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Tirolarisch

Aus Wikipedia
(Weidagloadt vo Tirolerisch)

Tirolarisch, aa Tirolerisch oda Tiroiarisch nennt ma de obadeitschn Dialekte, wo in Tirol gredd wean. An grossn Tei davo mochts Siidboarische aus. Es gibt owa a Gebiete vo Tirol, wo alemannisch gredd wead oda aa sid-middlboarische Iwagangsdialekte.

Es foit af, dass in Tirol koa germanisch-romanische Mischsproch gibt, so wiar mange slowenische Dialekte in Karntn. Ibaroi do wo deitsch gredd wead, is a reins Boarisch. Romanische Struktuan san ned z findn.[1]

S Etztolarische is vom Lautstand hea so oidadiamli, dass Ehndlichkeitn zun Alemanischn wornembor san. Zweng iara Bsundaheit is de Sproch vo da UNESCO ois Immaterejs Kuituaeabe in Östareich auszeichnet worn.

In Nordtirol gibts an grossn Untaschied zwischa em Untaland und em Obaland. Tei vom Untaland, bsundas de Beziake Kufstoa und Kitzbiche und s Achnseegebiet, zoagn mit da Aussproch fest und du bist Ibagangsmeakmoi zan Middlboarischn, im Obaland gibts a poar alemannische Einfliss. A wead do s'"e" oft zum "a", zum Beispui, aus "Telfs" wead "Talfs" oder aus "merken" wert "marke". An eigntimlicha Dialekt is da Imschta. Do wern oft de Konsonanten wegga glossn, wia ba "Steere"(Sterne) oder "weere"(wern).

Dees Pustatoiarische, wo Sidtirol und Osttirol vabindd, hod a Charaktaristik, de wo ans Oidhochdeitsche eainnad und in koan andan siidboarischn Dialekt so z findn is.[1]

Charakteristik

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Charaktaristisch fir de Tirola Dialekte is de Aussproch fescht, du bisch(t). Gmoasame Meakmoi vom Siidboarischn, im Untaschied zum Middlboarischn san no:

  • Untascheidung vo Schwoch- und Stoarklautn, wia in Doch neben Dog, oids k ist lautvaschobm zu kch, wia in kchlea (Klee);
  • Fejande r- und l-Vokalisiarung, wia in Hols und i will;
  • Eahoit vo da Vorsuibm ge-, wia in getrunkchn;
  • Eahoit vom Sejbstlaut in Artikln.
  • 'st wead zu 'scht (Bsp. Gestan → Geschtern, lustig → luschtig)

De Meakmoi tretn oba ned imma af und san zan Tei im Schwindn.

De foigande Tabejn zoagt a poar Beispui mit an grobm Ibablick iba de geografische Vateijung. De Wiaklichkeit is a.

Nordtirol Untaland Oschttirol Puschtatoi Nordtirol Zentrum Eisocktoi, Sarntoi Etschtoi (Reschn-Salurn) Nordtirol Obaland hochdeitsch
jetz, hiaz; jezat, iatz (Zillachtol) hetz, hietz iatz iatz iĕz (o), iaz (u), iazĕrt etzt jetzt
Püe, Pue, Püewe Püe, Puĕ, Bü, Büa Pui Bua Puĕ Pua Biable, Bua Bub, Junge
Tiandl, Tial; Gitschn (Zillachtol) Gitsche (S), Diandle (N) Gitsche Maadl Gitsche, Maadl Maadl, Gitsch Maadlĕ, Maadli, Maadl Mädchen
Nagal, Nogal (Zill.) Naggile, Nagile Naagele Naagala (u), Naagele (o) Näglein, Nelke
dort; döcht, sell (Zillachtol) sem sem dert selm, dert (SO), zelm (Sarntol) zemm (Meran), zem, zebm, zelm, selm, dert dert, do, dett (Pitztol) (sie ist) dort (gewesen)
senn; henn, sein (Zillachtol) sein san san sein sein sein sind
Arschgitzl Döräpfl, Naunitzn Dornäpfl Häglputzn Hetschepetsch (u), Dornäpfl Hejtschapejtsch (u), Hetschepetsch, Pfroslen (o) Pfroslen Hagebutten
net; nit, nitta (Zillachtol) et, it, ite et, net, nix (Ahrntol) nit, net net, et nejt, et, it (o), nit it, nuicht (das habe ich) nicht (gesagt)
ochn; öchi, öchn (Zillachtol) öhin, öhen ogn obi oidn oi, oidn, ui oa, öchn hinunter
huni; hüni (Zill.) hüni, huni onne hobi honni honi, houni (u), ouni, honni honni, hobi (Das) habe (ich gemeint.)
in da Fria; zmoagascht (Zillachtol) z'Morgischt, in da Frü, Früa in do Friĕ in da Fria in dr Fria in dr Fria (u), z’Morget (o) in da Fria, z'Maatern (oaberes Gricht) morgens

