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Boarische Hozad

Aus Wikipedia
(Weidagloadt vo Boarische Hozat)
Bauernhochzeit is a Weidaleitung fia den Artike. An gleichnamign Fuim findst unta Der Bulle von Tölz: Bauernhochzeit.
Boarische Hozad um 1890

Boarische Hozad, aa Grousse Houzad oda Bairische Hochzeit (neiadings aa Bauernhochzeit), moant de traditionejn Feian und Braich im Zammahang mit da Eheschliassung bzw. Heirad in boarischn Sprochraum [Tag: Hochzeitsbrauch in Bayern und Österreich].

De Hozat bschrenkt si in da traditionejn boarischn Kuitua, wia in vuin ondan Kuituan, ned af a kuaze, obgschlossane Zeremonie, sundan ziagt si iba an lengan Zeitraum. Ethnologn redn in am Zammahang vo ana "gradualistischn Oneharung an de Ehe". De Hozat is a Oart Passageritus fia de Braut und fian Braitigam vo oan Lemsobschnitt in an ondan und wor friara vo gressta Bedeitung fias Lebm.

Sicha san ned imma olle Element vo de Ritn za oin Zeitn in jeda Gsejschoftsschicht beocht worn. Fia de Rechtsgitigkeit vo da Ehe san de Feian und Ritn aa no nia ned relevant gwen.

Rund via Wocha vor da Hozat is Brautpoar ins Pforramt ganga, hods Aufgebot bstejt und is nacha no zan Hozatsloda ganga.

Dees Aufgebot

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De Heiratsobsicht hod mindastns an drei afeinanda foigandn Sundogn noch da Predigt vom Pforra in da Kiach vakindd wean miassn. Dazua is de Okindigung im Gmoakastl ausghengt worn. Dees hod an Sinn ghobt, dass jeda mejdn hod kina, wann oana vo de Brautleid scho vaheirat wor oda de Heirat jemand ondan vasprocha ghobt hod.

Ban Stuifest oda Brauleitdog is dees Brautpoar vom Pforra af de Ehe vorbreidd und afkleat worn. Natiale is aa af de "ehelichn Pflichtn" higwiesn worn.

In da Zeit wo de Hozata ban Pforra gwen san, ham de Buama und Diandln aus da Nochbaschoft jeweis an Kranz an da Haustia (genau gsogt am Raama) vo da Hozatarin und vom Hozata obrocht. Fian Braitigam wor da Kranz blau-weiss vaziat, fia de Braut rot-weiss.

Junggsejnobschied und Henadanz

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Ban "Henadanz" fia de Braut und ban "Junggsejnobschied" fian Braitigam ham se de Hozata vom Ledignstand vaobschiedet. Do wead bis zan heitign Dog ausgiebig gfeiat und an Haffa Gaud gmocht.

De Lodung zua Hozat

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De Lodung zua Hozat is vom Hozatsloda duachgfiat worn. Dees Amt vom Hozadsloda oda Prograda (vo "Prokurator", Vatreta - vom Braitigam) wor a Privileg, wo ma hod kaffa miassn, genau so wia en Lodstock und en Lodspruch. Da Lodstock wor Gehstock und Zepter z gleich, symboltrachte mit buntn Bandln vaziat.

Scho zeiti in da Fruah ham de Buama a Hozatsschiassn oda Dogrevejn (vo frz. reveiller = weckn) vaostoit. Duach de lautn Schiss soit vahindat wean, dass de Hozata vaschloffa.

De Monna ham im schwoazn Ozug und schwoazn Huad mit dungln Bandl gheirat, de Weiwaleit in da Tracht.

Scho uma ochte in da Fruah is da Hozata zua Wiatschoft gfoarn, wo de Hozat stottgfundn hod. Do isa vom Prograda scho vor da Tia empfanga und mit Musi ins Gostzimma gfiat worn. A wengal spada hod de Braut kema miassn. Nochm Voiksmund deswegn, damit da Hozata ned untan Pantoffe kimmt. Da Braitigam hod da Braut ba da Begriassung en Brautstrauss iwagem. Nacha hod da Progradaa de Hozata und de Oghearign in an festlich gschmicktn Soi gfiat. Noch und noch san de ondan Gest dazuakema. Jeda Neiokemmling is mit da Blosmusi "eigspuit" worn. Dafia ham de Gest fiad Musi an da Tia a Drinkgejd ins Keabal glegt.

De Nohdarin hod jedn Gast a Hozatsbischal ogsteggt. De san vo ia aus Buxzweigal gmocht worn. A Hozatsgast wo am Brauttisch gsessn is, hod a Hozatsbischal mit ana weissn Schleifn kriagt, de ondan nua a oafochs. De Nohdarin hod dafia vo jedn Gast a Drinkgejd kriagt. De Nohdarin hod aa fias Vastaun vo de Hozatsgschenk im Nohdarinakammal gsurgt.

