Brunn

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A Hausbrunn voa am Bauanhaus
A traditioneja Stoabrunn mit Dachl
A Brunnahaus in Jerusalem

A Brunn (dt. Brunnen, engl. water well) is a Gruam oda a Looch, oft mid an kloan Bauweak, wo ma s Grundwossa oda Quejwossa oozapfa duad. A Brunn ko oba aa a Zopfstej vo ana Wossaloatung sei.

Gschicht[VE | Weakln]

Dringwossa is fia olle Viecha lebnswichti. Wossaleecha woarn desweng zua oin Zeitn a zentrale Olafstej. Wann a Wossalooch ausdrickat, ziang d Viecha weida so wia ra d Nomadn.

Menschn hom si nua ibaroi do oogsiedld, wo s Dringwossa gem hod. Bevoa d Wossaloatung eihgfiaht woarn is, woar da Brunn da wichtigste Treffpunkt in jedn Doaf oda Stoddoal. Jedn Dog hod ma Wossa vom Brunn hoin miassn. Do woar imma wos los. D Weiwa hom do aa d Wäsch gwoschn, d Manna eana Pfeifal graucht und ma hod a weng gschwatzt.

Im Untaschied zan Wossalooch (= Quejbrunn) gheat zum Brunn moast a Foam vo Technik: Schepfa, Ziagmechanik, Pumptechnik, Loatunga usw.

Olle Houchkuituan woarn a Moasta im Brunnabau: Vo d Kinäsn iba d Babylonia bis zua d Rema.

Brunnatypm[VE | Weakln]

Quejbrunn[VE | Weakln]

De äidaste Brunnafoam is dea Brunn, wo duach a Quejn gspeist wead. Im oafochstn Foi nua mid am Stoakroas eihgfosst.

Ziagbrunn[VE | Weakln]

A Ziagbrunn bstäht aus am diafa Looch, entweda broad grobm oda eng boaht. S Wossa wead mid ana Windn oda Pumpm affe ghoit. Ban engan Brunnd iba a Roah.

Ziagbrunn san scho fia d Jungstoazeit nochgwiesn.

Artesischa Brunn[VE | Weakln]

Da artesische Brunn is aa a diafs Looch, wo s Grundwossa oozapft wead. Im Untaschied zum Ziagbrunn steigts Wossa owa duach an Iwadruck vo aloa af und muass net pumpt wean. Moast san oba Afstiegsloatunga valegt.

Qanat[VE | Weakln]

Qanat san untaiadische Bewässarungsstoin, wo mearana senkrechte Zuagangsschächt hom.

Stuafabrunn[VE | Weakln]

Stuafabrunn san a Kombination vo an Brunn mid ana Zistean. In da Rengzeit wean in Indien diafe Brunna aa ois Wossaspeicha gnuzt.

Ziabrunn[VE | Weakln]

Ziabrunn hom nua no a ästhetische Funktion. Moast weads Wossa iba a Umlafpumpm dauand wiedavawendt. Nua s Wossa, wo vadunst, wead nei zuagfiaht.

Da Brunn in da Mythologie[VE | Weakln]

Mythologisch gseng is da Brunn da Zuagang zua Groussn Muada und zua Ondaswejt. Im Märchen vo da Frau Holle beispuisweis kimmt d Goidmarie iban Brunn in de Ondaswejt vo da groussn Muadageddin Hulda (= Frau Holle). In da Psychologie vom C. G. Jung representiad da Brunn und d Quejn en Muadaarchetyp. Manche Psychoanalytika seng im Brunn en Gebuatskanal. Oiss meglichaweis vaschiedne Siachtweisn vom sejm Konstrukt.

So is meglichaweis aa d Legendn vom Jungbrunn entstondn, am Brunn, wosd imma wieda nei geboan weast. D katholische Tauf deafat domit aa vawondt sei, aa daduach gwinnt ma a neies Lebn. D Neigeboaranan in a heilige Quejn eihzdunga is scho a oida heidnischa Brauch in Eiropa gwen. In da germanischn Mythologie wead da Lebnsbaam Yggdrasil vom Urdbrunn gspeist, wo vo de drei Norna, Schicksoisgeddina, bewocht wead. D Muadageddin is a d Geddin vom Schicksoi und vom Glick. En Mythos vom Brunn bzw. da Quejn on da Wuazn vom Wejdnbaam gibts is an Hafa Mythologien in Eiropa und Asien.[1]

Da Kuit ums heilige Wossa heit[VE | Weakln]

Bis heit hoit si da Glam on heilige Quejn und Brunn, aa in Eiropa, aa in Bayern und Estreich. Am bekonntastn davo deafat d heilige Quejn vo Lourdes in Fronkreich sei. Z Bayern san voa oin d voui Ullrichsbrunnal ois heilige Quejn bekonnt.

Da Brunn in da heitign Doaf- und Stodgstoitung[VE | Weakln]

In da Doaf- und Stodgstoitung spuin Brunn bis heit a ibarogade Roin, obwois do moast d uaspringli Funktion vo da Wossavasoagung valoan hom. Praktisch gibts fost koa Doaf ohne Brunn und aa koan Stoddoal. Es gibt Dengmoisbrunna, Kunstbrunna, Springbrunna, Wossaspeia und mehra.

