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Krowodische Sproch

Aus Wikipedia
Der Artikl is im Dialekt Weanarisch gschriem worn.
Krowodische Sproch
Gredt in Krowozien, Bosnien und Herzegowina, Vojvodina (Serbien), Boka Kotorska (Montenegro), Burgnlaund (Österreich), Baranya (Ungarn); ois Eiwaundarasproch in vaschiedanan Ländan vo Middl- und Westeiropa, in Nordamerika und Australien
Sprecha uma 7 Müllionen (davo 4 Mio. in Kroazien)
Klassifikation
  • Krowodisch
Offiziella Status
Amtssproch Bosnien-HerzegowinaBosnien-Herzegowina Bosnien-Herzegowina
KrowozienKrowozien Krowozien
MontenegroMontenegro Montenegro
Vojvodina, Serbien[1] (regional)
Sprochcode
ISO 639-1 hr
ISO 639-2 hrv, hbs (Makrosproch Krowodisch-Bosnisch-Serbisch)
ISO 639-3 hrv

De krowodische Sproch (dt.: Kroatisch, krowod.: hrvatski jezik) ghead zum südslawischn Zweig vo de indogermanischn Sprochn.

Datei:Bascanska ploumajpg
Krowodische Sproch 1000–1100.
Krowodische Sproch 1380–1400.

Vabreitung und Dialekte

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De krowodische Standardsproch basiat (wia aa de Standardvarietätn vom Serbischn, Bosnischn und Montenegrinischn) aufn neištokavischn Dialekt, hod owa aa Eiflüsse vo kajkavischn und čakavischn Dialektn. Des Krowodische wiad mitn lateinischn Alphabet gschriem.

Weu de krowodische Staandardsproch sea ähnlich is wia de bosnischn, montenegrinische und de serbische Standardsproch (de Sprecha vo de Standardsprochn kena si problemlos miteinaunda vaständign), vstretn vü Slawistn und Soziolinguistn vor oim außahoib vom ehemolign Jugoslawien de Manung, dass de ois Varietätn vo ana anzign plurizentrischn Sproch aungsäng wean, de wos ma Serbokroatisch nennt.

Des Wossakrowodische bzw. Burgnlandkrowodische Sproch (vo dem de Standardvarietät iwawiegend aufn Čakavischn basiat) und des Moliseslawische (des wos aufn štokavischen Dialekt zruckgähd) untascheidn se vü stäaka vom Standardkrowodischn und wean deshoib ned ois Varietätn vom Krowodischn aungsäng.

Krowodisch wiad woascheinlich vo ungefäh siebm Müllionen Menschn gredt. In da Voikszöhlung vo 2001 hom in Krowozien 4.265.081 Menschn (96,12 % vo de Eihwohna) s Krowodische ois Muadasproch augebm. Dazu gibts aa no muadasprochliche Sprecha in Bosnien-Herzegowina und in da Vojvodina, unta krowodischn Zuawaundaran aus jugoslawischa Zeit in Slowenien sowia in da krowodischn Diaspora, voa oim in Middleiropa (Deitschland, Östareich, Schweiz), Italien, Nordamerika (USA, Kanada), Südamerika (unta aundam Argentinien, Chile, Bolivien) sowia in Australien und Neiseeland.

Es ist de Aumtssproch in Krowozien, ane vo de drei Aumtssprochn in Bosnien und Herzegowina sowia ane vo de sechs offiziön Mindaheitnsprochn in da Vojvodina in Serbien.

De Dialekte vom Krowodischn wean in drei Großgruppn eiteut, de wos noch da jeweulign Foam vom Frogewoat wos (was) (ča, kaj, što) gnennt wean:

Des Štokavische wiad aa vo de Bosniaken und da Meaheit vo de Serbn gredt und büdt de Grundlog vo da krowodischn und aa vo da bosnischn und serbischn Standardsproch.

