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Nationale Voiksarmä

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Wos no bessa gmacht gheart:  Imperfekt- und Genitivformen, Hochdeutsch Aferghes (dischkrian) 20:26, 3. Jun. 2021 (CEST)
Nationale Voiksarmä
Wappn da Nationaln Voiksarmä
Fiahrung
Owabefejshowa
de jure:
im Friednsfoi: Minista fia Nationale Vateidigung,
im Kriegsfoi: Nationala Vateidigungsrod
Owabefejshowa de facto: Nationala Vateidigungsrod
Vateidigungsminista: Willi Stoph (1956–1960)
Heinz Hoffmann (1960–1985)
Heinz Keßler (1985–1989)
Theodor Hoffmann (1989–1990)
Rainer Eppelmann (1990)
Siiz vom Haptquartia: Strausberg bei Berlin
Militärische Stärkn
Aktive Soidodn: Zuletzt 155.319[1]
Wehrpflicht: 18 Monate, schbada 12 Monate
Wehrtauglichkeitsoida: 18 bis 60
Antei vo de Soidodn an da Gsamtbeväikarung: Zualetzt 0,95 %
Gschicht
Grindung: 1. März 1956[2]
Faktische Grindung: 10. Juli 1952[3]
Auflesung: 2. Oktober 1990

De Nationale Voiksarmä , obkiazt NVA (dt.: Nationale Volksarmee) war vo 1956 bis 1990 de Streitkroft da Deitschn Demokratischn Republik (DDR).

De NVA-Grindung 1956 war des Eagebnis oana Entwicklung, de am 10. Juli 1952 mid da Proklamadion da ?Nationaln Streitkräfte? duach de Voikskamma da DDR o'gfangd hod.[4] In ihrem Valauf wurdn de Kasernierte Voikspolizei (KVP) sowia de Grundstrukturn oana Militäroaganisation aufgebaut. Da Aufbau voizog si ob 1955 unta Oleitung da Sowjetunion. De Grindung da NVA eafolgte am 18. Januar 1956 pa Gsetz[5] (zeidlich noch da Bundeswehr). De Aufstäiung eafolgte in mehrern Etappn, wobei bis zum 1. März 1956 de Stäbe und Vawoidunga einsatzfähig sei soidn.[6] Bis kuaz noch am Mauerbau 1961 war de NVA im betondn Gegensatz zua Bundeswehr a Freiwuiigenarmä.

Ehrenwache da NVA
1975 Ostberlin
Neie Wache

Wia bei da Bundeswehr wurde auf ehemalige Oghearige da Wehrmacht zuarugggegriffa. Sie kama meist aus sowjetischa Kriegsgefangenschoft und warn do bei otifaschistischn Frontschuin ideologisch voagebuidet und ausgewählt woadn. Da bekannteste ehemalige Wehrmachtsgeneroi, da aa in da NVA deante, war Vincenz Mülla, da si noch seina Entlassung 1961 des Lebn nahm.

Mid Stichdog 1. Januar 1958 warn im 20.399 Mo stoakn Bestand da NVA etwa 2.600 ehemalige Mannschofts- und etwa 1.600 Untaoffiziersdeanstgrade sowia 400 Offiziere ? insgesamt an de 23 Prozent ? ehemalige Wehrmachtsanghearige.[7] De ehemalign Offiziere wurdn voawiegend im Ministerium, an Schuin und in Kommandostäin da Teilstreitkräfte und Militärbezirke eingesetzt. Vo den 82 hechnrn Kommandoposdn in da Armä warn 61 vo ehemalign Wehrmachtsanghearigen besetzt. Auf Beschluss des Politbüros da SED vom 15. Februar 1957 wurdn jedoch fast olle ehemalign Wehrmachtsoffiziere bis End da 1950ea-Joare schrittweise aus da NVA entlossn und pensioniad. Darunta fieln aa de via no in de NVA übanommane Wehrmachtsgenerale vo Lenski, Mülla, Woidha und Wulz.[8] Drotzdem hatdn no am 1. Januar 1960 vo insgesamt 653 Offiziern da NVA im Nomenklaturkaderbestand 338 Armeeanghearige friaha da Wehrmacht ogehört, nunmehr fast ausschliaßlich ois Mannschofts- oda Untaoffiziersdeanstgradl.[9]