Obkiazunga in da Tabejn:

  • (o): Obalauf van Toi
  • (u): Untalauf van Toi
  • (N): Noadn, emso de andan Windgegendn (Himmlsrichtungen)
  • (SO): Sidost

Vaschiedne sprochliche Elemente

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De Tabejn zoagt an grobm Ibablick iba de geografischn Untaschied van a poar Sprochelemente. In da letztn Spoitn is as untasuachte Element ogebm.

Nordtirol Untaland Osttirol Puschtatoil Nordtirol Zentrum Eisocktoi, Sarntoi Etschtoi (Reschn-Salurn) Nordtirol Obaland Element
Foodn Fodn, Foĕdĕ Foodn; Foudn (Ahrntal) Foodn Foodn, Foudn (S) Foodn, Fodn, Foudn Foudĕ, Foodĕ, Foodn a (Faden)
geã, , giã, gẽẽ giian, gii, giin giĕn, gian giĕn, gian, geã giĕn, gian gean, geã, giã, gian, giĕn, giĕ (Ultental) geen e (gehen)
roat, röat (Zill.) rööt, röat, roat (S) roat roat roat o (rot)
guat, guad; güat (Zillachtol) güt, güat guit guat guat, guĕt güet (Ötztol) u (gut)
Raach Raach Raach Raach Rööch (Ötztol) au (Rauch)
Stoã, Stuã; Stuan, Stuen, Stoan (Zillrtol) Stoan, Stooan, Staan, Stoon Staan, Stoan; Stoa (Ahrntal) Stoan (u), Stoon (o) Stuan (o), Stoan, Stoã, Stuã Stuan, Stoan, Stoã, Stuã, Stuĕn Stua/Stuan(o), Stoan(u) ei (Stein)
spüün; spiiln spiiln spiiln spiiln spiiln spiiln l (spielen)
schwochz schworschz schworschz, schwoschz schworz schworz schworz rz (schwarz)
Paam, Paame Pame Paame, Paamĕ Paame; Paama (Klausen, Kastelruth) Paam Paam Paam (o), Pejm (Etztal-Talfs/Telfs), Boam(Imscht) Éndung –e (Bäume)
schwimma schwimmen, schwimm schwimm schwimmen schwimmen schwimmen, schwimen schwimma Éndung –en (schwimmen)
fest, fescht feascht fescht fescht fescht, fejscht st (fest)
geweesn giwejsn, giwäsn, gweisn giwäsn, giwädddn gwejsn, gweesn geweedn, giwejdn, gwejsn, gwesn gweesn, gweest (o), gwedn, gwejsn gewejse, gwest, gewesn (Ötztol), gwet ge- (gewesen)
getun, tũ gitoun, getun, getün gitun getuun getuun, getũũn toun, getoon, getoun, getaũ toun, getoũ, getoo, getoon ge- (getan)
Fögal, Fogal Fögl Feggile Fegele Fejgala, Fejgele, Fegele Feigle -lein (Vöglein)

Regionale Spezialitetn

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Im Sidn und Ostn und im Zentrum vo Nordtirol hoassts olm/ojm (Oim, Bergwoad) oda wiesn (Wiese), im Westn dagegn olpe und wiese, wo af a Ibagangsgebiet zum Alemannischen hizoagt; weida im Westn vaschwindd aa as -e (alp, wīs). Weidare Kennzeichn vom Obaland san gsejt stott gsogt und it stott nit (ned).

