Judndum

Aus Wikipedia
(Weidagloadt vo Judentum)
Wexln zua: Navigation, Suach
Der Artikl is im Dialekt Obaboarisch gschrim worn.
Judaica (im Uahzoagasinn vo oom): Schabbat-Keaznstenda, Tevila-Kruag fia's Hend woschn, Tora- und Tanach-Biachl, Jad-Zoagstob, Schofar-Heandl und Etrog-Schatuin
Da Davidstean (hebräisch: magen david = Schuid vom David) is des Symboi vom Judndum und de Judn sejm.
Judäa in oida Zeid
Da Tempebeag z Jerusalem

Unta Judndum vasteht ma de Gsomtheid vo Kuitua, Gschicht, Religion und Tradition vom jidischn Voik, des wos si sejm Voik Israel (hebr.: am jisrael, bnei jisrael) nennt.

Des Judndum wead oft zua de Wejdreligiona grechnt, aa wonn do nua rund 13,5 Milliona Menschn dazuaghean. Des hod historische Grind. Kristndum[1] und Islam beruafa si vuifoch af de Iwaliafarunga vom Judndum, des wo aa de easchte Wejdreligion woa. Am End vo da Antike hod's jidische Gmoana ned nua im Remischn Reich sondan sogoa in Indien, Kina und Afrika gem.

Begriffsgschicht[VE | Weakln]

De boarische Bezeichnung geht af's hebräische Woat: yehudi zruck. Des bezeichnt uaspringle de Oghearign vom Stomm Juda und de Leidln, de wo af dem sei Territorium gwohnt hom. Unta'm Kini David z Hebron wead des Gebiet "Kinireich Juda" gnennt (2 Sam 5,3). Unta'm Rehabeam wead des Kinireich afgspoitn. Da sidliche Tei wead Juda gnennt, da neadliche Tei Israel. Des Noadreich bsteht nua bis 722 v. Kr., donoch wead "yehudi" moast untaschiedslos vawendt. Religiöse, politische oda nationaie Aspekte wean zu dem Zeidpunkt ned untaschiedn.[2] Dobei is Jud in easchta Linie de Fremdbezeichnung; de Eignbezeichnung woa meistns yisrael, woahscheinli um de nationaie Identität duach Eainnarung on de Fruahgschicht z festing.[3]

Noch'm halachischn Recht is a Jude, wea Kind vo ana jidischn Muada is[4] oda zum Judndum konveatiat is. Seit da Middn vom 20. Joarhundad is de Definition aus foingdn Grindn umstrittn:[5]

  • De Konversion eafordat des Bekenntnis zu de Grundlong vom jidischn Glaubm und zua Eihhoitung vo seine Voaschriftn.[6] De Meahheit vo de ois Judn Geboranen befoigt des owa ned.
  • Vo de Nationaisozialistn san hundadtausnde Menschn ois Judn betrocht und eamoadet worn, de wo noch halachischm Recht koane Judn san.
  • Vui Bewohna vom heiting Stoot Israel wean im jidischn Bewusstsein eazong, gejtn owa noch da halachischn Definition ned ois Judn.

Gschicht[VE | Weakln]

Noch da Tora, de fimf Biacha vom Moses, fongt de Gschicht vom jidischn Voik mid'm Bund vo God mid Abraham o (Gen 12). Fia de jidische Tradition is Abraham da Begrinda vom Monotheismus, am Glaubm on oan oanzign, unsichtboan God. De Tradition wead vo sei'm Sohn Isaak und vo dem sein Sohn Jakob fuatg'fiaht.

Da Jakob hod zwejf Buama ghod, de wo ois Stommvoda vo de zwejf Stämm vo Israel (Israelitn) gejtn. De ziang vo Kanaan, am heiting Palästina, noch Egyptn, wo iahre Nochfoahn vasklavt wean. Da Moses befreit de Hebräa mid Huif vom God aus da Sklaverei, wo eam om Beag Sinai de Tora offnboart wead. Des is da zentroie Mythos vom Judndum.

Scho in hellenistischa Zeid hod's aus Palästina gressare Auswondarungsbewegunga gem. Ois Foige dovo is as hellenische Judndum entstondn. Spadastns noch da Zastearung vom jidischn Stoot im 1. Joarhundad n. Kr. und da Zastearung vo Jerusalem unta'm Koasa Hadrian (dea hod Jerusalem in Aelia Capitolina umgnennt) hom si de Judn so zastreit, doss ma gor nimma vo am regionoi gschlossanen Voik redn hod kenna. De Meahheit vo de Judn hod si iwa's Remische Reich vastraat ogsiedlt. Nocha in da Spadantike und im friahn Middloita hod si da Schwaapunkt noch Babylonien vaschom. Im Houchmiddloita hom si Judn aa in ondare Tei vo Eiropa vateit und spada afgrund vo de Pestprogrome bsondas in Osteiropa. Noch da Vatreibung aus Spanien 1492 san aa wieda vui Judn ins heitige Palästina gonga sowia in de Neie Wejd. Judn san oft vafoigt und ausgrenzt (ghettoisiat) worn.

Zoihn[VE | Weakln]

Heit gibt's ebba 13,3 Milliona Judn af da Wejd, von dene de moastn in Amerika und Israel lebm. Duach vaschiedane Emigrations- und Immigrationswejn hod se de Vateiung vo de Judn in da Wejd in de letztn Joar vaändat. Voa 15 Joar hom de meistn in da ehemolign Sowjetunion glebt. Zweng da Wiatschaftslog san's teiweis noch Amerika und Israel zong.

