Weanaliad

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Des Schrammelquartett um 1890
Logo vom Weanaliad-Festival
Trio Wien aum Stadt.Fest.Wean 2009
De Extremschrammeln, Donauinselfest 2008

Es Weanaliad oda Wienerlied is a Liadoart, des wos aus da Stod Wean kummt. Des Thema is Wean oda es Weana Lemsgfüü, de Texte san meistns weanarisch. Des Weanaliad is a ziemlich anzigoatigs musikalisches und sozio-kuituarös Phänomen, a „Psychogramm“ vo da Weana Lemsoat, a Mischung aus Söbstvaklearung, Lemsfreid und Vafoi.[1]

Es gibt rund 60 - 70.000 Weanaliada. Davau wean heit no a boa hundat gsunga.[1]

Kennzeichn[VE | Weakln]

A bsundas Kennzeichn vaum Weanaliad is da Haufn vau chromatischn und harmonischn Variationen. Duach Tempoändarungen und theatralische Pausn wiad ban Singa Spaunnung eazeigt. Des tippische Weanaliad is im 2/4 oda 3/4 Takt gschriem. Da Rhythmus wiad oft gwexlt.[1]

Es Weanaliad is vaum musikalischn Aufbau dohea vü kompliziata wia aundare populeare Musi, wia Blues, Rock, Folk oda de boarische Voiksmusi. Deshoib is des scho ungwehnlich, dass des Weanaliad so beliabt wuan is. Vü Liada san in Wean sogoa ois Voiksgsaung etabliat.[1]

De oipmländischn, boarischn Wuazln vom Weanaliad san owa no eakennboa; zan Beispü de Melodik vom Landla oda de aussteazande Zwaastimmigkeit, de wos in da Iwaschlogstimm und in da Begleitung zan Ausdruck kummt.[2] Zan oipmländischn Element kummt im Weanaliad owa aa no de slawisch-ungarische Komponentn, a anzigoatige Melange aus siass und haab, aa im sprunghoftn Wexl. Und des imma mit an Aungzwinkan, mitn tippischn Weana Schmäh.[3]

Wuazln[VE | Weakln]

De Charaktaristik vom Weanaliad is aa duach de vaschiedanan Wuazln bestimmt:[4]

  • Kunstliad (z.B. Franz Schubert)
  • Liada vo de Voikssänga (z.B. Johann Baptist Moser)
  • Operettn und Varieté
  • Stroßenliad, Weaklmonna
  • Theatercouplet (z.B. Johann Nestroy, Ferdinand Raimund)
  • Voiksliada (boarisch, slawisch, ungarisch)

Gschicht[VE | Weakln]

Aunfaung und Hochzeit[VE | Weakln]

Da Begriff Weanaliad is eascht um 1850 enstaundn. Es woa a Foige vo da Vastäddarung (Urbanisiarung), weu ma s Voikstimliche und Uaspringliche, des Oid-Weana Lemsgfü, auf amoi vamisst hod.

De Wuazln vom Weanaliad gengan owa mindastns in de Zeit um 1700 zruck. De Liadasaumlung "Ehrliche Gemüthserquickung" vau 1686 wead efta ois de ötaste Saumlung bezeichnet. Des san owa no kaane Weanaliada im engan Sinn, mea studentisch-gsöllige Liada.[5]

Des Weanaliad steht vua oim in da Tradition vau de Voikssänga, Leiakostnspüla und Strossnsänga. Es hod owa aa Wuazln im Kunstliad (z.B. Franz Schubert), im Theatacouplet (z.B. Johann Nestroy), im Voiksliad, in da Operettn und im Kabarett. Da Uavoda vaum Weanaliad in seina heiting Fuam woa da Johann Baptist Moser. Mit eam hod a de Glaunzzeit vo de Weana Voikssänga augfaungt.[6] Ois easchta Weana Voikssänga güt owa da Marx Augustin, bessa bekaunt ois da liawa Augustin, dea.

De Hochzeit vom Weanaliad woa vaum End vaum 19. Joahundat bis in de 1930a Joa. 1885 is ans vau de bekauntastn Weanaliada entstaundn s Fiakaliad, vafosst vaum Gustav Pick. In de 1920a und 1930a Joa san de scheenstn Liada vau da Maly Nagl entstaundn, z.B. „I brauch’ ka schöne Leich’ …!“, „Mei Oide sauft so vü wiar i“.

Ob de 1950a Joa[VE | Weakln]

Nochm Kriag hod de Kabarettszene um im Gerhard Bronner s Weanaliad prägt, mit satirische Liada, Parodien und Persiflagen, de wos ned aufs goidane Weanaheaz ausglegt woan, sundan oft bittabes: z.B vaum Georg Kreisler („Der Tod muss ein Wiener sein“), Gerhard Bronner („Die alte Engelmacherin“) und Helmut Qualtinger („Der gschupfte Ferdl“ - de berihmte Coverversion vaum Liad vaum Gerhard Bronner).

In de 1970 Joa hods neichen Schwung fia de Weanaliad-Szene gem. Da gleantde Sänga und Jurist Eberhard Kummer hod vua oim s oide Weanaliad wieda populea gmocht. Von ana aundan Seitn san Künstler wia da André Heller, Roland Neuwirth oda da Mola (Vatreta vaum phantastischn Ralismus) und Jazzer Karl Hodina kumman. Letztara hod zum Beispüü mit eiganan Kompositionen und Textn schnö groose Eafoige gfeiat und wiad bis heit hochgschätzt. Sein Heagott aus Staa is sogoa scho zum Voiksliad wuan. Ea hod dobei aa a Gedichtl vom H. C. Artmann vatont (Fia d Erni).