Positionierung und Entwicklung

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Noch da Grindung war de NVA - im Gegensatz zua den andern Armen des Warschaua Pakts - a Freiwuiigenarmä, wos in da propogandistischn Auseiandersetzung mid da Bundeswehr ois Voazug hervoagehom wurde. De Wiederbewoffnungsdiskussion war an da DDR ned spurlos voaübeaggangn, da Voiksaufstand vom 17. Juni 1953 hod de Führung da DDR eaheblich vaunsichert. A deitlichs Misstraun da osteiropäischn Vabündedn den Ostdeitschn gegenüba bliab lang bestehn. De Einführung da Wehrpfliachd 1962 noch am Bau da Berlina Maua,[10] vom Kampfauftrog da FDJ und am Vateidigungsgesetz 1961 voabereitet, wurde vo vuin ois Niederlog empfundn. Mid da Einführung da Wehrpfliachd wurde 's da NVA möglich, de ogestrebte Personalstärke vo ca. 170.000 Soidotn zua daglanga.

Oboadnung da NVA beim VIII. Parteidog da SED 1971
De Generäle Stechbarth (links) und Keßla (rechts) in ihrn Paradefahrzeign GAZ-13 Tschaika 1988 bei da Parade da NVA zum 39. Joaresdog da DDR

De NVA deante zuanaxt da Machtobsicherung da SED noch inna und war seibsd eaheblicha Kontroie duach de SED unterwoafa. De Partei hod si duach de Einrichtung da Politischn Habtvawoidung (PHV) in da Armä und duach a spezielle Struktur vo Parteioaganisationa de führend Roie in da NVA gsichert. De Offiziere und Fähnriche (seit 1973) und Berufsunteroffiziere warn bis auf wenge Ausnahma Mitgliada da SED. Bei den Untaoffiziern wurde a hoha Oteil an SED-Mitgliadern ogestrebt. Laut Giese[11] resultierte daraus a eaheblichs Konfliktpotenzioi zwischn politischem Ospruch und militärischa Professionalität. De politische Beeinflussung hob si ofangs narrisch negativ auf de militärischn Entscheidungsprozesse ausgewirkt. Des Ministerium fia Stootssicherheit war aa in da NVA präsent: 1987 gob 's rund 12.700 inoffizielle Mitarbada innerhoib da NVA, wos bedeitet, dass auf 16-17 Soidotn, Grenzsoidotn oda zivile Mitarbada a "Schbidznl" kam.[12]

De 1970ea- und 1980ea-Joare warn duach oan Professionalisierungsprozess und a stärkere eigenständige außenpolitische Roie da NVA gekennzeichnet. Im Dauakonflikt da DDR mid da Bundesrepublik um de Oerkennung im Ausland wurdn aa de Streitkräfte eingesetzt. Insbesondere in Afrika und am Mittlern Osdn war de NVA zua Untastützung und Begleitung vuifältiga Rüstungs- und (Militär-)Infrastrukturprojekte fia befreindete Regierunga und Befreiungsbewegunga tätig und unterhielt a hohe Auslandspräsenz, de grod vo da Sowjetunion und Kuba übatroffa wurde. Ofang da 1980ea-Joare wurde da Bereich militärische Mikroelektronik insbesondere im Südn da DDR ausgebaut. Noch da Wahl Goabatschows zum Generalsekretär da KPdSU Mitte da 1980ea-Joare fil aba de Sowjetunion ois Habtobnehma vo houchwertign Rüstungsexpoadn aus, wos eahebliche wirtschoftliche Schwierigkeitn auslöste.

De NVA hod de Sicherstäiung da territoaialn Integrität und de Wahrnehmung oia militärischn Bündnisvapflichtunga duach den Warschaua Vatrog zua gewährleisdn. De Oghearigen des Offizierskoaps warn in da Regl Mitgliada da SED. Des Weidern oblog ihr ois bewoffnetem Oago, entsprechend da DDR-Terminologie, de sozialistische Stootsfoam und de Führungsroie da SED jederzeid aa gegn innere Feinde zua schützn. Da Kampfauftrog da NVA lautete:

„Im unerschütterlichen Zusammenwirken mit der Sowjetarmee und den anderen sozialistischen Bruderarmeen die erforderlichen äußeren Bedingungen für den Aufbau des Sozialismus und Kommunismus zu sichern, die Staatsgrenze, das Territorium, den Luftraum und das Küstenvorfeld der DDR sowie der verbündeten sozialistischen Staaten zuverlässig zu schützen, die Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft ständig qualitativ zu vervollkommnen und jeder imperialistischen Aggression entschlossen zu begegnen.“

Ihrem Seibsdvaständnis noch war de NVA in da DDR des Machtinstrument da Arbaderklasse zum Schuadz da sozialistischn Stootsfoam voa Ogriffa vo außn und inna. Demnoch deante sie da Vateidigung da DDR und da im Warschaua Pakt mid ihr vabündedn andern sozialistischn Stootn gegn a eventuelle imperialistische Aggression. Des Weidern hod sie den politischn Auftrog, de sozialistischn Earungenschofdn und de Voaherrschoft da SED im Foie eins innern Ogriffs zua schützn.

