Die Ballnacht (Posse)

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Daten
Titl: Die Ballnacht
Originaltitl: Die Ballnacht oder der Faschingsdienstag
Goddung: Lokalposse in vier Aufzügen
Originalsproch: Deutsch
Autor: Johann Karl Waldon, Liedtexte von Johann Nestroy
Musi: Adolf Müller senior
Eascheinungsjoar: 1836
Uaauffiahrung: 6. Februar 1836 (in der Fassung mit Nestroys Texten)
Oat vo da Uaauffiahrung: Theater an der Wien in Wean
Personen
  • Flamm, ein reichgewordener Seifensieder[1]
  • Agnes Brigitta Mirabilie von Pitzelstein, seine dritte Frau
  • Fritz, sein Sohn
  • Susanna, seine Tochter
  • Albert von Flamm, Major, sein Bruder
  • Reming, ein Messerschmied, Major Flamms Jugendfreund
  • Salchen, seine Tochter
  • Georg, sein Pflegesohn, Major Flamms Sohn
  • Apollonia, Haushälterin bei Reming
  • Schnepf, Hundsdoktor[2]
  • Fabian, Geselle bei Reming
  • Bediente bei Flamm, Gesellen bei Reming, Putzmacherinnen

Die Ballnacht oder der Faschingsdienstag is a Lokalposs'n vom Johann Karl Waldon, mit späda eig'fügte Liadtext' vom Johann Nestroy. Se is aum 9. Novemba 1803 im Theater an der Wien uaaufg'füaht wua'n. In dera Fåssung mit'n Nestroy seine Liadtext' is's easchttmois aum 6. Februar 1836 im sölb'n Theata auf de Bühne kumma.

Inhoit[VE | Weakln]

De Weana Famülie Flamm is in G'foah, dass duach eahna Luxusleb'n moräulesch und finanzeöll total ins Vadeab'n stiaz'n kenntat. Da ehemålige Saf'nsiada Flamm spüit in vuanehman Typ'n, sei hochnåsate Gattin Agnes is a Vaschwendarin, eahna Sohn Fritz a vaduabana Faulenza, eahna liadaliche Tochta Susanna a vagnügungssüchtich's Luada. Da Fritz wüll de Salchen Reming vafühah'n, de zwoa den Georg liab håt, owa glaubt, dass dea's net måg. De Apollonia föadat des G'spusi zwisch'n in Fritz und in Salchen, da Hundsdokta Schnepf und da geiziche G'söll Fabian konkurria'n um de Apollonia, de wo a etlich's g'spoat hau'm soi. Da Fabian raunzt drum grantich[3]:

„Ich habe eine feindselige Stimmung auf mich, daß mir alles z'wider ist, und das Z'widerste bin ich mir selbst, miselsüchtig verliebt, zurückgesetzt, es ist schrecklich.“ (Rezitativ vua'm zweit'n Liad'l)[4]

Von ana Faschings-Redoute[5], zu dera des Salchen vom Fritz und von da Apollonia hig'lockt wua'n is, kaunn's vom Major Flamm und vom Georg wegbråcht wea'n, no bevua da Fritz seine bees'n Åbsicht'n bei iahra dareicht. De Famülie Flamm-Pitzelstein, de wo si scho z'fruah üwa'n vuatäuscht'n Tod vom Major Flamm g'freut håt, weu's eahm zum beeab'n hofft, wiad z'saumm' mit da Apollonia und in Schnepf aus'n Haus ausse g'schmiss'n.

Fia de aunda'n geht's guat aus und da Reming spendiat aun seine G'söll'n 50 Guid'n, damit's in Fåschingdienståch lustich feian kennan, wofüa's im Schlusschor daunkschee såg'n.