Alphabet und Aussproch

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De Sproch wiad mitn lateinischn Alphabet und einign Sundazeichn (duach Zuagob vo diakritischn Zeichn) gschriebm. S krowodische Alphabet hod 30 Buchstobm:

A B C Č Ć D Đ E
F G H I J K L LJ M
N NJ O P (Q) R S Š T
U V (W) (X) (Y) Z Ž
a b c č ć d đ e
f g h i j k l lj m
n nj o p (q) r s š t
u v (w) (x) (y) z ž
Großschreibung Klaschreibung

De Buachstobm q, w, x und y ghean formal ned zum Alphabet und kumman nua in Eigennaumen fremdsprochiga Heakunft vua. Bei Bedoaf weans wia obm zagt ins Alphabet eisortiat. De Digraphn , lj und nj wean in da alphabetischn Ordnung jeweus ois a anziga Buchstobm behaundlt. Es gibt nua a sea geringe Aunzoi vo Weatan, in dena de Zeichngruppm zwa trennte Laute bezeichnan und deshoi ois zwa Buachstobm behaundlt wean miassn (z. B. izvanjezični 'außasprochlich, extralinguistisch’, wo zwischn izvan- 'außa-’ und -jezični sprochlich’ a Morphemfugn liegt).

De Sundazeichn kena mit de foigandn Entitäten doagstöd wean (des Đ deaf ma ned mitn isländischn Ð vawexln):

Č: Č č: č
Ć: Ć ć: ć
Đ: Đ đ: đ
Š: Š š: š
Ž: Ž ž: ž

Da Großteu vo de Buachstobm wiad ungefäah wia im Deitschn ausgsprochn.

Segmentale Phoneme

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Buachstob Lautschrift Beschreiwung Beispü
a /a/ ungerundeta offana Vuadazungenvokal, wia boarisches a akademija „Akademie"
b /b/ stimmhofta bilabiala Plosiv, wia boarisches b broj „Zoi"
c /ts/ stimmlose Affrikate, imma /ts/, wia boarisches tz; z in Kotz; Zucka majica „Pullova"
č // stimmlose Affrikate, wia boarisches tsch in Quatsch, Tschappal; de Zungan wiad an de Gaumen druckt čempres „Zypressn"
ć // stimmlose Affrikate, ähnlich wias standarddeitsche tch in Brötchen oda tj bei tja; de Zungan wiad in an vuadan Mundbereich druckt; oft schwaa von č zan untascheiden kraljević „Prinz"
d /d/ Stimmhofta alveolarer Plosiv, wia boarisches d daska „Breddl"
// stimmhofte Affrikate, stimmhofte Entsprechung zu č, wia engl. j in John džep „Toschn"
đ // stimmhofte Affrikate, sea waachs dj; oft schwaa vom dž z untascheiden đak „Schüla"
e /ɛ/ ungerundeta hoiboffana Vordazungenvokal, (im Vergleich zan Boarischn) imma offenes e meso „Fleisch"
f /f/ stimmlosa labiodentala Frikativ, wia boarisches f fonetika „Phonetik"
g /ɡ/ stimmhofta velarer Plosiv, wia boarisches g grad „Stod"
h /x/ stimmlosa velara Frikativ, recht schwoche Friktion, wia boarisches ch in ach, wiad imma ausgsprochen himna „Hymne“,
HrvatskaKroazien"
i /i/ ungerundeta gschlossena Vordazungenvokal, wia boarisches i igla „Nodl"
j /j/ stimmhofta palatala Approximant, wia boarisches j in Jogd jastreb „Habicht"
k /k/ stimmlosa velara Plosiv, weniga aspiriat ois im Boarischn koza „Gaass"
l /l/ stimmhofta laterala alveolara Approximant, dumpfa (velara) wia im Boarischn magla „Nebe"
lj /ʎ/ stimmhofta laterala palatala Approximant, zu am Laut vaschmoizn, wia ital. gli in figlio kralj „Kenig"
m /m/ stimmhofta bilabiala Nasal, wia boarisches m molitva „Gebet"
n /n/ stimmhofta alveolara Nasal, wia boarisches n novine „Zeidung"
nj /ɲ/ stimmhofta palatala Nasal, wia frz. oda it. gn in Champagne oda Bologna; span. ñ in 'señor konj „Pfeadl"
o /ɔ/ grundeta hoiboffena Hinterzungenvokal, (im Vagleich zan Boarischn) imma offn, wia o in boarisch Bob, Boxn, Tonne konoba „Weinbeisl"
p /p/ stimmlosa bilabiala Plosiv, weniga aspiriat ois im Boarischn diploma „Diplom"
r /r/, // stimmhofta alveolara Vibrant, Zungenspitzn-r (mit mea Schlägn ois s süddeitsche Zungen-r), kaun aa ois vokalisches sübisches) R aa Sübm büdn und dabei laung oda kurz, betont oda unbetont sein. mornar „Matros“
mrkva „Muakal"
s' /s/ stimmlosa alveolara Frikativ, wia boarisches 'ss in Klasse 'sol „Soiz"
š /ʃ/ stimmlosa postalveolara Frikativ, wia boarisches 'sch in Schule šibica „Streichhoiz"
t /t/ stimmlosa alveolara Plosiv, weniga aspiriat ois im Boarischn šator „Zelt"
u /u/ grundeta gschlossena Hinterzungenvokal, wia boarisches u kruna „Krone"
v /ʋ/ stimmhofta labiodentala Frikativ, wia boarisches w in wüd, nia stimmlos wia [f] voda „Wossa"
z /z/ stimmhofta alveolara Frikativ, wia boarisches 's in Rosn, z im englischn zero zakon „Gsetz"
ž /ʒ/ stimmhofta postalveolara Frikativ, wia frz. j in Journal, toujours žarulja „Glühbirndl"
ije // Diphthong; langa Doppellaut i-e brijeg „Berg"

