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Kulturlaundschåft Eisgruab-Födsberg

Aus Wikipedia

Die Kulturlaundschåft Eisgruab-Födsberg (tschechisch Lednicko-valtický areál) is seit Dezember 1996[1] a UNESCO-Wöderbe in da Tschechei.

Schloss Eisgruab

Topographie[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

Schloss Födsberg
Reistenkolonnade
Dianatempel oder Rendezvous
Minarett
St.-Hubertus-Kapön
Haunsnburg
Apollo-Templ
Jågdschlössl

Kulturlaundschåft liegd in Südmährn. Sé is üwa große Teile deckungsgleich mid dé drei Herrschåftn Födsberg, Eisgruab und Lundnburg, dé üwa vüle Joarhundate ålle drei zum Haus Liechtnsta ghead haum.[2]

Dé Angåm zua dea vau da Kulturlaundschåft eingnummane Flächn weichn stoak vonanaund åb und reichn vau 143 km² bis 200 km².[Anm. 1] Davau soin ungfähr 80 bis 100 km² gstoitete Laundschåft sei[3], dé übrige Flächn nehman Woid, laundwirtschåftlich gnutzte und bebaute Flächn ei. Des ois Wöderbe gschützte Laund umfasst dé Gemarkungen vau Lundnburg (Oberthemenau, Unterthemenau), Raumpersdorf, Kostl, Födsberg (Goarschönthoi), Puigram, Bischofswarth, Landshut in Mährn, Eisgruab (Neidek) und Voitelsbrunn. Westlich grenzts ans UNESCO-Biosphärenreservat Niedamohrau (fruara Pálava).

Newa dé Gmoahnden Födsberg mid Schloss Födsberg und Eisgruab mid Schloss Eisgruab bfindn sé in dem Gebiet a Reihn vau Park-Staffagebauten und die Teichanulåg Eisgruaba Teich. Dene vier Teiche san abm Énd vaum 14. Joarhundat ois Fischteiche am Niklasgråm (Včelínek) auglegt woan. Dé Oarbeitn dazua haum sé bis ins 15. Joarhundat zong und woan da easte großflächige Eingriff ins Gebiet, des heite dé Kulturlaundschåft is.[4] A weidane laundschåftsbestimmende Maßnahme woar dé Aunlåg vau zoihreiche Alleen, Jågd- und Sichtschneisen seit da Mittn vaum 17. Joarhundat.[5]


Gschicht[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

Aunfäng[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

Seit 1130 is as Haus Liechtnsta in Südmährn nåchgewiesn. Seit 1379 is seine um Födsberg und Eisgruab bstehende Herrschåft erweitert, im 15. Joarhundat da Bsítz weida konsolidiert woan.[6] 1606 hod dé Famülie Liechtnsta an Familienfideikommiss, zu dessen Ausståtung a Födsberg und Eisgruab ghead haum. errícht.[7] OIs letzts Gebiet, mid dem dé heitige Kulturlaundschåft abgrundt woan is, is 1638 Lundnburg (Břeclav) dazuakumma.[8]

Entstehung vaum Laundschåftspark[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

Unta Fiast Karl Eusebius vau Liechtnsta (1611–1684) hod sé Födsberg in a kulturelles Zentrum entwicklt, in dem zoihreiche Moola, Büdhaua, Architekten und aundare Künstla fian Fiastn tätig woan. Er hod as Schloss zu ana repräsentativen Residenz ausbaun lossn, a siem Külometa launge Allee zwischn dé Schlössa Födsberg und Eisgruab auleng, ebenso weidane Alleen[9] und a Wüdghege mid entsprechende Jågdschneisn.[10] Dé weit gspaunntn Eingríff in dé Laundschåft stöhn dé erstn Schrítt in Richtung der draus späda gformten Kulturlaundschåft doa. Hinzua san Goatnaunlågen kumma: z´nächst in italienischem, späda in französischem Stil.[8] Da Nachfoiga, Johann Adam I. Andreas (1657–1712), hods híbrochd trotz da immensen Schuidn, dé Koarl Eusebius z´ruckglossn hod, dé Herrschåft zu stabilisieren und späda sogoa auszumbaun. Er hod weida in Kunst und Architektur investiert und er hod gschoffd, für a Reihe vau Bauoarbeitn Johann Bernhard Fischer von Erlach zum gwinna.[8] Unta seine Nachfoiga, Anton Florian (1656–1721), san beim Schloss Födsberg da easte große formale Goatn vaum Hochbarock in dea spädan Kulturlaundschåft auglegt woan.

