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Alexander Girardi

Aus Wikipedia
Alexander Girardi
Marie Geistinger und Alexander Girardi, 1894

Alexander Girardi (* 5. Dezemba 1850 in Graz; † 20. Aprü 1918 in Wean) woa a legendeara östareichischer Charaktadoastöla, Komediant, Couplet-Sänga und Operettntenor vau da Joahundatwende.

Girardi Denkmoi, aum Koalsplotz in Wean; zagt eam in ana vau seinen Paraderoin, ois "Valentin" in Der Verschwender vaum Ferdinand Raimund

Da Voda vaum Girardi woa Schlossa, dea wos vau Cortina d’Ampezzo noch Graz zong is, sei Muada a Steirarin aus Neidau. Ea hod a Leah ois Schlossa gmochd, hod si owa zua Schauspülarei hinzong gfüht. Ea hod bei ana Lainspügruppm mitgmocht, wo sei Talent daun entdeckt wuan is. Nochn Dod vo seim Vodan hod a si gaunz em Theata zuagwendt und is in vaschiedanan Provizbühnen auftredn.

Vau 1871 bis 1874 is a am Strampferschn Theata in Wean engagiat gwen und is do mit da Gallmeyer Josfin aum Aufaung in klanan Roin auftreten. Do is a noch und noch vom jungan Buffo und Gsaungskomika zum geniäun Charaktadoastöla greift. 1874 is a vau da Geistinger Marie und vaum Steiner Max auns Theater an der Wien engagiat wuan, wora 22 Joa bliem is und seine gresstn Eafoige gfeiat hod. Danoch is a auf oin wichtign Bühnen vau Wean auftredn und hod aa zoireiche Gostspü in Deitschland gem, vau Hamburg bis Berlin.

In wexlndn Engagements im Carl- und Raimundtheata, aum Deitschen Voikstheata und Theata in da Josefsstod, hod si sei Popularität im weida gsteigat - bis zum Girardi-Kult.[1]

Am Aunfaung vaum Easchtn Wödkriag hod si da Girardi ois Schauspüla zruckzong und is wieda noch Graz gaunga. Eascht aum End vaum Easchtn Wödkriag hod wieda a Roin aungnumma. Es woa sein Debüt aum Weana Burgtheata, und zwoa ois "Fortunas Wurzel" in "Der Bauer als Millionär" vaum Raimund. Des woa nua zwa Monat vua seim Dod.

Da Girardi hod ois Buffo und Gsaungskomika aungfaungt und hod späda vua oim aa in de in Wean so populean Stickln vaum Nestroy und Raimund Charaktaroin (z. B. den "Valentin" und den "Fortunatus Wurzel" vaum Raimund) gspüd. Ea hod aa in da Hochzeit vau da Weana Operettn mit de Komikaroin in dena Operettn vaum J. Strauß, K. Millöcker, E. Eysler und F. Lehár triumphale Eafoige gfeiat. Am End vaum 19. Joahundat woa ea da Theatastar vau Wean.[2] Da Girardi woar aa a geniala Interpret vau Weanaliadan, unta aundam hod a de Urauffiarung vaum Fiakaliad bei da 100-Joa-Feia vau da Fiaka-Zunft auf Weanarisch vuatrogn.

Zitat iwan Girardi

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Da Anton Kuh hod 1918 iwan Girardi gschriem:

"Raimundisch war auch sein Gesicht. Nicht so sehr in den Einzelzügen, als in seiner angeborenen Tragikomik darin, daß sich hinter seiner Spitzbüberei der Schmerz, hinter dem Schmerz die Spitzbüberei duckte, daß er in derselben Falte Spaß und Unglück stecken hatte. Wenn man es ruhig und unbewegt, mit den vorwurfsvoll-großen, ängstlich in die Welt erwachten Augen, der wie zu frühem Wissen ungnädig hineingeplatzten Knollennase und den domestikhaften-mokanten Lippenfalten vor sich sah, konnte man nicht glauben, dass seine verborgene Tragik ausgeschöpft sei. Sie hatte aber wohl in diesem Ausdruck gerade ihre Grenze. Eine Nuance mehr - und er wäre parodistisch zerflossen."[2]

Anekdotisches

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Da Girardi-Rostbrodn

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Da Girardi woa amoi zauman mitn Kaisa Franz Joseph I. bei da Schauspülarin Katharina Schratt einglodn. Bei da Zaumanstölung vaum Essn woa de Schratt in da Zwickmüh. Da Girardi woa ois Gemüseliabhoba bekaunt da Kaisa hod am liabstn Rindfleisch gessn. Zum Schluss is da Schratt a Idee kumma: Sie hod de Kechin aungwiesn, des Rinfleisch gaunz mit Gemüse zuazumdeckn, so dass ma vaum Fleisch nix mea gseng hos. Damit woa da Girardi-Rostbrodn eafundn, dea wos heit no beliabt is.[2]

De Psychiatrie-Reform im Kaisareich

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Da Alexander Girardi hod aa a Psychiatrie-Reform untam Kaisa Franz Joseph vauasocht. Sei Frau, de Odilon Helene, woit eam entmündign lossn und da Oazt Julius Wagner-Jauregg hod, ohne in Girardi zum seng, a Attest iwa sei aungebliche Geisteskraunkheit ausgstöd. Da Girardi is desweng in de Psychiatrie kumma. Nua zweng da Schratt Katharina, da Freindin vom Kaisa, is a entlossn und rehabilitiat wuan. Drauf is in da gaunzn Donaumonarchie a Psychiatrie-Reform duachfiat wuan, des wos so an Skandal easchweat hod.[2]

A Guldn vom Nestroy

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Da Girardi hod auf Wunsch vau seim Stiafvodan s Schlossahaundweak leana miassn. Und es is de Anekdotn eazöht wuan, dass a in jungen Joan amoi vom Nestroy an Guldn gschenkt griagt hod, weura eam an Reisekoffa mit an hinichn Schloss aufgmocht hod.[2]

Da Girardi-Huad

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Da Girardi hod bsundas gean an elegantn Strohhuad mit ana kuazn grodn Krempn trong. Mit da Zeit is dea Huadtyp zu seim Marknzeichn wuan. So woa da Girardi-Huad gebuan.[3] Da Girardi-Huad wiad aa heit no trong.[4]

Des Lem vaum Girardi is 1954 untam Titl Der Komödiant von Wien vafümt wuan. Da Schauspüla Karl Paryla hod in Girardi do a wiadigs fümisches Denkmoi gsetzt.[5]

In Wean gibts eam zu Ehrn a Girardigossen und an Girardipark mit an Girardi Denkmoi (1929 vaum Otto Hofer gmochd). In Graz gibts aa a Girardigossn und in Soizburg a Alexander-Girardi-Gossn.

  1. Stolberg-Wernigerode, Otto zu: Neue deutsche Biographie, Bd.: 6, Berlin, 1964
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Girardi auf austria-lexikon.at
  3. Da Girardi
  4. Der Garser Sommerfrische-Hut auf gars.at
  5. Der Komödiant von Wien in da Internet Movie Database
  • R. Engele, Damals in Graz. Eine Stadt erzählt ihre Geschichten. Styria Regional, 1. erw. Neiauflog 2011, ISBN 978-3701200788
  • R. Holzer, A. Girardi und das Theater an der Wien. Die Wiener Vorstadtbühnen. Österreichische Staatsdruckerei, Wean 1951.
 Commons: Alexander Girardi – Oibum mit Buidl, Videos und Audiodateien
Des is a beriga Artike.
Dea Artike is ois berig in de Hall of Fame (Ruhmeshoin) aufgnumma worn.