Hinüber – Herüber

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Der Artikl is im Dialekt Weanarisch gschrim worn.
Daten
Titl: Hinüber – Herüber
Originaltitl: Hinüber – Herüber – Hinüber − Herüber
Goddung: Intermezzo
Originalsproch: Deitsch
Autor: Johann Nestroy
Literarische Voarlog: Handlung nach einer Anekdote im Humoristen
Eascheinungsjoar: 1844
Uaauffiahrung: 16. Meaz 1844
Oat vo da Uaauffiahrung: Theater in der Leopoldstadt in Wean
Oat und Zeid vo da Handlung: Die Handlung spielt in einem Wirthshause eines Marktfleckens[1]
Personen
  • Der Wirth
  • Die Wirthin
  • Die Tochter
  • Der Gevatter[2]
  • Die Gevatterin
  • Der Pächter
  • Der Kellner
  • Der Kellnerjunge
  • Der Hausknecht
  • Erster Fußreisender[3]
  • Zweyter Fußreisender

Hinüber – Herüber – Hinüber − Herüber is a ois Intermezzo[4] aug'legte Poss'n nåch ana im Humorist[5] easchienanan Anekdot'n, de wo vom Johann Nestroy dramatesiat wua'n is. Des Stückl is 1844 entstaund'n und aum 16. Meaz von dem Joahr im Theater in der Leopoldstadt ois „Benefiz-Vuastöllung“ füa'n Nestroy zum eascht'n Moi aufg'füaht wua'n.

Inhoit[VE | Weakln]

Da net b'sundas g'scheite ois wia'r aa dickkopfate Wiat håt duach an Påchtvatråg 5000 Guid'n kriagt. Von zwaa Spitzbuam – de wo'r a füa'r englische Loads hoit – wiad a valeitet, a scheinboa leicht zum g'winnate Wett' zum ohschliaß'n: Ea soi a Viat'lstund laung sei Pend'luah auschaug'n und im Takt vom Perpendikel „Hinüber – Herüber“ såg'n, ohne dass a si dabei ohlenk'n låss'n deaf. Tatsächli sågt a stua de Wäata und kau weda duach'n Köna, no duach'n Hausknecht drau g'hindat wea'n, jå sogoa net amoi duach'n desweg'n in G'foah kummat'n „Heurathscontract“ (Valobung) von seina Tochta mit an reich'n oid'n Aumtmau (Beziaks-Owabeaumta). De zwaa Gauna vaschwind'n mit ana Ausred mit seina Briaftåsch'n und wia'r a endli sei Wett' beendet håt, san's scho davaug'rennt. Då wett sei Frau mit eahm, dass a seine Guid'n nimma z'ruckkriag'n wiad und setzt de Valobung von da Tochta mit dem hamlich in sie valiabt'n Köna ois Preis ei. Da Köna håt owa aus Misstrau'n de zwaa auna eh scho vafoigt und vahåft'n låss'n. Wia da Wiat sei Briaftåsch'n mit de 5000 Guid'n z'ruckkriagt, mass a'r aus Daunkboakeit dera Valobung zuastimma.

Da g'schwätziche und genauso wenich g'scheite Gevatta vasucht de gaunze Zeit nua, vom Wiat'n a jede Stöarung bei dera Wett' fean zum hoit'n.

Weaksg'schicht'[VE | Weakln]

Aum 28. Dezemba 1843 is in da Zeidschrift Der Humorist an Anekdot'n unta'n Tit'l Die gewonnene und doch verlorene Wette ohdruckt wua'n. Den Inhoit – des Spitzbua'mstückl – håt da Nestroy füa sei Poss'n üwanumma und duach de Liabsg'schicht eaweitat. Im Origenäu spüit de G'schicht in New York und da Nestroy håts ins Weanerische Miljöh üwatråg'n. Des Stückl is bloß a Gelegenheitsoawat ois Fülla zwisch'n zwaa aundare Poss'n, de wo bei sein' Benefizåb'nd aufg'füaht wua'n san. De aundan zwaa Stückln woa'n Der Dorfbarbier[6] vom Joseph Weidmann (17421810) und Der Bär und der Bassa, a Burleske (Komödi, Schwånk) nåch an Stückl vom Eugène Scribe (17911861).

Zwaa Origenäumanuskrip' vom Nestroy san in da Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus zum find'n.[7]

Zeidungskritik[VE | Weakln]

De zeidgenössische Kritik håt des klane Weakl meist'ns freundlich aufg'numma, olladings net ohne dass' auf'n geringan literarisch'n Weat hig'wies'n wua'n is. Der Wanderer vom 18. Meaz 1844 schreibt dazua:

Ein kleineres Stückchen gibt es nicht leicht; es ist eigentlich gar nichts, aber es unterhält und verräth in den wenigen leichten Pinselstrichen den geübten Meister.[8]

B'sundas des gelungane G'spüi vom Nestroy sein Partna Wenzel Scholz ois Wiat is unhamli g'lobt wua'n, aum meist'n sei komisch betonta Vuatråg von dem stereotyp'n „Hinüber – Herüber“. Füa si söwa håt da Nestroy nua de Neb'nroi'n vom Gevatter g'schrieb'n, der nichts zu thun hat, als dazustehen, nachzugeben und Ja sagen.[9]

Literatua[VE | Weakln]

  • Helmut Ahrens: Bis zum Lorbeer versteig ich mich nicht. Johann Nestroy, sein Leben. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-7973-0389-0, S. 256.
  • Jürgen Hein (Hrsg.): Johann Nestroy; Stücke 21. In: Jürgen Hein/Johann Hüttner: Johann Nestroy, Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Jugend und Volk, Wien/München 1985, ISBN 3-224-16900-1; S. 3–20, 97–115.
  • Fritz Brukner/Otto Rommel: Johann Nestroy, Sämtliche Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, zwölfter Band, Verlag von Anton Schroll & Co., Wien 1929; S. 205–228, 599–602.

im Netz[VE | Weakln]

Beleg[VE | Weakln]

  1. Marktflecken = a greßas Duaf mit'n Moaktrecht, oiso a Moaktgmoa
  2. Gevatter = da Göd (Taufpate) oda da Onkel
  3. Fußreisender = des is a'r Auspülung auf'n daumois modeanan Tourismus und de Waundara, b'sundas duach Englända
  4. Intermezzo = a Zwisch'ng'spüi im Theata
  5. Der Humorist, Zeitschrift für Scherz und Ernst, Kunst, Theater, Geselligkeit und Sitte, Herausgeber Moritz Gottlieb Saphir von 1837 bis 1862.
  6. schaug bei Der Dorfbarbier (Schenk)
  7. Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus, I.N. 33.345 und I.N. 94.276
  8. Jürgen Hein: Johann Nestroy; Stücke 21. S. 99.
  9. Bernhard Gutt in da Praga Zeitschrift Bohemia Nr. 90 aum 28. Juli 1844 wäahrend an Gåstg'spüi aum 23. Juli 1844