Die lieben Anverwandten

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Der Artikl is im Dialekt Weanarisch gschrim worn.
Daten
Titl: Die lieben Anverwandten
Goddung: Posse mit Gesang in fünf Acten
Originalsproch: Deutsch
Autor: Johann Nestroy
Literarische Voarlog: The Life and Adventures of Martin Chuzzlewit[1] von Charles Dickens
Musi: Michael Hebenstreit
Eascheinungsjoar: 1848
Uaauffiahrung: 21. Mai 1848
Oat vo da Uaauffiahrung: Carltheater in Wean
Oat und Zeid vo da Handlung: Die Handlung spielt theils in einer kleinen Landstadt, theils in der Residenz, theils auf Stachlbaums Landsitz. Von ersten zum 2ten Act ist eine Woche, vom 2ten zum 3ten eine Woche, von dem 3ten zum 4ten ein Jahr, vom 5ten zum 5ten ein Monath als Zwischenzeit anzunehmen
Personen
  • Stachlbaum,[2] Millionär
  • Victor, sein Enkel
  • Marie, [sein Pflegekind]
  • Edelschein,[3] Mechanikus[4]
  • Euphrosine,[5] Betty, dessen Töchter
  • Lampl,[6] Edelscheins Famulus[7]
  • Frau von Schmollinger, Edelscheins Schwägerin
  • Herr v. Kammberg,[8] ihr Cousin
  • Herr v. Fakler, Herr v. Gluth, Herr v. Nebling[9]
  • Wolkner, ein Aventurier[10]
  • Schwimmel,[11] sein Begleiter
  • Schriftmann, Agent[12]
  • Rottner, Gehilfe bei Edelschein
  • Frau Blum, Wirthin
  • Franz, Kellner
  • Salerl,[13] Magd
  • Frau Platzerin, Krankenwärterin
  • Doktor Funk
  • ein Notar
  • Anton, Christian, Domestiken bei Frau Schmollinger
  • [eine Magd bei Edelschein]
  • [ein Schreiber]

Die lieben Anverwandten ist eine Posse mit Gesang in fünf Acten vom Johann Nestroy. De Easchtauffüahrung woa'r aum 21. Mai 1848 im Weana Carltheater als Benefiz-Vuastöllung füa'n Dichta söwa.

Inhoit[VE | Weakln]

Da Mülleonäa Stachlbaum vaåcht' olle seiner Vawaundt'n ois Eabschleicha. Sogoa sein Enk'l Victor håt a vajauckt, weu dea net in a von eahm arrauntschiate Hochzeit eiwüllicht. Da Victor, söwa dickschädlat und egoistisch, is in de Marie valiabt, de anziche, fia de da Stachlbaum Zuaneigung empfind't. Wia da Stachlbaum ausg'rechn't in an Gåsthof vom Edelschein sein Wohnuat üwanåcht'n muass, vasuacht dea intregante Heichla, in Stachlbaum sei Misstrau'n eahm geg'nüwa zum ändan:

„Erleuchte ihn strahlender Himmel, schleud're Erkenntnißflammen in die Gemüthsnacht dieses finstern Jammergreises!“ (I. Act, 6te Scene)[14]

Da Stachlbaum wiad im Gåsthof kraunk und bettlägrich und muass zuahuach'n, wia da Edelschein de Marie a Eabschleicharin nennt und schwöat eahm dafüa bittare Vagöitung. Da Victor is aus Trotz beim Edelschein eizog'n, wo'r a von dem und seine Töchta gean aufg'numma wua'n is. Da eiföitiche Lampl preist in Edelschein sei Tugend in de höchst'n Tön'.

De Famülie Edelschein is füa'r aniche Zeit in de Residenz ohg'reist, wo sa se olle g'söischåftlich untahoit'n und in Herrn von Kammberg ois Heiratsaschpirant'n kennan leanan. Üwaråschend eascheint da Stachlbaum und måcht in Edelschein den Vuaschlåg, in Zukunft bei eahm zum wohna, wås dea safuat aunimmt. Da Edelschein glaubt, dass a daduach in Stachlbaum recht boid uman Finga wickl'n kenna wiad:

„Bis an die Schwelle des beglückten Hauses laßt uns den Jubelgreis begleiten.“ (II. Act, 9te Scene)[15]

Da Stachlbaum lasst in Victor aus'n Haus weis'n, dea wo draufhin mit sein treu'n Diena Rottner nåch Amerika auswaundat. Da Kammberg mecht de Betty heirat'n, wås de Euphrosine unhamli granti måcht – ea schachat owa unscheniat mit'n Edelschein um a möglichst hoche Mitgift.