Á dé Nachfoiga investierten weida indn Ausbau vau dé Aunlågn.[11] Alois I. Joseph von Liechtenstein (1759–1805), hod sé nåch seim Regierungsauntritt 1781 dem englischen Laundschåftsgoatn zuagwendt.[12] Da Park is üwa Alleen in dé Laundschåft valängat woan und as Wåssa-Management grundlegend umgstoit woan.[13] Dabei is dé Laundschåft fortlaufend á mid Staffagebauten vaseng woan. Á dé Nåchfoiga, Johann I. Josef (1760–1836), haum an Laundschåftsgoatn in da Goatnlaundschåft nåch englisch romantische Prinzipien vau da Laundschåftsarchitektur weida ausbaud[14], bis schließlich im zwatn Joarzehnt vaum 19. Joarhundat dé „drei liechtensteinischen Dominien zu einem bukolischen Arkadien“[15] durchgstoitet woan. As 1827 fertiggstöhte Grenzschloss woar dann dé letzte grépane Ergänzung vau da Poarkaunlåg.[15] Dåmid hod da jeweilige Fürst vau Liechtensta repräsentiert und wooid zang, dass er an da Spítz der Laund- und Forstwirtschåft sowia vaum Goatnbau gstaund is.[16]

19. und 20. Joarhundat[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

Im Foigenden san no Vaändarungen voagnumma woan, dé zum Teil gändatem Gschmåck geschuidet woan – so ungfähr da Umbau vaum Schloss Eisgruab in neigotischem Stil – oda dé sé aus da technischen Entwicklung ergehm haum, wia da Aunschluss an dé Eisnbauhn. Fiast Alois II. Josef setzt fia dé Kaiser Ferdinands-Nordbauhn a Streckenführung üwa Lundnburg duach. Dé Strecke zwischn Wean und Brünn is am 7. Juli 1839 eröffnet woan.[17] Seit 1901 hod Eisgruab an Bauhnånschluss an da Bauhnstrecke Theimwoid–Eisgruab.[18] Fiast Johann II. hod botanische Interessen ghobd. Er hod dé Hähare Obst- und Goatnbauschui in Eisgruab gründt und 1912 as Forschungsinstitut Mendeleum eröffnet, benaunt nåch Gregor Mendel, dea 40 Joar davoa dé nåch erm bnaunntn Mendelschen Regeln entdeckt hod. Fia Johann II. woar Wilhelm Lauche ois Gärtner tätig.[19] Am Énd vaum 19. Joarhundat san dé Poarkaunlågn um dé badn Schlössa in Eisgruab und Födsberg neich gstoit woan.[20] In dea Zeit voam Eastn Wödkriag san dé Gebäude in da Kulturlaundschåft durchn Architekten vaum Fiastn, Carl Weinbrenner, no amoi rundum instaund gsetzt woan.[21]

Bis zum Énd vaum Eastn Wödkriag woar dé Laundesgrénz zwischn Mährn und Niedaöstareich unmittlboar duach dé Teich südlich vau Eisgruab. Da Vertrag vau Saint-Germain schlug as bisher zu Niedaöstareich gherande Födsberger Laud jedoch aus strategische Gründ da Tschechoslowakei zua. Dé Staatsgrenze liegd seitdem im Gengsåtz zua fruaran Laundesgrénz iatz deitlich weida südlich. In da Bodenreform haum dé Liechtnstana 60 % vau ernam Grundbesitz valoan.[21]

Nachm Anschluss Österreichs an Deitschlaund is 1938 zum Münchna Åbkommen kumma, des dé Abtretung mehrheitlich deitschspråchiga Gebiete an Deitschlaund vorgseng hod. Dé neiche, åb Anfång Oktober 1938 gültige Stootsgrénz is daun nördlich vau Eisgruab gwen, womid dé gesaumte Kulturlaundschåft wieda auf deutschm Staatsgebiet woar. Teile vau Bvökarung san nåch rassistische Kriterien vatriem woan. Währendn Zwatn Wödkriag haums dé Leichtenstana gschoffd de meistn Kunstsammlungen aus Südmährn (und Wean) nåch Vaduz zum bringa. Da historische Stådtkern vau Lundnburg is während an Luftaungriff am 20. November 1944 weitgehend zastört woan, á Eisgruab hod erhebliche Schädn erlittn.