Da Springbrunn im Schlosspark Nymphenburg

Brunnabrauchdum[VE | Weakln]

Oustabrunn[VE | Weakln]

In Bayern gibts en Brauch, z Oustan en Doafbrunn aussazbutzn. Ban Brunnbutzn wead da Brunn mit ausblosan, bemoidn Oar, frischn Buxbaam und Feichtn- oda Tannagrea heagricht. Zun Bindn wean foarbige Papierbandln vawendt, oft kunstvoi gflochtn. Dozua keman oft no Bleaman aus Freid ibas Fruahjoar und Poimkatzal ois Symboi fia Xundheit. D wahadn, buntn Bandln soin d Wintageista vatreim. D Oar und d frischn Zweigal symbolisian Fruchtborkeit.

Oustawossa[VE | Weakln]

Jungfraun hoin s Oustawossa. A Buasch vasuachts Diandl zan Redn z bringa. Domit waa d magische Wiakung vom Oustawossa futsch gwen.

Oustawossa woar uaspringli s Wossa, wo ma in da Oustanocht ausn Brunn oda ana Quejn gschepft hod. Dees is a oida Brauch gwen, ba dem voa oim Jungfraun s Wossa hom hoin miassn. Dobei homs af koan Foi wos redn deafa. Nua so hod s Oustawossa sei magische Wiakung behoidn. D junga Manna hom oba imma vasuacht, d Diandln zan Redn z bringa. Om Bestn fia d Diandln woar, wonns ban Wossahoin goar net gseng woarn san. De Wossa is a magische Wiakung zuagschriem woarn; fia d Xundheit, fi d Liab und fia d Fruchtboarkeit fia Mensch, Viech und Fejd. Weiwa wo an Kindlwunsch ghobt hom, hom si mit Oustawossa gwoschn.[2]

In da katholischn Kira is weads Taufwossa in da Oustanocht gweicht und nacha s gonze Joar iba vawendt.

En Brauch vom Oustawossahoin gibts neama. Heit is Oustawossa a ondas Woat fia Schnops.[3]

Brunnafestln[VE | Weakln]

In an Hafa Oatschoftn gibts aa no Brunnafestln. Oft is des domit vaknipft gwen, doss ma en Brunn oa moi im Joar grindle buzt hod und nacha wead zinfti gfeiat. Bekonnte Brunnafestln gibts in Bayern z Inglstod und Wunsiedl.

A reglmassigs Brunnafest hods aa scho ba d oidn Rema gem, d Fontanalia. Dees os jeds Joar am 13. Oktoba gfeiad woarn. Zua oana Zeit, wo s Wossa noch da Drickan wieda gflossn is. Do san d Brunn aa mit Kranzln und Bleamen gschmickt woarn.

Litratua[VE | Weakln]

  • Gerhard Hirschmann: Der Hiserleinbrunnen. In: Altstadtfreunde Nürnberg (Hrsg.): Nürnberger Altstadtberichte. Heft 1, 1976
  • Kurt Müller: Gerühmt, verbannt und wiederentdeckt. Die komplizierte Geschichte des Kunstbrunnens zur Erinnerung an die erste deutsche Eisenbahn. In: Altstadtfreunde Nürnberg (Hrsg.): Nürnberger Altstadtberichte. Heft 16, 1991 (Der Eisenbahnbrunnen).
  • Landschaftsverband Rheinland, Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege (Hrsg.): Brunnen der Jungsteinzeit. Internationales Symposium in Erkelenz, 27. bis 29. Oktober 1997. Materialien zur Denkmalpflege im Rheinland 11. Habelt, Bonn 1998.
  • Hermann Bischofberger: Brunnen, Brunnengemeinschaft. In: Albrecht Cordes, Heiner Lück, Dieter Werkmüller, Ruth Schmidt-Wiegand (Hrsg.): Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte. Bd. 1, 2. Auflage. Schmidt, Berlin 2008, ISBN 978-3-503-07912-4, S. 692–694.
  • Dorothee Rippmann, Wolfgang Schmid, Katharina Simon-Muhscheid (Hrsg.): »zum allgemeinen stattnutzen«. Brunnen in der europäischen Stadtgeschichte. Kliomedia, Trier 2008, ISBN 978-3-89890-116-1.
  • Rengert Elburg: Weihwasser oder Brauchwasser? Einige Gedanken zur Funktion bandkeramischer Brunnen. In: Archäologische Informationen. 34/1, 2011, 25–37. doi:10.11588/ai.2011.0.10154
  • Saskia Hunsicker: Holzbrunnenkonstruktionen des frühen und hohen Mittelalters: Funktionsweisen und Bedeutung am Beispiel von Süddeutschland und dem Elsass. Diplomica-Verlag, Hamburg 2014, ISBN 978-3-8428-9519-5.

Im Netz[VE | Weakln]

 Commons: Brunn – Sammlung vo Buidl, Videos und Audiodateien

Beleg[VE | Weakln]

  1. René L. M. Derolez: Götter und Mythen der Germanen. Verlag Suchier & Englisch, Wiesbaden 1974 (übersetzt von Julie von Wattenwyl, Titel der Originalausgabe: De Godsdienst der Germanen. Verlag J. J. Romen & Zonen, Roermond 1959), S. 271; Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. 3. Auflage. 2006, S. 211; vergleiche auch JJan de Vries: Altgermanische Religionsgeschichte. 2. Auflage. 1957, § 585; kritisch: Francois Xaver Dillmann: Mimir. In: Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer (Hrsg.): Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Band 20. Verlag Walter de Gruyter, Berlin / New York 2001, ISBN 3-11-017163-5, S. 40 f.
  2. Osterwasser af tagesspiegel.de
  3. Osterwasser af ostern-mit-dem-osterhasen.de