Emma Zöllner

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Emma Zöllner (* 30. Novemba 1827; † 1910 in Wean[1]) woa'r a östarreichische Sängarin und und Soubrett'n,[2] b'sundas im Alt-Wiener Volkstheater. Se woa'r a Zeitgenossin vom Ferdinand Raimund und vom Johann Nestroy, in denan eahnare Stückln 's aa mitg'spüit håt.

Leb'n und Theatakarrier'[VE | Weakln]

De Emma Zöllner staummt aus ana oid'n und groß'n Schauspülafamülie. Da Großvoda woa da Schauspüla Friedrich Zöllner, da Voda, eb'nfois Schauspüla, woa da Philipp Zöllner (* 7. Septemba 1785 in Pest, † nåch 1852 in Wean).

Da Friedrich Zöllner håt des Theata in Preßburg g'füaht und is späda in Pest auftret'n, wo'r a nåch 45 Bühnenjoahr g'stuab'n is. Sei Sohn Philipp, da Voda von da Elise, håt scho 1801 mit 16 Jahrln klanare Roi'n im Theata von Neusatz (heut Novi Sad in Serbien) g'spüit. Üwa ungarische klane Stådttheata is a'r auns Theater an der Wien kumma, aus famüleäre Gründ' owa do in Pest blieb'n und håt daunn de Direkteaun vom Theata in Maria Theresiopel (heut Subotica in Serbien) üwanumma. Mit ana Waundatrupp'n is a in gaunz Ungarn umadumg'foah'n und schließlich Direkta in Kaschau (heut Košice in da Slowakei) wua'n. 1810 woa'r a Owareschisseua im Pesta Theata, wås bis 1824 dauat håt. Bis 1852 is a no in Preßburg ois Schauspüla und Reschisseua g'wes'n, daunn woa damit Schluss und bis zu sein' Tod ('s Datum is unbekaunnt) håt a in Wean g'lebt. Da Philipp woa da Voda von ana groß'n Famülie, de bis auf a anziche Ausnauhm' – a Sohn woa Dokta von da Medezin – olle mitanaunda in gleich'n Beruf ois wia da Großvoda und da Voda g'håbt hau'm.

De Schwestan von da Emma – se woa de jüngste von de Madl'n – woa'n de Sängarinna und Schauspülainna Elise, Katharina, Marie, Christine, und Josephine, sowia de eb'nfois ois Schauspüla tätich'n Brüada Ferdinand und Friedrich; da Naumen von dem Bruada, dea wo Medezina woa'r, is net üwaliefat.

Nåch ana Laufbauhn in da Provinz håt de Emma åb 1862 etliche Jahrln im Carltheater g'spüit und daunn aa im Treumann-Theata aum Franz-Josefs-Kai. Späta håt's in Alexander Biedermann g'heirat' und zum spüi'n aufg'heat. 1875 is's no amoi in da Komischen Oper am Ring auftret'n, olladings nua füa'r a kuaze Zeit. Åb 1876 is's Lehrarin füa dramatische Ausbüdung füa junge Schauspülarinna g'wes'n. Da Gatte is 1877 g'stuab'n, sie håt daunn ois Witwe in Wean bis zum Tod g'lebt. In de zeitgenössisch'n Bericht' is's imma ois liebenswüadich und grazeös beschrieb'n wua'n. In an Polizeiakt is üwa sie owa da Vameak „[weiblicha] Wüstling“ zum find'n.[3] Soichane saugrobe Augåb'n woa'n daumois net söit'n, vua oi'n bei Bericht üwa Theataleut'; in an Polezeibericht von 1854 üwa'n Nestroy sei Gattin Wilhelmine Nespiesni ist zum les'n: „Nestroy ist seit 29 Jahren von seiner moralisch tief gesunkenen Gattin gerichtlich geschieden […]“[4]

Ane von de bekaunntast'n Roi'n von da Emma woa de von da Zilli in dem Charaktabüidl Die Frau Wirthin (1856) vom Friedrich Kaiser. Z'saumm mit'n Komika Alois Grois håt's in aniche Stücken des daumois beliabte Kontrastpaarl „Alter Mann – Junge Frau“ doag'stöit, unta aundan in dera Poss'n Die schwarze Frau (1851; ois Barnabas Haberstroh und dem sei Mündel Nanette) vom Carl Meisl, im Einakta Der gutmüthige Teufel (1851; ois Baua und Bäuarin), sowia in dera Poss'n Kampl (1853, ois Bernhard Brunner und sei Pflegetochta Netti), olle zwaa Stückln vom Johann Nestroy. In an friacha'n Stückl vom söi'm Dichta, nämli im Konfusen Zauberer (1832) soi's scho ois „Flatterhaftigkeit“ auftret'n sei, olladings liegt doda off'nboa'r a Vawechslung mit ihra Schwesta Elise vua.[5]

Weu nämli daumois auf de Theatazed'ln ållweu nua da Famüliennauman mit dera Augåb' Frl. oder Dlle. (Dem.)[6] g'staund'n is, kaunn heutzutågs bei de Roi'naugåb'n hie und då a Irrtum zwisch'n de zwaa Schwestan Elise und Emma net imma ausg'schloss'n wea'n – meglichaweis, waunn aa recht unwoahscheinli, sogoa mit ane von de aundan Schwestan.

Literatua[VE | Weakln]

  • Constantin von Wurzbach: Zöllner, Emma. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 60. Verlag L. C. Zamarski, Wean 1891, S. 232.
  • Constantin von Wurzbach: Zöllner, Philipp. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 60. Verlag L. C. Zamarski, Wean 1891, S. 231.
  • Die Schauspielerfamilie Zöllner in: Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich (ohg'ruaf'n aum 1. Juni 2014)
  • Jürgen Hein/Johann Hüttner u.a.: Johann Nestroy. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe (in mehreren Bänden). Jugend & Volk, Wien/München.

Beleg[VE | Weakln]

  1. Christian Fastl: Zöllner, Johann Friedrich. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wean 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wean 2006, ISBN 3-7001-3067-8. Ohgruaf'n aum 5. März 2015.
  2. A Soubrett'n (aus'n französischn'n = Zofe, Dienarin) is a weiblich's Roi'nfåch im Theata und in da Operett'n, sie is duat'n de lustiche Sängarin
  3. Hugo Aust (Hrsg.): Johann Nestroy, Stücke 30. In: Jürgen Hein/Johann Hüttner/Walter Obermaier/W. Edgar Yates: Johann Nestroy, Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Franz Deuticke Verlagsgesellschaft, Wien 2001, ISBN 3-216-30348-9; S. 528–529.
  4. schaug aa bei Johann Nestroy#Seine Frau'ng'schicht'n
  5. Urs Helmensdorfer: Der Gesang ist ein Proteus, LIT Verlag Münster, 2010, ISBN 978-3-8258-0742-9; S. 12.[1]
  6. Dem oder Dlle. woa de Ohküazung füa's französische Demoiselle (= Fräulein), de seinazeit übliche Bezeichnung von de unvaheirat'n Damen von an Ensemble; de verheirat'n Schauspülarinna san mit Mad. (Madame) betit'lt wua'n