No zu beochten:

  • ck = c + k (ned wia Hockn, sundan wia erzkatholisch)
  • sh = s + h (ned wia shoe im Englischen, sundan wia hochdeitsch bisschen)
  • sp' = s + p (ned wia Spende, sundan wia hochdeitsch Wespe)
  • st' = s + t (ned wia Stunde, sundan wia boarisch Deanst)
  • eu = e + u (ned wia Eiropa, sundan wie Museum)

Weus „R“ im krowodischn zum Teu sübischn Charakta hod, gibts aa Weata ohne Vokale. Beispü dafia waradn: „Krk“ /kr̩k/ (a krowodische Insl), „prst“ /pr̩st/ (boar. Finga) oda „krš“ /kr̩ʃ/ (hochdeitsch Karst). In da Schrift wean as sübische und s ned-sübische R gwenlich ned untaschiedn.

Krowodisch hod an melodischen Wuatakzent (engl. pitch accent) und zöd zu de Tonsprochn. Des bedeit, dass de Tonhächn vo de betontn Sübm und da Tonhächnvalauf vo am Wuat a Roin spün und aa zua Bedeitung vo am Wuat beitrogn. In da Standardsproch wiad a steiganda und a follenda Ton untaschiedn.

Nem da Tonhächn stöd aa de Länge vo de Sübmkeane a phonologisches Meakmoi doa.

Krowodische Schreibweis Lautschrift Beschreibung Beispü
a [a] unbetonta kurzar Vokal
  • daljìna (Weitn)
ā [aː] unbetonta langar Vokal
  • dȍbrā (gut f)
  • drāgī (liaber m)
  • polijetānje (Obflug)
a [ǎ] kurz-steigenda Akzent
  • dalmatīnskī (dalmatinisch)
  • kazalīšte (Theater)
á [ǎː] lang-steigenda Akzent
  • budaláština (Unfug)
  • objelodániti (aufdecken)
  • sámo (allein)
ȁ [â] kurz-follenda Akzent
  • sȁmo (nur)
  • slȁma (Stroh)
  • drȁga (Kleine Doline)
ȃ [âː] lang-follenda Akzent
  • grȃd (Stod)
  • drȃgā (liab f)

'Beleg: Wei im Krowodischn aa des // an sübischn Laut doastöd, kaun da Wuatakzent aa auf den Laut foin. Deshoib kenna de Akzentzeichn ned nua auf de Vokale sundan aa aufs r gschriem wean.

Sprochtipologisch gseng is as Krowodische so wia de meisten aundan slawischn Sprochn a flektiarande Sproch mit deitlich analytischn Elementn. Zauman mit de štokavischen Standardvarietäten nimmts Krowodische a Zwischnstölung in da slawischn Sprochfamülie ein. Im Westslawischn, Ostslawischn und Slowenischn) is da flektiarende Charakta vom Urslawisch im Bereich vo da Nominalflexion guad dahoidn, während de Verbalflexion zugunstn vo analytischen Konstruktionen stoak obbaut wuan is. Demgegniwa is im Bulgarischn und Mazedonischn de Verbalflexion vom Urslawischen bewoat wuan, während de Nominalflexion zugunsten vo analytischen Strukturn obbaut wuan is. Im Krowodischn san de Kategorien sowoi vo da Nominalflexion wiara vo da Verbalflexion vom Urslawischen in wesentlichn Teun dahoidn, es Formensystem is owa durchn Obbau von Flexionsklassen und Zaumanfoi vo Formen stoak vaafocht wuan. Außadem san maunche vo de daeabtn Kategorien nua no in eigschrängtn Ausmoß gebraichlich und konkurrian mit neian analytischn Konstruktionen.

