Gstanzl

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Roider-Jackl-Brunnen afm Viktualienmorkt z Minga

S'Gstanzl is a boarische Liadform, moast ois Spottgsang. Es san Vierzeila, de ibawiegend im Drei-Viatl-Takt und nua vo de Buama gsunga wern.

Heakumft und Vabroadung[VE | Weakln]

Heakumft[VE | Weakln]

S'Wort kimmt woascheinli ausm Italienischn, wo 'stanza oafoch Strophn hoasst.

Je noch Heakumft wern de Gstanzln aa Schnadderhüpfl, Schanderhagge, Stückl, Possen-, Trutz- und Spitzliedln, Schleifer, Haarbrecher-Gsangln, Plopper- und Pleppa(lieder), Schwatzliedln, Flausen und Schmetterliedln, G’setzln, Basseln, Vierzeilige, Kurschza Liadlan, Schelmeliedle, chorze Liedle, Rappedietzle, Schlumperliedla oder Rundâs, usw. gnennt.

Vabroadung[VE | Weakln]

Gstanzln gibts vor oim in Östareich und Bayern, bsundas in Obabayern, Soizburg, Obaöstareich und Tirol.

De Schnaderhüpfl kennt ma dagegn in in da Schweiz, in Schwobm, Elsass, Thüringen, Obersachsn, und Schlesien bekannt.

In ganz Eiropa gibts ähnliche Liadforman. Dazua ghean a de Limericks.

Vui vo de oipnländischn Liada san eigentli Gstanzlliada. Des hoaßt, das de aus mehran Gstanzln zsammgstejt san, de in bestimmta Foign zsammghean. Oft werdn de Strophn mit an Jodler obgschlossn.

Beispui[VE | Weakln]

Boarisch Hiasl[VE | Weakln]

Dees Hiasl-Liad hod no vui mehr Strophn, dees san nur de easchtn vier:

I bin da boarisch Hiasl
koa Kugl geht mar ei
drum fiacht i aa koan Jaga
und soits da Deifi sei

Im Woid drauss is mei Hoamat
Im Woid drauss is mei Lebm
Do schiass i Reh und Hirschal
Und Wuidschwein aa danebm.

Wos soi i mi aa fiachtn
mei Kugl trifft jo guat
und wann de Stroafn kemma
dees sogt ma zeascht mei Gmuat

Und wanns mi aa umringa
de dumma Eslkepf
segns mi, in boarisch Hiasl
so laffas glei, de Trepf.

Grundregln[VE | Weakln]

  • Gstanzln hom in da Regel 4x5 Suibn. Oba a poa Suibn mehr oda weniga san durchaus meglich.
  • A Gstanzl hod zwoa Verszein, de si in da Regl am End reiman miassn. Oba a de easchte Zein ko si aa mid da zwoatn reiman und de dritte mit da viatn

Gstanzl Inhoid[VE | Weakln]

Diandln und Sex, Stänkarein, Spott gegn de Obrigkeit und Kirchn san de haifigstn Gstanzlthemen. Weidare Themen san Brauchtum und Hoamat. Es gibt owa aa Nonsens-Gstanzln aus Spaß an da Freid.

Liabschoft und Sex[VE | Weakln]

Meistns zwoadeitig oda aa oadeitig; dees is aa s'beliabtaste Gstanzlthema:

Mei Vadda is a Bäcka,
A Bäcka, bin aa i,
Mei Vadda backt de Semmen,
und de Weiba de back i.

Hob a niglnoglneis Kammal
und a niglnoglneis Bett,
und a niglnoglneis Dirndal
owa niglnogln deaf i s net.

Stänkarein[VE | Weakln]

Da zwoatbeliabtaste Gstanzlinhoid:

Buama wanns Raffa woits
brauchts es grod sogn
s'Messa is gschliffm
und d'Faist, de san glodn

Mei Vadda is a Jaga,
A Hund, an odrahta,
Gehd aus mit da Bichs,
Oba hoam bringt a nix.

Unsinn[VE | Weakln]

Da Inhoid vo Gstanzln ko oba aa voi unsinnig sei:

Da Boch is iwa d'Stross auffigrunna
d'Fisch hom vo de Bam owagsunga
d'Kia hom si Schwoimnesta baut
do hom d'Leit gschaut.

Mia san insa drei Briada,
und mia samma vom Leara
duat koana koa Guat
owa dafia samma meara.

Legendäre Gstanzldichta und Gstanzlsänga[VE | Weakln]

  • Franz von Kobell (1803-1882)
  • Karl Stieler (1842-1885)
  • Max Dingler (1883-1961):
  • Da Roider Jackl (1906-1975)

Literadua[VE | Weakln]

  • Hans-Peter Falkner: 1234 Gstanzln & CD. Bibliothek der Provinz, 2. Auflog 1997.
  • Ilka Peter: Gaßlbrauch und Gaßlsprüch in Österreich. Neuauflage. Alfred Winter, Soizburg 1981, ISBN 3-85380-027-0.
  • Herbert Seiberl, Johanna Palme: Gstanzln aus dem Salzkammergut. 730 Vierzeiler. Alpenpost, Bad Aussee 1992, ISBN 3-9500359-1-5.

Im Netz[VE | Weakln]