A Beispui fir a typisch alemannische Rednsort im Obaland is: I gea iatz ga schwimma (I geh etz schwimma) im sunstign Tirol hoassts I gea iatz schwimmen. Im alemannischn Vorarlberg sogns: Etzt gang i ga schwimma.

Im Obainntoi gibts de Vakloanarungsforma auf -le, -ele und -eli, im sunstign Inntoi wead dagegn a -l oghengt. De Lautgruppm ums kurze el wern im Obaland zum al (Welt – Walt oda Geld – Galt).

Tirola Zentrum

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Ois Zentrum vo Tirol guit natiali des Gebiet in und um Innschbruck. Im Großraum Innschbruck wead a Ausgleichsdialekt gredt, dea wo olle typisch Tirolarischn Meakmoi hod. Dea Dialekt wead ois "Standardtirolarisch" ogsegn. Duach de Inschbrucka Stodflucht dehnt si dea Dialekt aa imma weida aus. Typisch fir de Region is as sehr hort ausgsprochane k.

Tei vom Untaland, bsundas de Beziak Kufstoa und Kitzbiche und s Achnseegebiet, zoagn Ibagangsmeakmoi zan Middlboarischn, beispuisweis de Aussproch vo fest und du bist.

A kluane Aussnohm ischt da Dialekt im Zillachtol. An sell gibt's Bsundachrheitn, wia z. B. stott "senn", wo "san" hoasst, "henn" zan sögn. Beispielweis: "Oftan henn mia hoam gongen.", oda "Oftan hemma hoam gongen.", hoasst "Nacha san mia hoam ganga." oda stott "nacha" weacht "oft" oda "oftan" gsogt so wiar aa im Ötztol. Weiters isch oftamöl da Foll, dass an ö statt an o, oda an ü statt an u isch, wia z. B. "I hu iam heit getröffn", stott "getroffen", oda "Gemmar an Cöca Cöla trinkn". An monche Derfln hot si, wiar a im Südtirolarischn und Ötztolarischn, as "sell" dahöltn, z. B. "Sell isch woll güat!". Weitatscht tipisch isch dar Ausruck "Bå dü!", sell ku in olle meglichn Situatiönen ols Ontworcht angwendt wearn.

Daduach dass a Tei vom Aussafern iba Joarhundate zan schwobschn Bistum Augschburg gheat hod, hom si do aaa schwobisch-alemannische Dialektvariantn dahoidn; vor oim um Vils, Reutte und im Tannheima Toi. Do valafft aa de schwobisch-boarische Sprochgrenz. Des zoagt si z. B. an Dag, Wasser stott Dog, Wossa und dät stott dat (dadat). Gonz eigen sein oa bstimmte Werter wia z. B. "Knottel" fir Bua.

As obare Lechtoi und s Lermoosa Beckn san steaka duach an Obainntola Dialekt beeinflusst. Im oban Lechtoi dagegn mocht si da alemannisch-vorarlbergarische Einfluss bemerkbor.

In Sidtirol hom ebba 70% Boarisch ois Muadasproch. A großa Tei davo nutzt haifi an boarischn Dialekt, oba nur sejtn schriftle. Ausgnumma davo san Mundortdichta und junge Leit fias SMS schreibm. Da Sidtirola Dialekt is oba koa eigna Zweig vom Tirola Dialekt, sondan is a Kontinuum mit vui vaschiednan Variantn, de wo nohtlos noch Nord- und Osttirol iba genga.De Reibelaute f und s wern in Sidtirol schwächa ausgsprochn ois in Nordtirol, z. B. kafn bzw. kaffn und hoaßn bzw. hoassn (heißen). Laut J. Schatz kimmt da gg-Laut zwor in ganz Tirol vor, oba nur in Sidtirol aa ois Olaut; ea heat si o wia c im franzesischen „cognac“.