Weu da Stachlbaum do scho recht oid is, hofft da Edelschein auf sein' boidich'n Tod, weu duach de Mitgift füa de Betty und de boid drauf foigate füa de Euphrosine is a beinåh bankrott. Drum wiabt a'r aussadem um de Marie, owa eb'nfois nua'r aus Berechnung auf de Eabschåft. In an Couplet singt a üwa de duachanaund kummanan Zeitläuf' (nåch da Mäaz-Revoluteaun[16]):

„[…] Bey die Wahlen durch Stimmen is der Fehler auch das,
Es giebt Mancher sein' Stimm, und er weiß net für was;
Gar Manch'r is als Wähler für Frankfurt h'neing'rennt,
Der außer d'Frankfurter-Würsteln von Frankfurt nix kennt.“ (IV. Act, 4te Scene)[17]

Da Lampl lest zufällich an Briaf vom Victor aun de Marie, woduach eahm endli de Aug'n üwa'n Edelschein sein schlecht'n Charakta aufg'måcht wea'n. Drum sågt a tiaf enttäuscht dem in Dienst auf. Wenich späta keaht da Victor – dea wo in Amerika kan Eafoig g'håbt håt – oam, owa mit an bessa'n Charakta wieda z'ruck. Da Stachlbaum mecht gråd aun dem Tåg sei gaunz's Vamög'n vaschenk'n und da Edelschein is se sicha, dass a söwa da Begünstichte sei wiad. Da Vasuach vom Victor, si mit sein Onk'l zum aussöhna, wiad vom Edelschein vahindat und aa da Stachlbaum gibt si unnåhboa zu sein Neff'n. Wia's owa zua Valesung von dera Schenkungsuakund' kummt, siacht da Edelschein entsetzt, dass in Stachlbaum sei Vahoit'n nua'r a grausaum's G'spüi mit eahm woa: Weul da Edelschein friacha de Marie so schwea beleidicht håt, håt da Stachlbaum dafüa g'suagt, dass dea duach de Mitgiftszåhlungan sei gaunz's Vamög'n valiat und jetzt'n duach de Üwatrågung von Stachlbaum sein gaunz'n Besitz aunan Victor und de Marie endgüitich ruiniat is:

„Wie du damals gleich beym ersten Anblick dieses schuldlose engelsgleiche Geschöpf mit dem Geifer deiner Nichtswürdigkeit besudelt, da hab' ich dir eine Rache ganz eig'ner Art geschworen.“ (V. Act, 14te Scene)[18]

Zum Schluss stöit si no ausse, dass in Victor sei Trotzreakteaun z'weg'n dera arrauntschiat'n Heirat nua z'weg'n an föhlat'n offanan G'spräch zwisch'n in Onk'l und in Neff'n entstaund'n is und völlich sinnlos woa – weu da Stachlbaum woittat daumois ohnehin de zwaa, nämli den Victor und de Marie, mitanaunda vaheirat'n.

Weaksg'schicht'[VE | Weakln]

Der alte Chuzzlewit (Stachlbaum) mit Mary (Marie); amerikanische Buchillustration von 1867

In Nestroy sei Vualåg füa des Stückl woa da Roman The Life and Adventures of Martin Chuzzlewit (Leben und Abenteuer des Martin Chuzzlewit) vom Boz (Pseudonym füa'n Charles Dickens, 1812–1870), den wo dea zwisch'n 1843 und 1844 g'schrieb'n håt. In Dickens sei Weak is z'eascht ois Liefarungsroman[19] åb Jänna 1843 in neinzehn Foig'n easchiena, im Juli 1844 – mit da letzt'n Foige – is daunn aa de englische Buachfåssung aussekumma. De deitschspråchich'n Üwasetzungan san scho zua Zeit vom Liefarungsroman åb 1843 eb'nfois ois a soichane easchiena. Von de via daumois g'schriebanan Üwasetzungan is nåch an Textvagleich de vom Ernest Aubrey Moriarty[20] ois Vualåg vom Nestroy festg'stöit wua'n.