Oierdings warn otimilitaristische Grundhoidunga aa in da DDR weid vabroadet. De Einführung oana sozialistischn Wehrerziehung in de Schuipläne um 1968 sowia a zuasätzliche Einführung eins regulärn Fachs Wehrunterricht 1978 soidn dea Hoidung entgegn steian. De Evangelische Kiach da DDR protestierte gegn de domid vabundene Eaziehung zum Hass.[13]

Oana am 13. Septemba 2008 in da NZZ voagestäidn Studie zuafoige hod da Warschaua Pakt seit den 1960ea-Joarn im Kriegsfoie oan broaden und präemptivn Einsatz taktischa Nuklearwoffa in West-Deitschland voagseng. Nebn da Vastroiung und Vawüstung grousa Gebiete Westdeitschlands waarad beim Voaruggn aa de Vastroiung und daraus foigende Kampfunfähigkeit da easdn Welle eigana konventionella Druppn, aa da NVA, hignomma woadn. Unta Goabatschow wurdn de Kriegspläne 1986 geändert. In da DDR jedoch sei no in da NVA-Übung Stobstraining 1989 da Einsatz vo 76 teilweise grouskalibrign Nuklearwoffa duachgeschbuit woadn, wos unta anderem grenznahe Landstriche Schleswig-Holstoas vawüstet häd.[14]

Im Valauf da Wend 1989 wurde a blutige chinesische Lösung wia kuaz zuavoa beim Massaka auf am Blotz des himmlischn Friedns am 4. Juni 1989 befiachtet. De bereits ogeoadnete Auflösung da Mondogsdemonstration in Leipzig am 9. Oktoba 1989 fand ned stod und de bereits mobilisierdn NVA-Einheidn zogn si aus bis heid ned voikomma geklärdn Grindn zrugg.

  1. Detlef Samberg: Samberg.de: Die Nationale Volksarmee Stand: 1989 (Memento des Originals [1] vom 26. Mäerz 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.samberg.de 25. September 2008
  2. Wilfried Kopenhagen: Die Landstreitkräfte der NVA. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02297-4, S. 20.
  3. Brockhaus Kalender Abenteuer Geschichte. Brockhaus 2008, ISBN 3-7653-3177-5.
  4. Brockhaus Kalender Abenteuer Geschichte, 10. Juli 2008
  5. Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale Verteidigung vom 18. Januar 1956 Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale Verteidigung vom 18. Januar 1956 (Memento des Originals [2] vom 26. Mai 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.verfassungen.de
  6. Stephan Fingerle: Waffen in Arbeiterhand – Die Rekrutierung des Offizierskorps der NVA und ihrer Vorläufer. Berlin 2001, S. 137 f.
  7. Daniel Niemetz: Das feldgraue Erbe. Wehrmachtseinflüsse im Militär der SBZ/DDR. S. 274.
  8. Hans Ehlert, Armin Wagner: Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen. Ch Links Verlag, Berlin 2003.
  9. Daniel Niemetz: Das feldgraue Erbe. Wehrmachtseinflüsse im Militär der SBZ/DDR. S. 275.
  10. Rüdiger Wenzke: Wehrpflicht und Wehrdienst in der DDR (Memento des Originals [3] vom 22. Juli 2020 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wissenschaft-und-frieden.de
  11. in: Hans Ehlert, Matthias Rogg (Hg.): Militär, Staat und Gesellschaft in der DDR. Forschungsfelder, Ergebnisse, Perspektiven. (= Militärgeschichte der DDR; Bd. 8), Christoph Links Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-86153-329-4, S. 15.
  12. R. Wenzke: Zwischen Prager Frühling 1968 und Herbst 1989. In: ders. (Hg.) Staatsfeinde. S. 322 f., zit. nach M. Kutz: Deutsche Soldaten. Darmstadt 2006, S. 334.
  13. Gordon A. Craig, Über die Deutschen, S. 281 ff.; C.H. Beck 1982
  14. Hans Rühle und Michael Rühle: Der Warschaupakt plante den nuklearen Überfall auf Westeuropa, Neue Zürcher Zeitung vom 13. September 2008, S. 9 (Bei den Autoren Hans und Michael Rühle handelt es sich um den ehemaligen Chef des Planungsstabes im Bonner Verteidigungsministerium und den Leiter des Planungsstab der politischen Abteilung der NATO in Brüssel.)