft a fia aa klone Gegand da Zehenthof. Wo de aundan Bauan eanane Obgobn hibringa hom miassn. Dahea steht a nu maunchmoi a Zehenthaisal nebm dem Viakanta. Neman Hof woa a aa Haunfschtum zan Woimocha. Es kenan a Haisal fia de Eantehöffa a Wengal oseits gschtandn sei. Wia ma nu vom Funkflug mera Aungst ghobd hod, is a da Bockofn weida vom Viakanta weggwen. Jo, und bei de greßan Viakanta hod natiali a Kapön a ned föin deaffa.

Kaumman fias Gsind

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Ma hod zwoa scho Maschinan ghobt owa es woa de Oawad recht Aufwendi und zweng Dem hod ma a mera Deanstbotn brauchd. Bevua de Technisiarung af de Bauanhöf eigsezt hod, woan 1910 umma 20 Knecht und Mögd und dazua no eppa 10 Kloahaisla augstöd. Dazua san za de Eantn nu Saisonoawata aus de Kronlända keman. Zwegn Dem hods a aussahoib vom Viakanta Kaummanhaisl gem, zan Schloffa fia de Eantehöffa.

Da Rossknecht hod sei Kaumma glei neman Rossschtoi ghobd und dahinta haum de Rossbuam gschloffa. De Köchin woa in da Menschakauma glei nebn da Kuchi, den se hod jo scho zeidig auhoazn miassen. Dahinta san a de aundan Menschakaumman glegn.

Midm Schtaunganwogn sans bis Triest gfoan, nochan Zwoatn Wödkriag san mid eam aa de Glockn fias Kloschta St. Florian gfiat wuan.

Anan Beischpü vom Sumarauerhof. Dea hod a Grundflächn vo uma 3200 m², 50 x 64 m.

Zan Bwiatschoftn woan 98 Hekta. Dazua san nu 7,5 Hekta Woid und 6 Hekta Wiesn kema.
Es woan Keandl- und Heandlbauan, wobei de Keandln s-Eikumma brocht hom. Des Droad is weid wegga hi fakaft woan.
Bis noch 1870 is no mid 6 vuagspaunde Roß, Droad noch Triest brochd wuan. Am Zruckweg hod ma Kolonialwoan und Wein bis an de Dona mid affagnumma.

De Heandl-, oiso de Rindvecha hod ma zan eignan Nuzn gfuadat.

Ma hods ois Oxn, zan Ziagn vo de schwaan Wagn braucht und de Kiah fia d`Mülli und an Budda fias Gsind und a fia de Bauanfamüli.
Wos am Hof gessn und drunga woan is, hod ma söwa aubaut.

Beckarei

Bockn is, je noch Leid am Hof, olle zwoa bis drei Wochan woan. Und do san bis uma 70. Kg Brotloab bockt wuan.

Fleischarei (Mezgarei)

Zan Eignvabrauch san so uma zwoazg Sau und aa nu Fackln gfuadat wuan. De hod ma söwa gschlogn, puzt, zteud, vawuascht und gsöcht.

Mostmocha

De Öpfe und Bian san af de eignan Schtreiobstwiesna gwochsn. Des Obst is gwoschn und daun midm Rollnursch zmanschkad wuan. Aus da Meischn hod ma in Siaßmost mit de Zwaungpreßn aussadruckt. Vom Presshaus is da Mostsoft in den druntaligandn Mostkölla kema, wo ea daun zan Most reifn hod kena.

Fua da Mechanisierung hod ma ois Autrieb nu de Rössa ghobd. Obs in Göpl draht hom, de Wagn oda in Pflug zogn, des Hoiz ausn Woid gruckt hom. Dazua Hods stoake Rößa braucht. So san am Hof mindestens 8 Norika gschtaundn. Und fian Bauan seine Ausfoatn, midm Steirawagal, woa a nua a ungarischs Hoibbluad am Hof.

Fia schwarane Fuan und kuaze Schtreckn hod ma aa nu d`Oxn fiagschpaunt.

Gnua Hendln weans a ghobt hom. Sauan homa scho eawend.

Zua Zeid vo da Kaiserin Maria Theresia hods af den massign Hof nua 6. Müllikiah gebm und dazua a nu Koibm und Kaiwal, 6 Roß, 9 Schof und 9 Sau.

Ma hod domois nua fia d`Hofleid Mülli braucht. Fian Budda und fia d`Müllisuppn.
Mülli hod ma domois ned laung logan kena. Da Franz von Soxhlet hod jo aa eascht zan End vom 19. Joahundat de Sterilisazion vo da Müch entwückid. Escht danoch hod ma Moiknhaisa und nochand Moikareian baun kena.