Dé wiedaerrichtete Tschechoslowakische Republik enteignete dé Liechtenstan nåch Kriagsénd aufgrund vaum Dekretes Nr. 108 vaum Präsidenten vom 25. Oktober 1945, obwoih dé Liechtnstana nåchm Wortlaut vaum Gesetz kane Deitschn woan. Dé entschädigungslose Enteignung hod as Vahötnis vaum Fiastntum Liechtnsta gegnüwa vau da Tschechei bis heite belostet. Es bstengan kane offiziellen diplomatischn Beziehungen zwischn beide Stooten.

Dé Låg vau da Kulturlaundschåft unmittelbooar am Eisan Vuahaung zog nåch 1945 anaseits Verfall nåch sich, hod owa á Eingríff durch moderne Infrastruktur vahindat.[22]

Gegnwart[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

Im Dezember 1989 hod ma mid der Samtenen Revolution augfonga midn Åbriss vau dé Grénzspean[22], a Entwicklung, dé midm völlign Wegfoi vau dé Grénzkontroin nåchm Schengener Åbkommen 2007 an Zuastand wieda heagstöht hod, wiara bis 1918 woar.

1992 is dé Kulturlaundschåft zur Denkmoizone erklärt woan – dé erste Denkmoizone in da Tschechei, dé Laundschåft umfåssd hod –[23], 1996 ois UNESCO-Welterbe aunerkaunnt und aunschliaßend schrittweise in Staund gsétzt.[24] As Areal is á heite ana vau dé gréßtn Laundschåftsparks in Europa.[25]

Siehe auch[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

  • Fürst-Pückler-Park Bad Muskau – Laundschåftspark aus da eastn Höfn vaum 19. Joarhundat, emfois sehr weitläufig und im englischn Stil, emfois UNESCO-Welterbe

Film[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

  • Dé Kulturlaundschåft Eisgruab-Födsberg. Dokumentarfüm, Deutschland, 2013, 52 Min., Buch und Regie: Eva Jobst, Moderation: Wladimir Kaminer, Produktion: MDR, Reihe: Diesseits von Eden, Erstsendung: 8. September 2013 bei arte, Inhaltsangabe vau arte.

Literatur[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

  • Filip Binder: Die Gärten des Fürsten Alois I. Joseph von Liechtenstein in Eisgruab und Felsberg und der Einfluss des Reisens auf deren Gestaltung. In: Die Gartenkunst 32. 1/2020, S. 95–106.
  • Zdeněk Novák: Eisgruab-Födsberg in Mähren. Ein bedeutendes Dokument der Landschaftsgestaltung in Mitteleuropa. In: Die Gartenkunst 6 (1/1994), S. 89–104.
  • Pavel Zatloukal (Hg.), Pŕemysl Krejčiŕik und Ondŕej Zatloukal: Die Kulturlaundschåft Eisgruab-Födsberg. Foibos Books, Prag 2012.

Weblinks[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

 Commons: Kulturlandschaft Lednice-Valtice – Sammlung vo Buidl, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

  1. Beide Angaben finden sich in den Unterlagen der UNESCO (vgl. [1]); Novák: Eisgrub-Feldsberg, S. 89, nennt ebenfalls 200 km²; Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 6, nennt 161 km².

Einzelnachweise[Werkeln | Am Gwëntext werkeln]

  1. UNESCO: World Heritage Committee. Twentieth Session, Merida, Mexico. 2–7 December 1996, S. 64 [PDF].
  2. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 6.
  3. Novák: Eisgrub-Feldsberg, S. 101.
  4. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 163–165.
  5. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 156–159.
  6. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 12.
  7. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 15.
  8. 8,0 8,1 8,2 Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 17.
  9. Novák: Eisgrub-Feldsberg, S. 90.
  10. Novák: Eisgrub-Feldsberg, S. 89f.
  11. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 19.
  12. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 20.
  13. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 21.
  14. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 22.
  15. 15,0 15,1 Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 31.
  16. Novák: Eisgrub-Feldsberg, S. 89; Novák: Eisgrub-Feldsberg, S. 102.
  17. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 33.
  18. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 78.
  19. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 35.
  20. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 34.
  21. 21,0 21,1 Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 36.
  22. 22,0 22,1 Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 37.
  23. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 6; Novák: Eisgrub-Feldsberg, S. 89.
  24. Zatloukal: Die Kulturlandschaft, S. 38.
  25. Homepage der UNESCO.

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