Carl Binder

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Carl Binder, Lithographie vom Josef Kriehuber, 1851

Carl Binder (* 29. Novemba 1816 in Wean; † 5. Novemba 1860 eb'ndå) woa'r a östarreichischa Kapömasta und Komponist füa Theatamusi.

Leb'n und Weak'[VE | Weakln]

Carl Binder mit'n Heinrich Proch, Anton M. Storch, Franz von Suppé und Anton Emil Titl, Lithographie vom Josef Kriehuber, 1852

Da Carl Binder woa von 1839 bis 1847 ois Kapömasta aun vaschiedane Weana Vuastådtbühnan augaschiat, seit 1840 b'sundas füa's Theater in der Josefstadt. Ea woa da Nåchfoiga vom duatich'n vuaherich'n Kapömasta Conradin Kreutzer. Füa'r a Zeit'l laung woa'r a 1847 in Hamburg und Pressburg tätich, owa scho 1848 is wieda nåch Wean z'ruckkumma. In Wean woa'n daunn hauptsächli des Theater an der Wien und des Carltheater seine liabst'n Oawatsplätz'. Von 1851 bis 1859 håt da Binder de Bühnanmusi füa'r etliche Stückln vom Johann Nestroy komponiat.

Wia da Jacques Offenbach mit seine easchten Oparett'n in Paris an ries'ngroß'n Eafoig g'håbt håt, san aa de Weana Theata safuat intaressiat g'wes'n, de deitsch'n Üwasetzungan auf eahnare Bühnan zum spüi'n. Olladings san's net im Origenäul aufg'füaht wua'n, sundan inschtrumentiat vom Carl Binder nåch'n Offenbach seine Klaviarauszüg'.[1] Da Binder woa'r aa da Komponist von da Ouvertüa zum Offenbach seina meistg'spüit'n Oparett'n Orpheus in der Unterwelt. Da Grund dafüa woa, dass da Offenbach söwa ka Vuag'spüi dazua g'schrieb'n håt, in Wean owa a soichan's üblich g'wes'n is. Drum håt da Binder den Auftråg kriagt, aus aniche Motiv' von dem Weak a soichane zum zaummastöi'n.[2]

Da Binder håt zwaa Buam g'håbt. Ana von de zwaa'r is so wia sei Voda Kapömasta wua'n, owa scho mit 27 Jahrln g'stuab'n. In Carl sei Bruada, da Eduard Binder, is etliche Joahr laung ois Reschissäa und Schauspüla aum Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater in Berlin und aum Carltheater in Wean augaschiat g'wes'n.[1]

Gaunz bekaunnt is da Binder füa de Vataunung von da Wagner-Parodie Tannhäuser (Easchtauffüahrung aum 31. Oktoba 1857 im Carltheater; vamuatli woa da Nestroy da Dichta davau). Eb'nfois san aniche Liada von eahm komponiat wua'n (zum Beispüi: Wenn ich einmal der Herrgott wär, Text vom Eduard Amthor), und ois Librettist woa'r a ziemli g'frågt.

Da Carl Binder liegt auf'n evangelisch'n Friedhof Wean-Matzleinsdorf begråb'n (des Gråb is auflåss'n). Ea woa'r a Mitglied von dera Weana Künstlag'söischåft „Grüne Insel“[3]. Dea Varein håt aa sein Gråbstaa zoih't und foigende Inschrift aubringa låss'n:

Im Käfig, da trillert auf lustiger Stelle
Ein Vogel gar schöne Melodei; –
Den Käfig zertrümmert ein rauher Geselle,
Der Sänger verstummt – doch ist er frei.[1]

füa'n Johann Nestroy[VE | Weakln]

im Netz[VE | Weakln]

Beleg[VE | Weakln]

  1. 1,0 1,1 1,2 Johann Nestroy: Tannhäuser, aussageb'n und eig'leit' vom Georg Kruse, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, Nr. 4599 (antequarisch, ohne Joahresaugåb'), S. 6
  2. Anton Würz: Reclams Operettenführer. 23. Auflage, Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-010512-9, S. 27.
  3. De „Grüne Insel“ woa'r a Vareinichung von easchtklassiche Künstla und Schriftstölla, de wo aum 15. Februar 1855 gegründet wia'n is [1]@1@2Vorlage:Toter Link/www.wien.gv.at (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
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