Entwicklungsgschicht

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Entwicklung seit da Unabhängigkeit 1991

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Noch da Unabhängigkeitserklärung 1991 is s Krowodische in Krowozien endgütig ois eignständige Sproch aunakaunt wuan. Da Begriff Serbokrowodisch wiad in Krowozien offiziö ois a Relikt vo ana aufzwunganen Kunstsproch bezeichnet. In Krowozien wiad de Distanz zum Serbischn betont. Zum an im Wuatschotz, zum aundan in kuituarölla und historischa Sicht. Oide Weata aus da Zeit vua 1918 wean wiedabelebt. Ma is da Aunsicht, dass de natialiche Entwicklung vo da Sproch duach des kommunistische Regime (und diverse dubiose Sprochobkommen) glittn hod (vua oim in Bezug auf de Reichhoitigkeit). Dazua gibts Bestrebungen, de Grammatik zum Vaafochn (Zwadeitigkeitn zum Eliminian).

Am 14. Aprü 2005 is vom krowodischn Ministerium fia Wissnschoft, Büdung und Spuat da „Rat zua Normierung vo da krowodischn Standardsproch“ (Vijeće za normu hrvatskoga standardnog jezika) grindt wuan.

Sprochvawauntschoft

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Innahoib vo da Sprochfamülie vo de slawischn Sprochn is meistns a grunsätzliche Vaständnismeglichkeit vuahaundn, zumindastn im passivn Vaständnis. A greßtmegliche Sprochvawaundschoft besteht zu de Südslawischen Sprochn. Wea krowodisch kaun, is dahea jedazeit in da Log, mit Sprechan aus de benochboatn südslawischn Sprochn zum redn.

Weata aus aundan Sprochn

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  • Ausm Boarischn und speziö Weanarischn (wegn dea gemeinsamen Gschicht): žemlja – Semme, pekar – Bäcka, šrafciger – Schraubmziaga, šlager – Schloga, šminker – Schminka, a Peason de bsundan Weat aufs Aussehn legt, lebnskinstler – Lebmskinstla, forcimer – Vuazimma, drebuh – Drehbuach, cajger – Zeiga, haubica – Haubitzn, šnajder – Schneida, kurcšlus – Kuazschluss, šporet – Spoahead (Kuchlofn, dea wos mit Hoiz und Kuin ghazt wiad), karfiol – Karfiol, paradajzParadeiser, 'sekirati – sekkian, krampus – Krampus, pusa – Bussi, pušl – Bischl, špajza – Speis, cušpajz – Eitopf.
  • Ausn Lateinischn: lekcija – Lektion, konzum – Vabrauch, kvaliteta – Qualität.
  1. UNHCR – Ethnic Hungarian Minorities in Central and Eastern Europe
  • Auburger, Leopold: Verbmorphologie der kroatischen Standardsprache. Julius Groos Verlag, Heidelberg 1988, ISBN 3-87276-610-4
  • Auburger, Leopold: Die kroatische Sprache und der Serbokroatismus. Hess, Ulm 1999, ISBN 3-87336-009-8
  • Grčević, Mario: Die Entstehung der kroatischen Literatursprache. Böhlau, Köln/Weimar/Wean 1997, ISBN 3-412-16196-9
  • Greenberg, Robert D. Language and Identity in the Balkans: Serbo-Croatian and its Disintegration. Oxford u. a. 2004, ISBN 0-19-925815-5.
  • Katičić, Radoslav: Undoing a 'Unified Language': Bosnian, Croatian, Serbian. In Michael Clyne, ed. Undoing and Redoing Corpus Planning. Mouton de Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-012855-1, S. 165–191
  • Moguš, Milan: Die Geschichte der kroatischen Literatursprache. Übersetzt von Nicole Emmerich unter Mitarbeit von Mario Grčević. Globus, Agram 2001, ISBN 953-167-125-7
  • Okuka, Miloš. Eine Sprache – viele Erben: Sprachpolitik als Nationalisierungsinstrument in Ex-Jugoslawien. Klagenfurt 1998, ISBN 3-85129-249-9.
  • Škiljan, Dubravko: From Croato-Serbian to Croatian: Croatian linguistic identity. In: Multilingua 19, 2000, S. 3–20.