De Morgnsuppm

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Nacha hods de Morgnsuppm gem, vor oim ois Steakung fia de Gest, wo weit hea kema san. Uma Neine, wia de moastn Gest do worn, hod de Musi scho zan Danz afgspuit. Sowos hods owa nua in de Beag gem.

Af de Morgnsuppm is de Afstejung zan Kiachzug gfoigt. De Reihnfoig wor streng festglegt:

  • Blosmusi
  • Hozata mit Prograda und "Ehrvoda"
  • Braut mit Brautvoda oda Brautfiara
  • Ejtan, Dantn und Ongln vom Brautpoar
  • Junggsejn und Jungfan ausm Dorf, ogfiat vom Kranzlpoar
  • Monnaleit
  • Weiwaleit

Da Pforra hods Brautpoar an da Kiachtia empfanga und nacha de Traung vorgnumma.

Ban Valossn vo da Kiach hod da Hozata en Dorfkindan Kloagejd zuagworfa. Do hods a mords Gaudi und Grangl drum gem.

In da Wiatschoft

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Mit da Blosmusi is nacha wieda zruck zan Gosthof ganga.

Nochn Hozats- oda Schlissllaffa vo de Hozatsbuam is zan Fotografian ganga. Nacha hod im Soi de Musi zan Danz afgspuit.

Um Punkt zwejfe hods es Hozatsmoi gem. Nochn Essn is wieda fleisse danzt worn. Zwischnduach is s Soch beguadocht worn, oiso Mitgift, Kammawogn und Hof, wo de Braut eingheirat hod.

S Gstanzlsinga wor a Hehpunkt vo jeda Hozat. Themen worn Rotschläg fias Brautpoar, Riarseeligkeitn, oba aa beissende Ironie iba de Hozata und de Gäst.

Und a Vivat am Hozata,
und a Vivat da Braut,
und a Vivat da Ehrnmuada,
weis goa so schwoaz schaut.

O mei, liabe Hozatarin,
hea etz af mitn Woan!
Mir kemman scho wieda
und suach ma di hoam.

Und s Deandl is a Naatharin,
de is ganz vadraaht -
hod ma hoamli mei Herz
in ia Miada nei gnaaht.

Da Schneida is a Hungaleida,
hods Gros dabissn,
wiar a s gfressn ghobt hod,
hod a Gensebleame gschissn.

Oft wead da Autokorso afm Weg vo da Traung zua Feia meafoch oghoidn und Wegzoi valangt. Dea Wegzoi wead bei Eawoxanan mit Hochprozentigm beglicha und glei zamma gsoffa.

In Bayern und Östareich hoidn oft de Hozads-Ministrantn oda Kinda vom Doaf in Zug af. Nacha gibts natiale koan Oikohoi sundan a weng Gejd fia de Gschrobbm.

Brautdiabstoi

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Nachn Kaffeedringa is de Braut gstoin worn. In da Regl ham dees de Buama (Junggsejn) gmochd, mangmoi aa de oidn Weiwaleit. Da Hozata und da Brautfiara ham im Soi bleim miassn und si ba Danz und Musi vagnigt. Am Omd, so uma Sechse, is da Hozata zamma mitn Prograda zan Brautsuacha afbrocha. Wiases gfundn hom, homs gegn Bezohlung vo da Zech vo de Brautdiab de Braut wieda kriagt. Nacha sans oi zamma wieda zruck in an Soi zan Omdessn.

Omdessn und End

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Nochm Omdessn san de Gschenk und de Glickwinsch an de Reih kema. Da Prograda hod an Ehrndrunk vom Brautpoar kredenzd. Nacha is Ehrndanzn ogsogt gwen. De Reihnfoig wor genau festglegt. Zeascht is da Brautfiara mit da Braut dro kema, nacha da Hozata mit da Braut, drauf de ganze Vawandschoft usw. Zan Schluss hod no da Prograda mit da Braut danzt. Damit wor da offiziej Tei vo da Hozat beendd.

De Hozatsgsejschoft hod weida ian Spass mit da Musi ghobt, hod owa ob etz, fia de Musi sejm zoin miassn.

Dees Brautpoar hod owa scho vor Mittanocht hoam miassn, sunst hod des a schlechds Omen gem. De Musi hod zan Obschied no a Brautliadl gspuit, beispuisweis "Scheen wor de Jugendzeit". Und - wanns Brautpoar ums Eck bogn wor, is moast no da "Voglfenga" gspuit worn.

  • Peter Mayer, Sigi Gehmacher: Brauchtum übers Jahr im alten Bayern, Valog Knürr, Minga 2010. ISBN 978-3-928432-45-0
  • Egon M. Binder, Liebe auf Bairisch. Liebesglück, Liebesleid und Heiratsbrauchtum unterm Rautenhimmel, Mosaik Valog, Grafenau 1984. ISBN 3-87553-226-0
Des is a beriga Artike.
Dea Artike is ois berig in de Hall of Fame (Ruhmeshoin) aufgnumma worn.