Da ma am Aufaung vom 20 Johundat de pasteurisiate Mülli weida wega liafan hod kena, san a de Kiah am Hof mera woan. Bis zan easchtn Wödkriag woans scho uma 50 Müchkiah, und nu Koibm und Kaibal, owa ma hod a 13 Roß ghoidn.

Owa de Kia san owei nua danem heaglaffa, de Hauptsach woa des Droad.

Maschinan und Grät

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Friara hod mas Moaste nu händisch mocha miaßn. D`Wiesna und s`Droad san nu mid da Sengs gschniddn woan, s`Hei hod ma zan Vuatruckna midn Rechn gwendt, und s`Stroh hod ma med de Schlegln droschn.

Owa noch und noch san dazua Maschinan eafund woan. A Ealeichtarung woa do da Autrieb midn Göpl.
Do hod ma daun iwa Transmissionsream a Dreschmaschin atureim kena. Ois daun de Motorisiarung midm Lokomobü Eizug ghoidn hod, is nu leichta woan.

De Herrnbauan

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De Bauan vo de großn Viakanta hod ma a de Herrnbauan gnennd. Se hom an eignen Stand büt den ma quasi den Bauanadel gnennd hod.

Das wos ghobt hom des homs a zoagt.

1842 hod da Roasschriftstölla Johann Georg Kuchl üwa den gean bsuachtn Hof, Mayer in da Tann gschrim.

Ea hod se iwa de Feiandn Zimma gwundat, de offtmois nedamoi vo de Bauasleid bwohnt gwest san und a koane Gästzimma woan. Ma hod se de Zimma nua dafia ghoidn, das ma zoagn hod megn, wos ma se leistn ko.

Weida hod a gschrim :

So find ma beim Mayer in da Tann oanige vo möblidn Zimman im owan Stock.
Ma hod ma vazöt, wia weiland da Kaisa Franz midm russischn Kaisa Alexanda,
ois ea mid eam duri Owaöstreich gfoan is, Se a beim Mayer in da Tann eikeat san. Nua um in russischn Zar szoagn, wöche woihobndn Bauan Ea in sein Stoot hod.

In da Laudsgschicht is gschrim:

Des woan Bauan, de mid koan Hofrat in Wean tauscht hedn, de midn eignan Zeugl zua Kicha gfoan san und in da Westn de süwan Tola eiknöpft kobt haum.

Viakanta heit

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Des Dantlingergütl, Viakanthof vom Radinger Fraunz in Hermannsdoaf; Ewaschtoizö (Dt. Eberstallzell).

Wos ökonomisch oamoi a Idealfoi woa, is heid a Fassl mid koan Bodn. De Laundwiatschoft is stoak mechanisiat woan, des vüle Gsind und de Oxn und de Ressa brauchts heid neamma.

Oiso wean de meran Schlofkaumman und de grossn Schtoi fia d`Viecha neamma gnuzt und san eigendli nua a finanziö Belostung. Da muaß ma se nua amoi viaschtön, wos do oamoi neich Docheideckn kost.
Nebmanaunda zwoa Viakanta in Hermannsdoaf; Ewaschoizö (Dt. Eberstallzell), Hausruckviatl, Owaöstarreich.

Da jo de greßan Höf moaßt a nu untan Denkmoischutz schtengan is a aundare Nutzung oft nua recht Eigschrengd megli.

A boa Bauan biatn, ois Zuaafbessarung, Urlaub am Bauanhof au, oda hom an Reitschtoi eigricht. Vaoanzlt gibt’s a Seminaräum zan mietn.

Owa a große Ealeichtarung hod eascht a Endarung vom Hofbsshteiarungsrecht brocht.

Jezt is de Bauan a gstott, Teu vom Hof aa aun Fremdfiaman za vapochtn.

Und so hom se bei Oanign, in de Viakanta, Kloabetrieb olla Oat bei Ehna eigmiat und höffan so mid eanane Mietbeiträg den Bauan de Viakanta za dahoidn.

Des is a notwendi, den de bäualichn Kuituabautn san a Woazeichn insara Homat und zian und putzn unsa Landl oadandli af.

Ois 1971 de lezt Bsizarin gstuam is, hod des Laund Owaöstareich den Hof ghaft und a Freiliachtmuseum drausgmocht. Da Hof ligt im Moakt St. Florian, Beziak Linz-Laund und kead oiso zan Traunviatl.

Olle Joa wiad a aa Sundaausstöllung mid an griffign Thema vaaunschtoit.
Portal:Gschicht
  • Freilichtmuseum Sumerauerhof, Euler Andrea; Eigenverlag oberösterreichische Landesmuseen. ISBN 978-3-85474-267-8
Des is a beriga Artike.
Dea Artike is ois berig in de Hall of Fame (Ruhmeshoin) aufgnumma worn.