Da Roland Leopold Neuwirth, dea wos si musikalisch im Blues vapflicht füht hod mit seine "Extremschrammen" Furore gmocht. Da Neuwirth spüd vua oim eigane Weake, hod owa aa in de 1980 Joa Oid-Weana Dänz ins Repertoire aufgnumma. Mit Wean- und Weinsöligkeit haum seine Texte nix z duan, dafia owa mitn Wuatwitz vau da Stehgreifbühne vaum 19. Joahundat, mit politischa und gsöschoftlicha Aktualität. In da Musi vaum Roland Neuwirth und seina Gruppm Extremschrammeln wean Elemente vom traditionön Weanaliad und da Schrammemusi mit Blues, Jazz, Rock und da Neien Voiksmusi vabundn. Da Horstl Chmela hod s Weanaliad mitn Schlogagenre kombiniat.

1994 hod s Weanaliadfestival Herz.Ton.Wien im Jahr 1994 stottgfundn und hod aktuölle Trends aufzagt: De Punkgruppn Dead Nittels mit iam Programm „Letzte Ausfahrt Simmering“ zum Beispü. Des Ausgaungsmaterieu woa dabei s Weanaliad, umgsetzt is ois Punkmusi woan. Nei woa domois aa s Kollegium Kalksburg mit ana Kombination aus traditionön Weanaliadan und sowa vafosstn Weana Chansons. Debütiat hod auf dem Fest s Legendäre Stadtbahnquartett mit ana Mixtur aus Frank Zappa Stümittln und Weanaliadgenre.[7]

Neichare Entwicklungen[VE | Weakln]

Seitn Joa 2000 gibts a jearlichs Festival zum Weanaliad: wean hean. Und 2008 is zan easchtn Moi des Festival echt:wien vaaunstoitet wuan. Do hods neman Weanaliad aa no Weanarische Literadua und Weana Kuchl im Programm. Da Hodina und da Neiwirth hom a zauman de kinstlarische Leitung vaum aúndan Weanaliadfestival wean hean inne ghobt.

Aa im 21. Joahundat kummt wieda frischa Wind in de Weanaliad-Szene. Neiare Komponistn und Gruppn pfleng s Weanaliad: s Kollegium Kalksburg, de Neuen Wiener Concert Schrammeln, de Strottern oda da Peter Ahorner beispüsweis.[1] S TrioWien spuit Weanliada im Swing-Stü. Mit Kontrabass, Akkordeon, Gitarre und 3stimmign Gsaung wiad gaunz ohne Elektrik Stimmung gmocht.

Instrumentarium und Instrumental-Musi[VE | Weakln]

De uaspringliche Besetzung fia de Begleitung vom Weanaliad woan woi: zwaa Geiga, a Harfenist und a Faggottist im Quartett (vgl. Stich vom Opitz, Ende 18. Jh., Herumziehende Musikanten in Wien). Um 1850 hod de neieafundane Kontragitarrn de unhaundliche Harfn easetzt.

In de 1880a Joa is des Instrumentarium vom Schrammequartett populea wuan: Zwaa Geign, Kontragitarrn und s "Picksiasse Hözl" (G-Klarinettn). Späda is des Picksiasse Hözl duach de "Quetschn" (Knepfeharmonika, aa Schrammeharmonika) easetzt wuan. A Duo aus Kontragitarrn und Quetschn hod ma "Packl" gnennt.

S Daunz-Repertoire vo de Schrammegruppm woan de "Oid Weana Danz". Duach an vazegatn Woiza-Rhytmus, dramatischn Pausn und Tempoändarungen ensteht so - wia ban Weanaliad - de tippische Weana Larmoyanz. Dazua kummt de Bsundaheit vo da "weanarischn" Geign is des "Schnofen" ("sul ponticello"). Dazua wiad da Bong gaunz noh am Steg gstrichn und so entsteht a Oat winslnda Ton.[1]

Beleg[VE | Weakln]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Wiener Volksliederwerk, Zum Wienerlied
  2. Elisabeth Th. Fritz, Helmut Kretschmer (Hrsg.): Wien Musikgeschichte. Teil 1: Volksmusik und Wienerlied. Bd. 6. S.213
  3. Elisabeth Th. Fritz, Helmut Kretschmer (Hrsg.): Wien Musikgeschichte. Teil 1: Volksmusik und Wienerlied. Bd. 6. S.216
  4. Wienerlied (austria-lexikon.at
  5. Wienerlieder (austria-lexikon.at)
  6. Elisabeth Th. Fritz, Helmut Kretschmer (Hrsg.): Wien Musikgeschichte. Teil 1: Volksmusik und Wienerlied. Bd. 6. S.184ff.
  7. Wienerlied 2003, a Studie zua Situation vaum Weanaliad

Literadua[VE | Weakln]

  • Elisabeth Th. Fritz, Helmut Kretschmer (Hrsg.): Wien Musikgeschichte. Teil 1: Volksmusik und Wienerlied. Bd. 6. Lit-Verlag, Wean 2006, ISBN 3-8258-8659-X.
  • Jürgen Hein (Hrsg.): Wienerlieder. Von Raimund bis Georg Kreisler. [Textsammlung], Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-018211-5
  • Neuwirth, Roland Josef Leopold, Hg.: Das Wienerlied. Wean: Paul Zolnay Valog 1999
  • Susanne Schedtler (Hg.): Wienerlied und Weanatanz (Beiträge zur Wiener Musik, Bd.1), Löcker Verlag, Wean 2004
  • L. Schmidt, Volksgesang und Volkslied, 1970; S. Lohr, Drum hab i Wean so gern, 1980.

Im Netz[VE | Weakln]