Der Zauberer Februar

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Daten
Titl: Der Zauberer Februar oder Die Überraschung
Goddung: Lokales Zauberspiel mit Gesang in zwey Aufzügen
Originalsproch: Deutsch
Autor: Johann Baptist Frey,
Johann Nestroy (Couplettexte)
Musi: Adolf Müller senior
Eascheinungsjoar: 1833
Uaauffiahrung: 12. Februar 1833
Oat vo da Uaauffiahrung: Theater an der Wien in Wean
Personen
  • Saturnus[1]
  • der Februar
  • Herr von Bieder, reicher Grundbesitzer
  • August, Fanny, seine Kinder
  • Amalie, Augusts Braut
  • Carl Treuhold, ein Maler, Ziehsohn des Herrn von Bieder
  • Görgel Blasi, Müller
  • Pulverhörnl, Schloßwächter
  • Mümmel, Verwalter
  • Marie, seine Tochter
  • Christel, eine Schwäbin, seine Base
  • Jette, Amaliens Kammermädchen
  • Pfiff, Augusts Kammerdiener
  • Kammerrath Walter, Assessor Eichberg, Herr von Spuhl, Herr von Linden, Gutsnachbarn und Freunde des Herrn von Bieder
  • Anton, Leibjäger des Herrn von Bieder
  • Philipp, Bedienter des Herrn von Bieder
  • Frischmann, der Tafeldecker
  • Strudel, der Koch
  • Zapf, der Kellermeister
  • Franz, Thomas, Jäger
  • der Wirth im Marktflecken
  • Hanns, Veit, Lorenz, Daniel, Müllerburschen bey Görgel
  • Gäste, Bürgersleute, Jäger, Bauern, Bäuerinnen, Dienerschaft, Kellner, Musici, Müllerburschen, allegorische Personen, Nymphen und Genien

Der Zauberer Februar oder Die Überraschung is a lokales Zauberspiel mit Gesang in zwey Aufzügen vom Johann Baptist Frey, zu dem da Johann Nestroy de Couplettext' g'schrieb'n håt. Des Stückl is 1833 vafåsst und aum 12. Februar in dem Joahr zum eascht'n Moi aufg'füaht wua'n. Aunloss woa da Gebuatståg vom östareichisch'n Kaisa Franz I. und seina Gattin. Eigentlich woa's ois Aufaung von da Fåschingssaison im Theater an der Wien 'dåcht g'wes'n.

Inhoit[VE | Weakln]

Da reiche Guatsbesitza Herr von Bieder håt nix liaba ois gelungane Üwaroschunga. Er wüll soichane so oft ois wia meglich håb'n, so dass ea sogoa sei Tochta Fanny demjenich'n ois Gattin vaspricht, dea eahm mit ana soichanan a rechte Freid måch'n kaunn. Drum bemüh'n sa olle Untagebanan von eahm sofuat, anaunda zum üwatrumpf'n, damit's de Tochta kriag'n tan. B'sundas da Schlosswåchter Pulverhörnl glaubt, dass ea de beste Idee håt, weul ea mit da Hülf' von ois Räuba vakleidete Mühlknecht de Fanny entfüah'n und des Schloss üwafoien låsst. Da Karl Treuhold, da wiakliche Geliebte von da Fanny, kaunn owa mit da Hülf' vom Zauwara Februar und da Untastützung vom Saturnus olle Konkurrent'n aus'm Föld schlåg'n: In ana allegorisch'n Auffüahrung låsst ea vor'm Bieder de Büldniss' vom Kaisa Franz und seina Gemahlin Karoline Auguste von Bayern eascheina.

Weaksg'schicht'[VE | Weakln]

Da Nestroy håt a anzichs Moi aun an so an Geleg'nheitsstückl mitg'schrieb'n, des wås aa nua åcht Vuastöllungan ealebt håt und nia druckt wua'n is. Da Aunlåss füa des Stückl woa eigentli da Beginn von da Fåschingssaison im Theater an der Wien, olladings håt se dea Auffüahrungsteamin imma wieda vazögat, bis' daunn dafüa z'spät woa'r. In ana üwaoawat'n Veasion is' nocha ois Huldigung bei dene Gebuatstågsfeian füa's Kaisapoar Franz II./I., gebua'n aum 12., und seina viat'n Gattin Karoline Auguste von Bayern, gebua'n aum 8. Februar, g'spült wua'n. Ois Autor is von de neuchar'n Theatafåchleut' da Johann Baptist Frey, a Reschissea aum Theater an der Wien, festg'stöllt wua'n, vom Nestroy staumman mit ana hoch'n Woahscheinlichkeit nua de Couplets.[2] Nua da Otto Rommel nennt in Nestroy so wia de zeitgenössisch'n Bericht' ois Haupt- und in Frey ois Mitautor.[3] Des Stückl is bei dene Auffüahrungan imma ohne Autor'nnennung g'wes'n, aa de Couplets san ohne Naumansaungåb' üwaliefat. Im Unterschied zu aundere, z'erscht anonym aufg'füahrt'n, nocha owa vom Nestroy autorisiert'n Werk', is des då aa späta net passiat. Allanich de Partitua vom Müller nennt in Frey und in Nestroy ois Autor'n.