De moastn Judn lebm heit in foingde Lända[7]:

Land Judn  % vo olle Judn  % vo da Bevejk.
Amerika 5.700.000 42,9 1,9
Israel 5.025.000 37,8 76,7
Frankreich 519.000 3,9 0,9
Kanada 364.000 2,7 1,1
Vaoanigts Kinireich 273.500 2,1 0,5
Russland 265.000 2,0 0,2
Argentinien 195.000 1,5 0,5
Deitschland 103.000 0,8 0,1
Ukraine 100.000 0,8 0,2
Australien 99.000 0,7 0,5
Brasilien 97.300 0,7 0,1
Sidafrika 78.000 0,6 0,2
Ungarn 51.300 0,4 0,5
Mexiko 40.400 0,3 0,0
Bejgien 31.400 0,2 0,3
Wejd 13.300.000 100,0 0,2

Jidische Religion[VE | Weakln]

De jidische religiese Tradition is a monotheistische Religion. Da God wead aa ois da God vo Jisrael bezeichnt.

Glaubm[VE | Weakln]

De jidische Religion basiat af de religiesn Iwalieferunga vo de Judn sejba. De Iwalieferunga tein si in a schriftliche Leah, de in da Tora niedagschriem is, und a mindliche Leah, de wo na Mischna und Talmud hoasst.

Mischna und Talmud hängan vo da Halacha ob, wo sovui is wias jidische Gsetz. De Halachah basiat af de rabbinischn Gsetzgebunga und sunstign Vafigunga, de wo mid da Zeid dazuakemma san. S woih bekonnteste Eagänzungsweak is da Schulchan Aruch.

Sproch und Schrift[VE | Weakln]

De Haptsproch und -schrift vom Judndum is heit Neihebräisch; des is aa de Omtssproch vo Israel. Natiale spuit's Englische a gonz wichtige Roin, wei de moastn Judn in de USA lebm. Donem hod aa no des Jiddische a kuituaeje Bedeitung.

Heidzudogs[VE | Weakln]

Wia bei fost oin Religiona, gibts Auseinondasetzunga um de Interpretation vo de heilign Schriftn. Und so hom si im Laff vo da Zeid an Haffa vaschiedena Gruppm buidt, beispuisweis:

  • Chassidismus
  • Konservativs Judndum
  • Liberois Judndum
  • Modern Orthodox
  • Neoorthodox
  • Orthodoxes Judndum mid sei Untastremunga
  • Rekonstruktionismus
  • Ultraorthodox

Literatua[VE | Weakln]

Band I. (1976): 1780 - 1871. ISBN 3-421-01769-7
Band II. (1978): Im Kaiserreich. ISBN 3-421-01842-1
Band III. (1982): 1918 - 1945. ISBN 3-421-06094-0

Nochschlogweake[VE | Weakln]

  • Encyclopaedia Judaica, CD-Rom, VVB Laufersweiler Verlag, Giessen 2004, ISBN 3-89687-236-2 (Encyclopaedia Judaica on CD-ROM)
  • Encyclopaedia Judaica Decennial Book 1973-1982, New York: Macmillan Pub Co, 1982, ISBN 965-07-0212-1.
  • Encyclopaedia Judaica, Version 1.0 (Elektronische Ressource), The most comprehensive authoritative Source on the Jewish World, CD-ROM ed., Jerusalem: Judaica Multimedia Israel, 1997, ISBN 965-07-0665-8
  • Jakob Klatzkin, Ismar Elbogen (Hrsg.): Encyclopaedia Judaica: das Judentum in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Eschkol Publikations Gesellschaft, 1928-1934. - Bd. 1-10
  • Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur: Jüdische Autorinnen und Autoren deutscher Sprache von der Aufklärung bis zur Gegenwart, hrg. von Andreas B. Kilcher, Stuttgart 2000
  • Kilcher, Andreas B. / Fraisse, Otfried (Hgg.): Metzler Lexikon jüdischer Philosophen, Stuttgart / Weimar 2003
  • Charles Cutter: Judaica Reference Sources: A Selective, Annotated Bibliographic Guide, Libraries Unlimited, 3rd Revised and Expanded Edition 2004, ISBN 1-59158-133-8

Im Netz[VE | Weakln]

 Commons: Judndum – Sammlung vo Buidl, Videos und Audiodateien
Spruch: Judentum – Zitat af Boarisch

Beleg[VE | Weakln]

  1. Kath.net: Die Kirche wurzelt im Judentum 3. Feba 2007
  2. Vgl. hierzu und zum vorhergehenden Y. M. Grintz: Art. Jew, Semantics, in: Encyclopaedia Judaica, 2. A., Bd. 11, 253-254.
  3. Grintz, 253.
  4. Vgl. Mishnah Kiddushin 3,12, 68b; Yadayim, Issurei Biah 15,3-4. Maimonides: Mishneh Torah, Kedushah, Issurei Biah 12-15, bes. 12,7; 15,3-6. Schulchan Aruch, Eben Ha-Eser 4,5; 19.
  5. Vor- und nachstehendes eng nach Raphael Posner: Art. Jew, Halakhic Definition, in: Encyclopaedia Judaica, 2. A., Bd. 11, 254-255.
  6. Vgl. etwa Talmud, Mishnah, Berakhot 30b; Keritot 9a; Yevamot 46a-b.
  7. Quelle: Jewish Agency for Israel Aus: Sergio Della Pergola, World Jewish Population 2002, in: American Jewish Year Book