Da Nestroy håt in Moriarty sei Buach boid nåch'n Eascheinan im Joahr 1844 g'les'n, wia aus aniche Notiz'n zum sehg'n is, de wo'r a dazua g'måcht håt. Scho in sein Weak Die beiden Herren Söhne (1845) san zumindast'ns drei Ideen aus dem Weak vom Dickens zum dakenna. Bei seina Umoawatung vom Dickens-Roman håt a zwaa Haundlungan völlich weglåss'n, nämli de Ealebnis' vom Victor/Martin in Amerika und de Krimenäug'schicht um de betrüagarische Versicharungsg'söischåft vom Tigg/Schwimmel. Aa bei de haundelnd'n Peasonan håt a maunche goa net vawend't, aundare Charakta z'saummg'legt oda umg'schrieb'n. Weu große Teu vom Roman eh scho ois Dialog g'hoit'n san – a typesche Eig'noat von de Liefarungsroman. damit daduach de Seit'n g'schwinda g'füit wea'n – håt a gaunze Passasch'n beinåh unvaändat üwanehma kenna. Da Hauptpunkt, des Missvaständnis zwisch'n in Stachlbaum und in Victor, is a häufich in da Komödie vawend't's Thema und nimmt wia so oft des „glückliche Ende“ schon vuaweg. De beinåh nua neb'nbei b'schriebane Liebeshaundlung is typisch füa'n Nestroy, eb'nso de Hochzeit und de Eabschåft aum Schluss. Bei de Romanfigua'n håt si da Nestroy dejenich'n ausseg'suacht, de füa de komisch'n Szenan wichti san, aundare g'strich'n (praktisch olle Vawaundt'n vom Stachlbaum) oda nua gaunz kuaz aug'füaht (Chevy Slime/Wolkner, Montague Tigg/Schwimmel, Mrs. Gamp/Frau Platzerin). Ois neuche Figua'n håt da Nestroy nua des Gåsthauspeasonäu (Salerl, Franz) und den Oazt Dr. Funk eafund'n.[21]

Bei da Barbara Rita Krebs is zum les'n, dass Die lieben Anverwandten zu de fünfe aum äagst'n duachg'fållanan Stückln vom Nestroy zöiht, de via'r aundan warat'n Der Zauberer Sulphurelectrimagneticophosphoratus (1834), Eine Wohnung ist zu vermiethen in der Stadt (1837), Nur Ruhe! (1843) und Heimliches Geld, heimliche Liebe (1853).[22] Da Direkta Carl Carl håt bei de Bühnandekorateaunan g'spoat g'håbt, da Nestroy woa net satt'lfest in sein Text, da Souffleua (nåch zeitgenössische Bericht') aufdringli laut zum höa'n. Des Couplet vom IV. Act[17] håt des Publikum unhamli zuanich g'måcht, weu da Dichta damit off'nboa de Eafoig von da Revoluteaun vaspott' hättat. Des boid drauf g'schriebane Stückl Freiheit in Krähwinkel (1848) wiad von aniche Literaduahistorika sozusåg'n ois „Entschuldigung an die Wiener Patrioten“ (Zitat) g'sech'n.[23]

Da Otto Basil schreibt, dass si da Nestroy z'weg'n dene stüamisch'n Protest' „bleich und zitternd“ in seina Gard'rob' eig'schloss'n hättat, daweu da Direkta Carl des Publekum zum beruhig'n vasuacht håt.[24] Aa da Helmut Ahrens beschreibt de söwe Szene mit G'schraa aus'n Publekum („Abbitten! Abbitten! Abbitten!“), sowia denan Vasuach'n, auf de Bühne zum auffekrax'ln und de Schauspüla zum vaprüg'ln.[23] Olladings nennen olle zwaa füa de drastische Schüidarung ka Quöi'n und in de Weak' üwa'n Carl sei Direkteaunszeit – Friedrich Kaiser (Theaterdirektor Carl), Adolf Bäuerle (Director Carl) oder Karl Haffner (Scholz und Nestroy) – is nix davau zum find'n.