„Juchhheißa! Juchheißa! Juhhe! / Im Fasching hebt's d’Füß’ in d’Höh’,
Er ist ja nur einmal im Jahr’, / Und heute um Zwölfe schon gar! / Juhhe! Juhhe!“ (neuntes Lied)[6]

Weaksg'schicht'[VE | Weakln]

Die Ballnacht oder der Faschingsdienstag[7] is a Lokalposs'n von dem scho gaunz vagessanan Weana Poss'ndichta Johann Karl Waldon. Se håt aum 9. Novemba 1803 im Theater an der Wien Uaauffüahung g'håbt, da Ferdinand Raimund und da Friedrich Josef Korntheuer (1779–1829) – dea wo in Fabian g'spüit håt – woa'n ois Schauspüla mit dabei. Aum 26. Jänna håt's daunn a Vuastöllung im Leopoldstädter Theater geb'n. Vom Premierentåg bis zum 15. Februar 1828 is des Stückl 26-moi im Theater an der Wien g'spüilt wua'n.[8]

Weu da Direkta Carl Carl füa's Joahr 1836 sei üblich's „Faschingsstück" braucht, owa nix Neuch's bei da Haund g'håbt håt, håt da Nestroy zu dem oid'n Stückl Die Ballnacht neun neuche Liadtext', davau a Quodlibet und fünf Chorg'säng' g'måcht, de wo vom Adolf Müller vatont wua'n san. Des Weak håt nåch dera eascht'n Auffüahrung aum 6. Februar nua wenich Wiedaholungan dalebt. De zeitgenössische Kritik håt des Stückl zu dera Zei scho ois gaunz oidmodisch g'fund'n, owa trotzdem in üwasichtlich'n Bau von dera Haundlung g'lobt. In Nestroy sei Leb'nsg'fäahtin, de Marie Weiler, woa nåch de Rezensent'n mit iah'n G'saungsvuatråg im Quodlibet Schnepf-Susanna-Putzmacherinnen gaunz vuazüglich.

Da Nestroy håt bei dera Auffüahrung aum 6. Februar 1836 in Doktor Schnepf, da Wenzel Scholz in G'söll'n Fabian, da Friedrich Hopp in Messerschmied Reming, de Marie Weiler de Tochter Susanna g'spüit.

A Theatamanuskript von fremda Haund liegt in da Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek (Signatur N.B. 427). De Origenäupartetua vom Adolf Müller mit'n Hinweis, dass de Liadtext' vom Johann Nestroy san, is in da Wienbibliothek im Rathaus z'find'n.[9]

Literatua[VE | Weakln]

  • Fritz Brukner/Otto Rommel: Johann Nestroy, Sämtliche Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe in fünfzehn Bänden, neunter Band, Verlag von Anton Schroll & Co, Wien 1927, S. 175–183, 568–574.
  • Friedrich Walla: Johann Nestroy; Stücke 39. In: Jürgen Hein/W. Edgar Yates, Friedrich Walla: Johann Nestroy, Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Jugend und Volk, Wien/ München 2007, ISBN 9-783-5520-6058-6.

Beleg[VE | Weakln]

  1. Seifensieder, weanarisch Saf'nsiada = is a Bedeitungswex'l vom brav'n Haundweaka zum Schimpfwuat füa'r an Einekräula und Hintafotzla (z'weg'n dera Saf'nlaug'n, auf dea ma leicht ausrutsch'n kaunn)
  2. Hundsdoktor = doda a auf Hund' spezaalesierta Viechdokta
  3. miselsüchtig = grämlich, unmutig, hier: melancholisch
  4. Brukner/Rommel: Johann Nestroy, Sämtliche Werke. S. 176.
  5. Redoute = vaoitat füa Ballsaal
  6. Brukner/Rommel: Johann Nestroy, Sämtliche Werke. S. 183.
  7. Inhoitsaungåb' in Brukner/Rommel: Johann Nestroy, Sämtliche Werke. S. 569–572.
  8. Friedrich Walla: Johann Nestroy; Stücke 39. S. 81.
  9. digitale Wienbibliothek