Im Sidtirolarischn gibts vui lokale Variantn. De ko ma gressan Dialektgruppm zuaordna, de wo oft nach Tälern und Obschnittn vo Tälern ghoaßt wern (z. B. Pustrerisch, Vinschgerisch, Sarnerisch, Unterlandlerisch …). A Einteilung in drei Dialektgruppm (Ostn, Zentrum, Westn) hod aa a gwisse Berechtigung, exakte Grenzn ko ma oba ned ziagn.

Im Sidtirola Untaland foit de Dehnung vo de Vokale bsundas auf; bei kejmen (kema) is de Läng vom Vokal gleich wia be nejmen (nema).

Da Dialekt vom Pustatoi hod vui gmoasam mit Sidtirol, weida im Ostn bzw. im Einzugsgebiet vo da Isl is manges andas. Doa hoassts ned Pui (Bua) wia im Pustatoi, sondan Püe (langs ü) oda Pue; an Steje vo fogun und 'scham (vagunna und schama) sogt ma fogunen und 'schomen; Staan (Stoa) wead zu am nasaln Stoan. De Adverbien affe, eine und obe hoassn do aufn, aini, öhin, und nd augn, inne, ogn wia ba de Nochban im Westn. Im Untaschied za vuin andan Tirolan vokalisian vui Osttirola s „r“: Joa, wean, toia (Joar, wern, teia).

Kloaraimige Untaschiede

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Mange Kloaregiona zoagn de Buidung vo ö und ü Vokaln, wie ebba geköfet, höech, guet im Ötztoi oda Cöca Cöla im Zillatoi.

A Bsundaheit is a da Naudara Dialekt. Ea is mitm Dialekt vom oban Vinschgau eng vawandt, dea wo duach de Eindeitschung vo da Sproch vo de dort osessign Rätoromanen im 17. Joarhundat entstandn is. De Naudara Mundoart orieniat si am Innschbrucka Dialekt, hod oba an raetoromanischen Akzent bhoidn. So hoassts beispuisweis im Innschbrucka Dialekt I bin no nit hoam gongen, weil i die Schoof no nit gschehrt hob, im Obaland I bin nou it huam gonga, weil i 'd Schoof nou it gschoara hunn, in Naudas I bin no nuicht hoam gongen, weil i die Schouf nou nit gschourn hob (af Middlboarisch: „I bin no ned hoam ganga, wei i d Schof no ned gscheat hob“). Dazua gibts in Naudas und im oban Vinschgau koan Akkusativ: ma sogt z. B. stott I honn di gern (I hob di gean) in Nauders I hob dir gern (I hob dia gean).

Grenznohe Regiona

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De Tirola Dialekt hom a an Einfluss af grenznohe Regiona, wia zan Beispui:

  • Karl Kurt Klein, L. E. Schmitt (Hrsg.): Tirolischer Sprachatlas, bearb. vom Egon Kühebacher, Tyrolia Verlag, Innschbruck.
  • Johann Baptist Schöpf, Anton J. Hofer: Tirolisches Idiotikon, Innschbruck: Wagner 1866, (Voistendige Osicht in da Google Buachsuach)
  • Wörterbuch der Tiroler Mundarten; Josef Schatz; Schlern-Schriften Nr. 119-120; 1955 / 56
  • Zillertaler Wörterbuch; Wolfgang Ingenhaeff, Martin Reiter; Berenkamp, Schwaz 1992
  • Passeirer Wörterbuch; Harald Haller, Franz Lanthaler; verlag.Passeier, 2004
  • Wortschatz und Lautgebung der Innsbrucker Stadtmundart im Wandel dreier Generationen; Josefine Benigni; Schlern-Schriften Nr. 261; 1971
  • Heidemaria Abfalterer: Der Südtiroler Sonderwortschatz aus plurizentrischer Sicht, (Band 72 von Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft: Germanistische Reihe), Innsbruck University Press, 2007, ISBN 3-901064-35-4
  • Arnulf Pichler-Stainern: Südbairisch. Valog Johannes Heyn, Klognfuat (2008) ISBN 978-37084-09292-5
  1. 1,0 1,1 Arnulf Pichler-Stainern, Süd-Bairisch