Da Nestroy håt den Edelschein, da Wenzel Scholz den Famulus Lampl, da Alois Grois den Stachlbaum und da Franz Gämmerler den Herrn von Kammberg g'spüit. Nåch dem Duachfoi bei da Easchtauffüahrung is des Stückl vom Nestroy küazt wua'n, so dass de Figua'n Wolkner und Schwimmel nimma vuakumma san. Insgesaumt håt des Stückl nua drei Auffüahrungan dalebt.[25]

Des Origenäumanuskript vom Nestroy, bei dem da Umschlågbogen, da Titel und des Peasonanvazeichnis föih'n, is no vuahaund'n, eb'nso wia'r a Manuskript vom IV. Act mit'n Liadl und Monolog vom Edelschein.[26] A Manuskript von da Rohfåssung is teuweis' aa no eahoit'n, auf'n Umschlågbog'n ist da uasprüngliche Tit'l Ich g'strich'n und duach Anverwandte easetzt wua'n.[27]

Zeidungskritik[VE | Weakln]

In olle Theatazeidungan is üwa de negative Aufnauhm von dem Stückl bericht' wua'n – fåst üwaroi owa haum's aa drauf hig'wies'n, dass da Nestroy friacha jede Menge easchtklassiche Bühnanstückln g'liefat hättat und a in da Zukunft soichane von eahm zum dawoart'n warat'n. De Kritika hau'm olladings beklågt, dass da Dichter de gråd eascht errungane Zensuafreiheit üwahaupts net g'nutzt hättat.[28]

Im Ergänzungsblatt der Sonntagblätter woa scho an Tåg nåch da Easchtauffüahrung, aum 22. Mai 1848, zum les'n (Nr. 49, S. 204):

„Das größte Verbrechen das ein dramatischer, überhaupt ein Schriftsteller begehen kann, ist – langweilen. […] Die vorgeführte Posse hätte mit Weglassung einiger Couplets eben so unter dem für treue Dienste mit 16.000 fl. CM.[29] pensionirten Excellenzspitzel aufgeführt werden können, als jetzt; es scheint fast daß es unter Sedlnitzky'schen[30] Dunstkreise noch entstanden ist.“

Der Humorist, imma dazua parat, in Nestroy seine Weak' kritisch zum beuateu'n, håt aum 23. Mai (Jg. 12, Nr. 123, S. 510) g'schrieb'n:

„Aber der vortreffliche Roman ward zu einer entsetzlich langweiligen Posse.“

Dasöiwe Kritika håt aa im Artik'l in da Wiener Zeitschrift von dem Tåg (Jg. 33, Nr. 105, S. 419) g'maant:

„Übrigens haben wir einen Entschuldigungsgrund, daß das Stück wahrscheinlich schon vor der Revolution geschrieben, daher genommen, weil der Souffleur Nestroy so laut soufflierte, daß man ihn zur Ruhe rufen mußte.“

De ausfüahlichste Rezenseaun is im Wanderer g'staund'n, eb'nfois vom 23. Mai (Nr. 123, ohne Seit'naugåb'n), olladings mit ana (åbsichtlich'n?) Foischschreiwung vom Dickens sein Origenäutit'l:

„Bemerkt muß noch werden, daß das Sujet kein Original, sondern, wie ich mich genau entsinne, nach Boz's ‚Martin Guglewitz‘ ist. Was aber durch Boz's Schilderung im Romane höchst karakteristisch wird, ist für die Posse unbrauchbar und in der Darstellung höchst fade. Das Haus war ungeheuer voll.“

In da Wiener Theaterzeitung vom Adolf Bäuerle is nåch da Kritik aum Stückl eawähnt wua'n, dass da Nestroy scho aun an neuch'n, „ganz nach den herrschenden Anforderungen“ (Zitat) berechnet'n Stückl oawat'n tättat. Es woa damit des scho genaunnta Weak Freiheit in Krähwinkel g'maant.