A Mitoawat vom Nestroy nua duach's Liefa'n von Couplettext' is durchaus efta passiat, so aa beim Franz Xaver Told sein Der Naturmensch und beim Friedrich Hopp sein Der Goldkönig; de zwaa san aa ois Kolleg'n vom Nestroy bekaunnt.

So wia da Zauberer Februar ois Eaöffnungsstückl füa'n Fåsching 'plant woa, solltat Der Feenball sein' Åbschluss måch'n – drum spült ea jå aum Fåschingsdunnastoch. Dea Part vom Zauwara Februar håt im Feenball sei Geg'nstückl im Magier Carnevalis, dem Beschütza vom gaunz'n Fåschingtreib'n.

Da Nestroy håt in Görgel Blasi, da Wenzel Scholz in Pulverhörnl (für den sei Doastöllung ea unhamlich g'lobt wua'n is), da Direkta Carl Carl in Februar, da Friedrich Hopp in Mümmel, da Ignaz Stahl in Herrn von Bieder, de Elise Zöllner de Schwåbin Christel, de Eleonore Condorussi de Jette geb'n.[4] De Figua von da Schwåbin Christel is vom Nestroy ois Haushältarin Gertraud im zwaa Monat späta aufg'füahrten Stückl Der böse Geist Lumpacivagabundus wieda vawend't wua'n.

Bei da Premiere håt da Johann Strauß (Voda) mit seina Kapöll'n, bei an spätar'n Auffüahrung da Joseph Lanner g'spült.

Spätare Fåchkritik[VE | Weakln]

Aus de Zeitungan låss'n se a bisserl Informateaunan rekonschtruian: De Wiener Theaterzeitung håt aum 21. Jänner 1833 (Nr. 15, S. 60) a Aukündigung g'måcht, då is no mit'm Auffüahungsteamin zum Fåschingsaufaung g'rechn't wua'n. In ana Notiz im sölb'n Blattl vom 26. Jänner 1833 (Nr. 19, S. 76) is daunn üwa de Vaschiabung auf'n Kaisagebuatståg berichtet wua'n. De Rezension, in dera aa da Inhoit von dem Stückl erzöhlt wua'n is, is aum 14. Februar 1833 (Nr. 33, S. 131) easchiena. Se håt nua a geringe Zuastimmung zum Stückl zagt, obwoi da Situateauns- und Wuatwitz und de Gesaungstext' duachaus g'lobt wua'n san:

Der einfache Umriss dieses Zauberspiels enthält Elemente, welche einer sehr effectvollen dramatischen Gestaltung fähig gewesen wären. Der Verf[asser] hat jedoch diese schöne Grundidee, statt sie in allen Theilen überraschend zur Anschauung zu bringen, mit zwecklosem Nebenwerk überbaut und verdunkelt, so dass sie einem antiken Triumphbogen gleicht, dessen architektonische Schönheit durch ärmliche angelehnte Strohhütten verdeckt bleiben.[5]

Nua recht kuaz g'hoit'n und eha negativ woa'n zwaa Kritik'n in da Zeitschrift Der Wanderer vom 14. (Nr. 45, S. 3*) üwa de Premiere und vom 15. Februar (Nr. 46, S. 3*) üwa de zweite Vuastöllung.

Literatua[VE | Weakln]

  • Fritz Brukner/Otto Rommel: Johann Nestroy, Sämtliche Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, erster Band, Verlag von Anton Schroll & Co., Wien 1924; S. 603–615, 709–713.
  • Friedrich Walla: Johann Nestroy; Stücke 5. In: Jürgen Hei/Johann Hüttner/Walter Obermaier/W. Edgar Yates: Johann Nestroy, Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Jugend und Volk, Wien/München 1993, ISBN 3-224-16924-9; S. 190–215.

im Netz[VE | Weakln]

Beleg[VE | Weakln]

  1. Saturnus = a römischa Gott,von dem sei Saturnalienfest im Dezemba Vualäufa vom Fåsching woa'r
  2. Vazeichnis von de Couplets in da Wienbibliothek
  3. Otto Rommel: Nestroys Werke, Auswahl in zwei Teilen, Goldene Klassiker-Bibliothek, Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin/Leipzig/Wien/Stuttgart 1908, S. XXV, LXXXIX.
  4. Faksimile des Theaterzettels in Friedrich Walla: Johann Nestroy; Stücke 5. S. 619.
  5. Friedrich Walla: Johann Nestroy; Stücke 5. S. 207–208.