Spätare Fåchkritik[VE | Weakln]

Da Otto Rommel nennt in Nestroy sei Beoawatung owaflächlich, de Åbfuah warat drum duachaus berechticht g'wes'n. De Oat und Weis' von ana fünfaktich'n Poss'n mit G'saung hättat zwoa füa de Bewöitichung vom Paul de Kock sein La maison blanche ois Glück, Mißbrauch und Rückkehr g'laungt, warat olladings z'weng füa'n Dicken sei umfaungreich's Epos g'wes'n.[31]

Da Helmut Ahrens bezeichn't in Nestroy sein Vasuach, den 1000 Seit'n laungan Roman in an 100 Seit'n stoak'n Theatamanuskript z'saummfåss'n zum woi'n, ois vüi z' muatiche Aufgåb, warat's do da bis jetzt'n aunspruchsvoiste Text g'wes'n, den da Dichta zum beoawat'n riskiat hättat. De heftich'n Reakteaunen auf sei Couplet üwa de Nateonäuvasaummlung in Frankfurt (schaug ob'n) hätt'n eahm völlich üwaråscht und daschreckt und warat'n da Grund füa de Streichung von dene Passasch'n g'wes'n.[32]

Da Franz H. Mautner kritesiat, da Dichta hättat den Text, damit's b'sundas aktuöi ausschaut, „nachträglich mit politischen Aperçus, zeigemäßen Witzen und Coupletstrophen gespickt“. (Zitat)[33]

Da Friedrich Walla stöit fest, da Nestroy hättat mit sein' ironisch'n Tit'l von de „lieben Verwandten“ genau des Richtiche g'fund'n, zu dem de streitat'n Töchta und dea Voda, dea wo's unbedingt vaheirat'n mecht, duachaus dazua pass'n. Mit dem Vodan seina Figua (Edelschein) hättat a des Thema von da Heuchlarei, Frömmlarei und Foischheit zeichn't, in de Figua'n vom hochstaplarisch'n Wolkner, vom betrüagarisch'n Schwimmel, von da söibstsüchtich'n feui'n Frau Platzerin, vom audrahrarisch'n, owa eigentli feig'n Gluth, vom auf sei Heakunft stoiz'n Kammberg, dea wo trotzdem giarich um de Mitgift schachat, a Saummlung von duachaus wichtiche Neb'nfigua'n auf de Bühne bråcht – kommentiat duach'n Victor sein Ausspruch: „Jeder ist sich selbst der Nächste!“ (I. Act, 8te Scene)[34]

De Barbara Krebs, de wia scho g'sågt des Stückl zum Nestroy seine größt'n Misseafoig dazuazöiht, gibt ois Grund au, dass da Dichta auf'n „Einbruch der Tagespolitik“ (Zitat) – de Weana Märzrevoluteaun – fåst goa net oda zamindast'ns z'wenich reagiat hättat. Da aktuölle Z'saummanhaung warat in Publekum mit de aufg'setzt wiakat'n Couplets vüi z' konstruiat vuakumma, es hättat då drin bloß a „revolutionäre Verbrämung“ (ZItat) g'sech'n. Da Misseafoig und de schoaf'n Publekumsreakteaunan warat'n deshoib nua zum Teu dera sichalich aa vuahaundanan Schwäch'n vom Stückl zua zum schreib'n, sundan eb'nso, waunn net sogoa mehra, denan politisch-g'söischåftlich'n Zeitumständ'n. Trotzdem trågat aa de Auswoih von da Voalåg, nämli da wiakli fåst net bühnanwiaksaum zum dramatesia'n passate Roman vom Charles Dickens, vüi dazua bei.[35]

Literadua[VE | Weakln]

  • Helmut Ahrens: Bis zum Lorbeer versteig ich mich nicht. Johann Nestroy, sein Leben. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-7973-0389-0.
  • Barbara Rita Krebs: Nestroys Misserfolge: ästhetische und soziale Bedingungen. Diplomarbeit an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Wien 1989.
  • Otto Rommel: Nestroys Werke. Auswahl in zwei Teilen, Goldene Klassiker-Bibliothek, Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin/Leipzig/Wien/Stuttgart 1908.
  • Friedrich Walla (Hrsg.): Johann Nestroy, Stücke 25/II. In: Jürgen Hein/Johann Hüttner/Walter Obermaier/W. Edgar Yates: Johann Nestroy, Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Franz Deuticke Verlagsgesellschaft, Wien 1998, ISBN 3-216-30346-2.

Beleg[VE | Weakln]

  1. schaug bei Martin Chuzzlewit
  2. Stachlbaum, nåch aniche Vasuach – Stachelheim, Stachelgrund – vom Nestroy g'fundana sprechenda Nauman füa de „widerborstige Figur“
  3. Edelschein, nåch aniche Vasuach – Seelenglanz, Edelherz – vom Nestroy g'fundana sprechenda Nauman
  4. Mechanikus = Heastölla von mathematische und physikalische Weakzeug' (Brockhaus Enzyklopädie)
  5. Euphrosine = Frohsinn, ane von de drei Chariten (= griechische Göttina, in Rom Grazien g'hass'n) ironisch füa de sauatöpfische Tochter
  6. Lampl, sprechenda Nauman z'weg'n da Gutmütichkeit und Naivität von dera Figua
  7. Famulus = Gehilfe eines Gelehrten oder Arztes
  8. Kammberg = ironischa Hinweis auf de Red'nsoat „dem ist der Kamm geschwollen“; auf de Theatazedln Kamberg g'schrieb'n
  9. Nebling = vagleich den Ausdruck „benebelt“
  10. Aventurier = französesch füa'r an Åb'nteura
  11. Schwimmel = entweda auf „schwimmeln“, an Schwind'l hau'm, oda betrunk'n umadum wog'ln
  12. Agent = doda ois G'schäftsvamittla, Bevoimächtigta g'maant
  13. Salerl = mundoatlich füa Rosalie
  14. Walla: Johann Nestroy, Stücke 25/II. S. 15.
  15. Walla: Johann Nestroy, Stücke 25/II. S. 43.
  16. schaug bei Revolution von 1848/1849 im Kaisertum Österreich
  17. 17,0 17,1 Walla: Johann Nestroy, Stücke 25/II. S. 75.
  18. Walla: Johann Nestroy, Stücke 25/II. S. 97.
  19. a Liefarungsroman is wöchentlich oda maunatlich ois Zeidung druckt und von Ausliefara ins Haus bråcht wua'n
  20. Ernest Aubrey Moriarty: Leben und Abenteuer Martin Chuzzlewit's. Seine Verwandten, Freunde und Feinde, sein Dichten und Trachten. Von Boz (Dickens). Aus dem Englischen von E.A. Moriarty. Mit 40 Stahlstichen nach Originalzeichnungen von PHIZ. Leipzig, Verlag von J.J. Weber, 1843. Faksimile vom Buachdeck'l in Walla: Johann Nestroy, Stücke 25/II. S. 514.
  21. Walla: Johann Nestroy, Stücke 25/II. S. 128–135.
  22. Barbara Rita Krebs: Nestroys Misserfolge, S. 9–10.
  23. 23,0 23,1 Ahrens: Bis zum Lorbeer versteig ich mich nicht. S. 303.
  24. Otto Basil: Johann Nestroy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. rororo bildmonographien, Band 132, Reinbek bei Hamburg 1967, S. 123 f.
  25. Faksimile von de Theatazedln füa de easchte und dritte Auffüahrung in Walla: Johann Nestroy, Stücke 25/II. S. 528–529.
  26. Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus, Signatur I.N. 33.380, 36.761.
  27. Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus, Signatur I.N. 39.416.
  28. Walla: Johann Nestroy, Stücke 25/II. S. 222–228. (füa's gaunze Kapit'l Zeidungskritik)
  29. fl. CM = Gulden in Konventionstaler; de Conventionsmünz'n woa von 1811 bis 1858 z'weg'n dem Staatsbankrotts von 1811 vüi meahra wat ois de papierane Wiener Währung (W.W., vom Nestroy im Stückl mit „Weh! Weh!“ vaspott't)
  30. schaug bei Josef von Sedlnitzky
  31. Otto Rommel: Nestroys Werke. S. LXXVIII.
  32. Helmut Ahrens: Bis zum Lorbeer versteig ich mich nicht. S. 299–303.
  33. Franz H. Mautner: Nestroy, Heidelberg 1974, S. 281.
  34. Walla: Johann Nestroy, Stücke 25/II. S. 12.
  35. Barbara Rita Krebs: Nestroys Misserfolge, S. 80–84.